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Immer

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Adelung
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Eintrag · Adelung (1793–1801)

Immer

Bd. 2, Sp. 1362
Immer, ein Nebenwort der Zeit, welches überhaupt die ununterbrochene Fortdauer einer Handlung oder eines Zustandes bezeichnet. 1. Eigentlich, wo es wiederum in verschiedenen Einschränkungen üblich ist. 1) Im schärfsten Verstande, eine ununterbrochene Fortdauer zu bezeichnen, wie beständig 1. Man kann den Verstand nicht immer anstrengen, ohne Unterbrechung. Ich weiß nicht, ob ich dein Betragen immer werde dulden können. Ihr losen Mädchen thut immer als wenn euch nichts an den Männern läge, Gell. Ich dachte immer, er würde seine Einwilligung nicht dazu geben, ebend. Eine immer währende Glückseligkeit, nicht immerwährend. Eine immer währende Freundschaft. Ihr Bild ist mir immer vor meinen Augen. Auf immer, auf die ganze folgende Zeit; im höhern Styl nur immer. Er ist auf immer verloren. Ich würde mir auf immer bey ihnen geschadet haben. Leben sie auf immer wohl! Noch immer, von der gegenwärtigen Fortdauer eines schon vorher angefangenen Zustandes. Stehest du noch immer? Vergeben sie mir, daß ich noch immer den Zerstreuten vorstelle. Wo das noch auch zuweilen ausgelassen wird. Ich kann immer für Verwunderung nicht zu mir selber kommen, Weiße, für noch immer. In der Deutschen Bibel mit verschiedenen Beysätzen auch von einer Dauer ohne Ende. Der Herr ist König immer und ewiglich, Ps. 10, 16. Gott dein Stuhl bleibt immer und ewig, Ps. 45, 7. Seine Jahre währen immer für und für, Ps. 61, 7. Vor Comparativis bezeichnet es den mit der Fortdauer zugleich steigenden Zustand einer Sache. Das Verlangen nach einem immer[] festern Frieden des Gewissens. Immer weiter, immer höher, immer tiefer. Es wird immer ärger. Vermittelst einer Ellipse kann es auch vor andern Nennwörtern stehen, die ununterbrochene Dauer eines Zustandes zu bezeichnen. Sein immer gütiges Herz, welches immer gütig ist. Indem die immer offne Hand Wohlthätig andern nützet, Weiße. Ihr Jungfraun deckt mit immer grünen Zweigen, Mit einem ganzen Lorberhain, Den Weg, Raml. 2) In weiterer Bedeutung, in allen vorkommenden Fällen und Gelegenheiten, für allemahl. Man muß immer Gutes thun. Ich erschrecke immer, wenn ich ihn sehe. Wenn er mich siehet, weiß er immer etwas Neues. Der Arme muß immer Unrecht haben. Ich handle, wie ich immer gehandelt habe. Das Angenehme höret durch den allzu langen Genuß immer auf, angenehm zu seyn. Damit verdirbst du mir immer die klügsten Einfälle. 3) In noch weiterer Bedeutung, für sehr oft. Es regnet doch immer. Man höret immer etwas Neues. Es ist immer Zank unter ihnen. Ich habe immer davon reden hören. 2. Figürlich, eine Art von Intension zu bezeichnen, wo es im gemeinen Leben und in der vertraulichen Sprechart oft zu einem Füllworte wird, welches zuweilen die Ründe der Rede befördert, zuweilen aber auch ganz müßig ist. 1) Als eine versichernde Partikel, so wie allemahl und allezeit. Dennoch ist er immer klüger als du. Du wirst immer denken, ich erzählete dir ein Mährchen. Die Summe ist für mich immer beträchtlich genug. Das wäre fürs erste immer genug. 2) Eine Art von Steigerung zu bewírken; für auch, oder zu dessen Verstärkung. So arg du immer bist, Gell. So fromm er sich immer stellen mag. Es habe ihn, was auch immer wolle, zur Untreue bewogen, so u. s. f. Gell. 3) Eine mit Verwunderung verknüpfte Frage zu begleiten; für immermehr. Wo mag er doch immer bleiben? Was will er doch immer anfangen? Was mag es doch immer seyn? O sage, wie es immer kam, Daß man dir deine Freyheit nahm? Gell. 4) Eine Aufmunterung, eine Warnung, eine Bitte zu begleiten, besonders in der vertraulichen Sprechart. Lassen sie sich es immer gefallen. Legen sie immer noch etwas zu. Nehmt immer euren Beutel hin, Haged. Wachen sie sich immer nicht so groß, Gell. So meine liebe Freundinn, immer vertheidigen sie mich bey meiner Braut, ebend. Gib mir immer den erquickenden Trost, daß ich dich bald freudiger wieder sehe, Weiße. Lassen sie mich immer hier bleiben. 5) Eine aus Verachtung, aus Geringschätzung herrührende Gleichgültigkeit auszudrucken, wie immerhin. Er kann immer gehen. Er mag es immer behalten. Sie können es immer glauben. 6) Ich will immer gehen, ich will nur gehen, ich will inzwischen gehen. Er kann sich immer das Grab bestellen lassen, er wird doch nicht gesund werden. Ich dächte, er nähme es immer an. Gib es immer her. Anm. Bey dem Ottfried bedeutet jamer semper, bey dem Ich klage iemer minen alten kumber, Reinmar der Alte. Im Nieders. ummer, jummer, alljummer, im Dän. immer. Wachter, welcher das Lat. semper für ein mit immer verwandtes Wort hält, läßt es von dem Hebr. יום, und dem Griech.[] ημερα, ein Tag, abstammen, und erkläret es durch täglich. Ihre bringt das Schwed. jaemn, gerade, gleich, ähnlich, und jaemt, accurat, genau, in Vorschlag, welches auch fortwährend bedeutet, und in diesem Verstande bey den ältern Schweden jämliga lautete; welche Ableitung der Wachterischen allemahl vorzuziehen ist. Indessen behält doch Frischens Ableitung auch ihre Wahrscheinlichkeit, der es von je mehr abstammen lässet, welche dadurch unterstützet wird, daß dieses Wort, besonders in den mittlern Zeiten, auch häufig getheilt je mehr geschrieben wird. Großer weder ichs alle mein Lebtag ye mer hab gesehen, Theuerd. wo es zugleich für jemahls stehet, in welchem Verstande es schon bey dem Ottfried vorkommt: Ni uuanes untar manne Jamer drost geuuinne, glaube nicht, daß ich unter den Menschen jemahls Trost bekomme. Ehedem war es auch in Gestalt eines Beywortes üblich. Ein iemer leben, ein ewiges, immer währendes Leben, Winsbeck. S. Nimmer und Je, mit dem Jod.
5516 Zeichen · 96 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    immerswv.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +3 Parallelbelege

