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Genießen

nhd. bis spez. · 10 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Campe
Anchors
10 in 10 Wb.
Sprachstufen
5 von 16
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Eintrag · Campe (1807–1813)

Genießen v., trs

Bd. 2, Sp. 307b
Genießen, v. trs. unregelm. ich genieße, du genießest (geneußest), er genießet (geneußt), wir genießen  unl. verg. Z. ich genoß; Mittelw. d. verg. Z. genossen; Befehlw. genieße (geneuß). 1) Überhaupt, mit Lust empfinden, mit dem vierten und zweiten Falle der Sache. Die Freuden, oder der Freuden des Lebens genießen. Die Ruhe, oder der Ruhe genießen. Die Liebe, oder der Liebe Andrer genießen. »Geh meine gute Laura, laß mich gieses Glücks genießen.« Weiße. Geneuß, geneuß der Ruh, die dir entzogen, Seit ich dies Feuer angefacht. Ramler. Zuweilen auch allein für sich. Der sinnliche Mensch will nur genießen. Wie Kluge zu genießen wissen Verbleibt dem Pöbel unbewußt. Hagedorn. 2) Nutzen von etwas haben, an dem Guten einer Sache Theil nehmen. »Selig ist, die da unschuldig ist — dieselbe wird's genießen, zur Zeit, wenn man die Seelen richten wird.« Weish. 3, 13. Das wird man erst künftig genießen, davon wird man erst künftig die guten Folgen empfinden. »Der Gerechte wird sein ja genießen.« Ps. 58, 2. I weiterer Bedeutung. Er hat von ihm, oder bei ihm viele Wohlthaten genossen. Viel Gutes, viel Ehre, viel Höflichkeit genießen. Einen guten Unterricht genießen. »Glückselig sind wir, die wir einer guten Erziehung genossen haben.« Gellert. 3) Als Speise und Trank zu sich nehmen, essen, in der anständigern Sprechart. Die Speise ist wohl zu genießen. Ih habe heute we= [] nig genossen. Das heilige Abendmahl genießen. I der Jägersprache heißt, der Hund ist genossen, so viel als: er hat schon den Genuß gehabt, daß vor ihm etwas geschossen ist, wodurch seine Begierde wächst. Man macht ihn daher genossen, wenn man ihn auch das erlegte Wild herbeibringen läßt. Uneigentlich sagt man auch vom Jäger, wenn er zum Schusse gekommen ist, er habe genossen. I weiterer uneigentlicher Bedeutung, heißt bei den Jägern, der Hund genießt die Fährte, er spürt sie durch den Geruch. I gemeinen Leben versteht man unter den Worten, es soll ihm nicht ungenossen hingehen, er soll nicht so davon kommen, ohne daß er erst etwas genießt, d. h. ohne erst etwas dafür zu empfinden oder zu leiden. Es ist ihm für genossen hingegangen, es ist ihm so hingegangen, als wenn er dafür schon etwas genossen, d. h. empfunden oder gelitten hätte. »Ih kann es nicht zufrieden sein, daß man ihm auch jenes nicht für genossen ausgehen läßt.« Lessing. »Wie aber geht es dem für so genossen aus?« Canitz. Bei den Dichtern ist die O. D. Form geneußen, als die seltnere, in der höhern Schreibart die gewöhnlichere. Das Genießen. Die Genießung.
2536 Zeichen · 60 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Genießen

    Adelung (1793–1801) · +2 Parallelbelege

    Genießen , verb. irreg. act. ich genieße, du genießest, im Oberd. geneußest, er genießet oder genießt, im Oberd. geneußt…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    genießen

    Goethe-Wörterbuch

    genießen bes in der frühen Zeit (eigenh) statt -ß- häufig -ss- od -s-, statt -ss- (Prät) gelegentl -ß-; geneußt GWB 14,3…

  3. modern
    Dialekt
    geniessen

    Elsässisches Wb. · +2 Parallelbelege

    geniesse n [knìasə Ruf. Dü. ; kənîsə Str. Betschd. Wörth ; kənìasə K. ; kənìèsə Z. Han. ; kənésə Wh. ] geniessen, essen …

  4. Sprichwörter
    Geniessen

    Wander (Sprichwörter)

    Geniessen 1. Besser geniessen, was man erworben, als es verlieren und in Hunger gestorben. Dän. : Bedre at giøre sig til…

  5. Spezial
    genießen

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    ge|nie|ßen (genoss, genossen) vb.tr. 1 (mit Genuss essen oder trinken) se lascé savëi bun 2 (auskosten) se gode 3 (erhal…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit geniessen

10 Bildungen · 0 Erstglied · 10 Zweitglied · 0 Ableitungen

Ableitung von geniessen

ge- + niessen

geniessen leitet sich vom Lemma niessen ab mit Präfix ge-.

Zerlegung von geniessen 2 Komponenten

genies+sen

geniessen setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

geniessen als Zweitglied (10 von 10)

Ausgenießen

Campe

aus·geniessen

Ausgenießen , v. trs. unregelm. (s. Genießen), ganz oder bis zu Ende genießen. »Wollen Sie das Glück des Lebens nun nicht ausgenießen, weil …

Dúrchgenießen

Campe

durch·geniessen

○ Dúrchgenießen , v. trs. unregelm. ( s. Genießen), ich genieße durch, durchgenossen, durchzugenießen, nach der Reihe genießen, von Anfange …

Fortgenießen

Campe

fort·geniessen

Fortgenießen , v. intrs . u. trs . unregelm. ( s. Campe Genießen ), fortwährend genießen, fortfahren zu genießen. Das Fortgenießen .

Mitgenießen

Campe

mit·geniessen

○ Mitgenießen , v. trs . unregelm. ( s. Genießen), s. Mit , zu Ende. D. Mitgenießen .

Nachgenießen

Campe

nach·geniessen

Nachgenießen , v. trs . unregelm. ( s. Genießen ) nach Anderem, hinten nach, später genießen. Etwas nachgenießen . Er hat sein Leben noch na…

Vorausgenießen

Campe

voraus·geniessen

Vorausgenießen , v. trs . unregelm. ( s. Genießen ), in voraus genießen, entweder vor Andern, früher als sie, oder ehe noch die bestimmte Ze…

Vorgenießen

Campe

vor·geniessen

Vorgenießen , v. trs . unregelm. ( s. Genießen ), in voraus genießen, vor der eigentlichen Zeit genießen. »Mit der Miene vorgenießender Freu…

Zugenießen

Campe

zug·e·niessen

Zugenießen , v . unregelm. ( s. Campe Genießen ). I) trs . zu etwas Anderem zugleich mit Anderem genießen. Brot zugenießen , zum Fleische  …