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genießen

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Eintrag · Goethe-Wörterbuch

genießen

Bd. 3, Sp. 1461
genießenbes in der frühen Zeit (eigenh) statt -ß- häufig -ss- od -s-, statt -ss- (Prät) gelegentl -ß-; geneußt GWB14,300,7 Faust I Plp nach Quelle. Neben Akk durchgehend u etwa gleich häufig Gen, ohne daß eine einfache Regel formulierbar wäre1) (beides nebeneinander im selben Satzglied zB GWBB49,275,23 CBCotta 15.3.32); daneben absol; öfter mit Präp ‘von’, bes in Punkt 2, vereinzelt mit ‘an’, zB GWB17,230,25 GrCoph V 5. Mehrfach subst Inf od Part. Rund 2000 Belege, Verteilungsschwerpunkte in 1, 4, 8; 2 häufig metaphorisch. Von den Bedeutungen 1 u 2 abgesehen, ist das Gebrauchsprofil von ‘genießen’ weitgehend mit dem von ‘empfinden’ u ‘fühlen’ vergleichbar; so kann es wie ‘empfinden’ für alle Arten der sinnl Wahrnehmung stehen (3), mit ‘fühlen’ teilt es insbes den reflexiven Bezug auf das Selbst u dessen seel Befindlichkeit (9); als kunstästhet Vermögen greift es deutl weniger auf die Seite der Produktion aus (5 e); der Objektbereich von ‘genießen’ ist einerseits eingeschränkter durch das Kriterium des (subjektiven) Behagens u Gefallens (doch vgl 9 d), andererseits um manche Facetten reicher (zB Zeit- u Ereignisbegriffe, 8 b-d). In G-s ‘genießen’ (sa Genuß) bündeln sich in den 70er u 80er Jahren verschiedene Gebrauchstraditionen (vgl auch lat ‘frui’), die gewisse Akzentuierungen iS einer Verinnerlichung u Vergeistigung erfahren; im ‘Faust’ rückt es zu einem tragenden Begriff in Opposition zu ‘streben’ auf2)  1 Nutzen, Gewinn, Vorteil von etw haben, Gebrauch machen von etw (mit dem Gefühl des Behagens)   a besitzen, (be)nutzen, auch jur iSv nutznießen; im Hinblick auf (ererbte, überkommene) materielle Güter, finanzielle Ressourcen  [Herm zu Dor:] Du bist mein; und nun ist das Meine meiner als jemals. | Nicht mit Kummer will ich’s bewahren und sorgend g., | Sondern mit Muth und Kraft GWBHermDor IX 312  [der Lord:] Wer genießt jetzt meine Gebäude, meinen Park, meine Gärten? Nicht ich, nicht einmal die Meinigen, fremde Gäste, Neugierige, unruhige Reisende GWB20,318,18 Wv II 10  Möchten Dieselben mir abermals einen Credit .. eröffnen, so würde es dankbar erkennen und auf meiner Sommerreise [Karlsbad] .. davon g. können GWBB29,216,21 Cotta 27.6.18 GWB24,216,19 Wj I 11 DjG34,314,29 RAnw [28.10.74] GWB53,326,16 Testam 24.7.97 A (MA182,631,26) Schrön 6.5.29 [Oberaufs] in metaphor Zshg  was sind die meisten Menschen so übel dran! .. Wir beyde haben dagegen Schätze daß wir Könige auskaufen könnten, laß uns im Stillen des bescheerten geniessen GWBB5,307,19 ChStein 12.4.[82]   b verfügen über, (inne)haben; im Hinblick auf Rechte, Privilegien, Vergünstigungen, soziale, ständische Vorteile  [Thoas zu Iph:] So fehlt es doch, seitdem du bei uns wohnst | Und eines frommen Gastes Recht genießest, | An Segen nicht GWBIph2 282  Bologna, welches unter andern Privilegien auch der Freiheit genießt, Frauenzimmer auf seinen Theatern bewundern zu dürfen GWB47,269,17 FrauenrollenRömTheat  Die deutschen Dichter .. genossen in der bürgerlichen Welt nicht der mindesten Vortheile. Sie hatten weder Halt, Stand noch Ansehen, als in so fern sonst ein Verhältniß ihnen günstig war GWB27,295,2 DuW 10 GWB7,163,13 DivNot GWBB32,219,14 Nees 31.3.20 GWB29,70,1 DuW 17 im Hinblick auf polit Freiheit, auch im Gleichnis  da das Gemeinwesen, als dessen Glied er [Lavater] geboren war .. einer löblichen hergebrachten Freiheit genoß GWB28,261,14 DuW 14  Wenn wir nun [in Sachsen-Weim], wie von jeher, einer unbedingten Preßfreyheit g. A2,913,1 Votum 26.1.16 GWB32,270,27 ItR GWBReinF V 52   c iSv bekommen, (regelmäßig) beziehen, auch: profitieren; im Hinblick auf (verdiente) Einkünfte, Erträge, Zuwendungen  Nach langem Zaudern ward es ihm [Obermarschall] endlich ernst seine Gläubiger los zu werden, die Güterlast abzuschütteln .. eines anständigen gesicherten Einkommens ohne Sorge zu g. GWB24,303,28 Wj II 4  Autoren und Verleger .. Jene .. fühlten sich durch das Glück der Arbeit belohnt; diese begnügten sich gern mit der zweiten Stelle und genossen eines ansehnlichen Vortheils GWB28,113,25 DuW 12 GWBB7,176,4 JFFritsch 4.2.86 GWB16,221 Maskenz RomantPoesie 68 GWB6,284 Vs 1 DivNachl in metaphor Zshg, auch iron  Meine Lage hier [Weim] ist die glücklichste .. dafür hat ich nun aber auch freilich alle Zulagen zu g., die das Schicksal an seine Gaben anzuhäckeln pflegt [Korr GWBB7,377] GWBB3,104,24 Karsch 11.9.76 GWB27,301,23 DuW 10   d teilhaftig sein, erfahren, sich erfreuen, bes in gängigen Wdgn (η) auch bloß: haben  α im Hinblick auf körperlich-seelisches Wohlbefinden u dessen persönliche, private Voraussetzungen, wie Gesundheit, Erholung, (innerliche) Ruhe uä; öfter im Briefwunsch  daß ich in Dornburg eines lange nicht gekannten körperlichen Wohlseyns genieße und daß der Geist auch wieder auf eine freyere Thätigkeit hoffen darf GWBB44,270,24 Soret 13.8.28  Vertraute gesellige Freunde, welche schon wochenlang in Wiesbaden der heilsamen Cur genossen GWB341,3,2 Rochusf  Erst spät legt’ ich mich in’s Zelt und hoffte des tiefsten Schlafes zu g. GWB33,97,20 Camp  Ich wohne bey ihm [Tischbein] und bin in ihre eingerichtete Haushaltung mit eingetreten, wodurch ich Ruh und Häuslichen Frieden in einem fremden Lande genieße GWBB8,38,28 Weim Freunde 1.11.86 GWBB5,162,20 JFFritsch 5.7.81 GWBB51,554 FHMüller 10.1.29 GWB22,239,16 Lj V 16 GWBB12,40,13 Fr Ackerm [15.2.97] K  β bezogen auf günstige polit-soz Lebensumstände, insbes Frieden, Ruhe u Sicherheit  [Weisl:] ist’s nicht ein guter Geist, der ihnen [den Fürsten] einräth auf Mittel zu denken Deutschland zu beruhigen .. um einen jeden, Großen und Kleinen, die Vortheile des Friedens g. zu machen GWB8,31,23 Götz2 I ~ GWB131,216,14 Götz3  Sey vergnügt, mein liebes Kind, genieße der Ruhe, indeß soviele tausend Menschen von Hauß und Hof und allen ihren Gütern vertrieben in der Welt herumirren und nicht wissen wohin [nach der Kampagne] GWBB10,40,5 Christiane 14.11.92  So wünschen wir, daß dieses schwache Bild [Goldonis Stück ‘Der Krieg’] | .. euch das Glück | Der Ruhe fühlbar mache, die wir fern | Von allem Elend [der Herzog im Feld gegen Frkr] hier [Weim] g. GWB131, 164 Prol 15.10.93 Vs 27 GWB35,245,10 TuJ GWB26,69,4 DuW 2 GWB53,222,5 Prag  γ im Hinblick auf (Zeichen, Beweise von) Wohlwollen, Gunst, Güte, bes von seiten des Herrschers  Nehmen Sie daher meinen verpflichteten Danck für alle Gnade und Nachsicht, die ich im Laufe des Geschäfts [Theaterleitung] genossen, und auch in der Folge .. Einfluß zu haben .. sey mir gnädig vergönnt GWBB28,56,20 CarlAug 15.4.17  er [Reineke] hatte die Gunst des Königs gefunden, | .. Wen ich liebe, dem frommt’s und meine Freunde g.’s [Reinke de Vos: ik .. mach mynen vrunden .. syn holt]; | Also dacht’ er; die Weisheit ist mehr als Gold zu verehren GWBReinF XII 344  [Dor zu Herm:] Kommt und sehet doch selber, wer eure Milde genossen, | Und empfanget den ruhigen Dank von allen Erquickten GWBHermDor VII 26 GWB31,18,14 ItR GWB36,361,15 Trauerloge 1821 GWB44,134,4 Cell III 10 GWBB26,304,17 CarlAug 24.3.16  δ in geistlich-relig Zshg  Da man aber zu dem geistlichen Vortheil, welchen die Seelen durch den damit [Wallfahrt] verknüpften Ablaß erwerben und g., noch einen leiblichen Genuß hinzugethan GWB32,299,22 ItR A1,117,14 Votum 14.12.80 GWBB5,123,23 Lavater 7.5.