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GWB
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Eintrag · Goethe-Wörterbuch

besitzen

Bd. 2, Sp. 493
besitzenVereinzelt -siz(z)en Fast 1300 Belege. Gelegentlich nähere Bestimmung des Objektbezuges mit Hilfe von Präpositionalkonstruktionen wie ‘an etw od jdm, in etw einen Wert b.’; vereinzelt absol Gebrauch.  1 in eigentlichem Wortsinn   a auf od an etw sitzen (selten)  [Antonio:] wenn ein wackrer Mann | .. in ersehnten Schatten | Zu neuer Mühe auszuruhen denkt, | Und findet dann von einem Müßiggänger | Den Schatten breit besessen Tasso 2003  [Knebels Schreibtisch spricht:] Mich erbaute zuerst ein Denker .. | Ließ dem Freunde mich stehn, der mich nun emsig besitzt GWB4,119 An Knebels Schreibtisch 4 Gespr(Gr2,22) Gleim Ende Jun 77 vereinzelt anknüpfend an den konkr Wortsinn  [Regentin:] ich werde ihm [Alba] mit der besten Art Platz machen, eh’ er mich verdrängt .. besser so, als .. mit hohlem Ansehn einen Platz behaupten wollen, den ihm ein anderer abgeerbt hat, und nun besitzt und genießt GWB8,236,11 Egm III   b zum Wohnsitz, zur Wohnung haben  [der König:] macht ihn [Cell] sogleich zum Herrn von Klein Nello, dem Schlosse, das er besitzt [abita]1), denn es ist mein Eigenthum GWB44,65,26 Cell III 6  [Eduard an Charlotte:] Ich verlasse mein Haus .. Du sollst es indessen b., aber mit Ottilien .. mache keinen Versuch Ottilien sonst irgendwo unterzugeben .. Außer dem Bezirk deines Schlosses, deines Parks .. gehört sie mir GWB20,170,12 Wv I 16   2 iSv beherrschen, üb ein Gebiet (eine Stadt, eine Burg) die Herrschaft ausüben  ostwärts die ganze reine Reihe aller Schnee- und Eisgebirge, ohne Unterschied von Namen der Völker und Fürsten, die sie zu b. glauben, nur Einem großen Herrn und dem Blick der Sonne unterworfen GWB19,232,7 BrSchweiz II  [Vansen:] Der König in Spanien, der die Provinzen durch gut Glück zusammen besitzt, darf doch nicht drin schalten und walten, anders als die kleinen Fürsten, die sie ehemals einzeln besaßen GWB8,206,14u16 Egm II  [Nereus:] Galatee .. | Die, seit sich Kypris von uns abgekehrt, | In Paphos wird als Göttin selbst verehrt. | Und so besitzt die Holde, lange schon, | Als Erbin, Tempelstadt und Wagenthron GWBFaust II 8148 [für: posséder] GWB9,362 Tancred PersVerz GWB16,25 JahrmPlund2 345 GWB39,361,7 Iph1 III 1 im Bild  so darf der Lehrer kein Problem stehen lassen .. Gleich muß etwas bestimmt sein (bepaalt sagt der Holländer) und nun glaubt man eine Weile den unbekannten Raum zu b. bis ein anderer die Pfähle wieder ausreißt, und sogleich enger oder weiter abermals wieder bepfählt GWBN11,133,20 MuR(584)   3 mit spezifischem Bezug auf Grund u Boden u Gebäude: (im Rahmen der formal bis 1806 bestehenden feudalen Lehensordnung) eigentumsähnl Verfügungsrecht haben; überwiegend iS bürgerl Rechtsvorstellungen Eigentümer sein, teilw in spezifizierenden Wdgn ‘etw eigentümlich, als Eigentum b.’; vereinzelt auch: als Nutznießer die Einkünfte aus einem Landgut ziehen  Sollte es dem Herrn von Riedesel wichtig seyn, gedachte Güter, welche eigentlich bisher Mannlehn gewesen, als Sohn und Tochter-Lehn zu besizen GWBB30,26,2 CChHerda 7.11.82  der Landmann [ein Gutsbesitzer] hatte seinen Grund und Boden, den er