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glimmer

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

glimmer m.

Bd. 8, Sp. 94
glimmer, m. , frühnhd. aus dem vb. glimmern gebildet.n.-schwed. glimmer sind vom hd. unabhängige neubildungen, auszer in der technischen bezeichnung der gesteinsart (s. u. 1 c), die entlehnt ist, vgl. Hellquist 191. 11) schwacher schimmer, glanz 1@aa) bei lichtquellen: zwei (fenster) davon, die allein in einem matten glimmer des mondes schillerten, deckten das gemach, in welchem der schlummernde atem Annas ging Stifter 2, 91; in der gruft beim schwachen glimmer einer lampe vom gewölb herunter, seh ich, wie ... Wieland 4, 128 Hempel; (ich lausche) einsam vor dem herd wo des brandes dunkler glimmer dämmrung streut durch kleine zimmer Voss s. ged. (1802), 6, 211; poetisch als bezeichnung des morgen- und abendsterns die glimmer bei Stieler stammbaum (1691) 671 vermerkt. 1@bb) bei glänzenden gegenständen: weil der alte matte herr (ein fürst) gern die spiele und die bürden, den glimmer und das gewicht der krone weggegeben (hätte) Jean Paul 5 (1827) 151 R.; häufig auf das wasser bezogen: fern drunten ... schimmerte in dunst und glimmer das Rheintal W. Jensen die pfeifer vom Dusenbach6 (1907) 16; gegenständlicher: da wollt es ihm bedünken, als wenn die silbernen wellen erstarrten zum funkelnden glimmer, in dem nun die schönen groszen schiffe zerflieszen E. T. A. Hoffmann s. w. 6, 177 Gr.; direct concret: das eisen legt sich wie eine schwarz glänzende haut und manchmal als ein dunkelroter glimmer an Veith bergwb. 95. bildlich vom äuszeren glanz und schein, meist mehr oder weniger pejorativ: inlasse nicht ins seelenzimmer den allerkleinsten ichheitglimmer Qu. Kuhlmann kuhlpsalter (1684) 1, 186; betteln geht die kunst, ist der witz nur glimmer und das wissen dunst Gotter gedichte (nachlasz) 317; mein ich sieht nur den glimmer, nur den schein, du (gott) siehst in mir ins herz der welt hinein H. Arent u. a. moderne dichtercharaktere (1885) 187. seltener ohne diesen unterton nur auf den glanz gehend: die vorrede ist bereits gedruckt und, wie ich glaube, gut gelungen. sie enthält etwas von meiner jugendgeschichte, ich lege da etwas glimmer in den kranz Bonstetten an Matthisson (1827) 179 Füszli; des glimmers gibt es in diesem buche weniger als im vorigen, wo gleichnisse die processe anfingen und endigten Jean Paul s. w. (1826 ff.) 6, xiv. einen geringeren glanz bezeichnend: doch so wie der sterne holder schimmer ganz erlöscht, so bald die sonn aufgeht, so erlöscht auch jener heiligen glimmer in des weltbeherrschers majestät Jung Stilling s. schr. 2, 408. von der vorstellung des schwachen, matten scheines her: einen glimmer von dem begriffe der menschenrechte bekommen Seume sämmtl. werke (1839) 5, 130, vgl. denselben gebrauch von schimmer. 1@cc) in specieller verwendung als bezeichnung eines glänzenden gesteins, mica, von dem mehrere abarten unterschieden werden wie der gemeine oder katzen-, schieferglimmer, gelb-, gold-, sand-, steinglimmer (katzengold), silber-, weiszglimmer (katzensilber), strahlglimmer u. a., vgl. Sanders wb. d. dt. spr. 3, 599c; s. auch bergm. wb. (1778) 232; C. F. Richter berg- und hüttenlex. (1805) 1, 431: splendor glimmer oder katzensilber G. Agricola Bermannus (1530) 134; amiantus, lapis nascens in Creta, sciscili alumini similis glimmer, katzensilber Faber thesaurus (1587) 45a; alles in selbiger refier