[81] uö(selten)  ε im Hinblick auf pädagogische, geistig-moralische Förderung  Ein junger Mann von Stande .. der bisher in Genf was man so heißt Erziehung und Bildung genossen, sollte nun auch .. in philosophischen Dingen nicht ganz ohne Anleitung bleiben GWBB44,360,2 Bachm [7.4.28] K  Ich hoffe .. denjenigen Unterricht der sich einem Fremden von allen Seiten anbietet ferner zu g. Es ist gewiß daß für jede Art des Nachdenckens und Studirens Rom .. der Ort ist GWBB8,286,1 JFFritsch [27.]10.87  der Handwerker, der nicht, wie der Künstler, einer weitumfassenden Bildung zu g. das Glück hat GWB492,128,22 Anz:Vorbilder fFabrikant uHandwerker  in Jena .. wo ich .. der akademischen .. Belehrung genieße GWBB28,93,4 Krug vNidda 17.5.17 GWB20,165,20 Wv I 16 GWBB39,116,2 Maria Paulowna 14.2.25 GWBB13,361,22 AWSchlegel 28.12.98  ζ bezogen auf (Zeichen der) Anerkennung, Verehrung, Ruhm, bes auf Grund kultureller Leistungen; auch mit Sachsubjekt  Winckelmann genoß einer .. allgemeinen, unangetasteten Verehrung GWB27,183,12 DuW 8  Rauch in Berlin genießt eines verdienten Ruhms GWBB33,117,12 Boisserée 16.7.20  Das Dämonische .. ist es wohl, was dem Stücke [Egmont] .. die Gunst verschafft hat, deren es noch jetzt genießt GWB29,176,6 DuW 20 GWB23,280,23 Lj VIII 9 GWBFaust II 10490 GWBB37,194,18 August 24.8.23 GWBB15,284,16 JSchlosser 24.11.01 K metonymisch bezogen auf etw, das Ruhm verschafft  [Prinzessin zu Tasso:] Genieße nun des Werks, das uns erfreut! | [Alphons:] Erfreue dich des Beifalls jedes Guten! | [Leonore:] Des allgemeinen Ruhms erfreue dich! Tasso 440 ‘Teil g.’ iSv teilhaben  Wer mit diesem außerordentlichen Manne [Rousseau] nur irgend in Verhältniß gestanden hatte, genoß Theil an der Glorie, die von ihm ausging GWB28,179,8 DuW 13  η in phraseolog Wdgn wie ‘das/des Glück(s), das Vergnügen, die Freude, den Vorteil, Vorzug g.’ (mit abhängigem Inf-Satz)  Ich genieße das Glück dero Verwandten in Leipzig persönlich zu kennen GWBB14,38,8 Dufour [15.3.99] K  Nun genießt er [Winckelmann] im Andenken der Nachwelt den Vortheil, als ein ewig Tüchtiger .. zu erscheinen GWB46,69,12 Winckelm GWB40,127,21 EnglSchausp GWBB46,262,2 David 8.3.30 K A(GJb30,33,28) Bericht [22.]11.12 K   2 als Nahrung, belebendes Element in sich aufnehmen, verzehren, (gesellig) essen u trinken; auch mit partitivem ‘von’   a bei Mensch u Tier, auch von unbekömmlicher Kost, Arznei  Nanny .. gesteht, daß Ottilie schon lange so gut wie nichts genieße. Auf Andringen Ottiliens habe sie die Speisen an ihrer Statt genossen GWB20,406,6u8 Wv II 18  die Wiese bringe Gras und Kräuter hervor damit sie der Stier genieße, und der Stier werde wie billig wieder vom edlern Menschen verzehrt GWB18,372,23 ReiseMegapr  [schlechtes Essen in Jena] wie verdrießlich und ärgerlich ich die Zeit her gewesen bin, wenn ich mit einem übertriebenen .. Aufwand entweder hungern oder etwas g. mußte was mir offenbar schädlich war GWBB21,232,18 Christiane 17.4.10  deine Pülvergen .. Ich hoffe die Dose wird nicht zu starck seyn daß sie auf einmal genossen schädlich werden könnte GWBB6,216,20 Lavater 24.11.83 GWBFaust II 11097 GWB22,241,10 Lj V 16 GWBB21,310,9 CarlAug 24.5.10 GWB17,303,4 Bürggeneral 13 unter dem Aspekt besonderer Zubereitungsarten, Gewohnheiten od Zwänge, auch der Artspezifik von Tieren  Wenn er [der Schwertfisch] gebraten ist, hält er sich viele Tage und wird alsdann kalt mit Öl und Limonien genossen GWB46,247,24 Hackert  [Graf:] ich konnte ihn [den Löwen] nachher auf die Jagd ausschicken; nicht für mich, der ich blutige Speise nicht genieße, ja kaum einer irdischen Speise bedarf GWB17,196,23 GrCoph III 9  Hübsche Frauen [in Bingen] gestehen, daß ihre Kinder mit der Mutterbrust zugleich Wein g. GWB341,25,8 Rochusf [für: mangiare] GWB44,285,5 Cell IV 10 GWB18,182,24 Unterhaltungen LA II 10A,64 M5,13 Morph Plp im Hinblick auf das hl Abendmahl, iSv empfangen  der Spruch, daß einer, der das Sacrament unwürdig genieße, sich selbst das Gericht esse und trinke GWB27,126,23 DuW 7 GWB32,192,4 ItR   b von Pflanzen, Feldern, gelegentl in personifizierender Vorstellung; im Hinblick auf günstige Wachstumsbedingungen  Kaum hatten die uralten Wurzeln [gefällter Buchen] das Licht der Sonne erblickt, kaum genossen sie der belebenden Himmelsluft, als augenblicklich sie alle begrünt ein jugendlicher Busch erschienen GWBN6,175,12 MetamPfl Nachtr  Seit einigen Tagen g. die noch nicht verheerten Felder eines wohlthätigen Regens GWBB10,78,15 Voigt 14.6.93 GWB32,319,24 ItR GWBN6,38,3 MetamPfl 27 uö(selten)   c als kultiviertes, festlich-geselliges Vergnügen  Hatte er [der alte Werner] seine Geschäfte .. vollendet, so wollte er gut essen, und wo möglich noch besser trinken, auch konnte er das Gute nicht allein g.: neben seiner Familie mußte er seine Freunde .. immer bei Tische sehen GWB21,57,19 Lj I 11  Am Freudentag wenn wir die Gäste grüßen, | Die heiter kommen, heiter zu g. [< zum heitersten G.] GWBFaust II 10456  lassen Sie uns diese Woche mit der lieben Frau bey einem Glas Champagner ein fröhliches Mittagsmahl g. GWBB35,249,22 Riemer 22.1.22 GWB24,104,12 Wj I 6 GWB17,119,18 GrCoph I 1 GWBB12,1,19 Schiller 1.1.97 GWBB36,116,1 Brösigke 10.8.22 K verbunden mit dem Genuß der umgebenden freien Natur (s 4), einmal in der rückholenden Erinnerung  Führ’ uns .. durch blumenreiche Matten, | .. Genieße froh der engen Laube Schatten, | Der reinen Milch unschuldig würd’ges Mahl GWB2,153 Einer hohen Reisenden 29 GWB36,233,23 BiogrEinzh AA31,27 Werth1 I ~ Werth2 uö(selten)   d in erweiterten Metaphern mit unterschiedlichen Bezügen (sa 3 c, 5, 6), auch im Vergleich u Gleichnis; öfter mit ‘Früchte’ als Obj  [üb hist Darstellungen] Die Geschichte denkt uns vor, der Roman fühlt uns vor, und so g. wir an beiden völlig zubereitete Speisen GWB421,94,10 Einl:DtGilBlas  aber das schlimmste ist, daß man da [im kleinen Weim] fast nichts zu g. hat, als was man sich selbst auftischt, da man an großen Orten oft und bequem zu Gaste gehn kann GWBB17,228,8 Zelter 16.12.04  [üb Bildungserlebnisse] So bei Pythagoras, bei den Besten, | Saß ich unter zufriednen Gästen; | Ihr Frohmahl hab’ ich unverdrossen | Niemals bestohlen, immer genossen GWB4,150 Von wem auf 11  Enthusiasmus vergleich’ ich gern | Der Auster .. | Die, wenn ihr sie nicht frisch genoßt, | Wahrhaftig ist eine schlechte Kost GWB2,285 Frisches Ei, gutes Ei 3  ich käme das erstemal .. so ehrenvoll als möglich in mein Vaterland zurück .. Gott hat nicht gewollt dass der Vater die so sehnlich gewünschten Früchte die nun reif sind geniessen solle, er hat ihm den Apetit verdorben und so seys GWBB4,50,11 CEGoethe 9.8.79 GWBUrfaust 314 GWB22,319,22 Lj VI GWBB3,14,12 Fahlmer [5.1.76] DjG31,362 Mitsch2 81 im Pflanzengleichnis für verzehrendes Lieben  Nahrung nimmt sie [die Efeupflanze] von mir [dem umschlungenen Apfelbaum]; was ich bedürfte, genießt sie, | Und so saugt sie das Mark .. mir aus GWB1,289 Amyntas 31 idVbdg ‘sich saure Speise zum Tod g.’ iSv übereilt, gierig essen  [Iph:] eure [der Götter] Hand | Bricht unreif nie die goldnen Himmelsfrüchte; | Und wehe dem, der ungeduldig sie | Ertrotzend saure Speise sich zum Tod | Genießt [wehe dem Menschen, der .. an dem sauern Genuß sich den Tod ißt GWB39,363,21ff Iph1 III 1] GWBIph2 1114   3 mit den Sinnen (lustvoll) wahrnehmen, erleben   a (starke) Reize, Eindrücke einzelner Sinnesorgane empfinden, auf sich wirken lassen; auch als Vorstufe od Komponente eines umfassenderen seel-geistigen Erlebens  Dieses Organ [Auge] ist immer in der Disposition, selbst Farben hervorzubringen, und genießt einer angenehmen Empfindung, wenn etwas der eignen Natur Gemäßes ihm von außen gebracht wird GWBN1,308,13 FlD 760  [üb Farbe] Was wir .. immer um uns sehen, das schauen und g. wir wohl, aber wir beobachten es kaum, wir denken nicht darüber N3,XX,9 FlH Urzeit  Wenn Sie nur meine Rosen sehn sollten, und geniessen sollten den Geruch des Jelängerielieber und den Duft heut nach dem Regen, und das frische Grün von der gemähten Wiese und Erdbeeren GWBB4,250,25 ChStein 3.7.80  indeß .. unsere gespannten Sinnen .. wieder freundlich wurden, um .. den breitschwimmenden Widerglanz des Mondes im ganz reinen See g. zu können GWB19,240,8 Br Schweiz II GWBB5,322,22 ChStein [9.5.]82 GWBB12,316,7 Schiller 25.9.97 uö(selten) in bildl Zshg  Verzeihen Sie .. daß ich .. aus dem fernen Orient einige Unterhaltung [Poesie] herhole .. mir scheint es, als wenn die Luft dorther mit Rosenduft und Ambrageruch geschwängert wäre, die man gern