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Schnute

nhd. bis sprichw. · 7 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

PfWB
Anchors
8 in 7 Wb.
Sprachstufen
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Eintrag · Pfälzisches Wb.

Schnute f. m.

Bd. 5, Sp. 1393
Schnute f., Schnuten m.: 1. von Tieren. a. 'Schnauze, Rüssel des Schweines', Schnut [FR-Bockh PfId. 127 Klein Prov. 138]. — b. 'Maul der Kuh' [KU-Schmittw/O Frankth LU-Neuhf FR-Bockh NW-Frankeck Niedkch SP-Heiligst LA-Gommh Impfl Maik GH-Nd'lustdt Schwegh Vollmw]. Schlag doch de Kuh uf die Sch.! [LU-Alsh]. — c. 'Maul des Pferdes' [KU-Schmittw/O SP-Hanhf BZ-Dernb GH-Berg]. — d. 'Schnauze des Maulwurfes' [LU-Böhl LA-Mörzh]. — e. allg. von Tieren (Hund, Katze, Spitzmaus) [KL-Schneckhs KB-Bischh Gauh Kriegsf LU-Ruchh BZ-Dernb Wernbg GH-Bellh Nd'lustdt]. — 2. vom Menschen. a. 'Mund, Lippen des Menschen', meist derb oder verächtlich, als Dim. auch zärtlich gemeint, Schnut (šnūd) [allg., Bertram § 130/131 Ehrhardt 133 Philipp Gimmel in: Die Pyramide vom 31. 8. 1930 Heeger Tiere I 8 Höh 59 Karch Gimmdg/Muttstdt 51 Klein Prov. 138 Müller Dietschw 67 Otterstetter 236 Thielen 102 Sunndag 14. 9. 1958 S. 5 Danner Penns 75 Don-Schowe]; Gen. m.: Schnudeⁿ (šnūdəⁿ) [LA-Herxh]; Pl. Schnude (šnūdə) [KU-Lohnw, mancherorts Siebenlist 51], Schnure (šnūrə) [LU-Alsh]; Dim. Schnutche (šnūdχə) [KB-Boland LU-Alsh], Schnietche (šnīdχə) [KU-Obw/Tiefb LU-Alsh], Schniedel (šnīdəl) [NW-Geinsh BZ-Dernb]; Zs.: Humpenschnute; Syn. s. Gusche 1 b; die Schnut än Babb 'bemalt mit Lippenstift' [Kraus Pläseer 18]. Liewer kuß ich do e Iggel, wie so e schdobbelige Schnud! [E. Weber in: PfRSch. 23. 7. 1926]. Hald endlich mol dei Schnut, dei Schnawwel bei'm Esse, sonschd schlan ich dich ungespitzd in de Borrem nei [Alfred Kloos in: Westricher Kalender 1957, S. 103]. Guck, 'm Trabbefritz seiⁿ Klaaner hott n Siggar in de Schnut [Kühn Hamet 40]. Un soviel Mäde, / die Schnute voll Gutsjer [Kraus Gutsjer 54]. Zu gucke, wie die bläu'n 'verhauen' ehr Schnuute? [Siebenlist 51]. Adam, kenn Krakeel! Doo halten mol eier Sch.! [PfRSch. 4. 2. 1934]. Schlau Madämche, ihr dun s'Schnutche halle [Kraus Pläseer 49]. Un was am beschte for unser Schnut is [Münch Werke I 435]. Un Hochdeitsch spricht mit spitzer Schnut [Münch Werke II 342]. Blooß werrn die Zäh un die Schnud hinneno blitzeblo! [Damm Schoggelgaul 35]. Stelle Schnut un Gasherd ab, / schlubbe dabber in die Klabb [Kraus Metzelsupp 20]. Gib mir, sej so gut, mei Trudche, / gib mir s'Händche un es Schnutche [Kraus Gutsjer 33]. Es gibt Knödele, Worscht, knuschbrisch Fleisch for in jedem sei Schnut [Kraus Pat 55]. Schatz, e Schnut, wie du se hascht, / isch nit bloß zum Schwätze [Kraus Gutsjer 43]. De Dokter gucktem in die Schnuud, / dann määnter: »Freund, sie brauchen Mut« [Damm Nawwel 26]. S'Gesicht gegerbt, de Gloowe in de Schnut [Kraus Arwed 17]. RA.: die Schnude tunke 'bei anderen sich durchessen, von anderen bezahlen lassen' [Kaislt]; die Schnut wie e Kuh no rer Erdbeer spitze 'starkes Interesse zeigen' [Thielen So rerre mer 110]; iwwer die Sch. fahre 'jemanden barsch anreden' [LU-Opp]; uf die Sch. schlaa'e [mancherorts]; eem die Sch. verbollere [HB-Alth]; die Sch. verklobbe [Spey]. Schlag 'm uf die Sch.! 'Hau ihm eine runter!' [NW-Haßl, mancherorts]. Ich gewe der aane uf die Sch. [KU-A'glan]. Ich hag (schlaan) der eeni uf die Sch. [LU-Neuhf, KU-Körbn RO-Sippf Wilms Alph. 50]. Ich schlag d'r uf die Sch., daß se so dick werd wie 'n Wäschblaul (wie e Krott) [NW-Kallstdt]. Hall die Gosch, sunscht schlach ich d'r eeni uf die Sch.! [Lu'haf]. Er hot e Sch. wie e Kucheblech, einen sehr breiten Mund [ZW-Bechhf]. Wammern sieht, hot er de Klowe 'Tabakspfeife' in de Sch. [ZW-Gr'bundb]. Proscht Schnut, heit geht der's widder gut!, Trinkspruch eines Mannes, der sich selbst zuprostet [Krieger 6, Sunndag 18/1956 S. 3 Trifels 20/1928]. — b. 