Gefühl von knapp 1700 Belegen wie bei ‘Empfindung’ (900 Belege) die Hälfte in Punkt 3 b, doch ein Fünftel (gegen ein Zehntel dort) in 4; erhebl stärker belegt als dort u differenzierter sind insbes die Punkte 6 (Empfindungsvermögen), 4 c (Verständnis für jdn) sowie 4 d (sach- u problemorientierte Empfindungen), vor allem aber der — bei ‘Empfindung’ nicht nennenswerte — Rückbezug auf Selbstgefühl u -erfahrung (3 c) sowie auf den subjektiven Überzeugungs- u Gewißheitscharakter (4 d γ
), — beides in deutl Entsprechung zu den Verhältnissen bei ‘fühlen’ iUz ‘empfinden’ (vgl die Vorbem zu ‘fühlen’); ansonsten ein ähnl Gebrauchsprofil, wobei auch der Akt des Empfindens u Wahrnehmens weithin gegenüber dem empfundenen Inhalt dominiert (oft freilich nicht davon zu trennen ist). — Bemerkenswert beim jungen G lebhafte genieästhet Bekundungen, in denen schöpferisches Kraft- u Selbstgefühl im Wechsel steht mit sympathet Hingabe- u Abhängigkeitsempfindungen (3 c) od relig Enthusiasmus (4 b); nach seiner Kritik an der modisch verflachten ‘Empfindsamkeit’ (7 b) u auch etwa an Jacobis ‘Gefühlslehre’ (sd) eine immer stärkere Beachtung der geregelten (kontrollierten) emotionalen Durchdringung u Aneignung der Wirklichkeit (4), auch des (ästhetisch) Regelrechten (5) od Typischen u Standardisierten best (kollektiver) Empfindungs- u Denkweisen (7): All dies sind weitere u noch wenig beachtete Aspekte des “Gefühl[s] als Mittel und Möglichkeit der Realitätserkenntnis”1),
das für G in der Frühzeit noch primär durch die künstlerisch-produktive Phantasie gesteuert war 1
sinnl, körperl Wahrnehmung bzw ein entspr Empfindungseindruck a
(beim) Verspüren od Unterscheiden best Sinnesreize, insbes durch den Tastsinn; vereinzelt als (physiol) täuschender Eindruck, einmal als eine durch Assoziation vermittelte Geschmacksempfindung jedermann .. empfindet völlig wie das Thermometer .. nur der Unterrichtete wünscht zur Bestätigung seines G-s, das Mehr oder Weniger, durch künstliche Vorrichtung zu erfahren GWBN12,66,20 BaromSchwankungen Farbenfühlen .. Eine Demoiselle .. glaubte .. die Farben zu unterscheiden, an einem stärkern oder schwächern Wirbeln das sie [
bei der Berührung] an den Fingerspitzen empfand .. Beym Schwarzen empfand sie .. aber eine Art Wärme. Das Weiß gab ihr das geringste .. G. GWBN5
2,38,13 Fl Plp Diese viere [
Handwerker] .. horchten dem Gesang [
zweier Wanderer] und fielen .. entschieden .. mit ein, so daß eine vollständige Wandergesellschaft über Berg und Thal dem G. dahin zu schreiten schien GWB25
1,67,11 Wj III 1 [
für: sensation] GWBN2,209,12 FlP 456 GWBN1,54,6 FlD 129 GWBB31,186,28 Mellish [16.6.19] K
uö spezieller iSv Betasten, Abtasten [
Arzt üb die Gräfin:] sie läßt sich nicht ausreden, es sei eine Verhärtung [
auf der Brust] da, und wenn man ihr durch das G. den Wahn benehmen will, so behauptet sie, nur in diesem Augenblick sei nichts zu fühlen GWB22,244,15 Lj V 16 b
(beim) Gewahrwerden der eigenen körperl-seel Verfassung, best (schmerzl empfundener, organischer) Beeinträchtigungen, vitaler Anregungen uä, auch als Bewegungs-, Lage- od Orientierungsgefühl; öfter mit GenObj u Poss-Pron [
während der Erkrankung in Lpz] wurde mir durch das Wohlwollen .. freundlicher Menschen das G. meines Zustandes auf das zarteste gelindert GWB27,190,8 DuW 8 Um die Stellung des Vaters .. zu erklären .. [
sei] das augenblickliche G. der Wunde [
beim Biß der Schlange in die Weichteile] als die Hauptursache .. anzugeben GWB47,108,11 ÜbLaokoon Lebhaftere Tänze wechseln .. klüglich mit major und minor ab. Hier bringt Diastole und Systole im Menschen das angenehme G. des Athemholens hervor GWBB25,311,1 ChHSchlosser 19.2.15 K Beilage zum 5.5.15 K [
Wilh:] Und so bedrängte mich [
beim Blick durchs Fernrohr] .. ein seltsam G. zwischen Näh und Ferne zu schwanken und .. beydes zu verwechseln GWB25
2,130 Wj Plp GWBB27,306,5 Gfin Henckel 2.1.17 K GWBT1,103,2u7 v 11.11.79
uö als (instinktiv geregelte) Empfindung bei Tieren [
Wolfsmilchraupe vor dem Verpuppen] Das G. der sonderbaren bevorstehenden Entwicklung mag dem G. nach der Empfängniß ähnlich sein; doch droht hier die ganze Existenz umgeboren zu werden GWBN6,423,1f MetamIns GWBN6,445,21 EntomologStudien 2
seel-bewußte Wahrnehmung u (Re-)Aktion, Vergegenwärtigung od (charakterist, typische) Impression in der Seele, in der Imagination; als pauschale Bezeichnung für Bewußtheit öfter iUz Außenwelt, zum Faktischen u prakt Tun, negiert für Teilnahmslosigkeit u seel Abgestorbenheit; mehrf hinsichtl der ‘sinnlich-sittlichen’ Wirkung der Farben (auch in Berührung mit 1 a) Menschen, die .. auf alles was vorkam biblische Sprüche anzuwenden [
vermochten] .. Gleicherweise bedient man sich classischer Worte, wodurch wir G. und Ereigniß als ewig wiederkehrend bezeichnen GWB7,130,2 DivNot [
zur Verlobung Schlossers wenige Monate nach Cornelias Tod] Sagen kann ich .. gar nichts. Mein Herz und Sinn ist zeither so gewohnt dass das Schicksaal Ball mit ihm spielt dass es für’s neue .. fast gar kein G. mehr hat GWBB3,186,18 CEGoethe [16.]11.77 Das Blaue gibt uns ein G. von Kälte, so wie es uns auch an Schatten erinnert GWBN1,315,12 FlD 782 GWB44,411 CellAnh Plp GWB4,191 Elysium 63
uö als Empfindungsurteil des Gesichtssinns (in Berührung mit 1 a) Der kältste Sinn ist das Sehen, Erkänntniss ist sein G.
