Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
geruchlos
geruchlos
Geruch m. ‘Duft, Ausdünstung, Geruchssinn’, mhd. geruch ist eine verstärkende Bildung zu mhd. ruch ‘Geruch, Dampf, Dunst, Rauch’, dem Verbalabstraktum zu dem unter riechen (s. d.) aufgeführten Verb, ahd. smac, gismac, mhd. smac, gesmac (s. Geschmack) im Sinne von ‘Geruch’ verdrängend. Da das aus dem Nd. stammende Gerücht n. (s. d.) nach Eindringen in die nhd. Literatursprache im Obd. vielfach sein auslautendes -t verliert, wird es volksetymologisch an Geruch m. angeschlossen und als zu riechen gehörig empfunden, so daß Geruch m. ‘Duft, Geruchssinn’ auch die Bedeutung ‘Ruf, guter Name, Ruhm’ annimmt; vgl. in den Geruch kommen (16. Jh.), im Geruch stehen (18. Jh.). – geruchlos Adj. ‘ohne Duft, ohne Geruchsempfindung’ (17. Jh.).