unumschränkt besaß und beherrschte, vollkommen gut inne GWB24,209,10 Wj I 11  [Therese:] Wohlhabend ist jeder, der dem, was er besitzt, vorzustehen weiß GWB23,42,7 Lj VII 5  [Lenardo:] Da überzeugen wir uns denn von dem hohen Werth des Grundbesitzes .. Und doch darf man sagen: Wenn das was der Mensch besitzt von großem Werth ist, so muß man demjenigen was er thut und leistet noch einen größern zuschreiben GWB251,180,2 Wj III 9  da ich .. das Vorderhaus aber zur Hälffte als mein Eigenthum besas DjG34,215,28 RAnw [20.6.74]  Es war nun ein Jahr vorbei, daß ich jenes Gut von Sbietta auf gedachte Weise besaß [avevo; Sbietta hatte Cell die Einkünfte seines Gutes verkauft] GWB44,289,2 Cell IV 11 GWBB13,99,19 Knebel 18.3.98   4 üb etw von materiellem od ideellem Wert als Eigentum od zum Gebrauch od Genuß verfügen; mehrf in typischer Vbdg mit Verben wie ‘erwerben, erhalten, genießen, nutzbar machen’   a mBez auf materielles Eigentum, mehrf (luxuriöse, kostbare) Dinge des persönl Gebrauchs betreffend; auch in der qualifizierenden Wdg ‘wert, würdig, besessen zu werden’  Die nothwendigste Eigenschaft eines Münzfußes .. ist, daß er fest .. sey. Der Staatsmann, der Kapitalist, der Handelsmann .. muß einen festen Maaßstab haben, nach welchem er alles, was sich b. läßt, würdert A2,379,28 Münzgutachten [vor 23.11.93] K  [der Kunstsammler:] Dieser Theekessel diente schon meinen Eltern .. Eine liebevolle Aufmerksamkeit auf das was der Mensch besitzt, macht ihn reich GWB24,222,22 Wj I 12  Mir machen die überschickten Kupfer sehr frohe Stunden .. ich danke Gott, daß ich nur wieder einmal etwas b. mag, zu einer Zeit, wo man so oft den Besitz völlig aufzugeben Ursache hatte GWBB21,36,7 Meyer 18.8.09  [Prinzessin zu Tasso:] Ein neuer Mantel, oder eine Waffe! | Dir kann man nichts mehr geben, denn du wirfst | Unwillig alles weg was du besitzest Tasso 3180  Man rede von Mangel und Unglück, wenn die, welche genug b., es nicht brauchen und genießen können GWB32,60,11 ItR  [Sekretär:] Willkürlich handeln ist des Reichen Glück! | .. Genug b. hieße darben. Alles | Bedürfte man! Unendlicher Verschwendung | Sind ungemess’ne Güter wünschenswerth GWBNatT 780  den Fehlschluß, daß ein sorgfältig abgecirkeltes Manuscript auch ein würdiges Geistesproduct sei, werth von einem Kenner und Beschützer besessen und aufgestellt zu werden GWB21,320,22 Lj III 12 GWB33,316,8 BelagergMainz GWB23,21,25 Lj VII 3 GWB51,238 Xen 233(63) GWB6,139 Vs 5 DivSuleika GWB20,242,10 Wj II 5 mehrf absol Gebrauch; auch PartPräs iSv wohlhabend, PartPräs subst bedeutungsverwandt mit ‘Bürger’  sie [Mönch, Kaufmann, Bauer] treibens alle nur so lange es dem Reuter gefällt; dem müssen sie .. zinsen und zahlen, und er ist Herr von allem, eben weil er nicht besitzt GWB132,326 Götz3 IV Plp  Jener [Meph] schildert die Zustände der b-den Menschen GWB152,236,5 Faust II Plp  Megara .. wird .. durch Volksübergewicht zerrüttet. Die B-den, Gesitteten, häuslich und reinlich Gewöhnten werden auf das schmählichste öffentlich bedrängt .. beraubt, vernichtet oder vertrieben GWB412,212,23 Rez:Weber,ElegDichter dHellenen GWBNatT 1638 GWB24,62,12 Wj I 4 vereinzelt in der abgeschwächten Bed: etw in Händen haben, konkret um sich haben  Mein Vater bewahrte sie [G-s Frühwerke] sorgfältig