noch im gebürg liegende eisenärzt und glimer nach bergwerks art gewinnen (v. j. 1663) bei Lori bair. bergrecht 473a; quarz, spieszglasz, spat, alaun, quecksilbererz und glimmer, zinn, kobalt v. König gedichte (1745) 250; bald hatte ich eine gewichtige sammlung glänzender und farbiger mineralien beisammen, glimmer, quarze Keller 1, 98; wie zürnend sturt dich an der schwarze gneis, spatkugeln kollern nieder, milchig weisz, und um den glimmer fahren silberblitze A. v. Droste-Hülshoff 1, 98 Schücking. als vielversprechendes, aber doch unergiebiges gestein wird der glimmer gering bewertet; vgl. 'glimmer ist eine taube gläntzende bergart so gar kein oder doch sehr wenig silber hält' Minerophilus (1730) 298: alle schlechte und gemeine glimmer, auch bestendige eisenglimmer, katzensilber, die seind gar arm an silber Ercker beschr. aller mineral. ertzt (1580) 4b; die ausbeutetaler machen sich ohnehin immer seltner, und die interessenten lassen ihnen an katzensilber oder glimmer gern genügen Musäus physiogn. reisen (1778) 3, 104; die feldspathflasern sind ihrer intention nach zwillingscrystalle ... aber durch die einwirkung des glimmers verflacht und einigermaszen verunstaltet Göthe IV 32, 247 W.; davon übertragen für etwas minderwertiges, das oft durch äuszeren glanz täuscht; gern im gegensatz zum gold: und euer (der armen) weinberg steht auf schutt, und euer gold ist glimmer Lingg ged. (1870) 16; wohl dem der stets ihr (der weisheit) gold von fremdem glimmer scheidet, auf seinem lebenspfad die schroffen kanten meidet Pfeffel poet. versuche (1816) 1, 109; und so hast du kalt und lauernd mit meinem herzen gespielt, betrügerischen glimmer für mein reines gold gezahlt Immermann 7, 136 Boxberger; sonst ... manche ... dichter täten besser, sich diesem nützlichen geschäft (alte dramatische werke zu bearbeiten) zu unterziehen, als die falschen glimmer aus eigenem unfruchtbarem schacht ans licht zu fördern! E. T. A. Hoffmann 4, 77 Gr.; aber einige tonangeber nahmen dieses gedankenquodlibet in hohen schutz, und der glimmer wurde für echtheit verkauft C. L. Costenoble tagebücher 2, 123. 22) schwacher brand, schwache glut: von meines herdes glimmer schwach erhellt schwebt dort ein weiblich bild Denis lieder Sineds (1772) 5. bildlich: die gaben ... bewogen mich, nur einen schwachen glimmer ihr zu verleihn von meiner liebe brand Gries Ariosts rasender Roland (1804) 4, 238; und sie verschwendet noch im schmerz der kräfte letzten glimmer, dasz nun das kind ihr treues herz verlassen soll auf immer Lenau sämtl. werke 108 Barthel. von dieser vorstellung der schwäche des brandes aus: kurz zeigte sich nur ein glimmer von begier ... ... worüber ein ekler salamander die nase rümpfen könnte, weg ist mein elixier! Wieland w. (1794) 4, 207 Göschen (in der ersten ausgabe ein schatten von begier), vgl. denselben gebrauch von funken, sowie oben 1 b Seume. mundartlich wie brand auch als 'rausch' gebraucht: he hett'n lütten glimmer er ist leicht angetrunken Mensing schlesw.-holst. 2, 392. 33) zusammensetzungen mit glimmer, m., sind nur in der bedeutung 1 c als gesteinsbezeichnung üblich, hauptsächlich in geologisch-technischer fachsprache; von ihnen folgt hierunter eine beschränkte auswahl. die vom vb. glimmern abgeleiteten bildungen wie glimmerfeuer, -käfer, -schein, -wurm, -wüste sieh an alphabet. stelle:
6670 Zeichen · 112 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Glimmer

