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Grazie

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Eintrag · Goethe-Wörterbuch

Grazie

Bd. 4, Sp. 452
Grazie84 Belege, zu etwa gleichen Teilen in A u B; Gebrauchsschwerpunkte im ästhet Bereich (als Abstraktbegriff damit enger gefaßt als ‘Anmut’, sd) sowie, an antike Vorstellungen anknüpfend, in zeitüblicher bildhaft-mythologisierender Anwendung  A Anmut, Wohlgefälligkeit, beschwingte, heitere Schönheit   1 (vorwiegend) sinnl-konkr: Leichtigkeit, Freiheit, Zierlichkeit in Bewegung, Gebaren, Verhaltensweise; auch (typisierend) von Standespersonen  Jeder Theil des Körpers stehe .. ganz in seiner [des Schauspielers] Gewalt, so daß er jedes Glied .. frei, harmonisch und mit G. gebrauchen könne Schaubühne 36,54 Regeln fSchausp [G/Wolff]  hat er [PhChKayser] eine Herzensgüte .. wodurch sein übrigens strenger Charakter, und sein Umgang eine eigene G. gewinnt GWB32,140,19 ItR  Eine gewisse feierliche G. bei gewöhnlichen Dingen, eine Art von leichtsinniger Zierlichkeit bei ernsthaften und wichtigen kleidet ihn [den Edelmann] wohl GWB22,150,1 Lj V 3 Gespr Eckerm 1.4.27 GWB51,165,4 ThS II 7 als persönl Wesensausdruck (in Entsprechung zu innerer Schönheit, Sittlichkeit)  Laß, o Genius unsers Vaterlands, bald einen Jüngling aufblühen .... laß ihn .. ein Mädchen entdecken, deren Seele ganz Güte, zugleich mit einer Gestalt ganz Anmuth, sich .. glücklich entfaltet hat .. zu der Dichter und Weise willig in die Schule gingen, mit Entzücken schauten eingeborne Tugend, mitgebornen Wohlstand und G. GWB37,224,18 FGA PolnJude abstrahierend auf Lebens-, Daseinsweise bezogen  [unter dem Eindruck der Baukunst Palladios] Revolution .. die in jedem Künstler entstand .. die Seele quoll auf .. ein Gefühl von freyerem Leben, höherer Existenz Leichtigkeit und G. GWBT1,251,11 v 30.9.86   2 als ästhet Begriff: das Reizvolle, Anmutige, Gefällige, die heitere, gewandte Leichtigkeit als eine Erscheinungsform des Schönen   a mBez auf Gegenstand, Ausführung, künstlerische Gesamtwirkung; ‘lüsterne G.’ für frivole Motive, freizügige Darstellung  [Darstellung der Mutter Gottes] Es ist ein Gegenstand, vor dem einem die Sinne so schön stillstehn, der eine gewisse innerliche G. der Dichtung hat GWBT1,282,24 v 8.10.86  die Kunst dieses galanten Mahlers [Watteau] lüsterner G. und muthwilliger Schäferspiele GWB491,36,11 Neudt relig-patriotKunst [Meyer/G]  [üb dramat geistl Volkslied] Wir geben hier das Lied selbst im Original, das durch eine Übersetzung alle G. verlieren würde GWB32,354,4 Üb Ital Volksgesang  sind seine [PJdeBérangers] Lieder so voll reifer Bildung, so voll G., so voll Geist und feinster Ironie .. daß er .. die Bewunderung .. des ganzen gebildeten Europa’s ist Gespr Eckerm 3.5.27 GWBB23,38,17 August 30.6.12 K GWB27,155,23 DuW 8 abstr, in allg Kunstbetrachtung  sie [Homer, die Griechen] schilderten das Fürchterliche, wir schildern fürchterlich .. Daher kommt alles Übertriebene, alles Manierirte, alle falsche G., aller Schwulst GWB31,239,11 ItR  [mBez auf dt Bardendichtung] G. und das hohe Pathos sind heterogen; und niemand wird sie vereinigen dass sie ein würdig Süjet einer edlen Kunst werden, da nicht einmal das hohe Pathos ein Süjet für die Mahlerey dem Probierstein der G. GWBB1,199,2u7 FOeser 