in seinem Archiv, sonst würde ich kein Exemplar davon b. GWB28,105,18 DuW 12  [in der Erinnerung an entschwundene Zeiten] Das strenge Herz es fühlt sich mild und weich; | Was ich besitze seh’ ich wie im Weiten, | Und was verschwand wird mir zu Wirklichkeiten GWBFaust I 31 Zueignung   b prägnanter u übergehend zu c: Wert u Gehalt einer Sache sich innerlich zu eigen machen, intellektuell beherrschen  [Faust mit Blick auf die Geräte in seinem Studierzimmer:] Was du ererbt von deinen Vätern hast | Erwirb es um es zu b. | Was man nicht nützt ist eine schwere Last; | Nur was der Augenblick erschafft das kann er nützen GWBFaust I 683  [G bittet um Überlassung eines Rubens-Nachstichs von CGalle, weil er die Originalvorlage besitzt (s Schuchardt 1,180 Nr358 u 309 Nr880)] daß man beides erst neben und mit einander kennen lerne und eigentlich besitze GWBB48,215,17 Rochlitz 4.6.31 [Beilage] in steigernder Gegenüberstellung zu ‘haben’  [der Künstler mit einem lebensgroßen Bild der Venus Urania:] Du gehst in eines Reichen Haus, | .. Und er besitzt dich nicht, er hat dich nur. | Du wohnst bei mir GWB16,144 KünstlersErdew 23   c üb ein ideelles Gut (auch kollektiv) verfügen  α mBez auf kulturelle Werte, Erlebnis- u Bewußtseinsinhalte  Jede Nationaldichtung muß schal sein .. die nicht auf dem Menschlich-Ersten ruht, auf den Ereignissen der Völker und ihrer Hirten .. In diesem Sinne muß jede Nation, wenn sie für irgend etwas gelten will, eine Epopöe b. GWB27,104,25 DuW 7  [üb die Büste des Juristen Bartolius in Vicenza] Es ist ein festes, freyes wackres, schönes Gesicht .. und freut mich auch diese Gestalt in der Seele zu b. GWBT1,228,26 v 25.9.86  Alle [Romanzen] zeugen von einer Nation, die eine reiche Wirklichkeit und darin ein geistreiches Leben besaß und besitzt GWB412,72,20 Rez:SpanRomanzen  So verrauschte Scherz und Kuß, | Und die Treue so. | Ich besaß es doch einmal, | Was so köstlich ist! | Daß man doch zu seiner Qual | Nimmer es vergißt! GWB1,100 An den Mond 17 GWB31,28,4 ItR GWB8,282,9 Egm V GWB412,333,23 Zu:Müller,Dem Könige die Muse  β mBez auf intellektuelle Werte, Ideen, Einsichten, Kenntnisse (mehrf auch bildl als ‘Schlüssel’, ‘Ariadnischer Faden’), auch in der iron Übertragung materiellen Besitzdenkens auf den Wissensbereich  die Idee ist in der Erfahrung nicht darzustellen, kaum nachzuweisen, wer sie nicht besitzt, wird sie in der Erscheinung nirgends gewahr; wer sie besitzt, gewöhnt sich leicht über die Erscheinung hinweg, weit darüber hinauszusehen und kehrt freilich .. wieder an die Wirklichkeit zurück GWBN6,226,3u5 Botanik  [aus Zellerfeld] In meinen Spekulationen bin ich auch glücklich .. und hoffe den Ariadneischen Faden balde zu b. mit dem man sich aus diesen anscheinenden Verworrenheiten herauswinden kann GWBB6,336,23 ChStein 14.8.84  [Meph:] Doch euch des Schreibens ja befleißt .. | [Schüler:] Ich denke mir wie viel es nützt; | Denn, was man schwarz auf weiß besitzt, | Kann man getrost nach Hause tragen GWBFaust I 1966 GWBN9,274,8 BildgErde GWB32,77,13 ItR GWBB17,151,21 Zelter 13.7.04 eine fremde Sprache, eine wiss Methode, eine künstlerische Technik beherrschen  ob er [ein Offizier] gleich einige fremde Sprachen besaß und ihre besten Schriftsteller las GWB51,257,1 