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Drëck

mnd. bis spez. · 20 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

ElsWB
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23 in 20 Wb.
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Eintrag · Elsässisches Wb.

Drëck

Bd. 2, Sp. 748a
Drëck [Trak S. O. U.; Træk Str. Roppenh. Rothb. Ingw. W.; Pl. Trakər ist nur bei einzelnen Zss. vorhanden in Bed. 2 Su. Geberschw. Katzent.; Demin. –lə Su. Hlkr., –l U., –ələ Brum.] m. 1. Dreck, Schmutz, Kot. Hüt ist awer e D. uf dënen Strossen um enander! Ruf. D. macht fëtt, mer frisst alle Johr e Sester Z. ‘Sini Kleider stehn elein vor Dreck’ Str. JB. XI 123. Das ist e alter D.,r hat schon fërn gestunken das ist eine alte Geschichte Gebw. Vgl. Käs 1. Der alt D. bruchst nimmer zu rüehren! lass das Geschehene ruhen! Liebsd.nn men im D. nüelt, se stinkt er Su. ‘Ye me man den dreck rurt, ye me er stinkt’ Geiler in Als. 1862, 159. s. Leimen. Er het D. am Stëcken er hat Unglück, Pech Dü., er ist nicht rein von Schuld, er hat kein Recht, andern etwas vorzuwerfen Str. Hf. Der findet der D. bim Mondschin iron. er ist ein grosser Glückspilz Dü., er dünkt sich klüger als andere Ingw. ‘Mer meint, der isch üs eme andere Dreck do!’ er prahlt Str. JB. XI 121.r het doch ouch D. in den Aügen gehabt er hat doch nicht recht zugesehen Su. Ähnlich: Men meint, er heig (hätte) d Aügen mit D. ingesetzt Fisl. s. Ohrfig. D Freüd ist ihm in der D. geheit ins Wasser gefallen Gebw. s. auch juchzen 1. Im D. uf d Wëlt chummen sin eig. im Schmutz geboren sein, dann: vor dem Schmutz keinen Abscheu haben Olti. ‘Der frisst sine eiene Dreck vor ludder Gitz’ er ist sehr geizig Str. JB. XI 116. Im D. sitzen in der Klemme sein Heidw. Bis üwer d Ohren im D. stëcken keinen Ausweg (aus Schulden usw.) mehr wissen Banzenh. ‘im D. stecke lohn Hilfe versagen’; ‘ussem D. zeije helfen Str. Ulrich. Mon Dieu, Seppi, wie hest du mich in der D. gesetzt! wie hast du mich so verlassen können! Su. Das ist anderlei als D. am Bein! das ist etwas Schönes Gebw. Ausweichende Antwort auf die Frage nach dem Jahr: Anno 54, wor gross D. gesin ist Gebw. Er ist eso ful wie D. stinkfaul Obhergh. s. auch ful. Ich habe ihn gescholten, dass der D. ab ihm geheien möcht Su. Du machst e Gesicht wie brägelter D. du siehst bleich aus Su., ärgerlich Gebw. Spw. ‘Lüchten als ein dreck in einer laternen’ Geiler in Als. 1862, 138. 2. Eiter K. Z. s het D. gezöjen die Wunde eitert Hf. 3. etwas Schlechtes, daher: Unkraut, schlechte Ware u. dgl. Geh mir ewëg mit dem D.! Dehli. D Wurzelen hat er herus gerissen, und der D. hat er lossen stehn Wh. 4. etwas Unbedeutendes. E D.! oder Jo D.! wird absolut gebraucht als entschiedene Verneinung. Ich hab gemeint, er schafft, awer jo, Drëck! nix macht er! Dü. Rda. Jo Drëck! min Hërzel, friss was kummt! wieder eine Hoffnung dahin Illk. Jo, Drëck, ist s wohr! Dü. ‘D. uf din Nas!’ Wagner Km. Seite 99. Er kann liejen, der grösst Jud ist e D. dergejen kann nicht gegen ihn aufkommen Dü. Was hest bekummen? Antwort E D.! oder D. im Lumpen! Z. Du verstehst e D. vil! Su. ‘Es wird einen D. nutzen!’ Wagner Km. S. 11. Jo, du weist e braver D.! K. Z. Du hest mir e D. ze sāuen K. Z. Wëgen dëm D. ist s mir s nit der wërt zu kummen! Banzenh. Scherzh. ist die Verbind. von Bed. 1 u. 4 in: Du verstehst der D., du muest Hafner wërden! Horbg. In gleicher Weise wird das Demin. gebraucht. Das ist e Drëckle dergegen! Su. Dem ist jedes Drëckel ze viel Z. Wëjen eineme jeden Drëckel macht der e grossen Spektakel Brum. Auch auf Personen wird D. bezogen: O du kleiner D.! o du kleiner Kerl! Roppenh. Kein D. ist ganz starke Verneinung: s ist kein D. wërt; das geht dich kein D. an! gar nichts M. K. Z. ‘nicht eines drecks werth’ Mosch. II 153. Zss. –bäbi, –dings, –loch, –mohr, –püppel, –saü, –spatz, –schlirgi, Schmutzfink Dü., –uedel, –ueli Mittl., -wuri. Basel 83. Bayer. 565. Pfalz 36.
3789 Zeichen · 168 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    dreckM.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +3 Parallelbelege

