lautwandel 53 Wörterbücher · 2,7 Mio. Artikel
Wildcard · " Volltext

Aggregat · alle Wörterbücher

Geiß

nhd. bis spez. · 11 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

PfWB
Anchors
13 in 11 Wb.
Sprachstufen
6 von 16
Verweise rein
77
Verweise raus
60

Eintrag · Pfälzisches Wb.

Geiß f.

Bd. 3, Sp. 137
Geiß f.: 1.a. 'weibliche Ziege', Gääß (gEs), Geeß (gēs), Gaaß (gās, gs), Gäiß [zur Verbr. s. K. 152]; Pl. -e (-ə); Dim. -che (-χə, -jə) mit Pl. -cheʳ/-jeʳ [WPf (ohne Ost-PS) NPf (ohne Nordspitze) nördl. VPf], -el (-əl) mit Pl. -le (-lə) [Ost-PS mittl. u. südl. VPf, um Land mit Pl. -lich]; Sonderformen des Dim.: Gääßelche mit Pl. -cheʳ [mancherorts ganze Pf], Gääßi mit Pl. Gääßicheʳ [RO-Als Bing], Gaaßi [RO-Rehborn]. Der Rasse nach unterscheidet man: Saaner, Salzbur- ger, Schweizer, Ulmer G.; nach besonderen Merkmalen: Bettel-, Bitschen-, Platt-, Horn-, Hörner-, Juden-, Kälber-, Mecker-, Schmalgeiß. Syn.: Abrahams-, Bergmannskuh, Hatte, Heppes, Kitz, Mecker, Meckes, Mick, Steinhauerskuh, Zicke, Zickmäh, Ziege. Ich muß noch d' Gääße melke [GH-Kand, verbr.]. Die Kinner fahren mit de G. uf die Wääd 'treiben die G. auf die Weide' [BZ-Billh, verbr.]. Die Gääß is im Schaare 'macht Schaden', hol se schnell raus! [RO-Als]. An Michelsdag (29. Sept.) werd die Gääß zum Bock gefihrt, an Perersdag (22. Febr.) macht se 'wirft sie ihr Junges' [KL-Fischb, verbr.]. Gäiße sein Furrerverderwer, weil sie überall nur naschen und gleich weiterlaufen [KU-Schmittw/O]. Vergleiche u. RA.: Die is so därr wie e G. [KB-Kriegsf, verbr.], dass. ironisch: so fett wie die G. am Knie [KL-Siegb, verbr.]. Der Hohlwangige hat Backe wie e G. [KU-Kaulb]. Er kennt e G. zwische de Hörner kisse, dass. [KU-Ulm, verbr.]. Der Halsstarrige ist läädstellich 'hartnäckig' wie e G. [KL-Reichb, verbr.]. Du hoscht dich gemoschdert wie em Narr sei G., wer sich geschmacklos oder auffällig kleidet [KB-Bischh, verbr.]. Mach mol so schnell, wie e G. trippelt, Aufforderung zur Eile [BZ-Sarnst, verbr.], auch: wie e G. schwänzelt [NW-Kallstdt]. Der Wehleidige verhält sich wie e lahm G. [Hebel 18]. Eine Dünnbeinige steht in weiten Stiefeln wie die G. im Melkeimer [Kaislt]. Der Glatzköpfige wird verspottet: Er hat so lang an der därr Gäiß gesoff un sich vore (vorn) die Hoor abgestuppt [WD-Niedkch]. Vom Dummen heißt es: Er hat's inwendsich wie e G. 's Fett [KL-Reichb, verbr.]. Den Besserwisser weist man zurecht: Er will e aldi G. brunze lerne [Zweibr]. Der Verrückte hat an'rer G. gesoff [HB-Webh]. Belangloses macht die G. aa nit fett [NW-Freinsh]. Der Anspruchslose hiet 'hütet' die G. for die Knuddele 'um den Geißenmist' [RO-Feilbg]. Scherzh. Antwort auf die Frage nach dem Ergehen: Wie Millersch G. uf de Mischt [ZW-Marthh]. Aufforderung zum Zahlen: Do die G. gebockt, do de Batze! [Kühn Palz 128, verbr.]. Scherzh. Prahlerei: Mer kennen's mache, mer han die G. verkääft [KU-Bedb], dass. auch: Was e Hitz unner dem (viele) Veh! Gehschde erum, Gäiß! [KU-Schmittw/O]. Der kriet noch kaaⁿ Pritsch vun meiner G. 'kriegt gar nichts' [KU-Kaulb]. SprW.: Gure Gedanke un lahme Gääße kumme hinne nooh [Hebel 48]. Hot de Deiwel die G. geholt, kann er aach de Bock (auch: die Pritsch, de Strick) hole 'mag auch das Übrige verlorengehen' [RO-Als, verbr.]