2) GWB37,62,4 Arianne an Wetty 3
Emotion, Gemüt(sbewegung), Stimmung, auch für einen seel erhöhten Zustand u eine (geistig inspirierte) Bestrebung a
für die (menschl) Emotionalität, das Gefühlsleben od auch Gemüt; häufig sg iUz anderen (komplementären) seel-geistigen Kräften u Äußerungen wie ‘Geist, Gedanke, Urteil’, einmal iGz bewußter Erinnerung; mehrf hinsichtl der Kultivierungsfähigkeit die [
erot] Neigung beschränkt das G., wenn die Religion hingegen es erweitert GWB48,136,18 NeueUnterhaltgn übGegenstände bildKunst [
Merkur:] Wenn das G. sich herzlich oft in Dämmrung freut, | So g’nüget heitre Sonnenklarheit nur dem Geist GWB13
1,71,13 Was wir bringen [1802] Der Mysticismus ist die Scholastik des Herzens, die Dialektik des G-s GWB42
2,161,4 MuR(360) Wann und was ich Ihnen zuletzt geschrieben, weiß ich .. nicht mehr .. Im G. bleibt mir alles und das sagt mir, daß ich Ihnen mancherley schuldig bin GWBB21,147,1 Zelter 21.12.09 GWB51,50,24 ThS I 15
uö b
für eine bestimmte, meist einfache (stereotype), gelegentl nur verhüllend angesprochene emotionale Regung, Leidenschaft, Gemütslage od einen Affekt; bes in Br häufig in Wdgn wie ‘jdm ein (un)angenehmes, schmerzliches, verdrießliches, trauriges G. erregen, geben, machen’, ‘von einem best G. ergriffen, durchdrungen sein’, in der Dichtung vereinzelt ‘gewissen G-en nachhängen’, ‘jdn zu best G-en stimmen, erheben’ od ‘best G-en in seinem Busen Raum geben’ [
bei Friederike in Sesenheim] ich empfand .. ein recht peinliches neidisches G. gegen alle, welche das Glück gehabt hatten, sie bisher zu umgeben GWB27,355,28 DuW 10 der Unmuth [
ist] stets egoistisch, er .. erfreut niemand, selbst diejenigen kaum die von gleichem G. ergriffen sind GWB7,139,6 DivNot da ich jede Controvers .. zu vermeiden mich bestimmt hatte .. so wollte ich doch als Mensch dem menschlichen G. nicht widerstreben, welches uns bei .. unartiger Erwiderung einer .. Gabe natürlich zu überfallen pflegt GWB42
2,54,15 ÜbInkommunicabilParalip [1822] [
Doktor zu Scapin:] dieses schöne Kind [
Scapine], | Das jedes widrige G. | In meinem Busen lindert GWB12,148 ScherzLR 643 GWB23,9,7 Lj VII 1 GWB22,307,11 Lj VI
uö Empfindung der Zuneigung u Zugehörigkeit, Liebe u Zärtlichkeit, auch für (körperl-)sinnl Erregung u Lust; mehrf ‘zärtliche(s), süße(s) G.(-e)’; vereinzelt im Bild (der Entflammung) Ich dancke für das schöne Angebinde .. Behalte mir deines lieben Herzens G-e für den Rest meines Lebens GWBB6,189,1 ChStein 28.8.83 [
Dorn zu Förster:] Eduard und Leonore lieben sich, und ich nährte gern diese keimenden G-e GWB9,150,20 Wette 1 [
Stella:] wenn ihre [
der Männer] stürmende Leidenschaft sich jedem unserer Nerven mittheilt .. Bis in’s innerste Mark fachte er [
Fernando] mir die Flammen, die ihn durchwühlten. Und so ward das Mädchen vom Kopf bis zu den Sohlen ganz Herz, ganz G. GWB11,148,26 Stella II [
für: tendresse] GWB9,327 Mahomet 1151 GWB18,181,7 Unterhaltungen
in Beteuerung od Feststellung der Verbundenheit, Verehrung u Hochachtung od in (konventioneller, floskelhafter) Bekundung von Ergebenheit, pflichtbewußter Treue u dgl ich .. wünsche daß Sie empfinden mögen mit welch wahrem G. meine Seele an Ihnen hängt GWBB2,162,23 Klopstock 28.5.74 [
Tragödie, bei Anwesenheit der Zarin:] Wie Geist und Liebe diesen Saal durchwehen, | Dem Fühlenden G. begegnet, | Wie jeder sich im Ganzen segnet GWB16,257 Maskenzug 1818 Prol 175 [
im Namen der ‘Oberaufsicht’] Die wir im G. der .. tiefsten Ehrfurcht mit unwandelbarer Treue beharren GWBB42,391,4 CarlAug 15.7.27 K GWBB39,80,19 Metternich 11.1.25
uö unter Aspekten wie ‘Verwirrung’, Spaltung, Konkurrenz u Mischung von Emotionen, auch ihrem Wiederaufleben u -erwecken durch (unwillkürl) Erinnerung uä; einmal als mystisch empfundenes ‘G. ohne G.’ Der antike Sinn in Behandlung des Amphitryons ging auf Verwirrung der Sinne, auf den Zwiespalt der Sinne mit der Überzeugung .. Kleist .. geht bey den Hauptpersonen auf die Verwirrung des G-s hinaus
3) GWBT3,239,24 v 13.7.07 [
Frau des Brahmanen am Ganges] Plötzlich überraschend spiegelt | .. Allerlieblichste Gestalt | Hehren Jünglings .. | Solchen schauend fühlt ergriffen | Von verwirrenden G-en | Sie das innere tiefste Leben GWB3,11 PariaLegende 26 [
Herzog zum König:] nicht zum erstenmal empfand ich heute, | Wie Stolz und Sorge, Vaterglück und Angst, | Zu übermenschlichem G. sich mischen GWBNatT 134 GWBB4,67,3 ChStein 28.9.79 GWBHermDor V 62 GWB>4 98]">B36,209,27 Marianne 18.11.22 GWBB3,94,7 ChStein 8.8.76
uö (zugl) in Erörterung der oft problemat Ausdrucksmöglichkeit, sowohl hinsichtl der sprachl Verlautbarung als auch der mimischen u körperl Erscheinungsweise [
