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Geiss

nhd. bis spez. · 11 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

ElsWB
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13 in 11 Wb.
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Eintrag · Elsässisches Wb.

Geiss

Bd. 1, Sp. 236a
Geiss [Kais Liebsd. bis Ingw.; Kèis M.; Kæis K. Z. Han. Betschd. Lützelstn. Wh. Hirschland; Kǽs Barr Reichstett Weyersh. Oermi.; Kás Bühl Ndrröd. Schleit.; Pl. –ə; Demin. –lə, –li O.; –l U. W.] f. 1. Ziege (dies Wort selten). ‘E Gais kriejt früej e Bart’ Pfm. II 6. ‘Es geht dir (steht dir an) wie einere G. e Fürtuech’ Str. Bild für schnelle Bewegung: so schnëll, gschwind als e G. tritt [ùf s Prat pyùnt (s. Geisbohn) M.] augenblicklich U.; daher der Zuruf Hopla Geis, wenn jemand, bes. ein Kind, fällt. Für Übermut: Wënn s der G. ze wohl ist, se schärrt sie Hi. Dü., so schlëckt sie Katzent. (so geht si uf s Is und bricht ein Bein Su. Bf. Dehli.) JB. II 168. IX 95. Ihre Minderwertigkeit: e G. ist e Scheiss Geberschw. Auf ihr Meckern bezüglich: er luegt schrägs wie d Geisen brüelen Steinbr.; auf ihr Salzlecken: dis schlëckt keine G. enwëg das ist unzweifelhaft, unabänderlich. ‘Das schleckt ene kei Geis ewäg’ Lustig I 90. Mü. Mat. 5, 43. Auf den starren Blick der Verendeten: er luegt (einem an Pfast.) wie e gstocheni G. von Verwundeten, Betrunkenen oder Zornigen allg.; auch von Bleichen, Kranken Katzent.nn mer d G. annimmt, muess mer si auch hüeten ein übernommenes Geschäft muss man auch selbst durchführen Obbr. Banzenh. ‘Wer d’ Geis annimmt, soll si au hüthe’ E. Stöber Neujahrsbüchl. 1824, 21. ‘der Geiß hüten’ ein Kinderspiel Fisch. Garg. 309 CS. Mischt sich jemand in ein Gespräch, das ihn nichts angeht oder wovon er nichts versteht, so wird er zurechtgewiesen: Weist, was du seist? wënn d G. d Leiter nuf geht, seist: Muttel, blib hunden! Dü. ‘Gang geh d’ Geiss abinde’ pack dich fort! Mü. Mat. 47; vgl. 45. 5, 60. ‘Geiss uss de Hegh’ bei einer unerlaubten Sache Mü. Mat. 47. ‘Alte Geisse schlecke noch gern Salz Vieilles femmes ne renoncent pas à l'amour’ Mü. Mat. 40. 5, 55. Gegen schädlichen Übereifer: Mit Gwalt kann mer e G. am Wadel herum lüpfen Dü. Mü. Mat. 5, 54. Er ist enwëg wie s Diawels (Theobalds) G. er ist gestorben od. wird sicher in kurzer Zeit sterben Bf. Er derf Geisen halten ist schon im Gefängnis, Zuchthaus gewesen Str. Elsass 1896 Nr. 11. Bes. dient die Magerkeit zum Vergleich: mager wie e G. Auch Er ist so mager, dass er eine G. zwischen den Hörnern könnt küssen Steinbr. Dehli. s. feisst Seite 152, fëtt 156. Vielleicht hierher auch der Ausruf der Verwunderung: was die G. e Fass het! Hf. 2. magere schlanke Person, bes. eine weibliche. Das ist noch e G.! Roppenzw. Daher wohl die Schneider Geissen genannt nach Martin Parl. N. 792. ‘Schnider, wenn de rîdde wit, Ze saddel d'r die Gais!’ Pfirt Stöber Volksb. 28. 3. Gestell aus drei Balken zum Heben schwerer Gegenstände Str., Vorrichtung zum Laden der Fässer Rapp., zum Abstellen der Traubenbottiche Bebelnh., die gabelförmige Handhabe am Pflug, die Pflugsterze Dü. M. s. Geiz! 4. Ein solches Gestell, von einer Weide abgeschnitten, bei der drei Äste von einem Punkte ausgehn, dient zum Knabenspiel Geiss werfen. Das Gestell wird über einen Stein gestellt, der den Melkkübel darstellt; dann werfen die Knaben danach; einer hütet und muss die umgeworfene Geiss immer wieder aufstellen. Während dessen holen die andern ihre Stöcke wieder; berührt der Hüter dabei aber einen mit seinem Stock, so muss dieser seine Stelle einnehmen Olti. ‘Gaisuffsetzers altes Knabenspiel Str. Ulrich. 5. Brummkreisel Ingersh. 6. Kæis ljə im Kinnespiel den Bolzen nicht weit genug hinausschlagen Hf.] Schweiz. 2, 454. Bayer. 1, 945. Hess. 120. Demin.
3536 Zeichen · 131 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    GeißDie

