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ungeschmack

nhd. bis Dial. · 5 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

ungeschmack m.

Bd. 24, Sp. 852
ungeschmack, m. , gegenstück zu geschmack, m. vgl. mhd. âsmac Frauenlob 55, 5; abgeschmack, abschmack; unschmack; nl. onsmaak, wansmaak; altschwed. osmaker, schwed. osmak; geschmacklosigkeit. zu den formen (ungeschmäcke Diefenbach gl. 28a; ungeschmacke Gäbelkover 1, 156; ungeschmachen Schmeller 2, 541; ungeschmach Unger-Khull 610a) s.geschmack I. ohne plural. 11) wie geschmack II A vom übeln geruch, Schmeller a. a. o.: ob er an unserm mund spure athems ungeschmach b. hofordn. 2, 221 Kern; zuhand die göttin bracht ein kraut, das wol schmecket ambrosiam, welches in allen ungschmack nam Sachs 7, 407, 19 K.; auch übelriechendes, mist, jauche, kot, schmutz Unger-Khull 2. schriftsprachlich veraltet. 22) geschmack II B entsprechend, vom geschmack. mangel an g.: die kürbisz frucht ... soll man von jrer wässerigkeyt und ungeschmacks wegen wol würtzen W. H. Ryff spiegel 41a; u. des wassers Fischart binenk. 16a. übler g., amaritudo Diefenbach 28a: du keinen sauren safft ... in keinem küpfferin ... gefäsz sieden solt, dann es bekompt ein u. darvon Ryff confectb. 127a: engl. com. (1624) q 8a; Hohberg 3, 415a; Orsaeus (1623) 38; Schmeller a. a. o.; schlechte geschmacksempfindung Höfler 584b; damit verbundener ekel, nausea: ein tranck für ungeschmacke des munds, dasz einem weder essen noch trincken schmeckt Gäbelkover 1, 156; uns den u. des zuvorgehörten mit einer trinkbaren rede hinunter zu spülen Schleiermacher I 5, 406; uns aber liegt noch wie assa foetida auf der zunge der scheuszliche u. der worte, die wir gegen dich (Platen) zitiren muszten Lassalle red. 2, 425. üblich ab-, bei-, nachgeschmack. 33) wie geschmack II B 4 in anwendung auf das schöne. nl. onsmaak 2. seit Campe verzeichnet. mangel an geschmack überhaupt, unempfindlichkeit gegen das schöne: die (alten) hätt' einst, ihnen zeitverwandt, ihr tiefgelehrter unverstand und ungeschmack gewisz verkannt J. A. Ebert (1772) epist. (1789) 93; weil ... der nicht- oder u. sich aber noch immer erziehen und bilden läszt Tieck der j. tischlerm. 1, 91; Nietzsche 1, 233; einen groszmächtigen, mit u. gebundenen blumenstrausz Rosegger 13, 241. dann gs. des guten geschmacks, schlechter g., geschmacklosigkeit, geschmacksverirrung, mangel an richtigem, gesundem, natürlichem u. dgl. g.: mitten unter schönheiten der alten wird das gefühl an schönheit verhärtet und der geschmack mit gewalt gezwungen, dasz er sich verwahrlose und nach elenden, kindischen, unsinnigen zwecken laufe; die gegenarznei, die diesem heillosen ungeschmack entgegen würken sollen, hat alles noch mehr verdorben Herder 5, 652 (1772) 5 u. o. attrib. heillos 22, 184; wüst 30, 280; barbarisch 18, 501; fade Platen 2, 296; schnöde Geibel 4, 85 u. s. w.; den u. in kunst und wissenschaft zu brechen Gervinus g. d. d. dicht. 1, 10; eine beinahe vollständige musterkarte aller arten des hiesigen geschmacks oder besser ungeschmacks W. v. Humboldt an Göthe 10. 10. 1800. bildlich z. b. mistbeete des ungeschmacks Fr. L. Jahn 1, 262; des ungeschmacks erobernde standarten Platen 1, 655; wechselbalg des blinden ungeschmacks Hoffmann v. Fallersleben 5, 297; concret: nach gethaner arbeit ist gut ruhen, denkt er, als er irgend etwas bemerkt, das ihn zornig erregt, ein u., eine rohheit, eine philisterei Keller nachgel. schr. 197; ob er um verruchten lohn fremden ungeschmack vertire Freiligrath 3, 145. —
3385 Zeichen · 94 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Ungeschmack

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Ungeschmack , -er, -ste, adj. et adv. der Gegensatz von dem im Hochdeutschen veralteten geschmack, sowohl keinen Geschma…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Ungeschmack

    Goethe-Wörterbuch

    Ungeschmack [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  3. modern
    Dialekt
    ungeschmack

    Elsässisches Wb.

    ung e schmack [ùkmàk Hi. Hlkr. Horbg. ] Adv. ungewohnt, fremdartig. D e m King wird's in d e r Fremde unggschmack vork…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit ungeschmack

4 Bildungen · 4 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

Ableitung von ungeschmack

un- + geschmack

ungeschmack leitet sich vom Lemma geschmack ab mit Präfix un-.

Zerlegung von ungeschmack 2 Komponenten

ung+e+schmack

ungeschmack setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

ungeschmack‑ als Erstglied (4 von 4)

ungeschmackhaft

DWB

ungeschmack·haft

ungeschmackhaft Sebiz 233 . ungeschmackhaftig Keisersberg. ungeschmackig s. geschmackig. ungeschmackicht. ungeschmacklich, adj. adv., gth. v…

ungeschmacksam

DWB

ungeschmack·sam

ungeschmacksam , adj. adv. , gth. von geschmacksam: J. L. v. Breszler merkwürdigkeiten d. natur (1706) 2 . —

ungeschmackvoll

DWB

ungeschmack·voll

ungeschmackvoll , adj. adv. , gth. v. geschmackvoll 1. vgl. geschmackwidrig: ihre toilette war immer äuszerst vernachlässigt und sogar u. Ca…