betr ein Begrüßungsschreiben für das Erbprinzenpaar nach dem Tode von CarlAug] Ich glaubte sonst immer daß mir Worte zur rechten Zeit nicht fehlen könnten, dießmal aber find ich daß gerade das tiefste G. solcher äußern Hülfsmittel ermangelt GWBB44,196,6 Soret 14.7.28 Hier liegt er nun [
der erschlagene Antilochus] .. das G. [χαρὰ] seinen Vater gerettet zu haben umschwebt noch heiter die Gesichtszüge GWB49
1,78,10 Philostrat GWBNatT 963 Gespr KanzlMüller 30.8.27 GWBFaust I 3060 ~ GWBUrfaust 912
uö c
als Selbst- od Lebensgefühl, meist als seel erhebendes Gewahrwerden, Erleben eigener Kräfte u Fähigkeiten od für dazugehörige (konstitutive, begleitende) Empfindung, Regung, insbes vom schöpferischen Menschen; mehrf ‘(inneres, stilles) G. seiner selbst’, einmal ‘selbständiges G.’; überwiegend in Vbdgn wie ‘das/im G. seiner, eigener Kraft, Unabhängigkeit, Würde, Meisterschaft’ daß wir mit all unserm Schlendern .. es weiter bringen als andre mit ihren Segeln und Rudern — und — das ist doch ein wahres G. seiner selbst, wenn man andern .. vorlauft AA72,13 Werth
1 II ~ Werth
2 wenn ich ihm [
Lavater] nur einige Tropfen Selbstständigen G-s einflösen kann .. Die beste Seele wird von dem Menschenschicksaal so innig gepeinigt .. der besten Freude, des Wohnens in sich selbst beraubt GWBB2,174,13 Schönborn 8.6.[74] [
Faust beim Nahen des Erdgeistes:] Schon fühl’ ich meine Kräfte höher, | .. Ha! wie’s in meinem Herzen reißt! | Zu neuen G-en | All’ meine Sinnen sich erwühlen GWBFaust I 478 ~ GWBUrfaust 126 Baco [
vVerulam] war ein Mann von außerordentlichem Naturell und Talent. | Der sich sehr vorfühlte. | Selbstvertrauen | G. von Originalität GWBN5
2,262,9 Fl Plp GWB38,370,25 u 371,42 FGA Gesch dSelbstgefühls [G?] GWB22,349,3 Lj VI Schöne Seele GWB44,331,8 CellAnh IX 2
uö als stärker der Außen- u Mitwelt sich zuwendende, ihrer bedürftige sympathet Empfindung od (Lebens-)Haltung, als darin Erfüllung, Glück findendes (pantheist, auch quietist) Daseinsgefühl insbes des jungen G; in Werth auch idWdgn ‘ein best, kein G. an der Natur (haben)’ das Ausdehnen seiner eignen Existenz, das beständige Ausfließen und Zurückfließen des wärmsten G-s, das wechselweis Glücklichwerden und Glücklichmachen GWB38,371,66 FGA Gesch dSelbstgefühls [G?] Ich .. freue mich so meines Lebens, in dieser Gegend, die für solche Seelen geschaffen ist .. Ich bin so glücklich .. so ganz in dem G. [G-e Werth
2] von ruhigem Daseyn versunken, daß meine Kunst darunter leidet AA5,12 Werth
1 I Das volle warme G. meines Herzens an der lebendigen Natur, das mich mit so viel Wonne überströmte .. wird mir jezt .. zu einem quälenden Geiste AA59,5 Werth
1 I ~ Werth
2 AA30,30 u 61,31 Werth
1 I ~ Werth
2 uö als meist situativ gebundene Selbst- u Lebenserfahrung, mehrf bei einem existentiell, lebensgeschichtl bedeutsamen Ereignis, überwiegend mBez auf eine best (soziale, landschaftl) Umgebung od Lokalität [
Apotheker üb die Vorbeiziehenden:] Konnten [
wir] einzeln erfahren, wie bitter die .. Flucht sei, | Und wie froh das G. des eilig geretteten Lebens GWBHermDor I 112 [
auf der Wartburg] Tiefes G. des Alleynseyns .. Mich störte Knebels Ankunft .. in meinem G. gänzlicher Abgeschnittenheit GWBTgb 4.10.77 [
zu Besuch in Heidelbg] die eine Tochter ähnelte Friederiken. Es war gerade die Zeit der Weinlese .. und alle die elsassischen G-e lebten in dem schönen Rhein- und Neckar-Thale in mir wieder auf GWB29,187,12 DuW 20 GWBTgb 31.8.78 GWB34
1,49,17 Rochusf GWB41
2,143,26 SerbLieder
uö d
Empfindung des moralisch od gesellschaftl Gebotenen, (Un-)Gehörigen, auch als Bestrebung; als Gewahrwerden von Normen u Pflichten in Vbdgn wie ‘G. des Guten, von Menschenwürde’ od ‘ein edles G.’, ‘sittliche G-e’, als Verspüren eigenen (schuldhaften) Verhaltens, Trachtens uä in Vbdgn wie ‘das/im G. der Reue, meines (Un-)Rechts’ od ‘ein reines, reuiges G. (haben)’; mehrf (zugl) iSv Gewissen [
Randbem G-s in sein Exemplar von Kants KdU, 1790] G. von Menschenwürde objectivirt = Gott
4) GWBN11,382 Plp [
betr die den kranken G in Lpz betreuenden Freunde] es war keiner darunter, dem ich nicht, durch widerliche Launen, beschwerlich gewesen wäre, keiner .. den ich nicht, im G. meines eignen Unrechts, eine Zeit lang .. gemieden hätte GWB27,187,16 DuW 8 ein siedend heißes G., welches den Menschen durchdringt, wenn ein gerechter Vorwurf ihn, mitten in dem Dünkel .. unerwartet betrifft GWB7,74,13 DivNot nur ein .. ungeheures Wunder kann diesem grundbarbarischen Helden [
Marko] .. ein dauernd reuiges G. abtrutzen GWBB38,211,23 Jakob 2.8.24 K GWBHermDor IV 109 GWB23,270,12 Lj VIII 9 Gespr(He2,584) Falk 10.11.10
uö e
(Regung von) Mitgefühl, Mitleid od Besorgnis Ein alter Faun hat sich [
zu Cephalus u seiner toten Gemahlin] herangedrängt .. mit schmerzlichen Gesichtszügen .. Zwei Frauen, schon mäßiger theilnehmend .. drücken ihre G-e [< Theilnahme] schon zarter aus GWB49
1,143,9 PhilostratNachtr [
