lautwandel 53 Wörterbücher · 2,7 Mio. Artikel
Wildcard · " Volltext

Aggregat · alle Wörterbücher

Schnute

nhd. bis sprichw. · 7 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

RhWB
Anchors
8 in 7 Wb.
Sprachstufen
3 von 16
Verweise rein
24
Verweise raus
41

Eintrag · Rheinisches Wb.

Schnute

Bd. 7, Sp. 1688
Schnute das nd. Wort, mit dem Schnauze, Schnüsse, Schnütze (s. bei schneuzen) zu vergleichen ist, ist Nfrk allg., aber auch in Bed. 1 b, 2 nach S. gehend im Rip (mit Ausnahme von Malm, Monsch), im Mosfrk in Saarl, Merz-Saarhölzb, Hochw, Trier bis Kobl, Wittl, Prüm 1853, May, Westerw, Siegld; Rhfrk Saarbr, Ottw, Wend, Nahe, Simm, Goar, u. zwar -ūt [NGeld, NMörs, Klev, Rees -yt; Ruhr, Dinsl -u-; MülhRuhr, Berg -ūtə; Wippf-Stdt, Remschd, Sol (nfrk.) -utə; Dür-Ellen Weisw, Jül, Geilk-Übch für Bed. 2 -ȳt; Eusk-Eschw šlūt; Siegld, Altk-Betzd šnudə; Altk-Birken Herdrf NFischb Kirchen Mudersb Weitef Wissen Stdt -ǫudə, –tə; Kobl-Dieblich, Neuw-Rengsd -ut], Pl. -tə(n) [im Rhfrk, Mosfrk -də(n); im OBerg -utən (zum Sg. -ūtə); Simm-Laub -ūt, Pl. -ūrə], Demin. Rhfrk, Mosfrk -īdχə(n); Rip -ȳtχə; NBerg, SNfrk -ytšə, –ytəkə (-ū-, –u-); Klevld -ytjə f.: 1.a. Schnauze der Tiere, bes. rüsselförmige Schn. des Schweines, Igels, Hundes, en Pogge-, Ferkens-, Hondsschn.; s. Schnüsse Verbr. im Geb., wo Schnüsse nicht gilt oder erst jünger erscheint, also im Klevld, nördl. SNfrk, Berg n. Benr.-L.; Üahrkes on Schnüttsches vom geschlachteten Schwein, in der Erbsensuppe gekocht NBerg, Allg., der Hongd schnüffelt met siner Schn.; en Hongsschn. es luter kalt; wann die warm es, es der Hongd krankt; Hongsschnuten un Frauenärsch sind luter kalt OBerg, Allg. — b. derb, verächtl. Mund des Menschen Verbr. wie 1 a u. bes. rüsselförmige Verziehung des M., vorgeschobene Unterlippe, aufgeworfener, dicker M. ebd. u. dies nur im übrigen Geb.; en Ferkes-, Poggeschn. häbbe (make) im Geb. 1 a. RA.: α. die Schn. als Körperteil. Hej (mäckt) hät en Schn. as en Pogg (Schwein) Klevld, — ne Klomp Mörs, — en Brak (Flachsbreche) Mörs, — wie en Schürendür Mettm, — en Dröschmaschin May-Andernach, — e Brot Kreuzn, Kobl-Dieblich, — enne Schnok (Hecht) Erk-Merbeck. He het (macht) en Schn., do kammer Schuh drop lappen Waldbr-Wildbg, — do kann me enne Klomp drop setten Mörs, — do kennt mer en Schepp (Schüppe) draus mache Westerw, — do kann mer en bedriətene (beschissene) Bocks (Hose) en utwäsche Kref-Fischeln, — dat siwwen Eəsel drop danzen konnen Altk-Birken, — dat en Kroh (Krähe) on en Frösch drop Huchzett (Hochzeit) hale k. ebd. He lött de Schn. bös op de Klompe hange ist missmutig, traurig Kemp. En (decke, scheiwe, domm, ührige) Schn. (Schnüttje) maken schmollen, beleidigt, betrübt sein Klevld, Allg., — packen OBerg; de Schn. vertrecken Rip, Nfrk; en (spetze) Schn. mache nippen beim Trinken Allg.; wenn ech dinn Schn. (dein betrübtes, missmutiges Gesicht) senn (sehe), dann häbb ech all alles satt Kref, Allg. Meh Schn.ən as Ruten (Fensterscheiben) von Neugierigen am Fenster Berg. He süht us, wie dem us der Schn. gekroffen (gekrochen) er sieht ihm sehr ähnlich Waldbr-Wildbg. Met Schn. on Ohre kike (lüstere) mit offenem Munde zusehen (zuhören) Geld, Mörs. En Bettsche (Biss-chen) fazünlich (gut geformt) van Schn. on Pöt (Pfoten) Duisb. — β. als Organ des Essens Verbr. im Geb. 1 a u. vereinzelt auch südl. Wie de Ben gonnt, so geht de Schn. Barm. Dönn geschnidden on decke geschmert es der schluchige Schn. jet wert Altk-Birken. Den butz sech de Schn. an den Dörepos (Türenpfosten) er geht als Gast, ohne zu danken, vom Tische Mörs; de Schn. an de Trappe bengen (binden) nichts zu essen haben Waldbr-Wildbg. Der krit wat met der Schn. op den Desch wer zum Essen nicht zur rechten Zeit kommt, muss essen, was übrig bleibt Elbf. — γ. als Organ des Sprechens. Verbr. wie 1 a u. vereinzelt südl., bes. Waldbr, Altk, Siegld; en grote, breit, freche udgl. Schn. häbbe. Dem geht de Schn. wie de Ente de Fott (Arsch) NBerg, Allg.; de het en Schn. wie en Scherenschlifer Waldbr, — de Mäckesser Altk. En leger (lediger) Büəl un en grote Schn. kömmt mi för wie'n Fenster ohne Rute besser Taten als schöne Worte Ess. Dem seng Schn. driəht (trägt) enen duər Langk un Sangk (Land u. Sand) Waldbr. De Schn. am (em) Damp stonn han anhaltend reden NBerg. De Schn. op em reiten Fleck han NBerg, Verbr. 