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ie

got. bis Dial. · 18 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

MWB
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Eintrag · Mittelhochdeutsches Wb. (MWB)

ie Adv.

Bd. MWB 2 1840, Sp. 34
ie Adv. auch io und î ; ie unde ie kontrahiert auch ientie ( Spec ) und int ( Hawich 4894 ). 1 temporal (für eine detaillierte, syntaktische Analyse vgl. Wiktorowicz, Temporaladv., S. 36ff.)
1.1 Wiederkehr oder Zeitdauer eines Sachverhalts/  einer Handlung ausdrückend (sowohl im Haupt- als auch Nebensatz möglich; iterativ und durativ nicht immer unterscheidbar) ‘(schon) immer, stets, allzeit’
1.1.1 mit Präd. in Vergangenheitsform (es kann sich dabei um einen bereits abgeschlossenen oder noch andauernden Vorgang handeln)
1.1.2 mit Präd. im Präs. (der andauernde Vorgang kann sich dabei auch in die Zukunft erstrecken)
1.1.3 subst.
1.2 einen unbestimmten Zeitpunkt kennzeichnend (i. d. R. in Frage- und Nebensätzen) ‘je, jemals, irgendwann (einmal)’
1.2.1 meist mit Präd. in Vergangenheitsform (es kann sich dabei um einen bereits abgeschlossenen oder noch andauernden Vorgang handeln)
1.2.2 mit Präd. im Präs. (überw. mit Konjunktiv; Hypothetisches und/  oder Zukünftiges ausdrückend)
1.3 in der Wendung ie zuo ‘immerfort, immerzu’
1.4 im abh. Nebensatz auch neg. ‘nie, niemals’ (i. d. R. nach ich wæne im übergeordneten Satz)
2 distributiv ‘auf jede Person/  Sache fallend, je, jeweils’
3 mit Komparativ
3.1 eine beständig zunehmende Steigerung bezeichnend ‘immer’
3.2 konjunktional (sô) ie ... (sô) ie ‘je ... desto’
4 modal ‘immer noch, überhaupt, durchaus’ (nicht immer eindeutig von 1 zu trennen)
   1 temporal (für eine detaillierte, syntaktische Analyse vgl. Wiktorowicz, Temporaladv., S. 36ff.)    1.1 Wiederkehr oder Zeitdauer eines Sachverhalts/  einer Handlung ausdrückend (sowohl im Haupt- als auch Nebensatz möglich; iterativ und durativ nicht immer unterscheidbar) ‘(schon) immer, stets, allzeit’    1.1.1 mit Präd. in Vergangenheitsform (es kann sich dabei um einen bereits abgeschlossenen oder noch andauernden Vorgang handeln): ich was dir î gehorsam VMos 74,24; got tet in ie sigehaft Rol 9049; ich was ie zu allemo ubele gare SüklU 47; Iw 1951; Parz 89,23. – verstärkend ie unde ie: want si an einen got ie unt ie geloubiten PrHoff 104,2. – in Verbindung mit iemer (mêre), das in Bezug auf Gegenwärtiges/  Zukünftiges gebraucht wird (zweites Präd. im Präs.): div aller hereste maget, div îe wart oder inmer wirt Spec 95,27; daz die drî gnendi ein warir got ist, der dir îe was an angenge vnde iemer ist ân ende ebd. 1,5 u. ö.; geloube daz er wârre Krist / ie was und immer ist Wig 4661. 8192; Iw 7544; hætest dû alle die sünde getân, die von Adâmes zîten ie geschâhen und iemermê geschehent Eckh 5: 245,8    1.1.2 mit Präd. im Präs. (der andauernde Vorgang kann sich dabei auch in die Zukunft erstrecken): dér da îe uuêidenet unter dén lilion Will 100,2; min leit wirt vernvwet / ie von tage zv tage Herb 14093; ich alte ie von tage ze tage / und bin doch hiure nihtes wîser danne vert [im letzten Jahr] MF: Reinm 8: 2,1; Tannh 1,10; Iw 5275; Konr 11,14. – verstärkend ie unde ie: so schaffe du dine spe [sende Kundschafter aus] , / swaz ie unt ie gesche, / die dich warnen Rol 2468; der wachet wol, des andaht ientie hin ze gote gerihtet ist Spec 127,18 u. ö.; PrLpz (L) 82,19; Tund 523    1.1.3 subst.: an anegeng und an letze bistu, got, ewic lebende. / [...] / din ie, din immer ist gar ungepfehtet JTit 1,3    1.2 einen unbestimmten Zeitpunkt kennzeichnend (i. d. R. in Frage- und Nebensätzen) ‘je, jemals, irgendwann (einmal)’    1.2.1 meist mit Präd. in Vergangenheitsform (es kann sich dabei um einen bereits abgeschlossenen oder noch andauernden Vorgang handeln): er uuas schonero den imen io uurde ÄPhys 2,16; weren alle tugende in ein, / die die svnne ie beschein / oder die mensche ie gewan Herb 110; hete ich nâch gote ie halp sô vil gerungen, / er naeme mich zuo zim MF: Mor 17: 3,7; ouwê daz ich ie wart geborn! Iw 1469; SM:WvK 5: 4,7; Rol 3244. – mit Indef.-Pron.: ob ie kein frouwe mêr gewan / sô werden friunt Parz 103,12; dâ hûb sich ein sturm vil grôz. / [...], / daz alle die mahte wundern, / die ie dechainen sturm gesâhen VAlex 869; dâ ie kein marschant / erzôch sô tugentlîchez kint! Tr 3130; Roth 3693; Lanc 14,18    1.2.2 mit Präd. im Präs. (überw. mit Konjunktiv; Hypothetisches und/  oder Zukünftiges ausdrückend): der von Adame / zo der werlde ie bequeme Roth 2708; e sie in ie gesehe Herb 591; daz er ie durch sîn laster ûz chôme VAlex 1158; Iw 7551; Parz 8,7; er [der Tod] chumit ie nohwennon MemMori 90    1.3 in der Wendung ie zuo ‘immerfort, immerzu’ wat mugen wir nu sprechen van den armen, der bladere izuͦ durre sint? Lilie 8,22; div erbarmide vnseres herrin. hat vns iezo vol lange firtragin PrWack 6,3; diu senede gât ie zuo ziu dar Tr 14446. – hierher (vgl. Gl. z. St.)? so daz nieman ie zu vunden / wart der iz hir wolde kunden HeslApk 569    1.4 im abh. Nebensatz auch neg. ‘nie, niemals’ (i. d. R. nach ich wæne im übergeordneten Satz): ich wænez ie wart, / sit daz Adam erstarp, / daz also manech wip unde man / wider got haben getan / an ir selbes libe Wahrh 171; ich wæn ie wîp würde baz mit liebem manne / danne ir was KLD: UvL 40: 6,5; ich wæne ouch ie sô guoter kam / inz lant ze Curnewâle Tr 6592; SAlex 5178; Litan 1051. ei wie sicher ich es bin, / der truhsæze daz er in / ie getorste bestân! Tr 9351    2 distributiv ‘auf jede Person/  Sache fallend, je, jeweils’ er hiez des unreinen drîn / ie zwei und zwei setzen Aneg 1858; er teile sin guot / durch die michelen not / ie deme unde deme Hochz 642; daz man ie uz 1 malter koͤrnes mit dem sumerin uf den kauf backen sol 48 wastel [feines Brot oder Kuchen] WüP 89,5; Parz 23,19; Tr 5982; KvWEngelh 3101. daz ich ir gediente ie tac [Tag für Tag] , / des wil sie mir gelouben niht MF: Reinm 24: 3,1    3 mit Komparativ    3.1 eine beständig zunehmende Steigerung bezeichnend ‘immer’ do begonden sie sich nahen / ie baz vnd baz Herb 2525; si wart ie verrere von der gotes chrefte her danne getriben Konr 9,11; Tr 103; Rol 7758    3.2 konjunktional (sô) ie ... (sô) ie ‘je ... desto’ so wir îe mêre sunden, so wir îe harter uon gote genidert birn Spec 131,23; diu wazzersucht ist also getan, so er ie mer trinchet, so in ie mer duͤrstet PrOberalt 164,22; j elder der kese ist. j boser. j iungir i bezzer SalArz 18,38; KLD:UvL 12: 1,2; Tr 113. als der wein iee roter und diker ist, so er iee mer pluetes machet HvHürnh 52,4    4 modal ‘immer noch, überhaupt, durchaus’ (nicht immer eindeutig von 1 zu trennen): dâ hûb sich ein sturm vil grôz, / ein tûsint beleib ime dâ tôt, / von chriechiscen chunne, / ê Alexander den furt ie gewunne VAlex 1224; mit dir hân ich überwunden / trûren, daz mir tet ie wê KLD: UvL 32: 2,4; wir mvzzen vns ie scheiden Herb 2237; Iw 7267