der von Elm verlassene Erw zu Bernardo:] Mensch ohne G.! der du dieß Heiligthum meines Schmerzens [
die Einsiedelei] mit .. Spott entweihst; hier, wo .. reine Trauer umherschwebt GWB38,96,25 ErwElm
1 [
Sopir üb Seide:] Er geht verzweifelt .. Ihm folgt mein Herz mit sorgenvollem Zug. | .. Welch ein G. [
pitié] für ihn durchzittert mich? GWB9,329 Mahomet 1194 GWBB44,22,12 Rauch 11.3.28
uö f
überwältigender, mehrf ambivalent empfundener Erfahrungs-, Erlebniseindruck des Erhabenen, Ungeheuren, Grenzenlosen insbes der (göttl) Natur, vereinzelt einer genialen Hervorbringung; öfter mit entspr GenObj die Herrlichkeit einer Vollmondnacht .. am Meeresufer .. Es übernimmt einen wirklich das G. von Unendlichkeit des Raums. So zu träumen ist .. der Mühe werth GWB31,26,21 ItR ist .. der gedrängte Vortrag dieses weitausgreifenden Wanderers [
Marco Polo] höchst geschickt das G. des Unendlichen, Ungeheuren in uns aufzuregen GWB7,185,10 DivNot zum Erhabenen .. das .. uns mit einer Größe umgeben muß, der wir nicht gewachsen sind .. umsonst versuchte ich, wenn ich [
aus der Waldeinsamkeit] heraus an die Welt trat .. ein solches G. bei mir wieder zu erregen GWB27,15,16 DuW 6 GWBB40,257,9 Zelter 21.1.26 GWB42
2,129,9 MuR(181) GWBFaust II 6273
uö g
für ein (tiefgefühltes) Verlangen, Bedürfnis, als anhaltender (sehnsuchtsvoller) Wunsch, Vorsatz u (seel-geistige) Bestrebung od als jähe, impulsive Begierde mein Wunsch Berlin zu besuchen [
ist] .. sehnlichst gewachsen .. seit Meyers Rückkunft ist dieses G. zu einer Art Ungeduld geworden GWBB34,22,2 Schultz 19.11.20 [
Eduard üb seine Beteiligung am Feldzug:] Ich gehe hin und suche den Tod .. Ich will Wunder thun, mit dem Wunsche verschont zu bleiben, im Sinne Ottilien zu gewinnen .. Diese G-e haben mich geleitet .. mir durch alle Gefahren beigestanden GWB20,345,11 Wv II 12 [
Beaum:] wie aus der .. stumpfen Unentschlossenheit mich das herrliche G., die Begier nach seinem [
Clavigos] Blute herausreißt .. Rache! Wie mir’s wohl ist! GWB11,114,17 Clav IV GWBFaust I 1093 GWBB4,175,21 Fritsch [13.2.80 Korr B30,255] GWB41
2,384,2 Haydn,Schöpfg [Zelter/G]
uö 4
als geistige (intentionale) Wahrnehmung: emotional differenzierte, sensible, nuancierte Vergegenwärtigung od Durchdringung komplexer Bezüge u Sachverhalte a
Ahnung, Anmutung, (noch undeutl) Vorstellung u Erwartung; gelegentl ‘ein dunkles, unklares, gewisses G.’ α
als überwiegend intuitive od vage Empfindung u Vermutung, oft im Verspüren eines best Fluidums od im Herausspüren best Eigentümlichkeiten einer Person, Lebensordnung uä; vereinzelt (metonym) für die Atmosphäre selbst in der Frage [
an die Natur] liegt die Antwort, das G., daß sich über einen solchen Punct etwas denken, etwas ahnden lasse GWBN6,301,17 PhysiolPfl die Handschrift des Menschen .. daß man daran wenigstens eine Ahndung von seiner Art zu seyn .. empfinden könne .. Jedoch möchte .. hiebey mehr das G. als ein klares Bewußtseyn statt finden GWBB32,224,13 Preusker 3.4.20 K [
Faust in Gretchens Zimmer:] Wie athmet rings G. der Stille, | Der Ordnung, der Zufriedenheit! GWBFaust I 2691 ~ GWBUrfaust 543 GWBB26,136,21 Schuckmann 4.11.15 GWBN3,194,15 FlH IV
uö β
(Vor-)Ahnung, Gespür, sowohl als Miterleben, Affiziertwerden von etw (Verborgenem) als auch als (unabweisbares) Vorgefühl Indem er [
Eduard an Ottilie] schrieb, ergriff ihn das G., sein Höchstersehntes nahe sich, es werde nun gleich gegenwärtig sein .. Ottilie trat herein GWB20,387,13 Wv II 16 Der astrologische Aberglaube beruht auf dem dunkeln G. eines ungeheuren Weltganzen GWBB13,331,4 Schiller 8.12.98 [
Lotte:] Niemals geh ich im Mondenlichte spazieren .. daß mir nicht der Gedanke an meine Verstorbenen begegnete, daß nicht das G. von Tod, von Zukunft über mich käme AA66,34 Werth
1 I ~ Werth
2 [
Charlotte zu Eduard:] So laß mich .. gestehen .. daß diesem Vorhaben [
dem Zusammenleben mit dem Hauptmann] mein G. widerspricht, daß eine Ahnung mir nichts Gutes weissagt GWB20,12,3 Wv I 1 GWB53,435,12 Aus Notizb
uö b
gläubige, relig Empfindung, als Befindlichkeit, Haltung der Verehrung, Andacht od als Verspüren, Erlebnis(eindruck) der Begeisterung, Erweckung uä, vereinzelt iSv Glauben(sgewißheit); mehrf in (genieästhet) Bekenntnissen des jungen G, öfter mit Attr wie ‘religios, heilig, selig, schaudernd’ Gebet .. Vor dir .. wird in der Seele reg was auch Schöpfungskraft in ihr ist. In Dichtung stammelt sie über, in .. Strichen wühlt sie auf dem Papier Anbetung dem Schaffenden .. umfassendes unauslöschliches G. deß, das da ist und da war und da sein wird GWB37,323,23 WallfahrtErwinsGrab 1775 [
Elm zum angebl Eremiten:] Ich überlasse dich der Einsamkeit, | Ich störe nicht dein heiliges G. | Durch meine Gegenwart GWB11, 325 ErwElm
2 804 Wirft .. der ewige Geist .. einen Funken seiner Liebe einem Erwählten zu, der trete auf, und lalle sein G.
