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Dreck

mnd. bis spez. · 20 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

PfWB
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Eintrag · Pfälzisches Wb.

Dreck m.

Bd. 2, Sp. 444
Dreck m.: 1. 'Schmutz'. a. 'Straßenkot, Morast, aufgeweichte Erde, auch trockene Erde, soweit sie schmutzig macht', Dreck (dręg) [fast allg.], Drack (drag) [RO-Rehborn PS-Fischb GH-Wörth], Zs. Gassen-, Straßen-, Sudeldreck. Syn. s. Baberatsch. Der muß immer dorch de dickschde D. gehe [KL-Hütschhs, allg.]. Du muscht immer de D. messe 'durch den Straßenkot waten' [Don-Schowe Gal-Dornf]. Die Sau dut im D. wihle [LU-Oggh, allg.]. Soweit so e Bam (Baum) reicht, es unnerm Bam alles vertreppelt un die Frucht (das Getreide) en de D. enin getreer [PfId. 181]. RA.: Des es'm en de D. gefall 'zunichte geworden' [KB-Kerzh, verbr. NPf, auch Don Gal Buch]. Die Freed (Freude) is in de D. gefall [Gal-Dornf]. Das war anno elf, wie der groß D. war, was vor langer Zeit geschehen ist [PS-Saalstdt Gal-Dornf]. Er sitzt im D. 'in wirtschaftlicher Notlage' [LA-Venn, verbr.]; dazu de Karch aus'm D. ziehe 'eine verfahrene Sache wieder in Ordnung bringen' [KL-Reichb, verbr.]. Es is m'r wie D. esse, was man ungern tut [PS-Saalstdt]. Der mänt, er hätt de gescheide D. allääⁿ gefreß [KL-Weilb]. Das es mir'm (mit dem) Maul en de D. getret, von einer Schmollenden [KB-Kriegsf]. Er hot in de D. getret 'ist betrunken' [KU-Lohnw]. Die muß de D. austrere (austreten) 'die schmutzigen Arbeiten erledigen' [KU-Schmittw/O, LU-Oggh Opp]. Hoscht D. in de Hänn?, unwillige Frage an einen, der etwas fallenließ [Gal-Dornf, verbr. Don Gal Buch Rußl]. Du hoscht'm D. e Ohrfeig gewwe 'Du hast dich vergeblich bemüht' [Hebel 27, Spey NW-Haßl]. Der loßt sich vun de Hinkel kääⁿ D. ins Au (Auge) kratze, von einem Gescheiten [ZW-Gr'bundb]. Der will d'r D. unner de Lehme mache 'Schwierigkeiten bereiten' [LA-Impfl Land LU-Muttstdt KL-Reichb]. Ich kenn de D., meiⁿ Vadder war Hawener (Häfner) 'Ich weiß Bescheid' [KB-Niefh]. Der is so schlecht (in moralischer Hinsicht) wie de D. am (auch: im) Weg [KU-Kaulb Diedk Kaislt PS-Saalstdt Zweibr]; dass. mit: Der is so frech ... [KU-Trahw PS-Schindhd]. SprW.: Kleeⁿ un keck steckt manche in de D. [Hebel 44]. Wann's Brei reent (regnet), hat m'r ke Leffel; wann's D. reent, hat m'r zwee [Don-Sekitsch]. Dreck macht Speck [KU-Diedk, verbr., auch Don Gal Buch]. Jeder muß siwwe Pund Dreck 's Johr fresse [Fogel Prov. Penns. Nr. 350]. E Sau fihlt sich im D. am wohlschte [Krieger 38]. BR.: Wann de Gimpel »Dreck« kreischt, gibt's Rege [LU-Alsh]. Fallt der Schnee en de D. (in aufgetaute Erde), geht er lang nit eweg [KB-Kerzh, verbr.], ... es er en drei Daa wirrer eweg [KB-Bennhs], ... gehrer (geht er) schnell eweg [FR-Bockh], ... is de Winder e Geck [KU-Bedb PS-Geisbg NW-Frankeck]. MorjenrotDreck un Not [PS-Münchw]. Morjerotowends Dreck un Kot [KB-Morschh, verbr.]. Owends rotmorjens Dreck un Kot [KU-Hundh]. VR. s. bei ABC, Brei (I 1187, Z. 7 ff.), troß, hoppe, Schimmel. — b. 'Bauschutt, Abfälle in Werkstätten'. Wann mer abreißen, misse mer de Dreck fortschaffe [GH-Erlb]. Zs. Fräsdreck. — c. 'Schmutz im Haus, bes. Kehricht, Staub'; de D. in de Stubb zammekehre [Gal-Dornf]. Zs. Kehrdreck. SprW.: Hätten die Judde kää Oschdre un die Chrischde kää Kerwe, mißten m'r im D. verderwe [LU-Muttstdt]. Was grewwer (gröber) is wie Dreck, geht vun selwert weg, sagt man zu Menschen, die einem beim Fegen der Stube im Wege sind [PS-Saalstdt Horne Penns 98 verbr. Gal]; dass. mit dreckicher wie Dreck [Kaislt]. Brauchtum: Wenn Kinder auf ihrem Heischegang nichts bekamen, riefen sie: Dreck ins Haus, Dreck ins Haus, vun unne an bis owwenaus [FR-Tiefth (1925)]. — d. 'Schmutz am Körper, an der Kleidung, an den Speisen'. Des Kind is zu mit D. bis iwwer die Ohre [FR-Bockh]. Er gläßt (gleißt, iron. 