Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
dreckig
dreckig
Dreck m. ‘Schmutz, wertloses Zeug’, ahd. -threc (in mūsthrec ‘Mäusekot’, Hs. 12. Jh.), mhd. drec (Genitiv dreckes) ‘Schmutz, Unrat, Kot’, mnd. drek, mnl. drec, nl. drek ‘Exkremente, Fäulnis’, afries. threkk, anord. þrekkr ‘Dreck, Schmutz’, schwed. träck ‘Kot’ zeigen (mindestens in den flektierten Formen) die in Wörtern für geringgeschätzte, verabscheute Dinge öfter zu beobachtende affektische Gemination (germ. *þrekka-), vgl. daneben aengl. þreax ‘Fäulnis, Abfall, Kehricht’. Die germ. Formen verbinden sich mit griech. stergános (στεργάνος) ‘Mist, Auswurf von Menschen und Tieren, Schmutz’ sowie lat. stercus ‘Kot, Dünger, Mist’, lit. ter̃šti ‘schmutzen, schmutzig machen’ und führen mit diesen auf die Erweiterungen ie. *(s)terg-, *(s)treg- bzw. *(s)terk̑- der Wurzel ie. *(s)ter- ‘unreine Flüssigkeit, Mist; besudeln, verwesen’. Die alte Bedeutung ‘Exkremente, Kot’ lebt noch in Komposita wie Mäusedreck (s. oben), Teufelsdreck (16. Jh.), während Scheißdreck wohl eher als Steigerung von Dreck im Sinne von ‘wertloses Zeug, Nichtigkeit’ anzusehen ist. – dreckig Adj. (16. Jh.), älter dreckicht (15. Jh.) ‘schmutzig’. Dreckfink m. ‘Schmutzkerl’ (Dreckfincke Goethe, 18. Jh.), heute meist von Kindern.