5) GWB37,190,22 Zwo biblFragen [1773] [
Gretchen:] wie hast du’s mit der Religion? [
Faust:] Laß das .. ich bin dir gut; | .. Will niemand sein G. und seine Kirche rauben GWBFaust I 3420 ~ GWBUrfaust 1112 GWB42
2,211,9 MuR(808) GWB28,296,9 DuW 14
uö als absolute beseligende Empfindung (in Berührung mit anderen Bedeutungen) [
Faust zu Gretchen:] Nenn’s Glück! Herz! Liebe! Gott! | Ich habe keinen Namen | Dafür! G. ist alles; | Name ist Schall und Rauch
6) GWBFaust I 3456 ~ GWBUrfaust 1148 c
einfühlsame Regung od Haltung, Verständnis für jds Lage, Verhalten, Bedürfnisse u Empfindungen; öfter im Appell an jds Nachsicht Allgemein menschliches Wohlwollen, nachsichtiges hülfreiches G. verbindet den Himmel mit der Erde .. Dagegen ist der Unmuth stets egoistisch GWB7,138,24 DivNot Mögte doch das G. wie nötig du mir bist recht lebendig in dir werden und dich bald zu mir führen GWBB7,104,10 ChStein 1.10.[85] [
Dank für das preuß ‘Privileg’ für die Ausg.l.H.] Wie schwer .. es mir fallen müsse mich .. geeignet auszudrücken, darf ich wohl einem allgemeinen G. anheim geben GWBB40,323,14 Bernstorff 15.3.26 K GWB7,302 DivNot Plp
uö d
meist sachbezogene, problemorientierte Einsicht od Vorstellung; oft mit nachfolgender ‘daß’-Konstruktion α
mBez auf gesellschaftl, prakt Erfordernisse, Verhaltensweisen, Belange u Zusammenhänge, oft als Wertschätzung, Würdigung best Sachverhalte, persönl Leistungen uä Je mehr von Jugend auf das G. bei mir wuchs, daß man schweigen solle, wenn man nichts zu sagen hat .. GWB42
2,49,2 Nichts anders als Genug, in diesem G. seiner bisherigen Verschwendung wollte mein Vater jene [
verschmutzte] Kupferstiche .. wieder hergestellt wissen GWB26,193,22 DuW 4 Die Liebe zu Zahlen .. ging ihm [
Wilh] ab, Aufmerksamkeit auf kleine Vortheile, G. von dem hohen Werth des Geldes GWB51,41,24 ThS I 12 GWB42
2,76,30 Augusts Rede bei Niederlegung dSchillerschSchädels
uö β
in theoret, insbes natphilos u -wiss Erkenntnis, sowohl als (affektbetontes) Gewahrwerden u Entdecken als auch als Verspüren bes (method) Unzulänglichkeiten u Erfordernisse [
auf einem Granitgipfel] ein Gleichniß .. So einsam .. wird es dem Menschen zu Muthe, der nur den ältsten, ersten, tiefsten G-n der Wahrheit seine Seele eröffnen will .. Ich fühle die ersten festesten Anfänge unsers Daseins; ich überschaue die Welt GWBN9,174,18 ÜbGranit [1784] [
betr G-s ‘Beiträge zur Optik’] Niemand faßt das Apercu auf. Hochmuth der [
Newtonischen] Schule. G. der Notwendigkeit sich im Ganzen mehr auszubilden. Fortgesetztes Studium der Geschichte GWBN4,486,4 FlH Plp GWBB46,111,7 Zelter 19.10.29
uö(selten) γ
(stärker) als meist fundierte, auf Überlegung beruhende Überzeugung u Gewißheit, begründete Ansicht od auch Urteil; oft ‘nach jds (eigenem) G.’, auch iSv Gutdünken Ermuthigt durch diese Gespräche [
mit Montan] im G. [> überzeugt daß ..] durch sein bisheriges Thun und Denken den Forderungen seines Freundes sich gleichzustellen, gab er [
Wilh] nunmehr Rechenschaft GWB25
2,125 Wj II 9 Var [
betr Streit um das Verbot der Zs ‘Isis’] daß ich unsern .. Fürsten bedaure dem diese Angelegenheit manche trübe Stunde gemacht hat und der in die freie Welt gehen mußte, um sie nach seinem G. entscheiden zu können GWBB28,143,13 Voigt 23.6.17 Deine Phisiognomik .. Ich .. rede mit allerley Leuten drüber, Wieland hat mir seine G-e gegeben und so wird alles gut werden GWBB3,5,14 Lavater [22.]12[75] GWB47,180,5 Samml 6
uö 5
ästhetisch qualifizierte Empfindung u Vorstellung; öfter in Berührung mit 6 a
als schöpferische, insbes konzeptionelle u auf das (harmonische) Werkganze gerichtete Auffassung, Durchdringung u Gestaltung(skraft) [
betr Ratschläge für Lustspiele nach Plautus] Was ihm [
Lenz] .. an meiner Vorstellungsart beliebt, daß er’s in sein G. übertragen kann, und ob er nach einem neu bearbeiteten G. wieder den Muth hat, hier und da umzuarbeiten, das muß der Ausgang lehren GWBB2,68,17f Salzmann 6.3.73 Es [
das Zeichnen] fängt an besser zu gehen, und ich komme mehr in die Bestimmtheit und in das lebhaftere G. des Bildes. Das Detail wird sich nach und nach heraus machen GWBTgb 26.2.80 Gelnhausen. Die Burg .. Würde und Enge. Lust zu zieren ohne G. der Verhältnisse [
