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Geruch

mhd. bis spez. · 16 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Wander
Anchors
19 in 16 Wb.
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Eintrag · Wander (Sprichwörter)

Geruch

Bd. 1, Sp. 1577
Geruch 1. Am geruch erkennt man die blumen. – Lehmann, 917, 16. 2. Am Geruch erkennt man Kräuter, am Geschwätze Bärenhäuter. 3. Für den Geruch zahlt man den Wirth mit Klingen – der Münze. Wie Eiselein (228) bemerkt, nach einer Anekdote bei Pauli und Auerbacher. Ein Gast, der nichts als den Geruch der Speisen erhalten hat, bezahlt dem Wirthe die Rechnung damit, dass er mit dem Gelde vor dessen Ohren klingt. 4. Im Geruch der Heiligkeit stehen. Gräter's Hermode und Idunna (1814-15) enthält über den wahrscheinlichen Ursprung dieser Redensart Folgendes: »Als im Jahre 18.. in Schwaben die Klöster aufgehoben und verkauft wurden, fand der Käufer des Klosters M. in dem Archiv desselben die Acten von der Heiligsprechung einer Aebtissin dieses Klosters, worin als eines vorzüglichen Beweggrundes dazu angeführt wurde, dass diese fromme Frau sich in dreissig Jahren nicht gewaschen habe.« Im Gesellschafter von Gubitz (1839) gibt jemand »als naheliegende Quelle« dieser Redensart die gegen Ende des 16. Jahrhunderts in Frankreich allgemein verbreitete Sitte an, mit parfümirten Rosenkränzen die Kirche zu besuchen. Der Allgemeine Anzeiger der Deutschen (Gotha 1840, Nr. 247) hält diese Erklärungen für unstatthaft und gibt dafür folgende: »In den deutschen Mundarten wechseln die Laute f und ch miteinander ab. Man hört z.B. bald Schlucht, bald Schluft (Kluft); und Klafter ist gleichbedeutend mit Lachter. Auf gleiche Weise aber ist Geruch (in der obigen Redensart) ebenso viel als Geruf, Ruf, Gerücht, was wol die natürlichste Erklärung scheint.« Was den Geruch selbst betrifft, so meint H. Heine (Reisebilder, Hamburg 1834, IV, 86), es sei »hinreichend, wenn man hienieden nur nicht übel rieche«. 5. In einem guten (schlechten) Geruche stehen. 6. Jemandes Geruch stinkend machen. 7. Der geruch die kreutlein meldt im garten, ein schalck erkennt man bey sein worten. Lat.: Nequam per verba, per odorem noscitur herba. (Loci comm., 12.) 8. Vom Geruch eines fremden Bratens ist noch keiner satt geworden. (Ital.)
2017 Zeichen · 38 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    geruchstm.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +3 Parallelbelege

    ge-ruch stm. geruch Elis. 1076. 9426. Hpt. 2, 152 ; bildl. ruf, der von eelichem stamme, êrbern wesen und gutem geruche …

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Gerúch

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Der Gerúch , des -es, plur. die Gerǘche, von dem Zeitworte riechen. 1. Subjective, das sinnliche Vermögen zu riechen, un…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Geruch

    Goethe-Wörterbuch

    Geruch 1 als Wahrnehmungsfähigkeit, Vermögen a Geruchssinn daß dergleichen [ gefüllte ] Blumen sowohl für’s Auge an Schö…

  4. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Geruch

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Geruch (olfactus) . Der Sitz des G.sinns ist die Schleimhaut der Nase, in welcher sich der im Gehirn entspringende Riech…

  5. modern
    Dialekt
    Geruchm.

    Mecklenburgisches Wb. · +4 Parallelbelege

    Geruch Ruch m. Geruch; beim Betreten des Kruges sagt man: ick will ierst eenen nähmen, dat wi eenschen Geruch krigen Ha …

  6. Sprichwörter
    Geruch

    Wander (Sprichwörter)

    Geruch 1. Am geruch erkennt man die blumen. – Lehmann, 917, 16. 2. Am Geruch erkennt man Kräuter, am Geschwätze Bärenhäu…

  7. Spezial
    Geruch

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Ge|ruch m. (-[e]s, Gerüche) 1 (mit dem Geruchsorgan wahrnehmbare Ausdünstung) tof (tofs) m. 2 (Duft) parföm (-s) m. , od…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit geruch

41 Bildungen · 36 Erstglied · 5 Zweitglied · 0 Ableitungen

Ableitung von geruch

ge- + ruch

geruch leitet sich vom Lemma ruch ab mit Präfix ge-.

