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Geruch

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GWB
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Eintrag · Goethe-Wörterbuch

Geruch

Bd. 3, Sp. 1526
Geruch  1 als Wahrnehmungsfähigkeit, Vermögen   a Geruchssinn  daß dergleichen [gefüllte] Blumen sowohl für’s Auge an Schönheit, als für den G. an Stärke und Lieblichkeit zunehmen GWBN6,174,17 MetamPfl Nachtr GWBFaust I 1442 GWBN8,26,28 Vgl Anatomie 6   b Gespür, Empfindung, idVbdg ‘jd hat einen/keinen G. (von etw)’  [Meph üb Gretchens Mutter:] Die Frau hat gar einen feinen G., | Schnuffelt immer im Gebetbuch, | Und riecht’s einem jeden Möbel an, | Ob das Ding heilig ist oder profan GWBFaust I 2817 ~ GWBUrfaust 672 GWBB4,112,6 Lavater 28.[10.79]   2 das vom Geruchssinn Wahrnehmbare   a als charakterist Eigengeruch natürl Gegenstände u Phänomene od als Indikator best natürl Prozesse; meist iVbdg mit spezif Charakterisierungen; auch im Bild; in Fl mehrf in wahrnehmungstheoret Betrachtungen (in Referat u Übs)  Wir wissen daß der blühende Berberizenstrauch einen eigenen G. verbreitet GWBN6,190,21 VerstäubgVerdunstgVertropfg  [Leukerbad] Es hat dieses Wasser nicht den mindesten schwefelichten G. GWB19,269,12 BrSchweiz II  Krankheiten .. wodurch die armen Creaturen [Seidenwürmer] zu Tausenden hingerafft wurden. Die daraus entstehende Fäulniß erregte einen wirklich pestartigen G. GWB26,192,17 DuW 4  [Kartoffel-Infusion] G. säuerlicher Gährung GWBN7,295 InfusTiere  [in Aufnahme einer Formulierung von Lavater1)] Gewiss ist, dass an so einem kleinen Orte, wo eine Anzahl wunderbaarer moralischer Existenzen sich an einander reiben, eine Art von Gährung entstehen müsse, die einen lieblich säuerlichen G. hat GWBB4,258,4 Lavater 24.7.80 [für:  ὀσμῆς] GWBN3,16,24u27 FlH I Aristot [für: odor] GWBN3,66,12ff FlH II Lukrez [Knebel] [für: odore] GWBN3,222,17 FlH IV Porta GWBN11,210,9 AtomismDynamism als stimulierende, belebende Wahrnehmung, auch in erot Kontext; meist iSv Duft, Wohlgeruch  [Wilh als Knabe in der Speisekammer] der wunderliche G., den so mancherlei Specereien durch einander aushauchten, hatte so eine leckere Wirkung auf mich GWB21,22,7 Lj I 5  als ich .. aufwachte .. war mein Zelt voll des herrlichsten G-s gebratenen und versengten Schweinefettes, der mich sehr lüstern machte GWB33,101,19 Camp  Wenn Sie nur meine Rosen sehn sollten, und geniessen sollten den G. des Jelängerielieber und den Duft heut nach dem Regen GWBB4,250,25 ChStein 3.7.80  Hymen schwebet herbei, und herrliche Düfte, gewaltig, | Strömen süßen G., alles belebend, umher GWB1,292 MetamPfl Eleg 56  Der Athem will nicht mehr zurück, | Die Seel’ zu Seele fliehend, | Gerüche winden sich durch’s Glück | Unsichtbar wolkig ziehend GWB6,44 Div An Hafis 31 [für: odeur] GWB45,233,26 RamNeffeNachtr I GWB1,174 Blümlein Wunderschön 63 GWB37,305,11u15 Hohelied AAJw1,234 JahrmPlund1 280 als eine (vergangene Realität) evozierende Kraft od als ein Substanz vorspiegelnder Schein  Man schreibt sonst den Gerüchen die besondre Kraft zu, Erinnerungen zu wecken. Musik und Gesang wirken ebenso nachdrücklich Gespr(He31,861) Förster 9.11.25  wie wenn man mit dem G. einer Blume die Blume selbst hervorzubringen gedächte GWB47,319,11 ÜbDilletantism Entw [G/Schiller/Meyer]  wer möcht’ einen zu Tische laden | Auf den bloßen G. von einem Braten? GWB16,73 PaterBrey 332   b Aura, Eigentümlichkeit, von geistigen Phänomenen u Hervorbringungen  Man wird nicht müde, Biographien zu lesen, so wenig als Reisebeschreibungen: denn man lebt mit Lebendigen. Die Geschichte .. hat immer .. den G. der Todtengruft GWB28,358,27 DuW III EntwVorr  Gedancken über den Instinckt zu irgend einer Sache. Jedes Werck was der Mensch treibt, hat möcht ich sagen einen G. Wie .. der Reuter nach Pferden riecht GWBT1,88,18 v 14.7.79  so schöne Dinge, so viel großer herrlicher Sinn auch darin [in Jacobis ‘Woldemar’] sei, so könne er nun einmal für sich das, was man den G. dieses Buchs nennen möchte (anders wisse er sich nicht auszudrücken) nicht leiden Gespr(He1,276) JSchlosser 31.10.79 GWBB5,122,27 Lavater 7.5.[81] GWB422,122,11 MuR(132)   3 Ruf, Ansehen einer Person, auch ‘im G. stehen’, ‘in den G. kommen’; einmal im Wortspiel mit Bed 2 a  Ein Bettelmönch, der aber auch schon im G. der Heiligkeit stand GWB32,197,23 ItR  einem Verleger, dem Gewinn von allen Seiten her guten G. bringt GWB422,59,8 Vorschlag  Da ich .. gern mit gutem G. von hinnen scheiden möchte, so sende dir eine duftende Frucht [Melone] GWBB28,213,11 Knebel 8.8.17 GWB16,66 PaterBrey 171 GWBB38,23,11 Ottilie 18.1.24   GWBAmbrageruch GWBBalsamgeruch GWBBiergeruch GWBBlumengeruch GWBBlumenwürzgeruch GWBBlutgeruch GWBErdgeruch GWBFettgeruch GWBGeschmacksgeruch GWBGewürzgeruch GWBLeichengeruch GWBModer- GWBMoschus- GWBÖl- GWBOpfer- GWBPferde- GWBSchwefel- GWBTee- GWBTran- GWBVeilchen- Wohl-MeeresgeruchsschnuffelndeSyn zu 1 GWBGeruchsinn zu 2 a GWBDuft GWBRuch GWBWohlgeruch zu 2 b GWBAura GWBEigentümlichkeit zu 3 GWBAnsehen GWBLeumund GWBRuf 1) Lavater an G am 15.7.80: “Der Geruch von Weimar ist mir schon angenehm”.Caroline Vollmann C. V.
4709 Zeichen · 62 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    geruchstm.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +3 Parallelbelege