vgl Zierlust ohne Begriff von Verhältnissen GWBB25,2,15 Christiane [28.]7.14] GWBTgb 27.7.14 GWB27,188,19 DuW 8
uö als Eingebung, Intuition, Einfühlung des Schauspielers, Musikers od Übersetzers bei der angemessenen, ausdrucksgerechten Wiedergabe; öfter mBez auf die (problemat) Identifizierung mit Emotion u Charakter einer Theaterrolle [
Aurelie:] Ich spielte .. nicht mehr nach meinem G., nach meiner Überzeugung, sondern wie er [
Serlo] mich anwies GWB22,100,14 Lj IV 16 ~ GWB52,259,3 ThS VI 11 [
betr Vertonung von ScherzLR] Bey der Stelle: Viel Böses zu erzählen pp hatten Sie ganz recht die Gewalt auf: Böses zu legen. Folgen Sie nur ungescheut Ihrem G-e GWBB7,112,26 Kayser 28.10.85 [
Faust:] Mich drängt’s den Grundtext [
des NT] aufzuschlagen, | Mit redlichem G. einmal | Das heilige Original | In mein geliebtes Deutsch zu übertragen GWBFaust I 1221 [
für: conceit] GWB22,172,5 Lj V 6 GWB40,64,23 Üb: Piccolom
uö b
im Kunstwerk wirkendes, es beherrschendes, belebendes emotionales Moment, Stimmungslage, auch als stilist Haltung, Note; öfter im Lob der Beseeltheit u Gefühlstiefe Bürgers Lenore da ist ein erstaunend G. und Dicktion drinne GWBB51,46 Boie 16.10.73 [
Lieder] Wassersnoth. (77.) Anschauung, G., Darstellung, überall das Rechte .. Der verlorne Schwimmer. (236.) Anmuthig und voll G. GWB40,341,9 u 347,28 Üb: Wunderhorn [
Magdeb Dom] Otto und Editha .. noch aus den Zeiten der Nichtform, doch mit einem bequemeren G. von Naivetät GWB48,244,5 Bem zu Meinecke,MagdebKunstsachen GWBB3,108,6 ChStein 16.9.76 GWB49
2,38,23 Igeler Monument
uö c
in ästhetischer Rezeption: (kunstverständiger) Gefühls-, Erlebniseindruck od Phantasievorstellung, sowohl mBez auf Reiz u Schönheit einzelner Stellen als auch als Gesamteindruck; mehrf in (allg) Aussagen üb den bes Scheincharakter, die ästhetische Illusion; öfter ‘G. (in jdm) erregen, jdm mitteilen’ uä Diese .. Oper [
Grétrys ‘La Belle et la Bête’] näherte sich .. dem edlen Stil, und war geeignet, die zartesten G-e zu erregen GWB29,43,14 DuW 17 [
das] Septizonium des Severus .. [
das] vertikal in die Höhe stieg und also dem Auge das G. einer geforderten Solidität nicht eindrücken konnte GWB49
2,192,2 Pentazonium Vimariense [G/Meyer] das höchste Ziel der Kunst ist Schönheit und ihre letzte Wirkung G. der Anmuth GWB47,163,8 Samml 5 Den Donner in Musik nachzuahmen ist keine Kunst, aber der Musiker, der das G. in mir erregt als wenn ich donnern hörte würde sehr schätzbar seyn GWBB29,54,2 Schöpke 16.2.18 K [
für: sentiment] GWB45,205,23 RamNeffeAnm GWBB22,347,5 CGKörner 23.4.12 GWB27,272,26 DuW 9
uö allg als ästhetisches Wohlgefallen, insbes als Empfindung natürl Schönheit u Anmut Ich habe öfters bemerkt, daß es Menschen gibt, welche eine Landschaft ohne G. ansehen können GWB46,375,17 HackertNachtr [Hackert/G] Zeichnungen in Sepia [
von ChGSchütz] .. Die Darstellung der Ufer .. und des Stroms selbst ist so treu als anmuthig, und das G., das den Rheinfahrenden ergreift, wird uns .. mitgetheilt oder wieder erweckt GWB34
1,116,9 KuARheinMain HA13,23,5 Schönheit organNaturen
uö 6
Empfindungsvermögen, Fähigkeit od Kraft der Wahrnehmung, Vorstellung, Beurteilung (uä); in c und d öfter ‘(ein) G. für, von etw (haben)’ a
sinnl Wahrnehmungsvermögen, insbes Tastsinn; einmal mBez auf Lustempfindungen, im bildl Vergl zugl für jds geistiges Sensorium [
elektr u galvan Phänomene] Wirkung: auf G., Gesicht, Gehör, Geschmack, Geruch. Ein Allgemeines das zu jedem Sinne spricht GWBN11,206,11 Galvanism [
Bernardo:] was man .. zu sagen pflegt: daß Verliebte so ein feines G. haben, wie die Schnecken an den Hörnern, um zu spüren, ob man ihnen wohl will, oder nicht GWB38,96,11 ErwElm
1 GWBFaust I 1444 GWBT9,68,18 v 30.6.23
uö(selten) b
emotionale Kraft, seel Energie, auch iSv Temperament; vereinzelt mit Attr wie ‘feurig’, ‘lebhaft’; bes beim jungen G Mit einem Mädgen hier zu Lande, | Ist’s .. ein langweilig Spiel, | Zur Freundschafft fehlt’s ihr am Verstande, | Zur Liebe fehlt’s ihr am G. GWBB1,174,14 Friederike Oeser 6.11.68 ~ GWB5
1,59 An Mlle Oeser zu Leipz 113 Dem Mädgen ward nebst andern Gaben | Viel feuriges G. geschenkt, | Da meynt’s, es denke gleich erhaben, | Da es doch nichts als feurig denkt GWB37,22,2 Annette Kunst Spröden zu fangen I [
