Lieblichkeit vereinzelt Pl 1
zu lieblich 1 a
Liebenswürdigkeit, jds einnehmende Art, Erscheinung, (lautere) Ausstrahlung; seelisch-geistig auch in Kennzeichnung eines (naiv-)gefälligen Wesens od der liebevollen Zuwendung uä Brutus .. Schau die unerschütterliche Gestalt! Diesen ausgebildeten Mann, und diesen zusammen geknoteten Drang. Sieh das ewige Bleiben und Ruhen auf sich selbst. Welche Gewalt und welche L.! Nur der mächtigste und reinste Geist hat diese Bildung ausgewürkt GWB37,356,1 PhysiognFragm Die Frau Erbgroßherzogin, in Ihrer L. verlangend daß ich den jungen Mann [
einen Griechen] nach Göttingen .. empfehlen möchte GWBB38,117,5 Blumenbach 23.4.24 Ein sanftes liebenswürdiges Weib .. hielt .. ein Wochenkind, das sie .. mit unbeschreiblicher L. betrachtete GWB24,5,27 Wj I 1 GWB27,352,7 DuW 10
uö b
zu lieblich 1c: mBez auf physiognomische u körperliche Vorzüge, auch iSv Schönheit; mehrfach hinsichtl der erotisierenden Wirkung (in Berührung mit 1d) Die tiefe Sanftmuth seines [
Lavaters] Blicks, die bestimmte L. seiner Lippen .. gab allen, zu denen er sprach, die angenehmste Sinnesberuhigung GWB28,265,8 DuW 14 [
Gfin Capulet über Paris:] Lies in dem Buche seines Angesichts, | In das der Schönheit Finger Wonne schrieb; | Betrachte seiner Züge L., | Wie jeglicher dem andern Zierde leiht GWB9,179 RomJul 161 Bei der Arbeit war sie eingeschlafen .. | Auf den Lippen war die stille Treue, | Auf den Wangen L. zu Hause GWB2,101 Der Besuch 18
uö c
zu lieblich 1d; im vergl Zshg in der Figura etymologica O Mariane! mir .. ist es wie einem Bräutigam, der .. während der heiligen Ceremonien .. sich gedankenvoll lüstern vor die geheimnißreichen Vorhänge versetzt, woher ihm die L. der Liebe entgegen säuselt GWB21,96,19 Lj I 16~51,84,10 ThS I 22 2
zu lieblich 2: als (sinnlich) wohltuende Empfindung, Wahrnehmung a
(zarter, süßer) Duft, Wohlgeruch daß dergleichen [
gefüllte] Blumen .. für den Geruch an Stärke und L. zunehmen GWBN6,174,18 MetamPfl Nachtr b
für den sanften Wohlklang einer (Frauen-)Stimme GWB47,271,13 FrauenrollenRömTheat c
zu lieblich 2d und e: für den Zauber, die Herrlichkeit od reizvolle Gestaltung einer Landschaft sowie die Freundlichkeit, Milde der Witterung uä; einmal Pl bei Paronomasie u vereinzelt im bildhaften Zshg die merckwürdigsten Gegenden ganz rein in dem himmlischen Lichte genossen .. durch die Bernischen Glätscher .. Keine Beschreibung noch Erinnerung reicht an die Schönheit und Grösse der Gegenstände, und ihre L. in solchen Lichtern Tageszeiten und Standpunckten GWBB4,79,15 ChStein 14.10.79 Hier [
im Wörlitzer Park] ists iezt unendlich schön .. die Seen Canäle und Wäldgen .. Das Buschwerck ist in seiner schönsten Jugend, und das ganze hat die reinste L. GWBB3,223,12 ChStein [14.5.78] er möge .. uns .. in freundlicher Watteauischer Versammlung, von L-en der Natur, von Niedlichkeiten der Empfindung vorsingen GWB37,216,26 FGA Jägerin GWB33,145,21 Camp GWB13