mit seinen Freunden g. möchte GWBB25,142,18 Voigt 10.1.15 K  [betr Vertonung von ‘Jery und Bätely’] Bedienen Sie sich der blassenden Instrumenten als eines Gewürzes und einzeln; bei der Stelle die Flöte, bei einer die Fagot, dort Hautbo, das bestimmt den Ausdruk und man weis was man geniesst GWBB4,168,24 Kayser 20.1.80   b sich an erlesenen, schmackhaften Speisen u Getränken laben, Gaumenfreuden verspüren (Berührung mit 2 c); auch mit Zusätzen wie ‘mit .. Heißhunger, mit großem Appetit’; mehrf in hyperbol od superlat Formulierung  so kann ich versichern daß die übersendeten Leckerbissen trefflich geschmeckt haben; nur wollte der erste Fisch, wahrscheinlich weil .. er, wegen seiner Vortrefflichkeit, mit einigem Heißhunger genossen worden, mir nicht zum besten bekommen GWBB16,6,24 SSander 15.1.02  Glücklich Land, allwo Cedraten | Zur Vollkommenheit gerathen! | Und zu reizendem G. | Kluge Frauen sie durchsüßen! GWB4,290 Glücklich Land 3  Ob die Artischocken dieses Jahr .. besser sind als je, oder ob es in der glücklichen Disposition der Gäste liegt .. genug, man versichert, von dergleichen Zartheit und Süßigkeit noch niemals genossen zu haben GWBB43,86,21 Marianne 27.9.27 GWB26,91,14 DuW 2 GWBB39,10,20 Riemer 10.11.24 als Assoziation bei Gedichtlektüre  mir ist bey diesem Gedicht [ital Volkslied] und seinesgleichen immer, als wenn ich etwas Süßes genösse, Bisquit oder dergleichen; es ist immer noch Speise, aber ein Leckerbissen GWBB45,131,25 Zelter 18.1.29   c erot Reize spüren, sexuelle Lust auskosten; auch im metaphor Zshg des Speisens u mit pers Obj  Hätte er [der junge Tischbein] die Reize des weiblichen Körpers mit Leib und Seele genossen .. gewiß seine Gemälde würden mehr Leben und Wollust athmen GWBB6,265,16 Ernst II 19.4.84  keine Ewigkeit soll das glühende Leben auslöschen, das ich gestern auf deinen Lippen genoß, das ich in mir fühle. Sie liebt mich! Dieser Arm hat sie umfast, diese Lippen auf ihren Lippen gezittert AA148,6 Werth1 II ~ Werth2  Zürnet nicht ihr Frauen daß wir das Mädchen bewundern: | Ihr genießet des Nachts, was sie am Abend erregt GWB53,14 Vs 116 VenEpigrNachtr 33  [Wilh u Mariane] er hielt in seinen Armen, er berührte mit seinen Lippen was er nicht g., woran er sich nicht sättigen sollte GWB51,65,21 ThS I 17 GWBFaust I 4198 GWB53,350 Vs 5 Plp GWBB8,170,19 CarlAug 3.2.87 GWB2,92 Liebebedürfnis 9 im Tierbild  Als sie [Lotte] dem Thierchen [Kanarienvogel] den Mund hinhielt, druckte es sich so lieblich in die süßen Lippen als wenn es die Seligkeit hätte fühlen können die es genoß AA97,13 Werth2 II   4 Erscheinungen der Natur als angenehm, reizvoll empfinden, die (Schönheiten der) Natur freudig betrachten, innerlich aufnehmen   a im Hinblick auf Witterung, Klima, Sonne, Tages- u Jahreszeiten (u die damit gegebenen Möglichkeiten)  steigt aber das Barometer .. so ist mit dem Ostwind ein heiterer Himmel unverzüglich da, und wer im Freien lebt, genießt der schönsten Tage GWBN12,94,15 Witterungslehre 1825  [Götz zu Elisab:] wenn du den Wächter bereden könntest, mich in sein klein Gärtchen zu lassen .. daß ich der lieben Sonne genösse, des heitern Himmels und der reinen Luft GWB8,166,24 Götz2 V  [Rom] Seit drei Tagen haben wir die hellsten und herrlichsten Nächte wohl und vollständig genossen GWB30,265,14 ItR ~ GWBB8,161,12 ChStein 2./3.2.87  Das schöne Wetter verleitete mich zu einer frühen Reise hierher [Karlsbad], wo ich des herrlichsten Frühlings genieße, der sich denken läßt GWBB23,18,18 Iffland 14.5.12 GWBB36,112,3 Zelter 8.8.22 GWBB2,192,17 Ch Kestner [27.]8.[74] GWB36,138,2 TuJ GWBB11,126,7 Schiller 12.[7.]96 in Vergleich, Metapher u Gleichnis; einmal ‘mit ganzem Herzen g.’  Eine wunderbare Heiterkeit hat meine ganze Seele eingenommen, gleich denen süßen Frühlingsmorgen, die ich mit ganzem Herzen geniesse AA5,9 Werth1 I ~ Werth2 GWB411,373,5 Üb:Rückert,ÖstlRosen GWBFaust II 4697 GWB6,89 Vs 2 DivBetrachtg   b bezogen auf Landschaften, Aussichten, Anblicke, Naturschauspiele uä; überwiegend in Reiseschilderungen, mehrf für ein ästhetisches Erleben mit dem Auge des Malers (Berührung mit 5 e)  [Berner Gletscher] Diese vier Tage das schönste Wetter .. und die merckwürdigsten Gegenden ganz rein in dem himmlischen Lichte genossen. Es fällt schweer nach allem diesem zu schreiben GWBB4,78,12 ChStein 14.10.79  [Wasserfall bei St Moritz] Auch hier wieder, wie so oft auf dieser Reise, fühlten wir, daß große Gegenstände im Vorübergehen gar nicht empfunden und genossen werden können GWB19,260,6 BrSchweiz II  [auf dem Molo in Neapel] Dort sah ich .. den Schein des Monds im Meere .. das Feuer des Vesuvs, den Wiederschein davon im Wasser und die Lichter auf den Schiffen .. Dergleichen viele sehr schöne Anblicke hab ich genoßen, die mir in der Seele lebendig bleiben GWBB8,230,5 ChStein 8./9.6.87  [G u Kniep auf dem Schiff vor dem Golf v Neapel] wir beiden .. die wir die Welt mit mahlerischen Augen betrachteten .. bei Sonnenuntergang genossen wir des herrlichsten Anblicks, den uns die ganze Reise gewährt hatte GWB31,226,24 ItR  Tischbein .. genoß .. ein Vergnügen, das nur er völlig zu g. weiß .. hatte sich ein Schimmel losgemacht, der .. wie ein Lichtstrahl hin und wider fuhr .. ein herrlicher Anblick, durch Tischbeins Entzücken erst recht bedeutend GWB31,9,2u4 ItR GWB30,65,7 ItR GWBB19,160,17 Zelter 14.7.06 GWBB25,33,18 August 6.9.14 GWB1,254 Vs 330 RömEleg XV unter dem Aspekt der Steigerung durch (vorgestellte, ersehnte) Gemeinsamkeit  Unter Weges ist es meine Art die schönen Gegenden zu g., daß ich mir meine abwesenden Freunde wechselsweise herbeirufe, und mich mit ihnen über die herrlichen Gegenstände unterhalte GWB19,258,9 BrSchweiz II  [Rom] Den Gedancken diese Gegend mit dir zu g., kann ich nicht aufgeben und darf ihn nicht scharf dencken. Ich sehe schon die Sachen nur mit dem Wunsche sie dir zu zeigen GWBB8,159,20 ChStein 2./3.2.87 GWBB8,266,11 Schnauß 1.10.87 übertr auf den wiss Bereich  Lassen Sie Sich ja die entoptischen Farben empfohlen seyn, ist man hier zu Hause, so genießt man der freysten Aussicht GWBB28,262,7 Schultz 24.9.17   c im Hinblick auf gestaltete Natur, bes Gärten, Parkanlagen  Mein Quartier in der Stadt [am Frauenplan], hilft mir viel und meinen Garten [im Ilmtal] genies ich erst iezt GWBB6,8,19 Merck 16.7.82  nun lag das bunteste Gartenparterre vor meinem Blick. Es war in verschlungene Beete getheilt .. Dieser köstliche Anblick, den ich in vollem Sonnenschein genoß, fesselte ganz meine Augen GWB26,87,28 DuW 2 GWB20,294,19 Wv II 8 GWBB28,180,9 Willemer 11.7.17   d im Verhältnis zu wiss Annäherungsweise  [FGDietrich macht G mit den botan Termini Linnés vertraut] Hiedurch ward mir ein neues Verhältniß zur freien herrlichen Natur, indem mein Auge ihrer Wunder genoß und mir zugleich wissenschaftliche Bezeichnungen des Einzelnen .. in das Ohr drangen GWBN6,106,19 BotanStudien [1831] Gespr Eckerm 18.5.24 uö(selten) für ein komplexes seelisch-geistiges Sich-Aneignen  [Faust:] Erhabner Geist, du gabst mir .. alles, | .. Gabst mir die herrliche Natur zum Königreich, | Kraft, sie zu fühlen, zu g. Nicht | Kalt staunenden Besuch erlaubst du nur GWBFaust I 3221   5 am Schönen in der Kunst Gefallen haben, bei der Rezeption, inneren Aufnahme von (Werken der) Kunst ein ästhetisches Vergnügen empfinden; gelegentl im metaphor Zshg des Speisens   a vom Publikum, Kunstfreund, Dilettanten, auch im Verhältnis zum produktiven Künstler  nach ihm [Raffael] ist Niemand wieder auf diesen Grad begnadigt gewesen. Es wär aber auch nicht nöthig; für Millionen Beschauende und G-de ist ein Producirender genug GWBB42,127,8 Zelter 10.4.27  Natürlicherweise hat das Publicum auf die Kunst großen Einfluß, indem es .. ein Werk verlangt das ihm gefalle, ein Werk das unmittelbar zu g. sei, und meistens wird sich der Künstler gern darnach bequemen .. auch er fühlt die gleichen Bedürfnisse GWB47,20,8 PropylEinl  Die Zweideutigkeit: ob es [Proben des ‘Divan’] Übersetzungen