13.2.69 ‘ mit G.’, bezogen auf rhetor u musikal Vortragsweise Tasso 128 GWB1,112 Frühlingsorakel nach Vs 40   b bezogen auf Wesensart, charakterist Ausdrucksweise eines Künstlers, schöpferischen Menschen, öfter in Kombination od Reihung mit anderen Merkmalen  Bemerckung .. daß Tintoretten kleinere Figuren beßer geriethen als große. daß er da ganz der G. und Leichtigkeit seiner Natur sich überlaßen konnte GWBT1,262,9 v 4.10.86  Je mehr man den Palladio studirt, je unbegreiflicher wird einem das Genie, die Meisterschaft, der Reichthum, die Versatilität und G. dieses Mannes GWBB10,361,1 Meyer 30.12.95/3.1.96  Besonders erfreut mich die Delikatesse und G. womit der Componist [in der ital Opera buffa] gleichsam als ein himmlisches Wesen über der irrdischen Natur des Dichters schwebt GWBB6,318,1 Kayser 28.6.84  [Aufzählung genialer Eigenschaften] Tiefe, Genie .. Anmuth, G., Gefälligkeit, Leichtigkeit, Lebhaftigkeit, Feinheit .. Eleganz, Vollendung GWB45,216,11 Ram NeffeAnm Voltaire GWBB4,190,11 Lavater 6.3.80   c übertr auf Kognitiv-Geistiges  Eine nachgesprochne Wahrheit verliert schon ihre G., aber ein nachgesprochner Irrthum ist ganz ekelhaft GWB422,222,14 MuR(880)~GWBN4,105,20 FlH VI   3 das Menschlich-Sittliche einbeziehend: (Gefühl, Sinn für) Anstand, Würde, Sittlichkeit; einmal in Berührung mit Bed 1  Diesen Trieb [zur Überschreitung des Schicklichen] befriedigte Wieland, indem er .. die eben so verwegnen als geistreichen Scherze durch eigne angeborne G. gemildert überzutragen wußte GWB36,328,8 Zu brüderlAndenkWielands 1813  Guercin ist ein innerlich braver, männlich gesunder Mahler ohne Rohheit. Vielmehr haben seine Sachen eine zarte moralische G. GWB30,159,10 ItR~GWBT1,302,1 v 17.10.86 Humanität.  Seele legt sie auch in den Genuß, noch Geist in’s Bedürfniß, | G. selbst in die Kraft, noch in die Hoheit ein Herz GWB51,279 Xen 67(300) Gespr(He32,86) Elsholtz 1826 Gespr Eckerm 28.3.27   B antik-mythol: Göttin der Anmut, des heiter-festlichen, geselligen Lebens; fast ausschließl im Pl   1 jugendl-anmutiges (auch bildl dargestelltes) weibl Wesen, im Gefolge der Venus u in Gesellschaft der Musen, einmal an der Seite der Xenien  [Hera, mit Aphrodites Gürtel versehen] verspricht ihm [Hypnos, für die Einschläferung des Zeus] .. Pasithea zur Gattin, die jüngste der G-n [Homer: Χαρίτων; Voß: Chariten] GWB411,298,3 Ilias Ausz 14  Ewig! Dora, lispeltest du; mir schallt es im Ohre | Mit dem Donner des Zeus! Stand sie doch neben dem Thron, | Seine Tochter, die Göttin der Liebe; die G-n standen | Ihr zur Seiten! GWB1,269 Alexis u Dora 111  [an dt Dichter] Auf! kehret zum Pindus, | Fraget dorten die Neune [die Musen], der G-n nächste Verwandte! GWB2,264 PhysiognReisen 11  [mBez auf Plotins ‘Enneaden’, Gleichnis von den zwei Steinmassen] Wäre es eine göttliche [Statue], so möchte sie eine G. [Gratiae] oder Muse vorstellen GWB48,196,16 MuR(634) GWBTgb 9.5.00 GWB51,269 XenNachl 5(10) ‘die G-n des Meeres’ umschreibend für die Doriden im Gefolge der Galatea GWBFaust II 8137 in der Mummenschanz-Szene als Dreiverein allegor Figuren, in Selbstcharakteristik  (Die G-n.) .. (Aglaia.) .. (Hegemone.) .. (Euphrosyne.) GWBFaust II Regiebem vor 5299   2 in (sinn)bildl od charakterisierender Funktion   a als Personifikation körperl Schönheit, weibl