. Mit Gewalt hebt mer e G. (am Schwanz) rum 'mit äußerster Anstrengung gelingt alles' [LA-Mörzh, verbr.]. Wann mer die G. genumme hot 'übernommen hat', muß mer se aa hiede [Sunndag 18/1956, S. 3]. Alles, was recht isch, hot Gott lieb; un wer e G. stiehlt, isch käⁿ Bocksdieb [LA-Gommh]. BR.: 'me Wingert un 're G. isch's nie zu heeß [Zahn Pläsier 190]. Die Ortsneckerei Se Draase reire se uf de Gaaße s. taugen. VR. s. bei Amen, Bändel 1 b, Bein 1, Peter 2, Blatt 1 a, Bohnenblatt 1, Pritsche 1 a β, Brunnen 2, verrecken 1, Vieh 1 b, Roß. Brauchtum: Heiratet die jüngere Schwester vor der älteren, dann muß die Ältere der Jüngeren e Gäiß käife [KU-Schmittw/O IB-Alschb Schandein Bav. IV/2, 366]. Bis etwa 1914 galt in KL-Schneckhs der Kirchweihbrauch die G. erausdanze; vgl. austanzen. Am Kirbendienstag werd e G. geschlacht [IB-Eschring]. a. 1465-70: Item die geyß, die Im wald funden werden anders, dan vf der rechten strassen, steend eim waltfaut zu [SpeyHochst. Bl. 210]. a. 1590: dieweil wir auch befinden, daß am Sontag vnd inn der Wochen wann man predigt, geiß, genß vnd anderß in die Kirch lauffenn [ZweibrUrkb. 160]. — b. s. Gelt-, Rehgeiß. — 2.a. spött. 'große, magere weibliche Person', auch Schimpfw. [verbr.]. Syn. s. Gammel 1. Des isch e rechdi G. [LA-Gommh, verbr.], e langi, e därri G. [LU-Altr, verbr.]. Auch von weiblichen Personen mit anderen negativen Eigenschaften: e schnäkichi 'naschhafte' G. [PS-Erfw]; e dummi G. [KU-Kaulb, verbr.]; e närrischi G., z. B. von einer Mannstollen [PS-Geisbg, verbr.]; e neidischi G. [KB-Stett PS-Hermbg]; e gelt G. 'Frau, die keine Kinder bekommt' [KU-Schmittw/O]; vgl. Gelt-, Haber-, Seidengeiß. — b.α. spött. vom Schneider [RO-Sippf]; vgl. Geißbockschneider, Schneidergeiß. — β. Uzname für die Bewohner von PS-Geisbg, Gääße [PS-Schmalbg Heltbg Hermbg]; vgl. Geißbock 2c. — γ. s. Angst-, Teufels-, Himmels-, Jammergeiß. — c. 'abgetriebene, magere Stute' [FR-Mörsch SP-Schiffstdt]; vgl. Geißbock 2 a. — d. ein kleiner Fisch (ohne nähere Angabe) [BZ-Dernb ]. — 3.a. 'Spinnrad, an dem die Spule hinter dem Rad angeordnet ist, im Gegensatz zum Bock 4 f, an dem sie sich über dem Rad befindet' [(1900) KU-Herschw/ Petth KL-Fischb NW-Lach/Speyd LA-Mörzh]; vgl. Becker Vk. 68. — b. 'aus dem Wipfel eines Tannenbäumchens gefertigter Teil des Spinnrades, von dem das Werg abgesponnen wird, im Gegensatz zum Rockenstab' [verbr. NWPf]. — c. s. Pfluggeiß. — d. 'Holzgerüst, auf dem der Pflug befördert wird' [LU-Neuhf]; vgl. Pflugsschleife. — e. 'Kutschersitz' [NW-Wachh]; vgl. Bock 4 k. — f. 'Leiterchen vorn am Heuwagen' [KL-Ottb Erfb]. Zs. Mistgeiß. — g. 'Gerüst, auf dem das geschlachtete Schwein liegt' [NW-Frankeck]. — h.α. 'beim Geißwerfen verwendeter dreibeiniger Aststumpf' [KU-Bedb Blaub]. — β. 'Hebewinde mit drei oben zusammenlaufenden Beinen' [BZ-Dierb]. — i. 'die an den unteren Enden zusammengebundene Schürze der Graserin' [FR-Flomh]. — 4.a. 'ungerodeter Rest eines Kartoffelackers', Geeßche [IB-Hass]. — b. Gewannenname in RO-Sippf, Gaaß. — Südhess. II 1189 ff.; Rhein. II 1145ff.; Lothr. 180 Gaiss; Els. I 236; Bad. II 339.
6114 Zeichen · 211 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    GeißDie