oder angeregte oder angeeignete Nachbildungen seien .. ich ließ es aber seinen Gang gehen, schon gewohnt das deutsche Publicum erst stutzen zu sehen, eh’ es empfing und genoß GWB36,135,25 TuJ  Dilettanten .. Sie nutzen .. der Kunst wenig .. Doch kann .. die Kunst eine g-de einsichtsvolle und gewissermaßen practische Theilnahme nicht entbehren GWB47,323,38 ÜbDilettantism weitSchema GWB36,449 AndenkAnnaAm 1807 Plp GWB47,58,2 Kunst uHandw GWB47,264,16 ÜbWahrh u Wahrscheinlichk dKunstwerke GWBB45,295,16 Reinhard 18.6.29 K   b unter dem Aspekt der Beeinträchtigung od Begünstigung des Kunstgenusses durch äußere Faktoren; mehrf mit adv Zusätzen wie ‘einigermaßen, besser, bequem’  Deine Motette hat mich erfreut und betrübt; erfreut, insofern ich sie mit den Augen aufnehmen und einigermaßen g. konnte, betrübt, weil ich die Hoffnung aufgeben muß sie zu hören GWBB29,219,12 Zelter 28.6.18  Äusseres zufälliges Hinderniß, Kunstwerke recht zu kennen und zu g., durch Beschädigung derselben und was noch schlimmer ist, durch Restaurationen GWB47,286,7 PropylAnz Schema  Diese neue Wohnung [obere Etage des Hauses am Corso] gab nun Gelegenheit, eine Anzahl von Gypsabgüssen .. in freundlicher Ordnung und gutem Lichte aufzustellen, und man genoß jetzt erst eines höchst würdigen Besitzes GWB32,321,7 ItR  [betr Übersetzung] alles fremde Literarische muß gebracht, ja aufgedrungen werden .. wenn wir darnach greifen sollen, um es bequem zu g. GWB36,41,23 TuJ GWB492,252,5 Jakson dFormschneider GWBB7,232,12 ChStein [vor 12.6.86 Korr Fränkel22,157] GWBB35,25,16 Voß dJ 22.7.21 K GWBB3,238,14 Merck 5.8.78   c mit Blick auf besondere Rezeptionsweisen, bedingt teils durch spezifische Anforderungen der verschiedenen Künste, Gattungen, Stile, teils durch Voraussetzungen beim Rezipienten  Beym Theater kommt freylich alles auf eine frische unmittelbare Wirkung an. Man will nicht gern reflectiren, denken, zugeben; sondern man will empfangen und g.; daher ja auch oft geringere Stücke eine günstigere Aufnahme erleben, als die bessern; und zwar mit Recht GWBB22,29,20 Sartorius [4.2.11] K  der [Tonkünstler] hat gewonnen Spiel, das Ohr will nicht richten, sondern g. und Genuß mittheilen. Das Auge [als Sinn der bildKunst] hat einen anmaßlichen Verstand hinter sich GWB492,19,15 Relief Phigalia  solche Nationalgedichte [serbische Lieder] sind einzeln, außer Zusammenhang nicht füglich anzusehen, noch weniger zu beurtheilen, am wenigsten dem rechten Sinne nach zu g. .. in Masse muß man .. dergleichen Gedichte vor sich sehen GWB412,138,8 SerbLieder  [Märchen als Produkte der Einbildungskraft] Auch das gehört zum Genuß an solchen Werken, daß wir ohne Forderungen g., denn sie selbst kann nicht fordern, sie muß erwarten was ihr geschenkt wird GWB18,224,9 Unterhaltungen GWB24,125,23 Wj I 7 GWB45,183,14 RamNeffeAnm GWBB12,194,18 Böttiger [17. od 18.7.97] GWB23,250,19 Lj VIII 7   d im Verhältnis zu kunsttheoretischem u -historischem Wissen, Bildung, Geschmack, kritischem Urteilsvermögen  α für ein unbegriffliches, ganzheitliches, sinnlich-ästhetisches Erfassen des Kunstwerks; meist dem Erkennen entgegengesetzt, vereinzelt positiv davon abgehoben; mehrf neben ‘ergötzen, bewundern, schauen’  [Straßb Münster] Ein ganzer, großer Eindruck füllte meine Seele, den, weil er aus tausend harmonirenden Einzelnheiten bestand, ich wohl schmecken und g., keineswegs aber erkennen und erklären konnte GWB37,145,13 Von dtBaukunst 1773  [Shakespeare] Wenn Kunstliebhaber und -freunde irgend ein Werk freudig g. wollen, so ergötzen sie sich am Ganzen und durchdringen sich von der Einheit, die ihm der Künstler geben können. Wer hingegen theoretisch .. GWB411,64,26 Shakesp u kein Ende  Als ich zuerst nach Rom kam, bemerckt ich bald daß ich von Kunst eigentlich gar nichts verstand und daß ich biß dahin nur den allgemeinen Abglanz der Natur in den Kunstwercken, bewundert und genossen hatte, hier that sich eine andre Natur, ein weiteres Feld der Kunst vor mir auf GWBB8,328,10 CarlAug 25.1.88  Der Eindruck des Erhabenen, des Schönen .. beunruhigt uns, wir wünschen unsre Gefühle, unsre Anschauung in Worte zu fassen: dazu müßten wir aber erst erkennen, einsehen, begreifen; wir fangen an zu sondern, zu unterscheiden, zu ordnen, und auch dieses finden wir .. höchst schwierig, und so kehren wir endlich zu einer schauenden und g-den Bewunderung zurück GWB32,321,20 ItR GWB37,148,2 Von dtBaukunst 1773 GWBB8,63,24 Weim Freunde 22.11.86 GWB492,277,12 MuR(1139) GWB53,11 Vs 69 VenEpigrNachtr 15 als besondere Fähigkeit der Jugend  [üb Besuch im Mannheimer Antikensaal] Indessen ist die stille Fruchtbarkeit solcher Eindrücke ganz unschätzbar, die man g-d, ohne zersplitterndes Urtheil in sich aufnimmt. Die Jugend ist dieses höchsten Glücks fähig, wenn sie nicht kritisch sein will, sondern das Vortreffliche und Gute .. auf sich wirken läßt GWB28,87,24 DuW 11  Es ist das beneidenswerte Glück der Jugend, die Eindrücke in aller Frische und Kraft zu empfangen und zu g. Bei zunehmender kritischer Erkenntnis versiegt allgemach die Quelle jener ungetrübten Freuden Gespr(He31,184) Lobe [etwa Mitte Jul 1820]  β für eine durch Lernen sich vervollkommnende, mit wachsender Kenntnis, Einsicht sich läuternde Fähigkeit, häufig in der Gemeinschaft u Kommunikation mit Kennern  Wie oft hat die Abenddämmerung mein durch forschendes Schauen ermattetes Auge mit freundlicher Ruhe geletzt, wenn durch sie die unzähligen Theile zu ganzen Massen schmolzen, und nun diese, einfach und groß, vor meiner Seele standen, und meine Kraft sich wonnevoll entfaltete, zugleich zu g. und zu erkennen GWB37,145,28 Von dtBaukunst 1773  [Rom] man braucht Jahre um sich recht und mit Ernst umzusehn. Hätte ich Tischbein nicht .. so würde ich auch das weder g. noch lernen, was mir in der kurzen Zeit bescheert zu seyn scheint .. wer mit Ernst sich hier umsieht und Augen hat zu sehen muß .. einen Begriff von Solidität faßen GWBB8,48,15 ChStein 7./11.11.86  [Rom] Die Gegenstände haben mich nach und nach zu sich hinauf gehoben. Ich genieße immer reiner, immer mit mehr Kenntniß GWB32,81,12 ItR  Sonst erfreut ich mich an einem geglückten Ganzen [eines Kupferstichs], jetzt erfahr ich [aus ‘La calcografia’ v GLonghi] von nothwendigen Strichen und Puncten wodurch es hervorgebracht wird. Wenn ich nicht zu alt bin, um beides zugleich zu ergründen und zu g. GWBB49,96,11 Boisserée 27.9.31 GWB38,348,11 FGA Kupferst Apostel GWBB45,273,9u10 Zelter 17.5.29 GWBB43,167,5 Knebel 14.11.27 unter dem Aspekt der Kultivierung des Geschmacks  Eindrücke des Schönen und Vollkommenen .. nur die Ungewohntheit erwas Gutes zu g., ist Ursache, daß viele Menschen schon am Albernen und Abgeschmackten, wenn es nur neu ist, Vergnügen finden GWB22,138,4 Lj V 1 GWB40,381,17 Üb:Bekenntn schönSeele/Melanie/Dumont  γ als Kunstgenuß auf einer Stufe, die Kenntnis u Urteilsfähigkeit voraussetzt; auch mit Zusätzen wie ‘wahrhaft, einsichtig, voll, eigentlich, recht innig’  die Carracci, Guido, Dominichin .. sie aber wahrhaft zu g., gehört Wissen und Urtheil, welches mir abgeht GWB30,163,25 ItR  Durch ihn [Kayser] genieße ich auch erst die hiesige Musik, weil sich doch nichts in der Welt ohne wahre, innre Kenntniß recht genießt GWBB8,292,28 u 293,2 CarlAug 17.11.87  Jetzt seh’ ich, jetzt genieß’ ich erst das Höchste, was uns vom Alterthum übrig blieb, die Statuen. Ja, ich sehe wohl ein, daß man ein ganzes Leben studiren kann und am Ende doch noch ausrufen möchte: Jetzt seh’ ich, jetzt genieß’ ich erst GWB32,212,13u17 ItR  weil er [der Künstler] wenig Personen findet, die das Gebildete eigentlich sehen, g. und denken mögen, sondern meist nur solche, die ein Werk obenhin ansehen GWB47,21,16 PropylEinl  [Herder üb NatT] Indem er als Kenner entwickelte, nahm er als Wohlwollender innigen Theil, und wie uns oft im Spiegel ein Gemählde reizender vorkommt als bei’m unmittelbaren Anschauen, so schien ich nun erst diese Production recht zu kennen und einsichtig