'glänzt') vor D. [KU-Bechb]. Wann mer die an die Wand werft, bleibt se hänke vor D., von einer schmutzigen, nachlässigen Frau [LU-Opp]. Loß d'r emol 's Maul wäsche; m'r määnt, du häscht in de D. getret [RO-Alsbr]. Man kauft bunte (grüne oder blaue) Arbeitshemden, weil mer de D. nit so draaⁿ sieht [ZW-Battw]. RA.: Soll ich d'r de D. aus de Aae mache?, Androhung von Schlägen [KB-Kriegsf]. Gelt, du hoscht heit D. in de Ohre?, wenn ein Kind aus Unaufmerksamkeit nicht gut hört [LA-Maik, verbr.]. Er stellt die Schuh weg (auch: Er kocht die Kartoffele) in D. un Speck [LU-Limbghf]. Er steht do wie's Kind beim D., vom Ratlosen [RO-O'mosch, allg.]. Dann stehn eich (ich) do wie es Kind am Dreck un weiß net hott un net har [PfId. 180 (WPf)]. Wie er geht un steht, kimmt er in D. un Speck doher [KU-Kaulb Kreimb KL-Hirschhn]. Der freßt alles mit D. un Speck 'mit Haut und Haaren' [BZ-Dierb, verbr.]. SprW.: Wer sich scheit vor D. un Speck, der bleib aus'm Herbscht 'aus der Weinlese' eweg [LA-Impfl]. — e. 'Exkremente'. α. vom Menschen. Zs. Scheißdreck. RA.: Er freit sich wie e Kind im D. [Gal-Sap, verbr. Don Gal Buch]. Er hot D. in de House 'ein schlechtes Gewissen' [GH-Schwegh, KB-Mauchh]. Er hot D. am Stecke, dass. [WD-Niedkch, verbr., auch Don Gal Buch]. Er hat D. im Sack 'böse Absichten' [KU-Roßb]. Der (Geizige) frißt seiⁿ eegne D. wie e Hund [NW-Weish, verbr. nördl. VPf]. Reiche Leute meinen, ehrn D. stinkt besser [NW-Haßl Spey]. SprW.: Alder Dreck stinkt, wann mer 'ne oonrehrt [verbr. Gal], wann mer drin ruddelt [KU-Diedk]. Alde D. rihrt mer net uf [PS-Haust Saalstdt FR-Eppst]. — β. von Tieren; D. lese (auch Pl.: Dreckeʳ lese) 'Kot von Tieren, bes. Pferdeäpfel sammeln' [verbr., auch Don Gal Buch]; met D. un Därem 'die Därme samt dem darin enthaltenen Kot' [KU-Schmittw/O]. Zs. Pferds-, Tauben-, Enten-, Fuchs-, Gänse-, Gauls-, Glucken-, Hühner-, Hunds-, Hünkels-, Kälber-, Katzen-, Kühe-, Mücken-, Sau-, Schnepfen-, Vogels-, Wurmdreck. — 2. 'Dinge, die im Aussehen an Dreck 1 erinnern'. a. 'Eiter'; de D. in de Wund [PS-Schmalbg, verbr.]. Syn. s. Eiter. — b. 'Fleck im Eidotter', vgl. Dotter 1 [Fogel Beliefs Penns Nr. 891]. — c. 'Rückstand beim Auslassen der Butter' [HB-Seyw]. Zs. Butterdreck. — d. 'schmutzige Fettschicht auf gesäuerter Milch' [KU-Cronbg]. — e. Mannemer Dreck, ein Feingebäck, Mannheimer Spezialität [Hartmann Teemaschin 14]. — f. 'Lakritzstange' s. Bärendreck. — g. 'Kunstdünger'; D. säe [verbr., bes. WPf]; de schwarz D. 'Kalkstickstoff' [PS-Schmalbg]. — 3. verächtlich für Wertloses, Unbedeutendes, Unangenehmes, nichts. a. 'Unkraut' [ZW-Battw HB-Kirrbg Einöd GH-Zeisk Erlb]; 'Unkrautsamen und andere Abfälle beim Putzen des Getreides' [mittl. VPf (Bertram 167) Gal-Dornf]. — b. 'Ramschware'. Die sollen ehren D. nor b'halte! [NW-Freinsh, verbr.]. Zs. Teufelsdreck 2. — c. 'unangenehme Angelegenheiten'. Ich han genung vun dem D. [Kaislt, verbr.]. Stecken eier Nas in eier D.! [Gal-Dornf Obl]. — d. 'Kleinigkeit'. Der ärjert sich iwwer jede D. [nördl. VPf, allg.]. Weche jedem D. regt der sich uff [Krieger 17]. RA.: Die zwee hallen zamme wie zwee Arschbacke; bei jedem D. gehn se ausnanner, von Eheleuten, die sich nicht vertragen [Gal-Bagbg]. SprW.: Geld esch D., awwer mer braucht's [BZ-Dernb]. — e. 'nichts'. Des geht dich en D. aaⁿ [NW-Hardbg, verbr., auch Lambert Penns 43 Don Gal Buch]. Du kriegscht e D. [SOPf, verbr.]. Jo, Dreck! 'Nichts gebe ich' [RO-Würzw]. Dreckel, meiⁿ Herzel!, dass. [LA-Venn Edh Germh]. Das es kaaⁿ D. wert [KU-Kaulb]. Du waascht (weißt) e D. 'gar nichts' [Kühn Hamet 104]. Du kriescht e Dreckelsche mi'me Lechelche; das hängscht der um dei Hälsche, scherzh. Antwort auf die Frage des Kindes, was man ihm aus der Stadt mitbringen werde [Gal-Dornf, verbr. Gal Buch-Altfratautz Satulmare]. — 4. s. Pfingstendreck. — Südhess. I 1674 ff.; Rhein. I 1439 ff., IX 1114; Saarbr. 50; Lothr. 101; Els. II 748; Bad. I 538/39.
7640 Zeichen · 280 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    dreckM.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +3 Parallelbelege