    immer swv. daʒ diu kurzewîle immer wert; des mohte niht sîn, eʒ muoʒ sich alleʒ enden, ân die gotes trinitât, diu ist ge…

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    immerAdv.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +2 Parallelbelege

    immer , Adv. Vw.: s. iemer

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Immer

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Immer , ein Nebenwort der Zeit, welches überhaupt die ununterbrochene Fortdauer einer Handlung oder eines Zustandes beze…

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    immer

    Goethe-Wörterbuch

    immer ‘imer’ 38,210 Labores juv [1757] u 18,467 Nov Var ; öfter in Zusammenschr wie ‘immerfortgehend’, ‘immerfortgesetzt…

  5. modern
    Dialekt
    immer

    Schweizerisches Idiotikon · +6 Parallelbelege

    immer Band 1, Spalte 222 immer 1,222

  6. Sprichwörter
    Immer

    Wander (Sprichwörter)

    Immer 1. Wohl, das ist immer so, ich hab' es nie anders gesehen. 2. Ja, wenn's immer su wäre. – Gomolcke, 451. [Zusätze …

  7. Spezial
    immer

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    im|mer adv. 1 (stets) tres, dagnora 2 (andauernd) tresfora, demeztrú, decontin 3 dötaurela 4 (jedes Mal) vigni iade, düc…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit immer

180 Bildungen · 110 Erstglied · 70 Zweitglied · 0 Ableitungen

immer‑ als Erstglied (30 von 110)

Immer N

Idiotikon

Immer N. Band 1, Spalte 223 Immer N. 1,223

immer(-)

MWB

immer(-) → iemer (-) MWB 2 1870,15;

immer(i)st

Idiotikon

immer(i)st Band 1, Spalte 222 immer(i)st 1,222

Immerfidel

SHW

Immer-fidel Band 3, Spalte 893-894

immerfort

SHW

immer-fort Band 3, Spalte 893-894

Immergrün

SHW

Immer-grün Band 3, Spalte 893-894

Immermüde

SHW

Immer-müde Band 3, Spalte 893-894

immerzu

SHW

immer-zu Band 3, Spalte 893-894

immerbrennend

DWB

immer·brennend

immerbrennend , part. : dasz .. eine immerbrennede lampe gestiftet werden sollte. Göthe 17, 406 .

Immerchen II

RhWB

Immerchen II Simm-Neuerk Sg. t. n.: im Rätsel von der Ameise: I., Bimmerche uf de Bank, I., B. unner de Bank, is kän Mensch im ganze Land, d…

immerdar

DWB

immer·dar

immerdar , adv. das durch das adverbium dar, mhd. dare dar ( mhd. wb. 1, 307 a ), welches auch eine zeitliche bewegung ausdrückt, verstärkte…

immerdauernd

GWB

immer·dauernd

immerdauernd immerwährend; mBez auf das Weiterbestehen einer Empfindung, Einstellung das Bedeutende was .. gefunden worden .. sichert diesem…

Immerei

PfWB

imme·rei

Immerei f. : ' Imkerei ', Imerei (īmərai) [ FR-Lambsh ].

immerein

RhWB

imme·rein

immer-ein -ēn  (u. so alle Zs.) Kemp Adv.: stets; dat es ö. suə gewest.