selbst zu g. GWB36,256,6 BiogrEinzh GWBB26,347,15 Niebuhr 27.4.16 GWBB31,261,10 Canicoff 12.8.19 K GWBB42,106,1 Zelter 23./29.3.27 intensiviert durch aktive Beteiligung, durch einfühlsames Nachempfinden des Schöpfungsaktes; bes mit Blick auf den (idealen) Kunstliebhaber  Es giebt dreierley Arten Leser: Eine, die ohne Urtheil genießt, eine dritte, die ohne zu genießen urtheilt, die mittlere die g-d urtheilt und urtheilend genießt; diese reproducirt eigentlich ein Kunstwerk auf’s neue. Die Mitglieder dieser Classe .. sind nicht zahlreich GWBB31,178,9 Rochlitz 13.6.19  Zum Genuß der Kunstwerke haben alle Menschen eine unsägliche Neigung. Der nähere Theilnehmer wäre der rechte Liebhaber, der lebhaft und voll genösse GWB47,323,10 ÜbDilettantism weit Schema  der wahre Liebhaber sieht .. auch die Vorzüge des Ausgewählten, das Geistreiche der Zusammenstellung, das Überirdische der kleinen Kunstwelt, er fühlt, daß er sich zum Künstler erheben müsse, um das Werk zu g., er fühlt, daß er .. sich selbst dadurch eine höhere Existenz geben müsse GWB47,265,21 ÜbWahrh u Wahrscheinlichk d Kunstwerke GWB37,211,15 FGA Sulzer,SchöneKünste [G/Merck] GWB7,64,27 DivNot GWB33,266,28 Camp uö(nicht häufig)   e für die besondere Fähigkeit des kreativen Künstlers, wahrzunehmen u ästhetische Lust zu empfinden, auch im Hinblick auf die eigene Produktion u in Analogie zur Schöpfungsfreude Gottes  Er [HMeyer] genießt die Kunstwerke eigentlich mehr als die großen Besitzer, die sie nicht verstehen, mehr als andere Künstler, die zu ängstlich von der Nachahmungsbegierde des Unerreichbaren getrieben werden GWB32,160,8 ItR  Roos ist unermüdlich in emsiger Zeichnung der Haare und Wolle seiner Ziegen und Schafe, und man sieht an dem unendlichen Detail, daß er während der Arbeit die reinste Seligkeit genoß Gespr Eckerm 28.2.24  der Künstler .. dringt bis in die Ursachen hinein, die sie [Wirkungen] hervorbringen. Die Welt liegt vor ihm .. wie vor ihrem Schöpfer, der in dem Augenblick, da er sich des Geschaffnen freut, auch alle die Harmonien genießt, durch die er sie hervorbrachte GWB37,317,23 Falconet GWBB6,111,12 ChStein [25.]12.82 GWB251,18,23 Wj II 8 uö(selten)   6 in der Beschäftigung mit wiss Werken u Gegenständen, theoretischen, kritischen Schriften od im gelehrten Gespräch, Vortrag geistige Bereicherung u intellektuelles Vergnügen finden; mehrf ‘g. und nutzen’  Ew. Hochwohlgeboren geneigte Sendungen [ua Schr üb Magnetismus] sind immer so reichhaltig, daß ich .. suche, was Sie mir mittheilen, bestmöglichst zu g. und zu nutzen GWBB33,124,14 Nees 23.7.20  Das Werk [Gagerns ‘Deutsche Geschichte’] ist, auch nur im Allgemeinen überschaut, bewundernswürdig; man wird besser thun, davon zu schweigen, es zu g. und sich daraus zu belehren GWBB40,239,5 Kanzl Müller 9.1.26  Jedes gute Buch, und besonders die der Alten, versteht und genießt niemand, als wer sie suppliren kann. Wer etwas weiß, findet unendlich mehr in ihnen, als derjenige, der erst lernen will GWBN3,118,21 FlH II GWB33,163,10 Camp GWB36,30,6 TuJ B(DjG32,256, 22) Herder [etwa 10.7.72] mBez auf Kants ‘Anthropologie’ im Bild einer zu dosierenden Arznei, mBez auf Schillers ‘Br üb die ästhet Erziehung’ im Vergleich mit einem köstlichen Trank GWBB13,346,3 Schiller 19.12.98 GWBB10,203,22 Schiller 26.10.94   7 zwischenmenschliche Begegnungen, Beziehungen, Bindungen als bereichernd, beglückend empfinden   a im Rahmen des persönlichen, geselligen Umgangs, unmittelbaren geistigen Austauschs uä; häufig iZshg von Besuchen  Er [Merck] hatte .. den erfreulichen Umgang von Hof-, Welt- und Geschäftsleuten und gebildeten Literatoren genossen GWB28,170,21 DuW 12  daß ich das Glück Ihrer persönlichen Gegenwart zu empfinden und zu g. erst nach dem Abschiede recht fähig geworden GWBB36,131,11 Sternbg 26.8.22  Ich selbst befinde mich in einer günstigen Lage, um in dem nächsten Monat Ihres Hierseyns mit Ruhe und Sammlung g. zu können GWBB16,168,3 Zelter 24.1.03 GWBB39,264,2 Soret 25.7.25 GWB36,391,33 TuJ Plp GWB412,331,11 Zu.Müller,Dem Könige die Muse GWBB42,101,21 DZelter [27.3.27] K   b sich an jdm (als Person) erfreuen, ihn zu schätzen wissen, jds positiven Seiten etw abgewinnen; mehrf mit pers Obj  ich bin zuerst übereinstimmend mit mir selbst glücklich und vernünftig geworden [in Rom], und als einen solchen haben mich diese dreie [AKauffmann, KPhMoritz u wohl HMeyer od FBury] in verschiedenem Sinne und Grade gekannt, besessen und genossen GWB32,295,24 ItR  Ich bin immer zerstreut und hin und her geschleppt daß ich kaum der Gegenwärtigen geschweige der Abwesenden geniesen kann GWBB6,388,23 Jacobi 12.11.84  Schrautenbachs Todt .. So lang die besten Menschen leben, genießt man sie nicht, und wenn sie sterben, gafft man ihnen nach [Korr GWBB7,380] GWBB6,192,14 Merck 29.8.83  [Tasso üb sich, aus der Sicht Antonios:] Nun müsse man ihn nehmen wie er sei, | Ihn dulden, tragen und vielleicht an ihm, | Was Freude bringen kann, am guten Tage | Als unerwarteten Gewinnst g. Tasso 2769 GWBB28,38,10 Kanzl Müller 27.3.17 GWB28,96,10 DuW 12 uö(selten)   c im Hinblick auf Gefühle der Freundschaft, Zuneigung, Seelenverwandtschaft  wie ich Gott bitte dass er uns .. immer fort möge fühlen und geniessen lassen was wir an einander haben GWBB4,147,12 Knebel 30.11.79  [Lotte zu Werther:] finden Sie einen werthen Gegenstand all Ihrer Liebe, und kehren Sie zurük, und lassen Sie uns zusammen die Seligkeit einer wahren Freundschaft g. AA130,30 Werth1 II ~ Werth2  Kehrte ich dann wieder zu meinem Freunde Jacobi zurück, so genoß ich des entzückenden Gefühls einer Verbindung durch das innerste Gemüth GWB28,292,20 DuW 14 GWB4,20 An Willemer 3 GWB22,18,6 Lj IV 2=GWB52,177,8 ThS V 13 GWB8,43,13 Götz2I GWBB1,251,5 Fabricius ? 14.10.[70] K   d im Hinblick auf das (höchste) Glück inniger (erfüllter, ehelicher) Liebe; gelegentl in Berührung mit 3 c  [Weisl zu Marie:] Ganz der Deine zu sein .. alle Wonne zu g., die so zwei Herzen einander gewähren! GWB8,44,12 Götz2 I  [Geschichte vom verlassenen Mädchen] Sie will die Seinige werden, sie will in ewiger Verbindung all das Glück antreffen, das ihr mangelt, die Vereinigung aller Freuden geniessen, nach denen sie sich sehnte AA56,27 Werth1 I ~ Werth2  [Sohn zu Major üb Heiratspläne:] wer kann das Glück der Liebe g. oder hoffen, ohne daß er dieses höchste Glück einem jeden Freund, einem jeden gönnte, der ihm werth ist! GWB24,285,10 Wj II 3 GWB20,10,7 Wv I 1 GWBB6,219,15 ChStein 5.12.83 GWB21,6,12 Lj I 1   8 Freude am Leben haben, Daseinslust verspüren, die angenehmen Seiten, Momente des Lebens (bewußt) wahrnehmen, auskosten; gewöhnl im Zusammenwirken äußerer u innerer Bedingungen   a in Betrachtungen üb das Leben, Dasein insgesamt, üb elementare Voraussetzungen des Lebensgenusses; mehrf iGz ‘leiden, (er)tragen, (er) dulden’  Hier sitz’ ich, forme Menschen | .. Ein Geschlecht, das mir gleich sei, | Zu leiden, zu weinen, | Zu g. und zu freuen sich GWB2,78 Prometh 55  [Musarion zu Phanias:] Die Menschen sind, trotz allen ihren Mängeln, | Das Liebenswürdigste was es gibt; | Fürwahr, es wechselt Pein und Lust. | Genieße wenn du kannst, und leide wenn du mußt, | Vergiß den Schmerz, erfrische das Vergnügen GWB16,267 Maskenz 1818 Festz 281  Wenn wir immer ein offenes Herz hätten das Gute zu geniessen, das uns Gott für jeden Tag bereitet, wir würden alsdenn auch Kraft genug haben, das Uebel zu tragen, wenn es kommt AA35,15 Werth1 I ~ Werth2  Der Druck der Geschäffte ist sehr schön der Seele, wenn sie entladen ist spielt sie freyer und geniest des Lebens. Elender ist nichts als der behagliche Mensch ohne Arbeit GWBTgb 13.1.79  Alles Behagen am Leben ist auf eine regelmäßige Wiederkehr der äußeren Dinge gegründet. Der Wechsel .. der Jahreszeiten .. und was uns sonst von Epoche zu Epoche entgegentritt, damit wir es g. können und sollen, diese sind die eigentlichen Triebfedern des irdischen Lebens GWB28,210,2 DuW 13 AA88,27 Werth2 II GWB18,193,5 Unterhaltungen