Zerlegung von geruch 2 Komponenten

ger+uch

geruch setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

geruch‑ als Erstglied (30 von 36)

geruchartig

DWB

geruch·artig

geruchartig , adj. auf dem geruchssinn beruhend, von ihm herstammend: bei manchen ( thier- )gattungen gehen die stirnhöhlen weit herauf, um …

gerûchet

Lexer

ge-rûchet part. s. riuhen.

gerucheze

KöblerMhd

gerucheze , st. F. nhd. Gerücht ÜG.: lat. fama Gl Q.: Gl (15. Jh.?) E.: s. gerucht W.: DW- L.: LexerHW 1, 888 (geruchze)

geruchfläschchen

DWB

geruch·flaeschchen

geruchfläschchen , n. wie riechfläschchen, schraubenfläschchen von gold, silber, krystall, porzellan oder geschliffenem glase mit spirituöse…

geruchküszlein

DWB

geruchküszlein , n. kleines kissen mit wolgeruch erfüllt. ebenda.

geruchlebig

DWB

geruch·lebig

geruchlebig , adj. vom geruch lebend: geruchlebige leilachoren, geile Satyri und geiszmänlin. Garg. 18 a (19 Sch. ).

geruchlos

DWB

geruch·los

geruchlos , adj. 1 1) inodorus dict. Genf 1695 138 a : geruchlose dinge. Ludwig 748 ; geruchlose blüte. Klopstock bei Campe; die samen ( der…

geruchquaste

DWB

geruch·quaste

geruchquaste , f. kleines büschel von wolriechenden kräutern: der kleine spahn, den der kleine bruder zugeschnitzt und den er der schwester …

geruchseife

DWB

geruch·seife

geruchseife , f. wolriechende seife: vilerlai wolschmeckende ( wolriechende ) wasser, desgleichen ambron, bisamknöpf, geruchsaifen. Fischart…

Geruchsinn

GWB

geruch·sinn

Geruchsinn N13,229,17 Ausz aus d’Alton,SkelNagetiere Syn Geruch Caroline Vollmann C. V.

geruchsmangel

DWB

geruch·s·mangel

geruchsmangel , m. mangel an geruchsvermögen Falke thierarzneikunde 1, 334 b ; geruchmangel, geruchlosigkeit Campe.

Gerúchsnêrve

Adelung

geruch·s·nerve

Der Gerúchsnêrve , des -n, plur. die -n, Nerven, welche aus dem Gehirne durch die Löcher des siebförmigen Beines gehen und sich in den Häute…

Geruchsorgan

GWB

geruch·s·organ

Geruchsorgan Ossa nasi .. Ossa frontis .. erzeugen [ wir ] den oberen Rand der Augenhöhlen, die Räume für die G-e N8,26,17 VglAnatomie VI Ca…

geruchstheilchen

DWB

geruch·s·theilchen

geruchstheilchen , n. theilchen des ausströmenden duftes: nichts ist mehr zu bewundern, als die ganz unglaubliche feinheit der geruchstheilc…

geruchswerkzeug

DWB

geruch·s·werkzeug

geruchswerkzeug , n. , gewöhnlich im plur. geruchswerkzeuge, die organe des körpers, welche zur empfindung des geruchs notwendig sind Campe.

geruch als Zweitglied (5 von 5)

Wohlgeruch

RDWB1

Wohlgeruch m (Lakune) (приятный) аромат

Gttergeruch

Adelung

Der G—ttergeruch , des -es, plur. inus. eben daselbst, eine Pflanze, welche in dem südlichen Afrika angetroffen wird, und einen überaus ange…

wohlgeruch

DWB

wohl·geruch

wohlgeruch , m. , angenehmer geruch, duft: meinen sie, ich sey so verstopfter nase, dasz ich stank und wohlgeruch nicht von einander scheide…

Wollgeruch

MeckWBN

woll·geruch

Wossidia Wollgeruch m. halbhd. Wohlgeruch Müll. Reut. 167 a . Vgl. Rök, Geruch.