    ge-ruch stm. geruch Elis. 1076. 9426. Hpt. 2, 152 ; bildl. ruf, der von eelichem stamme, êrbern wesen und gutem geruche …

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Gerúch

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Der Gerúch , des -es, plur. die Gerǘche, von dem Zeitworte riechen. 1. Subjective, das sinnliche Vermögen zu riechen, un…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Geruch

    Goethe-Wörterbuch

    Geruch 1 als Wahrnehmungsfähigkeit, Vermögen a Geruchssinn daß dergleichen [ gefüllte ] Blumen sowohl für’s Auge an Schö…

  4. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Geruch

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Geruch (olfactus) . Der Sitz des G.sinns ist die Schleimhaut der Nase, in welcher sich der im Gehirn entspringende Riech…

  5. modern
    Dialekt
    Geruchm.

    Mecklenburgisches Wb. · +4 Parallelbelege

    Geruch Ruch m. Geruch; beim Betreten des Kruges sagt man: ick will ierst eenen nähmen, dat wi eenschen Geruch krigen Ha …

  6. Sprichwörter
    Geruch

    Wander (Sprichwörter)

    Geruch 1. Am geruch erkennt man die blumen. – Lehmann, 917, 16. 2. Am Geruch erkennt man Kräuter, am Geschwätze Bärenhäu…

  7. Spezial
    Geruch

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Ge|ruch m. (-[e]s, Gerüche) 1 (mit dem Geruchsorgan wahrnehmbare Ausdünstung) tof (tofs) m. 2 (Duft) parföm (-s) m. , od…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit geruch

41 Bildungen · 36 Erstglied · 5 Zweitglied · 0 Ableitungen

Ableitung von geruch

ge- + ruch

geruch leitet sich vom Lemma ruch ab mit Präfix ge-.