MWB 2 1840,34; Bearbeiter: Luxner

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 4.–6. Jh.
    Gotisch
    ieAbkürzung

    Köbler Got. Wörterbuch

    ie , Abkürzung nhd. 15 ne. 15 Q.: Kal (fünfzehnter Nov.) (4. Jh.); B.: ie Kal 2,16 A

  2. 9.–12. Jh.
    Altsächsisch
    ieAdv.

    Köbler Anfrk. Wörterbuch

    ie , Adv. Vw.: s. io

  3. 8.–11. Jh.
    Althochdeutsch
    ie(-)

    Althochdeutsches Wörterbuch

    ie ( - ) s. io(-).

  4. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    IE

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +7 Parallelbelege

    IE part. je. goth. aiv , vgl. êwe; ahd. êo , io Graff 1,513. Gr. 3,51. 1. zu jeder zeit. die partikel steht nicht bei de…

  5. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    ieAdv.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +8 Parallelbelege

    ie , Adv. nhd. zu irgendeiner Zeit, jemals, je, zu aller Zeit, immer Hw.: s. io (1), vgl. mhd. ie (1), mnl. je E.: s. as…

  6. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Ie

    Adelung (1793–1801) · +5 Parallelbelege

    Ie , das Zeichen des langen i, S. Adelung I .

  7. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    i.e

    Goethe-Wörterbuch

    i.e. s is, ea, id Robert Charlier R.C.

  8. modern
    Dialekt
    ie

    Schweizerisches Idiotikon · +2 Parallelbelege

    ie Band 1, Spalte 20 ie 1,20

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit ie

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Keine Komposita gefunden — ie kommt in keinem anderen Lemma als Erst- oder Zweitglied vor.