GWBB47,131,21 August 5.7.30 Gespr Eckerm 12.3.28 für das Glücksgefühl der Verbundenheit mit anderen über die Zeiten, Lebensabschnitte hinweg3)  Nun die Wälder ewig sprossen, | So ermuthigt euch mit diesen, | Was ihr sonst für euch genossen | Läßt in andern sich g. | .. Nun in allen Lebensreihen | Müsset ihr g. können GWB6,20f Div Im Gegenwärtigen Vergangenes 20u24 von Tieren, unter dem Aspekt der artspezifischen Lebensweise  Die Glieder aller Geschöpfe sind so gebildet, daß sie ihres Daseyns g., dasselbe erhalten und fortpflanzen können N(GOETHE14/15,143) Schönheit organNaturen GWB7,74,2 DivNot   b den günstigen (zur Ewigkeit gedehnten) Augenblick, das Heute, die Gegenwart unbeschwert, unmittelbar erfassen u nutzen; mehrf iZshg einer Maxime  Die Welt ist so schön! so schön! Wer’s geniessen könnte! Ich binn manchmal ärgerlich darüber, und manchmal halte ich mir erbauliche Erbauungsstunden über das Heute, über diese Lehre, die unsrer Glückseeligkeit so unentbehrlich ist B(DjG32,21,2) Salzmann [5.6.71]  Ich weiß, daß mir nichts angehört, | Als der Gedanke .. | Und jeder günstige Augenblick, | Den mich ein liebendes Geschick | Von Grund aus läßt g. GWB1,103 Eigentum 6  Willst du dir ein hübsch Leben zimmern, | Mußt dich um’s Vergangne nicht bekümmern; | .. Mußt stets die Gegenwart g., | .. Und die Zukunft Gott überlassen GWB2,284 Lebensregel 4  Genieße mäßig Füll’ und Segen, | Vernunft sei überall zugegen | Wo Leben sich des Lebens freut. | .. Der Augenblick ist Ewigkeit GWB3,83 Vermächtnis 25 AA3,21 Werth I GWB8,218,19 Egm II GWB18,192,3 Unterhaltungen GWBB27,149,19 Zelter 28.8.16   c im Hinblick auf einzelne Phasen wie Jugend od Alter, (bedeutsame) Abschnitte, Momente im Leben; öfter formelhaft im Briefwunsch ‘der Zeit, der (guten) Tage g.’  [Rosa u Valerio:] Die Tage der Jugend sie glänzen und blühn; | O laß uns der Jugend g.! GWB11,287 Erw Elm2 10  [Faust:] Da seh’ ich auch die neue Wohnung, | Die jenes alte Paar [Philemon u Baucis] umschließt, | Das, im Gefühl großmüthiger Schonung, | Der späten Tage froh genießt GWBFaust II 11349  der Flüchtige [mBez auf frz Soldaten] kennt kein Gesetz .. | Überall sieht er den Tod, und genießt die letzten Minuten | Grausam, freut sich des Bluts, und freut sich des heulenden Jammers GWBHermDor VI 64 GWB4,44 Meinem Freunde Knebel 5 GWBB25,276,23 CarlAug [22.4.15] K GWBB12,183,18 Schiller 5.7.97 GWBB23,46,26 Christiane 27.7.12   d im Hinblick auf best Gelegenheiten u Erlebnisse, insbes Reisen, auswärtige Aufenthalte, Feste, Veranstaltungen  Jeder denckt doch eigentlich für sein Geld auf der Reise zu genießen. Er erwartet alle die Gegenstände .. zu finden .. so rein wie sie in seiner Imagination stehen und fast nichts findet er so, fast nichts kann er so g. GWBT1,231,21u25 v 25.9.86  Ich bin fleißig und bin nicht hier [Rom] um nur nach meiner Art zu g., ich will lernen und mich ausbilden eh ich 40 Jahr alt werde GWBB8,52,1 Herder u Fr 10./11.11.[86]  Genieße nur des Guten [in Lauchstädt] ungetrübt, indem du deiner Lebensweise treu bleibst und wie es die Gelegenheit giebt immer ein wenig vorwärts rückst so wirst du dich trefflich befinden GWBB20,81,9 Christiane 15.6.08  Vielmehr geht ein jeder nur aus, sich zu vergnügen, seine Tollheit auszulassen und der Freiheit dieser Tage [Karneval in Rom] auf das beste zu g. GWB32,236,18 ItR GWBB38,70,19 Zelter 8.3.24 GWBFaust II 4768 GWB422,33,15 Reformationsf 1817 AA8,28 Werth1 I ~ Werth2   e als gehobenes Lebensgefühl, geprägt durch Adel, Besitz, gesicherte Verhältnisse  [nach Beschreibung der Dornburger Schloßanlage] Konnte mir aber ein erwünschteres Symbol geboten werden? deutlicher anzeigend wie Vorfahr und Nachfolger .. sich von Geschlecht zu Geschlecht ein anständig-bequemes Wohlbefinden emsig vorbereitend, eine für alle Zeiten ruhige Folge bestätigten Daseyns und g-den Behagens einleiten und sichern? GWBB44,208,12 Beulwitz [18.7.28]  [Admet:] Ein junger .. wohlbehaglicher Fürst, der von seinem Vater Reich .. und Güter empfangen hatte, und drinne saß mit Genüglichkeit, und genoß, und ganz war .. — der sollte nicht ewig zu leben wünschen! GWB38,25,19 GöttHeldWieland  [Wilh an Werner:] Deine Art zu sein und zu denken geht auf einen unbeschränkten Besitz und auf eine leichte lustige Art zu g. hinaus GWB22,148,9 Lj V 3 GWB21,248,8 Lj III 2 ~ GWB52,103,5 ThS V 1 GWB19,206,18 BrSchweiz I GWB27,258,26 DuW 9   f im (problematischen) Verhältnis zu ‘herrschen’, auch definitorisch  Herrschen und g. geht nicht zusammen G. heißt sich und andern in Fröhlichkeit angehören Herrschen heißt sich und anderen im Ernstlichsten sinne wohlthätig seyn GWB252, 260 Wj Plp  [Meph üb den Kaiser:] ihm beliebt’ es falsch zu schließen: | Es könne wohl zusammengehn, | Und sei .. schön, | Regieren und zugleich g. | [Faust:] .. Wer befehlen soll, | Muß im Befehlen Seligkeit empfinden GWBFaust II 10251  [Iph zu Thoas:] Mit königlichen Gütern segne dich | Die Göttin! .. | Daß, der du über viele sorgend herrschest, | Du auch vor vielen seltnes Glück genießest GWBIph2 225  [Eulalie:] Wir [Frauen] sind nur herrschsüchtig, in so fern wir auch Menschen sind; denn was heißt herrschen anders .. als auf seine eigne Weise ungehindert thätig zu sein, seines Daseins möglichst g. zu können? GWB18,306,11 GutWeiber uö(selten)   g für eine Lebenshaltung od Grundtendenz, bes im (gelegentlich vereinbaren) Gegensatz zu ‘streben, wirken, handeln’  ich habe heut einen Schönen Tag gehabt So schön dass mir Arbeit und Freude und Streben und Geniessen zusammen flossen GWBB2,76,2 Kestner [10.4.73]  Triebe mich nicht die deutsche Sinnesart und das Verlangen, mehr zu lernen und zu thun als zu g., so sollte ich in dieser Schule des leichten und lustigen Lebens [Neapel] noch einige Zeit verweilen GWB31,67,9 ItR  Thun und Leiden, Wirken und G., Anstrengung und Zerstreuung und wie das alles heißen mag was dich, als Zelter und Berliner, hält und zieht, einigt und sondert pp. GWBB46,56,2 Zelter 20.8.29  Ein jeder leidet, der nicht für sich selbst handelt. Man handelt für andere, um mit ihnen zu g. GWB422,154,11 MuR(332) GWB31,262,13 ItR GWB27,12,27 DuW 6 in singulärer Konstruktion (subst Inf, mit abhängigem Satz), wohl iSv Schöpfungs-, Schaffensgenuß4)  [Faust zu Meph:] Da faßt’ ich schnell im Geiste Plan auf Plan: | Erlange dir das köstliche G. | Das herrische Meer vom Ufer auszuschließen GWBFaust II 10228 subst Inf, neben ‘Streben, Resignation, Gewohnheit’ im Schema menschlicher ‘Grundzustände’ (vgl Genuß 7 e) GWBB15,203,15 Schiller 25.3.01   9 das Selbst empfinden, des eigenen Innern, des (jeweiligen) Zustands, der Stimmungen, Bewegungen der Seele gewahr sein; auch als Weise der Vermittlung, Vereinigung von Subjekt u Objekt, Ich u Welt, Gott; mehrf mit ‘Herz’ als grammat Subj   a mit sich u der Welt in Einklang sein, das eigene (So-)Sein zufrieden, glückhaft empfinden; öfter idVbdgn ‘sich/sein(er) selbst g.’  Der Garten ist einfach, und man fühlt gleich bey dem Eintritte, daß nicht ein wissenschaftlicher Gärtner, sondern ein fühlendes Herz den Plan bezeichnet, das sein selbst hier g. wollte AA4,33 Werth1I ~ Werth2  [vor Abreise nach Ital] behalten Sie mich lieb und glauben Sie: daß, wenn ich wünsche meine Existenz ganzer zu machen, ich dabey nur hoffe sie mit Ihnen und in dem Ihrigen, besser als bisher, zu g. GWBB8,13,19 CarlAug 2.9.86  [Leonore zu Antonio:] Wir wünschen ihn [Tasso] zu bilden, daß er mehr | Sich selbst genieße, mehr sich zu g. | Den andern geben könne Tasso 2113  [Iph zu Pylad, mit dem Gefühl des Undanks gegenüber Thoas:] Ganz unbefleckt genießt sich nur das Herz GWBIph 1652 GWBB2,194,15 Jacobi 31.8.