für: sentiment] GWB45,78,23 RamNeffe
uö(selten) c
moral Empfindungsvermögen, auch: Taktgefühl, Gespür für das Schickliche, Angemessene od Rechte; öfter ‘nach G. (und Gewissen)’, ‘aus eigenem G. (handeln)’ [
Wilh üb den jungen Belsazar:] Er will das Gute, hat ein G. für Rechtschaffenheit und Tugend GWB51,142,8 ThS II 4 [
Saalausstattung zum Empfang Marie Antoinettes in Straßb] Bilder .. [
mit der] Geschichte von Jason, Medea und Kreusa, und also ein Beispiel der unglücklichsten Heirath .. ich forderte .. meine Gefährten zu Zeugen auf eines solchen Verbrechens gegen Geschmack und G. GWB27,240,20 DuW 9 Bist undankbar, so hast nicht Recht, | Bist du dankbar, so geht dir’s schlecht: | Den rechten Weg wirst nie vermissen, | Handle nur nach G. und Gewissen GWB5
1,104 ZXenNachl VII 300 GWB26,72,4 DuW 2 GWB18,192,7 Unterhaltungen
uö d
Urteilsvermögen, (Zart-)Sinn, insbes theoret od (überwiegend) kunstkrit Gespür, Sensibilität, Geschmack betrachtet man diese Kniffe [
Newtons] mit redlichem Sinn, hat man ein lebendiges G. für’s Wahre, so kann man .. sagen, der Autor benimmt sich schändlich GWBN2,283,12 FlP 652 [
Jarno empfiehlt Wilh die Lektüre von Shakespeare:] Nur Eins bedinge ich mir aus, daß Sie sich an die Form nicht stoßen; das Übrige kann ich Ihrem richtigen G-e überlassen GWB21,290,18 Lj III 8 ~ GWB52,147,12 ThS V 7 abgesonderte [
Garten- u Park-] Anlagen .. welche mit G. allmählich durch Pflanzungen und Wege verbunden, eine allerliebste .. charakteristische Scenenfolge dem Durchwandelnden darstellten GWB24,139,26 Wj I 8 [
für: tact] GWB45,126,27 RamNeffe GWBB12,362,7 Schiller 25.11.97
uö(häufig) 7
individuell od kollektiv ausgeprägte, charakterist Gefühlsregung od -kultur, Erlebnis- od Denkweise; öfter in Berührung mit anderen Bedeutungspunkten a
allg als Gemütsverfassung, seel Eigenart od Mentalität, überwiegend gruppen-, alters- u geschlechtsspezifisch in Vbdgn wie ‘G.(-e) der Jugend’, ‘kindliche(s), elterliche(s), mütterliches, patriotische G.(-e)’ Der englische Gruß [
Lied] .. Die anmuthige, bloß katholische Art, christliche Mysterien an’s menschliche, besonders deutsche G. herüber zu führen GWB40,343,23 Üb:Wunderhorn daß der orientalische Flug und Schwung, jene .. übermäßig lobende Dichtart, dem G. des Westländers vielleicht nicht zusagen möchte GWB7,133,13 DivNot Frau Bätty [
EJacobi] hat .. gegen alle Lebensart gehandelt, gegen alles mütterliche G., daß Sie Ihnen mit einer solchen Klatscherey [
üb G] nur einen Augenblick verderben konnte GWBB6,221,24 CEGoethe 7.12.83 Gespr(He3
2,471) Odyniec 25.8.29 GWB27,14,23 DuW 6 GWB38,373,7 FGA Engl schwKunst [G/Merck?]
uö (selbst)kritisch als Ausdruck einer übertriebenen od gefühlsseligen (larmoyanten, allzu mitleidsvollen) Seelenhaltung od emotionalen Überzeugung, auch iS einer Überempfindlichkeit; fast nur iVbdg mit Attr wie ‘weichlich’, ‘überzart’, ‘grenzenlos’ [
Eugenie:] Ich will nicht mehr in Zweifel, zwischen Furcht | Und Liebe schweben, will nicht weibisch mehr, | Indem ich untergehe, noch des Herzens | Und seiner weichlichen G-e schonen GWBNatT 2576 meine Gedichte mir [
in Pempelfort] .. nur selten über die Lippen kamen. Denn mich hinderten leicht gewisse .. Personen, denen mein überzartes G. vielleicht Unrecht thun mochte; ich ward .. mitten im Recitiren irre und konnte mich nicht wieder zurecht finden GWB28,287,7 DuW 14 [
für: sensibilité] GWB9,337 Mahomet 1361 GWB29,95,3 DuW 18
uö(selten) b
als Regung od seel-geistige Haltung speziell der ‘Empfindsamkeit’, insbes als enthusiastisch mit jdm geteilte u als seelenverwandt erlebte Empfindung (vgl ‘empfinden’ 6 b) [
Prinz:] Dich ehr’ ich, heiliges [
Mond-] Licht, | Reiner hoher G-e Freund! GWB17,30,18 TriumphEmpfindsamk III Ich habe Ihren Brief geküsst und an mein Herz gedruckt. Es sind meine ein — innige G-e. Ja liebe Mama GWBB2,164,5 Sophie LaRoche [etwa 10./13.5.74 Korr GJb 90,264] deine [