    Campe (1807–1813) · +1 Parallelbeleg

    Die Geiß , Mz. die — en , im O. D. eine Ziege, auch ein Reh, eine Rehziege, Ricke. I weiterer Bedeutung versteht man zuw…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Geiß

    Goethe-Wörterbuch

    Geiß einmal -s a Ziege Gleichniß von zwei Löwen, die .. eine geraubte Geis [αἶγα] forttragen 41 1 ,294,15 Ilias Ausz 13 …

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Geiß

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Geiß ( Geis ), die Hausziege, auch das Weibchen der Gemse, des Rehs, des Damwildes.

  4. modern
    Dialekt
    Geiss

    Elsässisches Wb. · +6 Parallelbelege

    Geiss [Kais Liebsd. bis Ingw. ; Kèis M. ; Kæis K. Z. Han. Betschd. Lützelstn. Wh. Hirschland ; Kǽs Barr Reichstett Weyer…

  5. Sprichwörter
    Geiss

    Wander (Sprichwörter)

    Geiss 1. Alte geyss lecket auch gern saltz. – Franck, II, 117 a ; Henisch, II, 1449; Lehmann, II, 27, 27; Eiselein, 202;…

  6. Spezial
    Geiß

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Geiß f. (-,-en) ‹zool› (Ziege) cioura (-res) f.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit geiss

586 Bildungen · 525 Erstglied · 59 Zweitglied · 2 Ableitungen

geiss‑ als Erstglied (30 von 525)

Geiss(en)tȫderwind

Idiotikon

Geiss(en)tȫderwind Band 16, Spalte 525 Geiss(en)tȫderwind 16,525

Geissart

RhWB

geis·sart

Geiss-art Klev-Frasselt f.: in der Wend.: Hej hät ene Bart no G.

Geissauge

RhWB

geiss·auge

Geiss-auge -ō:x (s. S.) n.: 1. wie nhd. Allg. — 2. grosser Schnaps, bes. mit Zucker, nach der Taufe im Wirtshaus getrunken Mörs-Marienbaum ,…

Geissbareⁿ

Idiotikon

Geissbareⁿ Band 4, Spalte 1442 Geissbareⁿ 4,1442

Gēißbārt

Adelung

geiss·bart

Der Gēißbārt , des -es, plur. inus. ein Nahme verschiedener Pflanzen, welche wegen der haarigen Gestalt ihrer Blumen oder Blätter einem Geiß…

Geissbauer

RhWB

geiss·bauer

Geiss-bauer (s. S.) m.: verächtl. kleiner B.; do woəhne mar jet ärm Getembörəkes Kemp .

Geißbaum

Adelung

geiss·baum

Der Geißbaum , des -es, plur. die -bäume, eine in einigen Oberdeutschen Gegenden übliche Benennung des gemeinen Ahornes, Acer Pseudoplatanus…

Geissbebiner

Idiotikon

Geissbebiner Band 4, Spalte 924 Geissbebiner 4,924

Geissbegener

Idiotikon

Geissbegener Band 4, Spalte 1055 Geissbegener 4,1055

Geissbei(n)

Idiotikon

Geissbei(n) Band 4, Spalte 1299 Geissbei(n) 4,1299

Geissbein

RhWB

geiss·bein

Geiss-bein (s. S.) n.: 1. wie nhd. — 2. übertr. a. magere, dünne B. — b. Neckn. derer von Dür-Bergst , G. va Berresten.

geißbeinig

PfWB

geiss·beinig

geiß-beinig Adj. : ' dünn-, stelzenbeinig ', gääßbäänich [ PS-Fehrb ]. Guck d'r mol denne gaaßbooniche Gummerefärschder aaⁿ! [ Gal-Obl ]. Sü…

Geissbellchen

RhWB

Geiss-bellchen -ę·l.- Schleid-Urft Pl. n.: die Zipfeln, die der Geiss an dem Unterkiefer herunterhängen.