1 a. De het de Schn. immer för am Eng (Ende) (Brett) ebd. u. Waldbr, Altk, Siegld. Hei es te domm, för de Schn. los te make Mörs. Hätts reter (rechter, besser) de Schn. zum Arsch gehalen! geschwiegen Waldbr-Wildbg. Halt ow Schn.! schweige Klevld, Geb. 1 a u. Waldbr, Altk, Siegld u. Mosfrk, Rhfrk; et is jitz gut, halt de Schn.! Düss-Stdt; de hält die Schn. nit so lang stell, dat mer e Gottwaləs san kann Waldbr-Wildbg. Sech de Schn. verbrenne Allg. Geb. 1 a. He het völl an de Schn. er ist vorlaut Barm, — det meiste an der Schn. Altk-NFischb. Ek sin äwel nit op de Schn. gefalle weiss mein Wort gut anzubringen Klevld, Geb. 1 a. De ligg üəverall möt sin Schn. dren ist vorlaut SNfrk, Klevld, Geb. 1 a; de es immer met de (sinner) Schn. förop, för am Eng (Ende) er ist vorlaut NBerg, Geb. 1 a u. Waldbr. He es nit mehr Här üwer sing Schn. as en al (alte) Sau Waldbr-Wildbg. Enem öwwer de Schn. fahre ihn kräftig abtrumpfen Düss. — δ. als Ziel des Angriffs. Du krigs ene (ene Schlag) för (op, en) de Schn., dat et Für de Oge erutspöt! Klevld, u. so Allg. im ganzen Geb., wenn der schmollende, beleidigte Mund gemeint ist; hei hät de Schn. geschuərt gekrägen ist verhauen worden Wippf. — c. verächtl. Nase; et sind er ok derbi, die Hor onger (unter) der Schn.ən hant also Männer; kaum kumm ek met der Schn.ən rut in de kale Luft debuten, so han ek alt wiər den Schnobben; de süht ok nich wiər as sine Schn. Gummb, Wippf, Lennep. RA.: Der lött (lässt) de Schn. en de Äsche (Asche) sippen (träufeln) macht ein betrübtes Gesicht Gummb-Berghsn. Ek well dek nich begecken (zum besten haben), ek w. d. bloss am Schnütchen trecken ebd. — 2. übertr. a. sachl. α. in der Wend.: De Melch micht e Schn. geht beim Kochen in die Höhe Birkf. — β. an Geräten. αα. Öffnung des Backofens Düss. — ββ. Auslaufrohr, ausgebogene, rinnenförmige Ausflussröhre an der Kanne, bes. der Kaffeekanne, an der Pumpe (die röhrenförmige Zut, doch nicht streng geschieden), Dochtrohr an der Lampe Allg. [-ȳ- (in Gegens. zu 1 -ū-) Dür-Gey, Aach-Alsd, Siegld-Ferndorft westl. u. Siegen tsudə]. Ose zennere Kaffepott hät an der Schn. en Blötsch (Beule) dieser Satz wird aufgegeben zur Übersetzung ins Nhd. Rip, Düss. — γ. hölzerne Wurfschaufel, mit der man Wasser ausgiesst Heinsb-Erpen. — δ. (auch Demin.) aufgenähter Flicken an der Schuhspitze Siegld, Berg, Ruhr, Klevld, SNfrk, Eusk-Ahrem; koppere Schn. Stosskappe am Kinderschuh u. aussen vorn an der Spitze des Schuhs von Messing Klev. — ε. abgeschnittener Blätterbüschel an Runkeln, Rüben Mettm-Haan. — ζ. Kuss, in der Kinderspr. Kobl-Bassenh. — η. Schn.ən krieən Schläge Neuw-Dattenbg; Schnüte (sonst -u-) kr. ausgeschimpft werden Gummb-Berghsn. — b. persönl. α. verächtl. Vorwitznase Sieg-Fussh; domm Schn. dummer Schwätzer uWupp; en verfressene, verschlochene Schn. Vielesser, Feinschmecker; en gefährliche Schn. Waldbr, Berg; en viəlwessige Schn. Besserwisser Waldbr; en Völl-, Dreckschn. Schwatzmaul, unverschämter Mensch; s. auch en Babbel-, Schlabber-, Schnäbbel-, Pond-, Seiver-, Wisschn. (weise). — β. Demin. Kosew. für kleines Kind, Geliebte Saarbr, Kreuzn-Waldböckelh, NBerg, SNfrk, Klevld.
7199 Zeichen · 214 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    SchnuteDie

    Campe (1807–1813) · +1 Parallelbeleg

    † Die Schnute , Mz. — n , im N. D. die Schnauze, das Maul; auch Schnuß , in Osnabrück Schnüssel .