nicht erhaltene] Epistel an die Akademisten .. noch einmal ..: daß zwar herrlich ist selbstständig Gefühl, daß aber antwortend G. würckender macht .. und so danck .. unsern Geistern daß sie sich gleichen GWBB2,188,27 Jacobi 21.8.[74] Dancke für die Silhouetten Auslegung hier ist wieder eine. Du thust mir eine Wohlthat .. Ich hab ohne bestimmtheit unendlich ähnlich G. zu deinem GWBB4,319,22 Lavater 13.10.80 GWB28,57,13 DuW 11 GWBB2,183,4 Jacobi 14.[8.74]
uö ‘etw zum G. entwickeln’: mBez auf eine ideale, literarisch noch zu erarbeitende menschlich-brüderl Nähe (in Berührung mit 5 a) Jetzo studir’ ich Leben und Todt eines andern Helden [
Sokrates], und dialogisir’s in meinem Gehirn. Noch ist’s nur dunckle Ahndung .. den philosophischen Heldengeist .. Ich brauche Zeit, das zum G. zu entwickeln .. statt des Heiligen ein großer Mensch .. den ich .. an meine Brust drücke, und rufe .. mein Bruder! GWBB2,11,26 Herder [Anf 72 Korr DjG
32,70,31]
→ GWB
Angstgefühl GWB
Brautgefühl GWB
Dämmerungsgefühl GWB
Dankgefühl GWB
Dichtergefühl GWB
Duldungsgefühl GWB
Ehrgefühl GWB
Einheitsgefühl GWB
Erdgefühl GWB
Familiengefühl GWB
Feuchtgefühl GWB
Fluchtgefühl GWB
Flüchtlingsgefühl GWB
Frauengefühl GWB
Freiheitsgefühl GWB
Freundschaftsgefühl GWB
Frohgefühl GWB
Frühgefühl GWB
Gegengefühl GWB
Gemeingefühl GWB
Geschmacksgefühl GWB
Gildegefühl GWB
Glaubensgefühl GWB
Gleichheitsgefühl GWB
Grabgefühl GWB
Hausgefühl GWB
Herbstgefühl GWB
Hochgefühl GWB
Hoffnungsgefühl GWB
Jugendgefühl GWB
Kriegsgefühl GWB
Kunstgefühl GWB
Lebensgefühl GWB
Leidgefühl GWB
Liebe(s)Gefühl GWB
Mannesgefühl GWB
Menschen- GWB
Miß- GWB
Mit- GWB
Mittel- GWB
Morgen- GWB
Mut- GWB
Mutter- GWB
Nach- GWB
Natur- Neben- Nicht- GWB
Nichtigkeits- GWB
Oden- GWB
Ohnmachts- GWB
Pflicht- GWB
Privilegien- GWB
Rach- GWB
Religions- GWB
Rück- GWB
Scheide- GWB
Schmerz- GWB
Schönheits- GWB
Schonungs- GWB
Selbst- GWB
Sicherheits- GWB
Sitten- GWB
Sommer- GWB
Tief- GWB
Toten- GWB
Trost- GWB
Trotz- GWB
Über- GWB
Un- GWB
Unabhängigkeits- GWB
Ur- GWB
Vaterlands- GWB
Voll- GWB
Vor- GWB
Wahrheits- GWB
Wohn- GWB
Wonne- GWB
Zart- Syn GWB
Empfindung zu 1,2, 4 u 5
GWB
Eindruck GWB
Wahrnehmung zu 1 a
GWB
Apperzeption GWB
Sensation GWB
Sinneswahrnehmung zu 2
GWB
Bewußtsein zu 3 a
GWB
Herz GWB
Gemüt GWB
Seele zu 3 b
GWB
Affekt GWB
Gemütsbewegung GWB
Gemütslage GWB
Leidenschaft GWB
Neigung GWB
Regung GWB
Stimmung zu 3 c
GWB
Selbstbewußtsein -gefühl zu 3 d
GWB
Gewissensskrupel GWB
Gewissen zu 3 e
GWB
Mitempfindung GWB
Mitgefühl Mitleid zu 3 g
GWB
Bedürfnis GWB
Begierde GWB
Bestrebung GWB
Regung GWB
Verlangen GWB
Vorsatz GWB
Wunsch zu 4
GWB
h2nAhn(d)ung GWB
Begriff GWB
Bewußtsein GWB
Einsicht GWB
Vorstellung zu 4 a
GWB
Anmutung GWB
Erwartung GWB
Vermutung zu 4 a β
GWB
Vorahnung zu 4 b
GWB
Glaube zu 4 c
GWB
Anteil GWB
Teilnahme zu 4 d
GWB
Aperçu GWB
Erkenntnis zu 4 d γ
GWB
Überzeugung GWB
Urteil zu 5 a
GWB
Auffassung GWB
Sinn zu 5 a und b
GWB
Kunstgefühl GWB
Kunstsinn zu 5 b und c
GWB
Stimmung zu 5 c
GWB
Empfindungszustand GWB
Illusion zu 6 a
GWB
Tastsinn zu 6 b
GWB
Energie GWB
Temperament zu 6 c und d
GWB
Sinn zu 6 d
GWB
Beurteilungskraft GWB
Bewußtsein GWB
Empfindlichkeit GWB
Empfindungsvermögen GWB
Geschmacksinn GWB
Geschmack GWB
Sensibilität GWB
Zartgefühl zu 7 a
und b
GWB
Empfindungsweise zu 7 a
GWB
Denkweise GWB
Gemütsart GWB
Gemüt GWB
Sinn(esart) 1) HMayer, G-s Begriff der Realität. In: GOETHE 18, 1956,26—43 (Zit S 30); vgl ferner ebd 44—88 WSchadewaldt, G-s Begriff der Realität, insbes 86ff zu der für G “mit dem Gefühl des höchsten Glücks, der ‘Lust’ und .. ‘Freude’” verbundenen, Subjekt u Objekt “überbrükkenden” Selbstverwirklichung 2) zur mögl Zit-Übernahme aus Herders Abhandlung ‘Üb den Ursprung der Sprache’ vgl DjG32,287f u MA12,768f 3) vgl dazu JMüller, ‘Verwirrung des Gefühls’. Der Begriff des ‘Pathologischen’ im Drama G-s u Kleists, 1974 sowie KMommsen, Kleists Kampf mit G, 1974, insbes 24—34 4) für GvMolnár, G-s Kant-Studien, 1994, eine “ganz im Geiste Kants” geschriebene Bemerkung; vgl aaO 10u155u357 5) zu Einflüssen des “radikalpietist Inspirationsglaubens” vgl das Kap ‘der trete auf, und lalle sein Gefühl ..’. In: UMSchneider, Propheten der Goethezeit, 1995,155—189, insbes 178f 6) Eine ähnl Umschreibung des ‘Gottesgefühls’ findet sich in Lavaters ‘Physiognom Fragmenten’, vgl HArens, Komm zu G-s Faust I, 1982,332.Horst Fleig H.
F.