[74] GWB51,17,27 ThS I 5 uö(selten) in philos Betrachtung der Ich-Welt-Beziehung  Wir müssen .. alle Existenz und Vollkommenheit in unsre Seele dergestalt beschränken, daß sie unsrer Natur und unsrer Art zu denken und zu empfinden angemessen werden; dann sagen wir erst, daß wir eine Sache begreifen oder sie g. GWBN11,317,20 StudSpinoza [1784/85]  Der Mensch ist mit allem seinem Sinnen und Trachten aufs Äußere angewiesen, auf die Welt um ihn her .. Von sich selber weiß er bloß wenn er genießt oder leidet, und so wird er auch bloß durch Leiden und Freuden über sich belehrt, was er zu suchen oder zu meiden hat Gespr Eckerm 10.4.29 für ein gottähnlich gesteigertes Selbstgefühl  [Faust:] Ich, Ebenbild der Gottheit, das sich schon | Ganz nah gedünkt dem Spiegel ew’ger Wahrheit, | Sein selbst genoß in Himmelsglanz und Klarheit, | .. Und, schaffend, Götterleben zu g. | Sich .. vermaß GWBFaust I 616u620 GWB2,174 Der Wandrer 98 von der Gott-Natur, in pantheistischer Auffassung  [die Natur] liebt sich selber und haftet ewig mit Augen und Herzen ohne Zahl an sich selbst. Sie hat sich auseinandergesetzt um sich selbst zu g. Immer läßt sie neue Genießer erwachsen, unersättlich sich mitzutheilen GWBN11,7,6 Natur [Tobler?]   b Gefühle von (hoher, reiner) Freude, Glück voll und ganz empfinden, sich ihnen hingeben (vgl auch 7 c und d)  [Wilh] der, sein Kind [Mignon] immer fester in Armen haltend, des reinsten unbeschreiblichsten Glückes genoß GWB21,229,25 Lj II 14 ~ GWB52,98,21 ThS IV 16  [Rugantino beim Wiederfinden des Bruders:] Ihr Zweifel! Weg! Laßt meiner Freude Raum, | Daß ich sie ganz, daß ich sie recht genieße! GWB11,267 Claud2 1327  [die Sängerin] war nicht unempfindlich gegen Lob und Liebe; allein von Natur mäßig und verständig wußte sie die Freuden zu g., die beide gewähren, ohne dabei aus der Fassung zu kommen GWB18,129,12 Unterhaltungen  [betr Rez v ‘Zur Naturwissenschaft und Morphologie’ in der JALZ] um das Angenehmste, was dem Menschen begegnen kann, mit Heiterkeit zu g. Durch wohlwollende, einsichtige, vollkommen unterrichtete Männer seh’ ich mich günstig geschildert .. so recht durch und durch erkannt und aufgefaßt GWBN9,300,16 NatH uMorphH  Ja ich kann sagen, daß ich die höchste Zufriedenheit meines Lebens in diesen letzten acht Wochen genossen habe GWB32,293,4 ItR GWBB11,91,22 AKauffmann [13.6.96] K GWBNatT 457 GWB52,94,10 ThS IV 16 gesteigert im gemeinsamen Erleben  Selig, wer .. | Einen Freund am Busen hält | Und mit dem genießt, | Was .. | Durch das Labyrinth der Brust | Wandelt in der Nacht GWB1,101 An den Mond 32  du vermagst nichts auf deine Freunde, als ihnen ihre Freude zu lassen und ihr Glük zu vermehren, indem du es mit ihnen geniessest AA 37,22 Werth1 I ~ Werth2 uö(selten) unter altruistisch-philanthropischem Vorzeichen  [Ritter zum Grafen:] Unser Herz, das .. nur dann am höchsten und reinsten genießt, wenn es sich für einen geliebten Gegenstand aufopfern kann GWB17,179,9 GrCoph III 5   c iZshg von Paradies- u Traumvorstellungen; in Fausts (ambivalenter) Schlußvision als ein Genießen ‘im Vorgefühl’5)  Ich lebe so glükliche Tage, wie sie Gott seinen Heiligen ausspart, und mit mir mag werden was will; so darf ich nicht sagen, daß ich die Freuden, die reinsten Freuden des Lebens nicht genossen habe AA29,30 Werth1 I ~ Werth2  [Franz zu Adelh:] O das geht über alle Höllenstrafen die glückseeligkeit des Himmels nur einen .. Augenblick zu geniesen GWB39,170,26 Götz1 V  [Rom] Mein jetziges Leben sieht einem Jugendtraume völlig ähnlich, wir wollen sehen, ob ich bestimmt bin ihn zu g., oder zu erfahren, daß auch dieses .. nur eitel ist GWB32,27,6 ItR  [Faust:] Solch ein Gewimmel möcht’ ich sehn, | Auf freiem Grund mit freiem Volke stehn. | .. Es kann die Spur von meinen Erdetagen | Nicht in Äonen untergehn. - | Im Vorgefühl von solchem hohen Glück | Genieß’ ich jetzt den höchsten Augenblick. (Faust sinkt zurück) GWBFaust II 11586 GWB16,312 KaiserinAnkunft 26 uö(selten)   d im Hinblick auf verschiedenartige, auch konträre Gefühle (als simultan od sukzessiv vorgestellt); mehrf in der Weise des Mitempfindens; gelegentl im Oxymoron, einmal mit ‘Lust’ als Subj  [röm Karneval] daß die größte Lust nur dann am höchsten reizt, wenn sie sich ganz nahe an die Gefahr drängt und lüstern ängstlich-süße Empfindungen in ihrer Nähe genießet GWB32,271,3 ItR  man kehrt einigemal gegen einander zurück, das angenehme Weh eines solchen Abschieds zu g. GWB341,36,7 Rochusf  [Fernando, allein:] Diese drei besten weiblichen Geschöpfe der Erde — elend durch mich! .. könnt’ in stumpfer Hoffnung nur eine Stunde hinbringen — zu ihren Füßen liegen, und in theilnehmendem Elend Seligkeit g.! GWB11,185,14 Stella2 V GWBB20,166,22 Stock 19.9.08 Gespr(He2,424) Riemer 20.2.09 uö(selten) in (summativen) Vbdgn wie ‘Leid und Freude, Freude und Schmerz g.’; im ‘Faust’ im Programm unerfüllbaren Totalitätsstrebens6)  Ach es [unser Herz] möchte .. überfließen | In das Mitempfinden einer Creatur, | Und vertrauend zwiefach neu g. | Alles Leid und Freude der Natur GWB1,77 An Lottchen 28  [Faust zu Meph:] Und was der ganzen Menschheit zugetheilt ist, | Will ich in meinem innern Selbst g., | .. Ihr Wohl und Weh auf meinen Busen häufen GWBFaust I 1771 GWBB2,281,23 Karsch 17.8.[75] GWBB8,325,7 Carl Aug 25.1.88   e vereinzelt bezogen auf Schmerzgefühle; einmal iron ‘das Unglück g.’ (in Übs)  Also sprach sie [Thetis] .. und setzte sich Leto zur Seite, | Die ein mütterlich Herz vor den übrigen Uranionen | Hegt im Busen, und dort genoß sie die Fülle des Schmerzens Achilleis 229 GWB2,239 Sprichw 359 GWB45,157,7 RamNeffe   f im Hinblick auf religiöse Gefühle der Gotterfahrung, -nähe, einmal mit ‘Seele’ als Subj  als zärtliche, liebesgesinnte Leute sich nach einer innigen Vereinigung mit ihm [Christus] sehnten, und weil wir immer nur halb befriedigt sind, wenn unsere Seele genossen hat GWB37,167,3 BriefPastors  In dem Umgange mit dem unsichtbaren Freunde [Gott] fühlte ich den süßesten Genuß aller meiner Lebenskräfte. Das Verlangen, dieses Glück immer zu g., war so groß .. GWB22,309,12 Lj VI  Vater .. Rufe mich zu dir! .. mir ist nur wohl wo du bist, und vor deinem Angesichte will ich leiden und geniessen AA111,23 Werth1 II ~ Werth2 GWBB5,147,22 Lavater 22.6.81 uö(selten) GWBausgenießen GWBdurchgenießen GWBmit- GWBnach- GWBvor- GWBvoraus- GWBweg- GWBzusammen- froh-genossen GWBlustgenießend GWBreingenossen GWBungenossenSyn zu 1 a und b GWBbenutzen GWBbesitzen GWBgebrauchen GWBbrauchen GWBinnehaben GWBhaben zu 1 c GWBbekommen GWBempfangen GWBerhalten zu 1 d GWBerfreuen(sich e.) GWBhaben zu 2 a GWBessen GWBfressen GWBh1nkosten trinken (ver)speisen verzehren zu 3 a GWBbemerken GWBempfinden GWBgewahren (ver)GWBspüren GWBwahrnehmen zu 3 b GWBerquicken(sich e.) GWBlaben schlemmen zu 3 c GWBerfreuen(sich e.) GWBergötzen(sich e.) GWBfreuen(sich f.) zu 4 GWBaufnehmen GWBempfinden GWBerfreuen(sich e.) GWBerleben wahrnehmen zu 5 GWBaufnehmen GWBbehagen GWBerfreuen(sich e.) GWBergötzen(sich e.) GWBfreuen(sich f.) GWBgefallen zu 6 GWBauffassen GWBaufnehmen GWBbegreifen GWBbetrachten GWBerfassen GWBfassen verstehen zu 7 b GWBachten schätzen zu 7 c und d GWBempfinden GWBfühlen zu 8 GWBbelustigen(sich b.) GWBerfreuen(sich e.) GWBfreuen(sich f.) vergnügen(sich v.) zu 9 GWBempfinden GWBerleben GWBfühlen 1) vgl DWb 4.1.2, Sp 3466f 2) zur Wort- u Begriffsgesch von ‘genießen/Genuß’ vgl WBinder, “Genuß” in Dichtung u Philos des 17. u 18. Jhs, Archiv für Begriffsgesch 17,1973, 66—92; Artikel ‘Genuß’, Hist Wb Philos 3,316—322; umfassend zu G-s Gebrauch MGräfe, Der Bedeutungsgehalt der Wortgruppe genießen Genuß bei G, Diss (masch) Berlin-O 1956; zum Stellenwert im ‘Faust’ WBinder, G-s klassische Faust-Konzeption, DVjs 42,1968, 55—88; ferner etwa IFrandsen-Roeger, Erkenntnis u Genuss in G-s »Faust«, Orbis Litt 42, 1987,27—43 3) vgl Komm HBirus FfA I 32,945f 4) vgl WBinder 1968 (s Anm 2), 70 unter Bezug auf das Faust-Plp Nr. 1 (ebd S. 64, mit Abb) 5) HArens, Komm zu G-s Faust II, 1989,946 verbindet das Obj ‘Augenblick’ mit ‘im Vorgefühl’ so: “Dies Vorgefühl ist sein höchster Augenblick und sein letzter.” 6) vgl Komm ASchöne FfA I 72,264Georg Objartel G. O.
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Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Genießen