ThS III 11  Ich besaß die entwickelnde entfaltende Methode, keineswegs die zusammenstellende ordnende; mit den Erscheinungen neben einander wußt’ ich nichts zu machen, hingegen mit ihrer Filiation mich eher zu benehmen GWB36,253,12 BiogrEinzh Verhältnis zuSchiller  [G als Zeichner] Ich wendete mich .. zu der .. landschaftlichen Natur .. Das wenige Technische, was ich besaß, reichte kaum zu dem unscheinbarsten Umriß hin GWB32,128,26 ItR  γ mBez auf soziale (u politische) Werte: Respekt genießen; Positionen innehaben; üb ein Recht verfügen  Doctor Hotze .. besaß als Arzt .. ein ehrwürdiges Ansehn an seinem Orte GWB29,111,29 DuW 18  Sie .. besaßen schon eine schöne Stelle, zu welcher Ihre Wirksamkeit Sie erhoben hatte GWBB27,274,3 Bertuch 15.12.16 K  [mBez auf die geistigen Zirkel des 18. Jh um Klopstock, Herder, Lavater, Jacobi ua] war .. jener Zustand eine aristokratische Anarchie, ungefähr wie der Conflict jener, eine bedeutende Selbstständigkeit entweder schon b-den oder zu erringen strebenden Gewalten im Mittelalter GWB35,40,17 TuJ A1,339,37 Aktenausz [19./29.1.85]   5 eine Eigenschaft, Kraft, Potenz haben   a best Merkmale, auch eine bes Art haben; häufig von Personen, seltener von Naturerscheinungen, vereinzelt von künstlerischen Werken u Gegenständen; überwiegend in positiven Aussagen  Ein ruhiger Blick, eine stille Consequenz, in jeder Jahrszeit .. das ganze Gehörige zu thun, wird vielleicht von niemand mehr als vom Gärtner verlangt. Diese Eigenschaften besaß der gute Mann in einem hohen Grade GWB20,305,8 Wv II 9  Ich .. attachirte mich sehr an den Mann [den Kupferstecher Stock], der bei seinem anhaltenden Fleiße einen herrlichen Humor besaß und die Gutmüthigkeit selbst war GWB27,180,14 DuW 8  Von Natur b. wir keinen Fehler, der nicht zur Tugend, keine Tugend, die nicht zum Fehler werden könnte GWB24,193,21 Wj I 10  das Air eines Hofmannes, das er vollkommen zu b. glaubte GWB21,249,20 Lj III 2  Sie [die gelbe Farbe] .. besitzt eine heitere, muntere, sanft reizende Eigenschaft GWBN1,310,14 FlD 766 GWBB13,216,27 WHumboldt 16.7.98 K GWBB27,424 Zelter 14.11.16 K GWB40,384,5 Rez:Dumont bestimmte (bes qualifizierte) Bestandteile haben, aufweisen  wie denn dieses Gebirg [böhm Randgebirge] bis zu seiner Höhe zwischen den Felsen guten Ackerboden besitzt GWBN10,110,4 AusTeplitz [für: contain] GWBN13,395,23 Mawe,Expeditionen 1817   b eine Begabung haben, üb künstlerische u geistige (auch magische) od natürl Kräfte verfügen  Prinzeß Caroline von Mecklenburg, selbst einen schönen Sinn für landschaftliche Zeichnungen b-d, so wie anmuthig ausführend GWB36,66,25 TuJ  Das wahre dichterische Genie .. besitzt die höhere innere Form, der doch am Ende alles zu Gebote steht GWB40,356,17 Rez:Wunderhorn  Wer nur einigen Menschenverstand besaß, oberflächlich mit den Alten, etwas näher mit den Neueren bekannt war, glaubte sich schon mit einem Maßstabe [für Literaturkritik] versehen GWB27,64,11 DuW 6  weil uns [die Frauen] die Natur, das Herkommen, die Gesetze eben so zu verkürzen scheinen, als die Männer begünstigt sind. Was diese b., müssen wir erwerben, und was man erringt, behauptet man hartnäckiger, als das, was man ererbt hat GWB18,306,17 GutWeiber  [Faust zum Erdgeist:] Hab’ ich die Kraft dich