1,35 Vorsp EröffnWeimTheat 281
uö Pl summarisch für diverse Lustbarkeiten, insbesondere mBez auf den Aufenthalt in freier Natur, wohl zugleich iSv ergötzliche Erlebnisse1) [
Inhaltswiedergabe bei Angabe von Buch u Vers] Genügsamkeit II 37—60. L-en II 14—36 GWB42
2,452,2 EntwVorr Knebel,Lukrez-Übs d
zum Ausdruck einer beglückenden Empfindung Solang ich im Druck lebte .. war ich elend, genagt .. verstümmelt .. Jetzt [
nach der Harzreise] ists kurios besonders die Tage her in der freywilligen Entäuserung was da für L. für Glück drinne steckt GWBB3,195,24 ChStein 9.12.[77] 3
zu lieblich 3; fast nur mBez auf literarische, poetische u künstlerische Hervorbringungen u Verfahren, vereinzelt stärker mBez auf das dichterische od künstlerische Naturell sowie hinsichtl des Effekts; auch in einschränkender (auf den Mangel an Kraft u Substanz hinweisender) Beurteilung Dein Aufsatz [
‘Homer, ein Günstling der Zeit’] .. ist dir fürtrefflich gerathen. Es .. ist ohne Strenge genau und mit L. befriedigend GWBB10,290,13 Herder [21.8.95] Die Figuren [
in Stefan Lochners Kölner Dombild] .. beziehen sich auf die Mitte, symmetrisch, aber mit viel Mannichfaltigkeit bedeutender Contraste .. Die herkömmlich byzantinische Maxime herrscht noch vollkommen, doch mit L. und Freiheit beobachtet GWB34
1,179,3 KuARheinMain Die Compositionen Eycks sind .. von der größten Wahrheit und L., ob sie gleich die strengen Kunstforderungen nicht befriedigen GWB34
1,182,26 ebd sie [
zwei Gedichte Hölderlins] haben weder die Fülle, noch die Stärke, noch die Tiefe Ihrer Arbeiten. Indessen recommandirt diese Gedichte .. eine gewisse L., Innigkeit und Mäßigkeit GWBB12,177,14 Schiller 1.7.97 GWB47,41,4 PropylAnz
uö als Anmutungsqualität einer bestimmten Farbe eine Farbe .. welche alle andern an Pracht und zugleich an L. übertrifft .. ist der Purpur, der so viele Nüancen haben kann, als es Übergänge vom Gelbrothen zum Blaurothen gibt GWBN5
1,139,21 ElementeFl 22
Syn zu 1 u 2
GWB
Liebreiz zu 1
GWB
Anmut GWB
Artigkeit GWB
Delikatesse GWB
Liebenswürdigkeit GWB
Niedlichkeit GWB
Reiz GWB
Schönheit GWB
Zartheit GWB
Zierlichkeit zu 1a
GWB
Annehmlichkeit GWB
Feinheit GWB
Freundlichkeit GWB
Gefälligkeit GWB
Heiterkeit GWB
Herzlichkeit zu 1b
GWB
Bezauberung GWB
Grazie GWB
Leichtigkeit zu 2a
GWB
Duft GWB
Wohlgeruch zu 2c
GWB
Ergötzlichkeit GWB
Gefälligkeit GWB
Heiterkeit GWB
Herrlichkeit GWB
Schönheit zu 3
GWB
Anmut GWB
Delikatesse GWB
Feinheit GWB
Grazie GWB
Heiterkeit GWB
Leichtigkeit GWB
Liebenswürdigkeit GWB
Reiz GWB
Schönheit GWB
Zartheit GWB
Zierlichkeit 1) DWb6,972 führt für den Pl auch die Bed “liebliche erlebnisse, erfahrungen, begebenheiten oder ähnl.” an; Knebel selbst spricht einmal (v 22) von “Ergötzlichkeiten” (für “deliciae”); vgl Knebel, T. Lucretius Carus. Von der Natur der Dinge, 1821 Horst FleigH.
F.