    dreck , M. Vw.: s. drek

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Drêck

    Adelung (1793–1801) · +6 Parallelbelege

    Der Drêck , des -es, plur. inus. 1) Eigentlich, in den gröbern Mundarten und im gemeinen Leben, der Koth, er bestehe nun…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Dreck

    Goethe-Wörterbuch

    Dreck auch abgekürzt: D *** AAJw1,210 JahrmPlund 1 194 Unrat, Kot; in symbol Darstellung u im Bild [ Hauptmann: ] Wir wo…

  4. modern
    Dialekt
    Dreck

    Bayerisches Wörterbuch · +8 Parallelbelege

    Dreck Band 4, Spalte 4,227-238

  5. Sprichwörter
    Dreck

    Wander (Sprichwörter)

    Dreck 1. Alten Dreck soll man nicht aufrühren. – Eiselein, 126; Grimm, II, 1356. Gewöhnlich in Bezug auf Streitigkeiten,…

  6. Spezial
    Dreck

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Dreck m. (-[e]s) 1 (Schmutz) scich m. , pazité (-s) f. 2 (Schlamm) paltan (-s) m. 3 (Kot) escremënc m.pl. , ‹vulg› merda…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit dreck

833 Bildungen · 750 Erstglied · 81 Zweitglied · 2 Ableitungen

dreck‑ als Erstglied (30 von 750)