anzuziehn besessen, | So hatt’ ich dich zu halten keine Kraft GWBFaust I 624 [für: être doué de] GWB45,24,24 RamNeffe GWB7,67,16 DivNot GWBN51,234,17 EntoptFarb auch der ‘Besitzende’ iSv der mit etw Begabte  so müßte man keine der menschlichen Kräfte bei wissenschaftlicher Thätigkeit ausschließen .. diese geforderten Elemente .. können jeden Augenblick hervortreten, wenn sie nicht durch Vorurtheile, durch Eigensinn einzelner B-den, und wie sonst alle die verkennenden, zurückschreckenden und tödtenden Verneinungen heißen mögen .. zurückgedrängt werden GWBN3,122,7 FlH II FarbBehandl dAlt   6 für unterschiedl charakterisierte Beziehungen zwischen Menschen   a jdn durch dessen Liebe, Zuneigung od Verehrung zu eigen haben; einander gehören; auch prägnant: jdm ehelich verbunden sein  Mein Geist ist immer bey dir und wenn es dich freut iemanden ganz zu b.; so darfst du dich recht freuen GWBB6,174,9 ChStein [18.6.]83  du liebes a und o du Innbegriff meiner Freuden und Schmerzen, da ich dich nicht habe was kann ich b., da du mein bist was kann mir fehlen GWBB7,71,27 ChStein 27.6.85  [Tasso üb die Prinzessin:] Sie weihe mich der Ruh und ihrem Preis: | Ihr bin ich, bildend soll sie mich b.; | Mein Herz bewahrte jeden Schatz für Sie Tasso 1159  [Epimeth:] Frage dich nicht in der Nähe der Süßen: | Scheidet sie? scheid’ ich? .. | Fasse sie wieder! Empfindet selbander | Euer B. und euren Verlust! GWBPand 774  [Eduard auf einem entfernten Gut] Sollte er sie [Ottilie] hier nicht b., nicht rechtmäßig b. können, so wollte er ihr den Besitz des Gutes zueignen GWB20,185,18 Wv I 18 GWBIph2 187 GWB20,329,21 Wv II 10 auch iS sexueller Vereinigung  die Liebste begleitet vom Oheim, | Den die Gute so oft, mich zu b., betriegt GWB1,253 Vs 306 RömEleg XV vereinzelt in der abgeschwächten Bed: ein Kind haben; jdn als Freund, Liebhaber haben  So erfreuten sie sich ihrer heiligen Liebe achtzehn Jahre, mit dem größten Verlangen Kinder zu b. [haver] GWB43,18,6 Cell I 1  [die Alte zu Mariane:] Ist es denn ein so grosses Unglück, zwei Liebhaber zu b.? GWB21,62,17 Lj I 12 GWB412,101,3 Die drei Paria   b ‘jds Herz, Vertrauen, Liebe uä, jds Ohr b.’, auch: ‘ein Gut, einen Schatz (für: ein Herz), die Schönheit (verkörpert in einer Frau) b.’  [Adelh zu Weisl:] müst ihr mir verzeihen wenn ich euch meine Gunst entreisse, ihr besitzt sie ohne Recht, ich schenckte sie einem andern auf Lebenslang GWB39,73,5 Götz1 II  [Prinzessin:] Weiß man die Männer, die er [der Papst] mehr als andre | Begünstigt, die sich ihm vertraulich nahn? | [Antonio:] Nur der erfahrne Mann besitzt sein Ohr, | Der thätige sein Zutraun, seine Gunst Tasso 628  [Prinzessin zu Tasso:] ihr strebt nach fernen Gütern .. | Wenn wir ein einzig nah beschränktes Gut | Auf dieser Erde nur b. möchten, | Und wünschen, daß es uns beständig bleibe. | Wir sind von keinem Männerherzen sicher Tasso 1028 DjG31,379 Mitsch2 396 GWBFaust II 9061 GWB24,289,13 Wj II 3 Mann v50Jahren   c jdn (besonders Künstler, Wissenschaftler) zu seinen Diensten haben; mit vermindertem Besitzanspruch ‘an jdm etw/jdn b.’: an jdm ein Talent, einen Mitwirkenden zur Verfügung haben; im persönl Umgang mehrf: jdn als Mitlebenden, Gesprächspartner, Besucher, Hausgenossen bei sich haben  [Alphons zu