    Campe (1807–1813) · +1 Parallelbeleg

    Die Geiß , Mz. die — en , im O. D. eine Ziege, auch ein Reh, eine Rehziege, Ricke. I weiterer Bedeutung versteht man zuw…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Geiß

    Goethe-Wörterbuch

    Geiß einmal -s a Ziege Gleichniß von zwei Löwen, die .. eine geraubte Geis [αἶγα] forttragen 41 1 ,294,15 Ilias Ausz 13 …

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Geiß

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Geiß ( Geis ), die Hausziege, auch das Weibchen der Gemse, des Rehs, des Damwildes.

  4. modern
    Dialekt
    Geiss

    Elsässisches Wb. · +6 Parallelbelege

    Geiss [Kais Liebsd. bis Ingw. ; Kèis M. ; Kæis K. Z. Han. Betschd. Lützelstn. Wh. Hirschland ; Kǽs Barr Reichstett Weyer…

  5. Sprichwörter
    Geiss

    Wander (Sprichwörter)

    Geiss 1. Alte geyss lecket auch gern saltz. – Franck, II, 117 a ; Henisch, II, 1449; Lehmann, II, 27, 27; Eiselein, 202;…

  6. Spezial
    Geiß

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Geiß f. (-,-en) ‹zool› (Ziege) cioura (-res) f.

Verweisungsnetz

101 Knoten, 99 Kanten

Tap auf Knoten öffnet Detail · Drag zum Umpositionieren · Scroll zum Zoomen

1-Hop 2-Hop
Filter:
Anchor 4 Hub 1 Kompositum 88 Sackgasse 8

Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit geiss

586 Bildungen · 525 Erstglied · 59 Zweitglied · 2 Ableitungen

geiss‑ als Erstglied (30 von 525)

Geiss(en)tȫderwind

Idiotikon

Geiss(en)tȫderwind Band 16, Spalte 525 Geiss(en)tȫderwind 16,525

Geissart

RhWB

geis·sart

Geiss-art Klev-Frasselt f.: in der Wend.: Hej hät ene Bart no G.

Geissauge

RhWB

geiss·auge

Geiss-auge -ō:x (s. S.) n.: 1. wie nhd. Allg. — 2. grosser Schnaps, bes. mit Zucker, nach der Taufe im Wirtshaus getrunken Mörs-Marienbaum ,…

Geissbareⁿ

Idiotikon

Geissbareⁿ Band 4, Spalte 1442 Geissbareⁿ 4,1442

Gēißbārt

Adelung

geiss·bart

Der Gēißbārt , des -es, plur. inus. ein Nahme verschiedener Pflanzen, welche wegen der haarigen Gestalt ihrer Blumen oder Blätter einem Geiß…

Geissbauer

RhWB

geiss·bauer

Geiss-bauer (s. S.) m.: verächtl. kleiner B.; do woəhne mar jet ärm Getembörəkes Kemp .

Geißbaum

Adelung

geiss·baum

Der Geißbaum , des -es, plur. die -bäume, eine in einigen Oberdeutschen Gegenden übliche Benennung des gemeinen Ahornes, Acer Pseudoplatanus…

Geissbebiner

Idiotikon

Geissbebiner Band 4, Spalte 924 Geissbebiner 4,924

Geissbegener

Idiotikon

Geissbegener Band 4, Spalte 1055 Geissbegener 4,1055

Geissbei(n)

Idiotikon

Geissbei(n) Band 4, Spalte 1299 Geissbei(n) 4,1299

Geissbein

RhWB

geiss·bein

Geiss-bein (s. S.) n.: 1. wie nhd. — 2. übertr. a. magere, dünne B. — b. Neckn. derer von Dür-Bergst , G. va Berresten.

geißbeinig

PfWB

geiss·beinig

geiß-beinig Adj. : ' dünn-, stelzenbeinig ', gääßbäänich [ PS-Fehrb ]. Guck d'r mol denne gaaßbooniche Gummerefärschder aaⁿ! [ Gal-Obl ]. Sü…

Geissbellchen

RhWB

Geiss-bellchen -ę·l.- Schleid-Urft Pl. n.: die Zipfeln, die der Geiss an dem Unterkiefer herunterhängen.