Anmut, auch ihrer erotischen Wirkung  [Prz Oronaro zu lärmenden Tänzerinnen:] Ja ihr seid’s Erinnyen, Mänaden! | .. Ich hofft’ im Arm der G-n zu baden GWB17,32,27 TriumphEmpfindsamk III  Was die G. that thut bey dem Jüngling die Hand [Leider dem früheren Reiz dienet die schädliche Hand GWB53,8 VenEpigrNachtr 1 Vs 4] GWB53,454 Var  [für: les grâces] GWB45,94,6 RamNeffe   b als Schutzgöttin od Sinnbild poet Inspiration, Phantasie, der Künste überhaupt; mehrf iVbdg mit ‘Musen’, auch im An- u Ausruf  Aristophanes, der ungezogne | Liebling der G-n GWB17,114,5 Vögel Epilog  [um Durchsicht des ‘Iphigenie’-Ms bittend] verzeih der Plage .. Ich bin selbst ein geplagter Fremdling, den nicht die Furien, den die Musen und G-n .. mit Erscheinungen überdecken GWBB8,134,15 Herder 13.1.87  [mBez auf Klopstock] Bei allen Musen und G-n sagt an mir, ihr Deutschen! | Euren ersten Dichter GWB51,37 Er u sein Name 1 GWB4,123 Als das heilige Blatt 4 GWB1,246 Vs 195 RömEleg XI GWB2,172 Der Wandrer 49 in Kontrastierung mit nordischer Mythen- u Dichtungswelt  Von der Sonne fliehen wir [Weser u Elbe] weg, die G-n scheuen | Unsre Ufer, von Thors krächzenden Stimmen geschreckt GWB51,294 XenNachl 168(745) GWB51,209 Xen 33(316) [Schiller] in spezielleren Bezügen: auf heiter-tändelnde Rokokopoesie  [auf die Büste Wielands] Wenn zu den Reihen der Nymphen, versammelt in heiliger Mondnacht, | Sich die G-n heimlich herab vom Olympus gesellen; | Hier belauscht sie der Dichter und hört die schönen Gesänge, | Sieht verschwiegener Tänze geheimnißvolle Bewegung GWB2,128 Geweihter Platz 2 GWB36,313,19 Zu brüderlAndenkWielands 1813 auf erot-frivole Dichtung  [betr JJWHeinses ‘Laïdion’] Es ist mit der blühendsten Schwärmerei der geilen G-n geschrieben GWBB2,176,20 Schönborn 4.7.[74] ‘Heiligtum der G-n’ für Theater GWB51,55 O du, die 2 [G?] scherzh, mBez auf literar Zeitgenossen; auch iron auf Almanach des märkischen Dichter-Pastors Schmidt vWerneuchen anspielend (‘Kalender der Musen u G-n für das Jahr 1796’)  Schmollt sie [Wieland, die ‘Jungfrau von Weimar’] auch oft — wer verzeiht Launen der G. nicht? GWB51,216 Xen 76(104)  Musen und G-n in der Mark GWB1,146 Titel  Die Musen und G-n von Oberroßla hatten Ihre Gegenwart mehr gewünscht als gehofft GWBB13,255,25 Schiller 22.8.98   c als Beschützerin im menschl-sittl Bereich, speziell mit Blick auf Neigung, Liebe, Treue, Reinheit  [mBez auf publizist Praktiken JFReichardts] Wie unterscheidet sich Grobheit von Biederkeit? Leichtlich, denn jener | Fehlen die G-n stets, diese verlassen sie nie GWB51,272 XenNachl 21(52)  ich bitte die G-n daß sie meiner Leidenschafft die innre Güte geben und erhalten mögen aus der allein die Schönheit [des Liebens] entspringt GWBB5,79,18 ChStein 12.3.81  an euch ihr G-n wend ich | Dieses heiße Gebet tief aus dem Busen herauf. | .. reichet mir Amor die Hand, | O! so gebet mir stets, sobald ich dem Schelmen vertraue, | Ohne Sorgen und Furcht, ohne Gefahr den Genuß GWB53,6 Vs 75 RömElegNachtr II Tasso 947 GWB11,376,1 Elp1 I 2 [G/Riemer] Syn zu A GWBAnmut GWBAnstand zu A1u2 GWBArtigkeit GWBLeichtigkeit GWBZierlichkeit zu A2u3 GWBSchicklichkeit zu A1 GWBgrâce GWBWohlstand zu A2 GWBEleganz zu B GWBCharitinnenRobert CharlierR.C.
9462 Zeichen · 125 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Grāzie