Antonio:] Das hat Italien so groß gemacht, | Daß jeder Nachbar mit dem andern streitet, | Die Bessern zu b., zu benutzen. | Ein Feldherr ohne Heer scheint mir ein Fürst, | Der die Talente nicht um sich versammelt Tasso 2845  wenn er [Nees] .. seine Recensionen [für die JALZ] ins Engere zu ziehen bewogen wird, so werden wir an ihm einen so brauchbaren, als vorzüglichen Mitarbeiter b. GWBB17,218,8 Eichstädt 21.11.04  Das Personal einer jeden heiteren Gesellschaft vollständig zu machen gehört nothwendig ein Acteur, welcher Freude daran hat, wenn die Übrigen .. die Pfeile des Witzes gegen ihn richten mögen .. Einen solchen besaßen wir an unserem Freund Horn GWB27,35,28 DuW 6  dem [bejahrten] Dom-Vicarius Hardy, den wir wohl nicht lange mehr b. werden GWBB26,167,9 Schuckmann [vor 29.]11.15  keine Aussicht, die mir mehr schmeicheln könnte, als Sie, mein Theuerster, mit Ihren lieben, auch uns Angehörigen in den schönsten Jahrestagen in Weimar zu b. GWBB33,42,14 Nicolovius 24.5.20 GWB341,122,8 KuARheinMain GWB32,295,24 ItR   d jdn, jds Herz u Sinne erfüllen, durchdringen, besetzt halten; einmal in der verstärkenden Wdg ‘jdn sich b.’: jdn völlig in Beschlag nehmen; von Gefühlen, von einer Gottheit, von guten od bösen Geistern (vgl ‘besessen’)  [Sorge:] Wen ich einmal mir besitze | Dem ist alle Welt nichts nütze .. | Bei vollkommnen äußern Sinnen | Wohnen Finsternisse drinnen GWBFaust II 11453  es [Ottilies Herz] war von der Liebe zu Eduard ganz gedrängt ausgefüllt, und nur die Gottheit, die alles durchdringt, konnte dieses Herz zugleich mit ihm b. GWB20,249,2 Wv II 5  Sibylle! Furie! rief Wilhelm [zu Barbara] aus .. welch ein böser Geist besitzt und treibt dich .. daß du denkst, die einfachste Geschichte von Marianens Tod und Leiden werde mich nicht empfindlich genug kränken GWB23,92,15 Lj VII 8  Wen ein guter Geist besessen | Hält sich das Gedächtniß rein; | Alles Übel ist vergessen | Eingedenk der Lust zu sein! GWB4,48 Wen ein guter Geist 1 GWBIph2 234 GWB29,74,4 DuW 17   7 ‘sich (selbst) b.’: sich in Gewalt haben, Herr üb seine körperl u geistigen Kräfte sein  [mBez auf die Baronesse, die Ottilie von Eduard trennen will] niemand besaß sich mehr als diese Frau, und diese Selbstbeherrschung in außerordentlichen Fällen gewöhnt uns sogar einen gemeinen Fall mit Verstellung zu behandeln, macht uns geneigt, indem wir so viel Gewalt über uns selbst üben, unsre Herrschaft auch über die andern zu verbreiten GWB20,121,11 Wv I 10  es wundert mich daß es in dem fremden Leben noch so geht es ist aber ein Zeichen daß ich mich noch gut besitze GWBT1,251,21 v 1.10.86 B(Scene 3,107a,39) Deny 21.2.11 GWBB25,246,22 Kirms 31.3.15   GWBmit- GWBnach- GWBwieder- GWBVielbesitzende GWBunbesessen Niebessenevgl GWBhaben zu 1 GWBbewohnen GWBeinnehmen GWBinnehaben zu 2 GWBbeherrschen zu 4 a (PartPräs) GWBbegütert possessioniert reich vielhabend wohlhabend zu 4 b, c, d GWBgenießen zu 5 GWBinnehaben GWBinhaben zu 6 GWBbeherrschen GWBbewohnen okkupieren zu 7 GWBbeherrschen(sich b.) 1) vgl KapÜbers: dem Schloß, worin er wohnt [resides] GWB44,64,3Elke Umbach E. U.
18866 Zeichen · 198 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    besitzenstv.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +2 Parallelbelege