Geissbengleⁿ

Idiotikon

Geissbengleⁿ Band 4, Spalte 1375 Geissbengleⁿ 4,1375

Geissber(i)

Idiotikon

Geissber(i) Band 4, Spalte 1465 Geissber(i) 4,1465

Geißberg

Meyers

geiss·berg

Geißberg , Schloß auf einer Anhöhe südlich von Weißenburg im Elsaß, war Hauptstützpunkt der Franzosen im Treffen am 4. Aug. 1870. S. Weißenb…

Geißbêrgerstein

Adelung

geissberg·erstein

Der Geißbêrgerstein , des -es, plur. inus. eine graue, weißliche, oft auch bläuliche und röthliche harte Steinart, welche in der Schweiz. au…

Geissbickes

RhWB

Geiss-bickes -e- Koch-Moselkern m.: Ziegenbock.

Geissblackeⁿ

Idiotikon

Geissblackeⁿ Band 5, Spalte 55 Geissblackeⁿ 5,55/6

Geißblatt

Adelung

geiss·blatt

Das Geißblatt , des -es, plur. inus. die Oberdeutsche Benennung einer Pflanze, welche im mittägigen Europa wild wächset; Lonicera Caprifoliu…

Geißblattlaube

Campe

geissblatt·laube

○ Die Geißblattlaube , Mz. die — n , eine Laube von Geißblatt, durch die Ranken des Geißblattes gebildet, damit bekleidet. — — oder gefällt …

Geißblattornament

Meyers

geissblatt·ornament

Geißblattornament , eine besonders in England zur Zeit der Königin Elisabeth in der Architektur angewandte palmettenartige Verzierung (s. Ab…

geiss als Zweitglied (30 von 59)

Bërggeiss

Idiotikon

Bërggeiss Band 2, Spalte 463 Bërggeiss 2,463

Damgeiß

Adelung

dam·geiss

Die Damgeiß , plur. die -e, in einigen, besonders Oberdeutschen Gegenden, das weibliche Geschlecht des Damwildbretes; das Damthier.

Fëdergeiss

Idiotikon

Fëdergeiss Band 2, Spalte 461 Fëdergeiss 2,461

Gämsgeiss

Idiotikon

Gämsgeiss Band 2, Spalte 462 Gämsgeiss 2,462

Hafergeiss

Wander

hafer·geiss

Hafergeiss Die Habagoass schreit. In Oberösterreich sagt man, dass die Hafergeiss, besonders im Frühling nächtlicherweile aus den Haferfelde…

Helle(n)geiss

Idiotikon

Helle(n)geiss Band 2, Spalte 462 Helle(n)geiss 2,462

Herme(n)geiss

Idiotikon

Herme(n)geiss Band 2, Spalte 462 Herme(n)geiss 2,462

Hirte(n)geiss

Idiotikon

Hirte(n)geiss Band 2, Spalte 462 Hirte(n)geiss 2,462

Hörnergeiss

Idiotikon

Hörnergeiss Band 2, Spalte 462 Hörnergeiss 2,462

Hūfeⁿgeiss

Idiotikon

Hūfeⁿgeiss Band 2, Spalte 462 Hūfeⁿgeiss 2,462

Lämpligeiss

Idiotikon

Lämpligeiss Band 2, Spalte 463 Lämpligeiss 2,463

Lǖte(n)geiss

Idiotikon

Lǖte(n)geiss Band 2, Spalte 463 Lǖte(n)geiss 2,463

Matte(n)geiss

Idiotikon

Matte(n)geiss Band 2, Spalte 463 Matte(n)geiss 2,463

Ableitungen von geiss (2 von 2)

Gegeiss

ElsWB

Gegeiss n. Gekletter NHof b. Str.

Geiße

Adelung

Die Geiße , plur. die -n, eine nur im Oberdeutschen übliche Benennung so wohl einer Ziege, als auch der Rehe, welche letztere auch die Rehzi…

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „geiss". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 13. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/geiss/pfwb
MLA
Cotta, Marcel. „geiss". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/geiss/pfwb. Abgerufen 13. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „geiss". lautwandel.de. Zugegriffen 13. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/geiss/pfwb.
BibTeX
@misc{lautwandel_geiss_2026,
  author       = {Cotta, Marcel},
  title        = {„geiss"},
  year         = {2026},
  howpublished = {lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern},
  url          = {https://lautwandel.de/lemma/geiss/pfwb},
  urldate      = {2026-05-13},
}