    dreck , M. Vw.: s. drek

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Drêck

    Adelung (1793–1801) · +6 Parallelbelege

    Der Drêck , des -es, plur. inus. 1) Eigentlich, in den gröbern Mundarten und im gemeinen Leben, der Koth, er bestehe nun…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Dreck

    Goethe-Wörterbuch

    Dreck auch abgekürzt: D *** AAJw1,210 JahrmPlund 1 194 Unrat, Kot; in symbol Darstellung u im Bild [ Hauptmann: ] Wir wo…

  4. modern
    Dialekt
    Dreck

    Bayerisches Wörterbuch · +8 Parallelbelege

    Dreck Band 4, Spalte 4,227-238

  5. Sprichwörter
    Dreck

    Wander (Sprichwörter)

    Dreck 1. Alten Dreck soll man nicht aufrühren. – Eiselein, 126; Grimm, II, 1356. Gewöhnlich in Bezug auf Streitigkeiten,…

  6. Spezial
    Dreck

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Dreck m. (-[e]s) 1 (Schmutz) scich m. , pazité (-s) f. 2 (Schlamm) paltan (-s) m. 3 (Kot) escremënc m.pl. , ‹vulg› merda…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit dreck

833 Bildungen · 750 Erstglied · 81 Zweitglied · 2 Ableitungen

dreck‑ als Erstglied (30 von 750)