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Die Grāzie , (dreysylbig,) plur. die -n, aus dem Lat. Gratia, in der Mythologie der Römer, drey Töchter des Jupiters und…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Grazie

    Goethe-Wörterbuch

    Grazie 84 Belege, zu etwa gleichen Teilen in A u B; Gebrauchsschwerpunkte im ästhet Bereich (als Abstraktbegriff damit e…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Grazie

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +2 Parallelbelege

    Grazie , entspricht etwa dem Worte: Huld der Minnesänger und unserer: Holdseligkeit und bezeichnet eine Eigenschaft der …

  4. Sprichwörter
    Grazie

    Wander (Sprichwörter)

    Grazie 1. Die Grazien erscheinen in keinem Hemde. 2. Die Grazien lassen sich nackend sehen. – Eiselein, 275. Lat. : Nuda…

  5. Spezial
    grazié

    Ladinisch-Deutsch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    grazié [gra·ziẹ́] vb.tr. (graziëia) begnadigen, amnestieren, die Strafe erlassen.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit grazie

36 Bildungen · 35 Erstglied · 0 Zweitglied · 1 Ableitungen

grazie‑ als Erstglied (30 von 35)

grazienhaft

DWB

grazien·haft

grazienhaft , adj. , nach art der grazien, graziös. meist von 2 grazie B 2 a her, anmutige bewegung und erscheinung kennzeichnend: ein fraue…

grazienhand

DWB

grazien·hand

grazienhand , f. , hand ( wie die ) einer grazie: indem sie ihm ihre grazienhand zum aufstehn reichte Wieland s. w. (1794) 21, 146 . bildlic…

grazienlos

DWB

grazien·los

grazienlos , adj. , ungraziös; trotz der bildungsweise wohl eher an das begrifflich-singularische 2 grazie B als an 2 grazie A anknüpfend ( …

grazienschlingel

DWB

grazien·schlingel

-schlingel ( Heine ) Wigand epigonen (1846) 2, 26 . c c) in der kennzeichnung innerer werte, zu A 2 c: grazienliebe Heinse s. w. 3, 84 Sch.,

graziënt

LDWB1

graziënt [gra·ziënt] adj. (-nc, -a) begnadigend.

grazientanz

DWB

grazien·tanz

-tanz Herder 17, 349 S.; E. v. d. Recke tageb. e. reise (1815) 3, 62 . 2 2) in der übertragung der mythologischen einzelvorstellungen auf me…

Ableitungen von grazie (1 von 1)

ungrazie

DWB

ungrazie , f. , mangel an grazie und ihr gth.: wegen körperlicher u. Laube 16, 175 ; Auerbach dorfgesch. 3, 92 . —

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „grazie". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 15. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/grazie/gwb
MLA
Cotta, Marcel. „grazie". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/grazie/gwb. Abgerufen 15. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „grazie". lautwandel.de. Zugegriffen 15. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/grazie/gwb.
BibTeX
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