'dicklippiger, vorstehender, auch schiefer Mund', Schnut [KU-Kaulb, mancherorts], Schnaut [Lambert Penns 137]; vgl. Schnutenmann, -maul; Zs.: Backofen-, Bampel-, Portmonnee-, Dick-, Hecht-, Kukumer-, Läbberschnute; e dick (dicki) Sch. [KL-Weilb Weltb PS-Nd'simt KB-Rodb]. Was der e Sch. hot! [RO-Lohnsf]. Der hot e dicke Sch. [PS-Burgalb]. Der mit seine dicke Sch.! [NW-Elmst]. RA.: scheppi Schnuud, Schimpfw. [Damm Nachtdischlamp 12]; e Sch. wie e Sauschnuß (e Sauschnißche) [ZW-Bechhf]. — c. 'schmollender, zum Weinen verzogener Mund', oft von Kindern [KU-Kaulb, verbr., Kamm 59 Albrecht 112]; vgl. Pfanne 3 c, Schnutenbuckel, -macher; Zs.: Schüppenschnute. Werklich, Schatz, duscht mir gefalle. Mach doch kän so Schnut! [Kraus Gutsjer 26]. Er gefallt ere nit, sie macht ä Sch. [Bayer Hackm. 63]. De rejßt sich samme, zieht kän Schnut [Kraus Pädcher 33]. Laafschd dorum de ganze Daag, / Maschd e krummes Schniedel [Kunnrädel 96]. RA.: e Sch. mache 'enttäuscht oder mißmutig den Mund verziehen, maulen, schmollen' [KL-Fischb, verbr. WPf und NPf mancherorts übrige Pf, Glass 108 Lambert Penns 138]; e Sch. dricke, dass. [PS-Rodalb (Bernhard 166, 218) Don-Schowe Torscha]. Der macht (mecht) e Sch., von einem, der enttäuscht und unzufrieden den Mund verzieht, [KU-Schmittw/O, mancherorts], e Schnietche, dass. [Krieger 50]. Der macht en Schnuteⁿ [LA-Herxh]. Mach emol e Schnutche! [KU-Wolfst KB-Albish]. 's Kind macht e Schnutche, beim Weinen [PS-Burgalb]. Es Kind macht e Schnietche, e Schipp odder sogar e Pännel, daß mer Eier druf backe kennt [Feierowend 11/1955 S. 2]. Die hot e Sch., mer kennt for a Daler kleen Geld druf zehle! [Land]. Er macht e Sch., die Träne laafen schun [FR-Bockh]. Er verzieht die Sch. [SP-Harths]. Die Sch. hänge losse bis uf de Bodde 'ein böses Gesicht machen' [Krieger 61]. Der loßt sei Sch. hänge, daß er ball druf trete kann [Krieger 50]. Der läßt die Sch. hänke wie e abgezahnter Gaul [PS-Saalstdt]. — d. 'Gesicht' [LU-Muttstdt]. — 3. übertr. a. 'vorlautes, loses Mundwerk, böse Zunge', Schimpfw. [KB-Biedh, mancherorts]; Zs.: Pappel-, Revolver-, Schlappschnute; e frechi Sch. [ZW-Marthh FR-Bockh]. Wo wenisch Gehärn hat un arisch viel Schnut [Kraus Gutsjer 27]. Mei jingschte Sohnemann, / der soi Schnud net halle kann [Damm Dreifaltichkäät 49]. RA.: e frechi Sch. han [PS-Nd'simt, KU-Schmittw/O LU-Neuhf]. Hall deiⁿ (die) Sch.! 'Sei still!' [KU-Erdb Schmittw/O ZW-Stamb RO-Semb PS-Burgalb FR-Kindh LU-Altr Neuhf SP-Harths]. Hall deiⁿ frech (frechi) Sch.! [KU-Lohnw PS-Nd'simt]. Der hot e frech (frechi) Sch. 'Der ist vorlaut' [KU-Lohnw WD-Niedkch LU-Alsh NW-Erph]. Die hot e Sch. wie e Bettelmensch 'Sie kann raffiniert reden' [LU-Friesh]. — b. 'Kuß', bes. von kleinen Kindern, Schnut [WD-Hoof HB-O'bexb]; Dim. Schnutche 'Kußmäulchen' [HB-Erb RO-Börrstdt KL-Stelzbg NW-Erph Frankeck, Thielen 102], Schnietche [KU-A'glan]; Syn. s. Kuß 1. Geb mer e Schnutche! [PS-Burgalb]. — c. 'das geliebte Mädchen', Kosename, Schnutche [KU-W'mohr Umg. von NW-Hardbg Thielen 102]; Zs.: Dreck-, Hasenschnute; meiⁿ Schnutche! [LU-Böhl]. — 4.a. 'Brausekopf der Gießkanne' [HB-Erb Kirrbg]. — b. 'Ausguß, Schnabel an Gefäßen, einer Kanne' [PS-W'fischb]; Syn. s. Zotte. — 5. weitere Bed. vgl. Dreck-, Grieben-, Grind-, Hammel-, Hasen-, Heidelbeeren-, Sau-, Schläbber-, Schlapp-, Wutzen-, Zukkerschnute. — Südhess. V 688 ff.; Rhein. VII 1688 ff.; Els. II 494; Schwäb. V 1083; Hess.-Nass. III 389 ff.; DWb. IX 1210/11 unter Schnauze; Frankf. V 2808/09; Eichhoff WA 78.
7212 Zeichen · 195 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    SchnuteDie