Zerlegung von geruch 2 Komponenten

ger+uch

geruch setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

geruch‑ als Erstglied (30 von 36)

geruchartig

DWB

geruch·artig

geruchartig , adj. auf dem geruchssinn beruhend, von ihm herstammend: bei manchen ( thier- )gattungen gehen die stirnhöhlen weit herauf, um …

gerûchet

Lexer

ge-rûchet part. s. riuhen.

gerucheze

KöblerMhd

gerucheze , st. F. nhd. Gerücht ÜG.: lat. fama Gl Q.: Gl (15. Jh.?) E.: s. gerucht W.: DW- L.: LexerHW 1, 888 (geruchze)

geruchfläschchen

DWB

geruch·flaeschchen

geruchfläschchen , n. wie riechfläschchen, schraubenfläschchen von gold, silber, krystall, porzellan oder geschliffenem glase mit spirituöse…

geruchküszlein

DWB

geruchküszlein , n. kleines kissen mit wolgeruch erfüllt. ebenda.

geruchlebig

DWB

geruch·lebig

geruchlebig , adj. vom geruch lebend: geruchlebige leilachoren, geile Satyri und geiszmänlin. Garg. 18 a (19 Sch. ).

geruchlos

DWB

geruch·los

geruchlos , adj. 1 1) inodorus dict. Genf 1695 138 a : geruchlose dinge. Ludwig 748 ; geruchlose blüte. Klopstock bei Campe; die samen ( der…

geruchquaste

DWB

geruch·quaste

geruchquaste , f. kleines büschel von wolriechenden kräutern: der kleine spahn, den der kleine bruder zugeschnitzt und den er der schwester …

geruchseife

DWB

geruch·seife

geruchseife , f. wolriechende seife: vilerlai wolschmeckende ( wolriechende ) wasser, desgleichen ambron, bisamknöpf, geruchsaifen. Fischart…

Geruchsinn

GWB

geruch·sinn

Geruchsinn N13,229,17 Ausz aus d’Alton,SkelNagetiere Syn Geruch Caroline Vollmann C. V.

geruchsmangel

DWB

geruch·s·mangel

geruchsmangel , m. mangel an geruchsvermögen Falke thierarzneikunde 1, 334 b ; geruchmangel, geruchlosigkeit Campe.

Gerúchsnêrve

Adelung

geruch·s·nerve

Der Gerúchsnêrve , des -n, plur. die -n, Nerven, welche aus dem Gehirne durch die Löcher des siebförmigen Beines gehen und sich in den Häute…

Geruchsorgan

GWB

geruch·s·organ

Geruchsorgan Ossa nasi .. Ossa frontis .. erzeugen [ wir ] den oberen Rand der Augenhöhlen, die Räume für die G-e N8,26,17 VglAnatomie VI Ca…

geruchstheilchen

DWB

geruch·s·theilchen

geruchstheilchen , n. theilchen des ausströmenden duftes: nichts ist mehr zu bewundern, als die ganz unglaubliche feinheit der geruchstheilc…

geruchswerkzeug

DWB

geruch·s·werkzeug

geruchswerkzeug , n. , gewöhnlich im plur. geruchswerkzeuge, die organe des körpers, welche zur empfindung des geruchs notwendig sind Campe.

geruch als Zweitglied (5 von 5)

Wohlgeruch

RDWB1

Wohlgeruch m (Lakune) (приятный) аромат

Gttergeruch

Adelung

Der G—ttergeruch , des -es, plur. inus. eben daselbst, eine Pflanze, welche in dem südlichen Afrika angetroffen wird, und einen überaus ange…

wohlgeruch

DWB

wohl·geruch

wohlgeruch , m. , angenehmer geruch, duft: meinen sie, ich sey so verstopfter nase, dasz ich stank und wohlgeruch nicht von einander scheide…

Wollgeruch

MeckWBN

woll·geruch

Wossidia Wollgeruch m. halbhd. Wohlgeruch Müll. Reut. 167 a . Vgl. Rök, Geruch.

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Cotta, M. (2026). „geruch". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 15. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/geruch/gwb
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Cotta, Marcel. „geruch". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/geruch/gwb. Abgerufen 15. May 2026.
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Cotta, Marcel. „geruch". lautwandel.de. Zugegriffen 15. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/geruch/gwb.
BibTeX
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