immeren

KöblerMhd

imme·ren

immeren , sw. V. nhd. immer sein (V.), ewig sein (V.), immer währen, ewig andauern Q.: Apk (FB immern), Kolm, Loheng (1283), Suchenw E.: s. …

immerens

MLW

immer·ens

immerens (inm-), -entis. 1 indignus – unwürdig : Chart. Sangall. A 215 p. 205,23 (a. 815) ego ... Bernwicus in-s inmerens diaconus ... scrip…

immereⁿ

Idiotikon

immereⁿ Band 1, Spalte 223 immereⁿ 1,223

immerfort

DWB

immer·fort

immerfort , adv. in steter, ununterbrochener dauer, oder auch nur ( wie immerdar 4) in regelmäsziger wiederholung: aber dis volk hat ein abt…

immer als Zweitglied (30 von 70)

Ättimmer

MeckWBN

Wossidia Ättimmer n. wie Ätstuw Müll. Reut. 35 a .

Frauenzimmer

RDWB1

Frauenzimmer n abwertend oder scherzh. (nicht "женская комната") женщина; дама устар. или фам. ; тётка груб. ; баба груб.

Gästezimmer

RDWB1

Gästezimmer n (nicht "гостиная") комната для гостей

Hinterzimmer

RDWB1

Hinterzimmer n (nicht immer "задняя комната") in ~n - в кулуарах

Hotelzimmer

RDWB1

Hotelzimmer n номер (в гостинице), гостиничный номер (а не "комната")

Schimmer

RDWB1

Schimmer m keinen (blassen) ~ haben idiom. , umg. - кто-л. и не догадывается; кому-л. невдомёк; кто-л. представления не имеет о чём-л. ich h…

Wohnzimmer

RDWB1

Wohnzimmer n большая комната, гостиная (а не "жилая комната")

Aschensimmer

DRW

aschen·simmer

Aschensimmer eschensümmer Maß für die im Gemeindebackhaus anfallende Holzkohle RhHeimatbl. 3 (1926) 91

Augenwimmer

Adelung

augen·wimmer

Die Augenwimmer , oder Augenwimper, plur. die -n, der haarige Rand an den Augenliedern, welcher aus steifen, gekrümmten Haaren besteht. Anm.…

Brimmer

BWB

Brimmer Band 3, Spalte 3,369

Bīstimmer

Idiotikon

Bīstimmer Band 11, Spalte 426 Bīstimmer 11,426

Chümmelchlimmer

Idiotikon

Chümmelchlimmer Band 3, Spalte 647 Chümmelchlimmer 3,647

Êßzimmer

Adelung

ess·zimmer

Das Êßzimmer , des -s, plur. ut nom. sing. ein vornehmlich zum Speisen bestimmtes Zimmer; in der anständigern Sprechart ein Speisezimmer, vo…

flimmer

DWB

flimmer , m. fulgor coruscans, tremor, zitternder, beweglicher schimmer, glimmer: flimmer, eine taube, gehaltlose bergart; ich denke dein, w…

frauenzimmer

DWB

frau·n·zimmer

frauenzimmer , n. das uralte goth. timr, timbr, ahd. zimpar bedeutete holz, bauholz, den aufgeführten bau, die wohnung, das gemach. 1 1) fra…

gastzimmer

DWB

gast·zimmer

gastzimmer , n. jetzt gebräuchlich für das ältere gastkammer, in wohnhäusern wie gasthäusern; bei Adelung als vornehmer ausdruck für gaststu…

gewimmer

DWB

gewimmer , n. verbalsubstantiv zu wimmern s. d. 1 1) die ältesten belege für das substantiv erfordern zunächst eine abgrenzung gegen das ebe…

gezimmer

DWB

gezimmer , n. , verstärktes zimmer ( s. d. ; vgl. zimmern, gezimmert sp. 7158), früh bezeugt und kräftig entwickelt, in der neueren sprache …

glimmer

DWB

glim·mer

glimmer , m. , frühnhd. aus dem vb. glimmern gebildet. dän.-schwed. glimmer sind vom hd. unabhängige neubildungen, auszer in der technischen…

goldflimmer

DWB

gold·flimmer

goldflimmer , f. , ' kleine goldblättchen, waschgold ', dass. wie goldflitter, goldflitsch, vgl. Jacobsson technol. wb. 2, 128 . —

katzenglimmer

DWB

katzen·glimmer

katzenglimmer , m. ein name des glimmers, s. katzengold , katzensilber . in der Altmark kattenklimmer gleich katzengold 2, kirschharz ( Dann…

Kieszimmer

Adelung

kies·zimmer

Der Kieszimmer , des -s, plur. ut nom. sing. eben daselbst, derjenige, welcher eine Kieszeche allein bauet; bey andern Zechen ein Einspännig…

klimmer

DWB

klimmer , adj. gleich klimm, ist wie klammer neben klamm, klemmer neben klemm, auch md. zu vermuten, s. sp. 938; nd. auch in der formel 'kli…

krimmer

DWB

krim·mer

krimmer , m. 1 1) der habicht, z. b. im sächs. Erzgebirge ( Spiesz 48 ), älter schles. grimmer vultur Frommann 4, 170 , bei Nemnich wb. 210 …