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Der Glimmer , des -s, plur. von mehrern Arten und Quantitäten, ut nom. sing. ein taubes thonartiges Mineral, welches aus…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Glimmer

    Goethe-Wörterbuch

    Glimmer 1 das Mineral a als Bestandteil versch Gesteine, bes von Granit; meist im Hinblick auf seine blättrige Struktur …

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Glimmer

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Glimmer , Mineral zur Ordnung der Thonerde gehörig, in 2- und 1achsigen G. eingetheilt. Ersterer hat 2 Arten, den Kali o…

  4. modern
    Dialekt
    Glimmerm.

    Mecklenburgisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    Glimmer m. so gelegentlich die Zigarre genannt Wa KLuck .

  5. Spezial
    Glimmer

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Glim|mer m. (-s,-) 1 (Schimmer) lominus (-sc) m. 2 (Bergbau) mica f.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit glimmer

82 Bildungen · 76 Erstglied · 4 Zweitglied · 2 Ableitungen

Ableitung von glimmer

glimm + -er

glimmer leitet sich vom Lemma glimm ab mit Suffix -er.

Zerlegung von glimmer 2 Komponenten

glim+mer

glimmer setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

glimmer‑ als Erstglied (30 von 76)

glimmerader

DWB

glimme·rader

glimmerader : die glimmeradern seiner übereinander getürmten felsmassen funkelten in der sonne Hamerling s. w. 8, 87 Rabenlechner;

glimmeranflug

DWB

glimmer·anflug

-anflug : zuweilen ist zwischen den schichten ( des kalksandsteins ) ein feiner glimmeranflug Zappe mineral. handlexikon (1817) 2, 7 ;

glimmerarm

DWB

glimmer·arm

-arm , adj. : eine gewöhnlich glimmerarme granitabänderung, in welcher der quarz in kleinen prismatischen teilen zwischen den blättern des f…

Glimmerart

GWB

glimmer·art

Glimmerart zu Glimmer 1a [ Mineralienliste eines Schweizers ] Die wunderliche Terminologie habe ich .. an der Seite mit gewöhnlichen mineral…

glimmerartig

DWB

glimmer·artig

-artig , adj. : vielfach ist ( beim dachschiefer ) eine feine fältelung der ... feinen, durch das glimmerartige mineral erzeugten schichtung…

glimmerbeimischung

DWB

glimmer·beimischung

-beimischung : glimmerschiefer ... unterscheidet sich nur durch seine gröszere glimmerbeimischung ... vom gneis Mothes baulexikon 2, 480 ;

glimmerberg

DWB

glimmer·berg

-berg : was sind die naturalienkabinette der groszen herren gegen die prachtstücke gottes; neben diesen senkrechten schichten der urkalkfels…

glimmerbildung

DWB

glimmer·bildung

-bildung : die eigentümliche natur der quarz-, feldspat-, glimmer- und hornblendebildungen Hegel 7, 1, 417 . abstrakt: sie ( die erscheinung…

glimmerblank

DWB

glimmer·blank

-blank , adj. : und immer, immer näher sich die glimmerblanken riffe klemmen A. v. Droste-Hülshoff (1879) 2, 63 ;

glimmerblatt

DWB

glimmer·blatt

-blatt : dasz zwei säulen von glasscheiben ein licht unsichtbar machen, ein hinzugefügtes glimmerblatt aber wieder sichtbar? Schopenhauer 6,…

glimmerbrille

DWB

glimmer·brille

-brille : jedenfalls soll sich der arbeiter das gesicht durch eine ... glimmerbrille decken Muspratt chemie (1896) 5, 1318 ;

glimmerchen

DWB

glimm·erchen

glimmerchen , n. , vgl. auch glümmerchen. 1 1) fünklein. deminutivum zu glimmer 2. bildlich: der böse geyst wolte auch ein böses füncklein d…

glimmer(e)n

MNWB

glimm·eren

glimmer(e)n („vibrare” [ut gladius], hd. „ schymmern, gliccen ”).

glimmerfeuerchen

DWB

glimmer·feuerchen

glimmerfeuerchen , n. , zu glimmen 2: und das gesumm wird endlich zur posaune, das glimmerfeuerchen zum hellen brand D. v. Liliencron werke …

Glimmerflecken

GWB

glimmer·flecken

Glimmerflecken Einsprengsel von dunklem Glimmer [ Mineralienverzeichnis ] Vollkommener Gneis, mit viel silberweißem Glimmer und dunkelern G.…

glimmerfrei

DWB

glimmer·frei

-frei : für feinere töpferware nimmt man einen ... glimmerfreien ton Karmarsch-Heeren 9, 382 ;

Glimmerfüer

MeckWB

glimmer·fueer

Glimmerfüer n. glimmendes Feuer; bei solchem wurden die Pflaumen gebacken Ro HohenfD , s. 1, 563 bei Backplumm.

glimmergehalt

DWB

glimmer·gehalt

-gehalt : der ... ofenstein, welchen sein starker glimmergehalt zu einem ... feuerfesten baumaterial macht Zappe mineral. handlex. 1, 387 ;

glimmergeschmückt

DWB

glimmer·geschmueckt

-geschmückt : in dem audienzsaal ( des königs der gesteine ), der von glimmergeschmückten wänden ein blendendes gaslicht zurückwirft Göthe I…

glimmer als Zweitglied (4 von 4)

katzenglimmer

DWB

katzen·glimmer

katzenglimmer , m. ein name des glimmers, s. katzengold , katzensilber . in der Altmark kattenklimmer gleich katzengold 2, kirschharz ( Dann…

strahlglimmer

DWB

strahl·glimmer

strahlglimmer , m. , mica striata Nemnich wb. 578 ; Zappe min. wb. (1817) 1, 383 ( Jean Paul 20/23, 203 H. ). —

Ableitungen von glimmer (2 von 2)

glimmere

BMZ

glimmere swv. glühe, leuchte. aber wil ons glimmeren der lichten sonnen glesten H. zeitschr. 5,420.

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „glimmer". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 14. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/glimmer/dwb?formid=G19528
MLA
Cotta, Marcel. „glimmer". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/glimmer/dwb?formid=G19528. Abgerufen 14. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „glimmer". lautwandel.de. Zugegriffen 14. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/glimmer/dwb?formid=G19528.
BibTeX
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  author       = {Cotta, Marcel},
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