Dreckaal

SHW

Dreck-aal Band 1, Spalte 1673-1674

Dreckaas

SHW

Dreck-aas Band 1, Spalte 1673-1674

Dreckaffe

SHW

Dreck-affe Band 1, Spalte 1673-1674

Dreckamsel

SHW

Dreck-amsel Band 1, Spalte 1673-1674

Dreckarbeit

SHW

Dreck-arbeit Band 1, Spalte 1677-1678

Dreckarsch

SHW

Dreck-arsch Band 1, Spalte 1679-1680

Dreckbach

SHW

Dreck-bach Band 1, Spalte 1679-1680

Dreckbacken

SHW

Dreck-backen Band 1, Spalte 1679-1680

Dreckbackes

SHW

Dreck-backes Band 1, Spalte 1679-1680

Dreckbakes

SHW

Dreck-bakes Band 1, Spalte 1679-1680

Dreckbalg

SHW

Dreck-balg Band 1, Spalte 1679-1680

Dreckballen

SHW

Dreck-ballen Band 1, Spalte 1679-1680

Dreckbampel

SHW

Dreck-bampel Band 1, Spalte 1679-1680

Dreckbauer

SHW

Dreck-bauer Band 1, Spalte 1679-1680

Dreckbayer

SHW

Dreck-bayer Band 1, Spalte 1679-1680

Dreckbele

SHW

Dreck-bele Band 1, Spalte 1679-1680

Dreckbesem

SHW

Dreck-besem Band 1, Spalte 1679-1680

Dreckbess

SHW

Dreck-bess Band 1, Spalte 1679-1680

Dreckbeutel

SHW

Dreck-beutel Band 1, Spalte 1679-1680

Dreckbiene

SHW

Dreck-biene Band 1, Spalte 1679-1680

Dreckbollen

SHW

Dreck-bollen Band 1, Spalte 1679-1680

Dreckbrühe

SHW

Dreck-brühe Band 1, Spalte 1679-1680

Dreckbube

SHW

Dreck-bube Band 1, Spalte 1679-1680

Dreckbuckel

SHW

Dreck-buckel Band 1, Spalte 1679-1680

Dreckbusch

SHW

Dreck-busch Band 1, Spalte 1679-1680

dreck als Zweitglied (30 von 81)

Apfeldreck

Wander

apfel·dreck

Apfeldreck Den schull man mit Appeldreck besmiten, un schicken em den Döwel to Niejahr.

Entendreck

Wander

enten·dreck

Entendreck Hast g'meint, Entendreck sei Bachschmalz? ( Nürtingen. ) Arge Selbsttäuschung.

fliegendreck

DWB

fliegen·dreck

fliegendreck , m. stercus muscae, fliegenschmisz, fliegenschisz, nnl. vliegenscheet, fr. chiasse de mouche, it. cacatura di mosche, engl. fl…

Fëldreck

Idiotikon

Fëldreck Band 6, Spalte 806 Fëldreck 6,806

gänsedreck

DWB

ganse·dreck

gänsedreck , m. gänsekot, in launigen redensarten, z. b. ein solcher langer kerle ( derselbe hatte zuvor den redenden weidlich geschimpft ) …

Gossendreck

Wander

gossen·dreck

Gossendreck Nüms kêrt sick an Götedreck, wi wonen up de Upkamen. – Bueren, 948.

heidendreck

DWB

heiden·dreck

heidendreck , m. μηκώνιον , der erste auswurf neugeborener kinder, kindespech, erbkot.

Hennendreck

Wander

hennen·dreck

Hennendreck Hennendreck 1 macht der Koh den Stärtz fett. ( Bedburg. ) 1 ) Es ist Acker-Ehrenpreis gemeint.

Herrendreck

Wander

herren·dreck

Herrendreck Herrendreck stinkt nicht. – Körte, 2799. Holl. : Heeren-drek stinkt niet. ( Harrebomée, I, 295. )

hundedreck

DWB

hunde·dreck

hundedreck , m. dreck vom hunde: cretum album hundedreg Dief. 157 b . s. hundsdreck.

hundsdreck

DWB

hunds·dreck

hundsdreck , m. kot vom hunde: hundsdräck caninum stercus Maaler 232 d ; weiszer hundsdreck ist ein arzneimittel: weiszer hundsdreck, in den…

Judasdreck

Wander

judas·dreck

Judasdreck Er ist voll Judasdreck. – Höfer, Etymologisches Wörterbuch, I, 337. D.i. Sommersprossen; franz. Brans (marques) de Judas.

kälberdreck

DWB

kalb·er·dreck

kälberdreck , m. s. kälbermist: man spricht: der armen hoffart, gwalt, und kelberdreck verriechen bald. H. Sachs 1 (1590) , 366 b .

Ableitungen von dreck (2 von 2)

bedrecken

DWB

bedrecken , luto conspergere, inquinare: wer sein finger in all löcher steckt, dem werdens auch zu zeiten bdreckt. Waldis 4, 59 ; was nit be…