    be-sitzen stv. BMZ 1. trans. ( allgem. ) wozu (bî) hinsitzen ( daʒ reht bes. gericht halten Dh. 337. daʒ lantgeriht bes.…

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Besitzen

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Besitzen , verb. irreg. act. S. Adelung Sitzen . 1) * Oft und viel auf einem Orte sitzen, so lange als nöthig ist, auf d…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    besitzen

    Goethe-Wörterbuch

    besitzen Vereinzelt -siz(z)en Fast 1300 Belege. Gelegentlich nähere Bestimmung des Objektbezuges mit Hilfe von Präpositi…

  4. modern
    Dialekt
    besitzen

    Elsässisches Wb. · +2 Parallelbelege

    b e sitze n wie hochd. ‘Vän i sä bs aa s’ Mü. Landsman hsl. — Bayer. 2, 346.

  5. Sprichwörter
    Besitzen

    Wander (Sprichwörter)

    Besitzen 1. Wer viel besitzt, hat viel zu streiten. – Simrock, 950. It. : Chi ha possessioni, ha questioni. ( Gaal, 190.…

  6. Spezial
    besitzen

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    be|sit|zen vb.intr. 1 (in Besitz haben) avëi (á, albü), ester patrun de, ester en posses de 2 (haben) avëi (á, albü) . ▬…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit besitzen

4 Bildungen · 1 Erstglied · 3 Zweitglied · 0 Ableitungen

Ableitung von besitzen

be- + sitzen

besitzen leitet sich vom Lemma sitzen ab mit Präfix be-.

Zerlegung von besitzen 2 Komponenten

besit+zen

besitzen setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

besitzen‑ als Erstglied (1 von 1)

besitzen als Zweitglied (3 von 3)

Ratbesitzen

DRW

rat·besitzen

Ratbesitzen, n. Wahrnehmung der Ratsfunktion vgl. Ratswahl nach dem schwern habent all drey fürsten in des brobst gesindstuben N. dem burger…

Rechtbesitzen

DRW

recht·besitzen

Rechtbesitzen, n. "Gerichtsversammlung" ÖW. VI 635 welcher den spot auß solchen rechtbesitzen treibt und offenlich daß redt und maint er wel…

umbesitzen

Lexer

umbe·sitzen

umbe-sitzen stv. BMZ tr. umgeben, -stellen, belagern Jer. wir wollen mit der lêre gar wesen umbeseʒʒen Pass. 217,21. verlangen mich dâ het m…