Geissbengleⁿ

Idiotikon

Geissbengleⁿ Band 4, Spalte 1375 Geissbengleⁿ 4,1375

Geissber(i)

Idiotikon

Geissber(i) Band 4, Spalte 1465 Geissber(i) 4,1465

Geißberg

Meyers

geiss·berg

Geißberg , Schloß auf einer Anhöhe südlich von Weißenburg im Elsaß, war Hauptstützpunkt der Franzosen im Treffen am 4. Aug. 1870. S. Weißenb…

Geißbêrgerstein

Adelung

geissberg·erstein

Der Geißbêrgerstein , des -es, plur. inus. eine graue, weißliche, oft auch bläuliche und röthliche harte Steinart, welche in der Schweiz. au…

Geissbickes

RhWB

Geiss-bickes -e- Koch-Moselkern m.: Ziegenbock.

Geissblackeⁿ

Idiotikon

Geissblackeⁿ Band 5, Spalte 55 Geissblackeⁿ 5,55/6

Geißblatt

Adelung

geiss·blatt

Das Geißblatt , des -es, plur. inus. die Oberdeutsche Benennung einer Pflanze, welche im mittägigen Europa wild wächset; Lonicera Caprifoliu…

Geißblattlaube

Campe

geissblatt·laube

○ Die Geißblattlaube , Mz. die — n , eine Laube von Geißblatt, durch die Ranken des Geißblattes gebildet, damit bekleidet. — — oder gefällt …

Geißblattornament

Meyers

geissblatt·ornament

Geißblattornament , eine besonders in England zur Zeit der Königin Elisabeth in der Architektur angewandte palmettenartige Verzierung (s. Ab…

geiss als Zweitglied (30 von 59)

Bërggeiss

Idiotikon

Bërggeiss Band 2, Spalte 463 Bërggeiss 2,463

Damgeiß

Adelung

dam·geiss

Die Damgeiß , plur. die -e, in einigen, besonders Oberdeutschen Gegenden, das weibliche Geschlecht des Damwildbretes; das Damthier.

Fëdergeiss

Idiotikon

Fëdergeiss Band 2, Spalte 461 Fëdergeiss 2,461

Gämsgeiss

Idiotikon

Gämsgeiss Band 2, Spalte 462 Gämsgeiss 2,462

Hafergeiss

Wander

hafer·geiss

Hafergeiss Die Habagoass schreit. In Oberösterreich sagt man, dass die Hafergeiss, besonders im Frühling nächtlicherweile aus den Haferfelde…

Helle(n)geiss

Idiotikon

Helle(n)geiss Band 2, Spalte 462 Helle(n)geiss 2,462

Herme(n)geiss

Idiotikon

Herme(n)geiss Band 2, Spalte 462 Herme(n)geiss 2,462

Hirte(n)geiss

Idiotikon

Hirte(n)geiss Band 2, Spalte 462 Hirte(n)geiss 2,462

Hörnergeiss

Idiotikon

Hörnergeiss Band 2, Spalte 462 Hörnergeiss 2,462

Hūfeⁿgeiss

Idiotikon

Hūfeⁿgeiss Band 2, Spalte 462 Hūfeⁿgeiss 2,462

Lämpligeiss

Idiotikon

Lämpligeiss Band 2, Spalte 463 Lämpligeiss 2,463

Lǖte(n)geiss

Idiotikon

Lǖte(n)geiss Band 2, Spalte 463 Lǖte(n)geiss 2,463

Matte(n)geiss

Idiotikon

Matte(n)geiss Band 2, Spalte 463 Matte(n)geiss 2,463

Ableitungen von geiss (2 von 2)

Gegeiss

ElsWB

Gegeiss n. Gekletter NHof b. Str.

Geiße

Adelung

Die Geiße , plur. die -n, eine nur im Oberdeutschen übliche Benennung so wohl einer Ziege, als auch der Rehe, welche letztere auch die Rehzi…

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APA
Cotta, M. (2026). „geiss". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 14. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/geiss/elswb
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Cotta, Marcel. „geiss". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/geiss/elswb. Abgerufen 14. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „geiss". lautwandel.de. Zugegriffen 14. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/geiss/elswb.
BibTeX
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