Dreckaal

SHW

Dreck-aal Band 1, Spalte 1673-1674

Dreckaas

SHW

Dreck-aas Band 1, Spalte 1673-1674

Dreckaffe

SHW

Dreck-affe Band 1, Spalte 1673-1674

Dreckamsel

SHW

Dreck-amsel Band 1, Spalte 1673-1674

Dreckarbeit

SHW

Dreck-arbeit Band 1, Spalte 1677-1678

Dreckarsch

SHW

Dreck-arsch Band 1, Spalte 1679-1680

Dreckbach

SHW

Dreck-bach Band 1, Spalte 1679-1680

Dreckbacken

SHW

Dreck-backen Band 1, Spalte 1679-1680

Dreckbackes

SHW

Dreck-backes Band 1, Spalte 1679-1680

Dreckbakes

SHW

Dreck-bakes Band 1, Spalte 1679-1680

Dreckbalg

SHW

Dreck-balg Band 1, Spalte 1679-1680

Dreckballen

SHW

Dreck-ballen Band 1, Spalte 1679-1680

Dreckbampel

SHW

Dreck-bampel Band 1, Spalte 1679-1680

Dreckbauer

SHW

Dreck-bauer Band 1, Spalte 1679-1680

Dreckbayer

SHW

Dreck-bayer Band 1, Spalte 1679-1680

Dreckbele

SHW

Dreck-bele Band 1, Spalte 1679-1680

Dreckbesem

SHW

Dreck-besem Band 1, Spalte 1679-1680

Dreckbess

SHW

Dreck-bess Band 1, Spalte 1679-1680

Dreckbeutel

SHW

Dreck-beutel Band 1, Spalte 1679-1680

Dreckbiene

SHW

Dreck-biene Band 1, Spalte 1679-1680

Dreckbollen

SHW

Dreck-bollen Band 1, Spalte 1679-1680

Dreckbrühe

SHW

Dreck-brühe Band 1, Spalte 1679-1680

Dreckbube

SHW

Dreck-bube Band 1, Spalte 1679-1680

Dreckbuckel

SHW

Dreck-buckel Band 1, Spalte 1679-1680

Dreckbusch

SHW

Dreck-busch Band 1, Spalte 1679-1680

dreck als Zweitglied (30 von 81)

Apfeldreck

Wander

apfel·dreck

Apfeldreck Den schull man mit Appeldreck besmiten, un schicken em den Döwel to Niejahr.

Entendreck

Wander

enten·dreck

Entendreck Hast g'meint, Entendreck sei Bachschmalz? ( Nürtingen. ) Arge Selbsttäuschung.

fliegendreck

DWB

fliegen·dreck

fliegendreck , m. stercus muscae, fliegenschmisz, fliegenschisz, nnl. vliegenscheet, fr. chiasse de mouche, it. cacatura di mosche, engl. fl…

Fëldreck

Idiotikon

Fëldreck Band 6, Spalte 806 Fëldreck 6,806

gänsedreck

DWB

ganse·dreck

gänsedreck , m. gänsekot, in launigen redensarten, z. b. ein solcher langer kerle ( derselbe hatte zuvor den redenden weidlich geschimpft ) …

Gossendreck

Wander

gossen·dreck

Gossendreck Nüms kêrt sick an Götedreck, wi wonen up de Upkamen. – Bueren, 948.

heidendreck

DWB

heiden·dreck

heidendreck , m. μηκώνιον , der erste auswurf neugeborener kinder, kindespech, erbkot.

Hennendreck

Wander

hennen·dreck

Hennendreck Hennendreck 1 macht der Koh den Stärtz fett. ( Bedburg. ) 1 ) Es ist Acker-Ehrenpreis gemeint.

Herrendreck

Wander

herren·dreck

Herrendreck Herrendreck stinkt nicht. – Körte, 2799. Holl. : Heeren-drek stinkt niet. ( Harrebomée, I, 295. )

hundedreck

DWB

hunde·dreck

hundedreck , m. dreck vom hunde: cretum album hundedreg Dief. 157 b . s. hundsdreck.

hundsdreck

DWB

hunds·dreck

hundsdreck , m. kot vom hunde: hundsdräck caninum stercus Maaler 232 d ; weiszer hundsdreck ist ein arzneimittel: weiszer hundsdreck, in den…

Judasdreck

Wander

judas·dreck

Judasdreck Er ist voll Judasdreck. – Höfer, Etymologisches Wörterbuch, I, 337. D.i. Sommersprossen; franz. Brans (marques) de Judas.

kälberdreck

DWB

kalb·er·dreck

kälberdreck , m. s. kälbermist: man spricht: der armen hoffart, gwalt, und kelberdreck verriechen bald. H. Sachs 1 (1590) , 366 b .

Ableitungen von dreck (2 von 2)

bedrecken

DWB

bedrecken , luto conspergere, inquinare: wer sein finger in all löcher steckt, dem werdens auch zu zeiten bdreckt. Waldis 4, 59 ; was nit be…