    Adelung (1793–1801) · +2 Parallelbelege

    Genießen , verb. irreg. act. ich genieße, du genießest, im Oberd. geneußest, er genießet oder genießt, im Oberd. geneußt…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    genießen

    Goethe-Wörterbuch

    genießen bes in der frühen Zeit (eigenh) statt -ß- häufig -ss- od -s-, statt -ss- (Prät) gelegentl -ß-; geneußt 14,300,7…

  3. modern
    Dialekt
    geniessen

    Elsässisches Wb. · +2 Parallelbelege

    geniesse n [knìasə Ruf. Dü. ; kənîsə Str. Betschd. Wörth ; kənìasə K. ; kənìèsə Z. Han. ; kənésə Wh. ] geniessen, essen …

  4. Sprichwörter
    Geniessen

    Wander (Sprichwörter)

    Geniessen 1. Besser geniessen, was man erworben, als es verlieren und in Hunger gestorben. Dän. : Bedre at giøre sig til…

  5. Spezial
    genießen

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    ge|nie|ßen (genoss, genossen) vb.tr. 1 (mit Genuss essen oder trinken) se lascé savëi bun 2 (auskosten) se gode 3 (erhal…

Verweisungsnetz

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit geniessen

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Ableitung von geniessen

ge- + niessen

geniessen leitet sich vom Lemma niessen ab mit Präfix ge-.

Zerlegung von geniessen 2 Komponenten

genies+sen

geniessen setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

Keine Komposita gefunden — geniessen kommt in keinem anderen Lemma als Erst- oder Zweitglied vor.