  2. modern
    Dialekt
    Schnutef. m.

    Pfälzisches Wb. · +4 Parallelbelege

    Schnute f. , Schnuten m. : 1. von Tieren. a. 'Schnauze, Rüssel des Schweines', Schnut [FR-Bockh PfId. 127 Klein Prov. 13…

  3. Sprichwörter
    Schnute

    Wander (Sprichwörter)

    Schnute 1. Thiar an grattan Snütj hea, mut an starken Romp hâ. – Johansen, 31. Wer eine grosse Schnute (Maul) hat, muss …

Verweisungsnetz

45 Knoten, 49 Kanten

Tap auf Knoten öffnet Detail · Drag zum Umpositionieren · Scroll zum Zoomen

1-Hop 2-Hop
Filter:
Anchor 1 Hub 1 Kompositum 37 Sackgasse 6

Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit schnute

73 Bildungen · 71 Erstglied · 2 Zweitglied · 0 Ableitungen

Ableitung von schnute

schnutern + -e

schnute leitet sich vom Lemma schnutern ab mit Suffix -e, auf Verb-Stamm zurückgeführt.

Zerlegung von schnute 2 Komponenten

sch+nute

schnute setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

schnute‑ als Erstglied (30 von 71)

Schnutelschaber

PfWB

Schnutel-schaber m. : Berufsneckname für den Barbier, Rasierer, Schnudelschabeʳ ('šnūdəl̩šābəʳ) [NW-Hardbg und Umg.]; vgl. Schnussenputzer ,…

Schnutenbilles

RhWB

Schnuten-billes -bi·l.əs Dür-Stdt m.: verächtl. Feinschmecker.

Schnutenbuckel

PfWB

schnuten·buckel

Schnuten-buckel m. : 'wer seinen Mund aus Trotz oder Ärger zum Weinen verzieht', Schnudebuckel ('šnūdə̩bugəl) [ KL-Fischb ]; vgl. Schnute 1 …

Schnutenbutzer

RhWB

schnuten·butzer

Schnuten-butzer m.: verächtl. 1. -bots- Barbier Kemp-Lobberich . — 2. -puts- Schnurrbart Kreuzn-Kirn .

Schnutenfeger

RhWB

schnuten·feger

Schnuten-feger (s. S.) Berg, Ruhr, Jül , MGladb , Kemp , Geld m.: scherzh. (verächtl.) Barbier.

Schnutenhündchen

RhWB

schnuten·huendchen

Schnuten-hündchen -høŋdχən Gummb-Berghsn n.: du Schn.! zu einem kleinen Hunde, mit dem man Spass macht, indem man ihn neckend mit ausgebreit…

Schnutenloch

RhWB

schnuten·loch

Schnuten-loch (s. S.) Berg n.: Ausgussloch der Schnute. RA.: Jo, jo, mer kann ock en Finger im Schn. terbreken.

Schnutenmacher

PfWB

schnuten·macher

Schnuten-macher m. : 'wer seinen Mund aus Trotz oder Ärger zum Weinen verzieht; Trotzkopf', -macheʳ [ KU-Schmittw/O KL-Fischb ]; vgl. Schnut…

Schnutenmann

PfWB

schnuten·mann

Schnuten-mann m. : 'ein Mann mit dicken Lippen', -mann [ NW-Elmst ]; vgl. Schnute 1 b. —

schnute als Zweitglied (2 von 2)

Hundeschnute

Wander

hunde·schnute

Hundeschnute He hett Hunnensnuten sten, he kann scharp rüken. ( Holst. ) – Schütze, II, 172. Von oder zu einem Listigen, Feinmerkenden.

Sauschnute

Wander

sau·schnute

Sauschnute In eine Sauschnute einen goldenen Ring legen. Holl. : Dat is als een gouden ring in een' varkensnuit. ( Harrebomée, II, 358 b . )

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „schnute". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 14. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/schnute/rhwb?formid=S11932
MLA
Cotta, Marcel. „schnute". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/schnute/rhwb?formid=S11932. Abgerufen 14. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „schnute". lautwandel.de. Zugegriffen 14. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/schnute/rhwb?formid=S11932.
BibTeX
@misc{lautwandel_schnute_2026,
  author       = {Cotta, Marcel},
  title        = {„schnute"},
  year         = {2026},
  howpublished = {lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern},
  url          = {https://lautwandel.de/lemma/schnute/rhwb?formid=S11932},
  urldate      = {2026-05-14},
}