    Campe (1807–1813) · +1 Parallelbeleg

    † Die Schnute , Mz. — n , im N. D. die Schnauze, das Maul; auch Schnuß , in Osnabrück Schnüssel .

  2. modern
    Dialekt
    Schnutef. m.

    Pfälzisches Wb. · +4 Parallelbelege

    Schnute f. , Schnuten m. : 1. von Tieren. a. 'Schnauze, Rüssel des Schweines', Schnut [FR-Bockh PfId. 127 Klein Prov. 13…

  3. Sprichwörter
    Schnute

    Wander (Sprichwörter)

    Schnute 1. Thiar an grattan Snütj hea, mut an starken Romp hâ. – Johansen, 31. Wer eine grosse Schnute (Maul) hat, muss …

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit schnute

73 Bildungen · 71 Erstglied · 2 Zweitglied · 0 Ableitungen

Ableitung von schnute

schnutern + -e

schnute leitet sich vom Lemma schnutern ab mit Suffix -e, auf Verb-Stamm zurückgeführt.

Zerlegung von schnute 2 Komponenten

sch+nute

schnute setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

schnute‑ als Erstglied (30 von 71)

Schnutelschaber

PfWB

Schnutel-schaber m. : Berufsneckname für den Barbier, Rasierer, Schnudelschabeʳ ('šnūdəl̩šābəʳ) [NW-Hardbg und Umg.]; vgl. Schnussenputzer ,…

Schnutenbilles

RhWB

Schnuten-billes -bi·l.əs Dür-Stdt m.: verächtl. Feinschmecker.

Schnutenbuckel

PfWB

schnuten·buckel

Schnuten-buckel m. : 'wer seinen Mund aus Trotz oder Ärger zum Weinen verzieht', Schnudebuckel ('šnūdə̩bugəl) [ KL-Fischb ]; vgl. Schnute 1 …

Schnutenbutzer

RhWB

schnuten·butzer

Schnuten-butzer m.: verächtl. 1. -bots- Barbier Kemp-Lobberich . — 2. -puts- Schnurrbart Kreuzn-Kirn .

Schnutenfeger

RhWB

schnuten·feger

Schnuten-feger (s. S.) Berg, Ruhr, Jül , MGladb , Kemp , Geld m.: scherzh. (verächtl.) Barbier.

Schnutenhündchen

RhWB

schnuten·huendchen

Schnuten-hündchen -høŋdχən Gummb-Berghsn n.: du Schn.! zu einem kleinen Hunde, mit dem man Spass macht, indem man ihn neckend mit ausgebreit…

Schnutenloch

RhWB

schnuten·loch

Schnuten-loch (s. S.) Berg n.: Ausgussloch der Schnute. RA.: Jo, jo, mer kann ock en Finger im Schn. terbreken.

Schnutenmacher

PfWB

schnuten·macher

Schnuten-macher m. : 'wer seinen Mund aus Trotz oder Ärger zum Weinen verzieht; Trotzkopf', -macheʳ [ KU-Schmittw/O KL-Fischb ]; vgl. Schnut…

Schnutenmann

PfWB

schnuten·mann

Schnuten-mann m. : 'ein Mann mit dicken Lippen', -mann [ NW-Elmst ]; vgl. Schnute 1 b. —

schnute als Zweitglied (2 von 2)

Hundeschnute

Wander

hunde·schnute

Hundeschnute He hett Hunnensnuten sten, he kann scharp rüken. ( Holst. ) – Schütze, II, 172. Von oder zu einem Listigen, Feinmerkenden.

Sauschnute

PfWB

sau·schnute

Sau-schnute f. : 'ungewaschener Mund', verächtl., -schnut [ KL-Fischb FR-Maxd NW-Kallstdt ]; vgl. Dreckschnute . Südhess. V 120 . —