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warten

mhd. bis spez. · 17 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Wander
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Eintrag · Wander (Sprichwörter)

Warten

Bd. 4, Sp. 1788
Warten 1. Auf den man nicht wartet, von dem hält man nichts. 2. Besser warten auf ein gutes Essen als sich an einer schlechten Suppe verbrennen. Mhd.: Er is bezzer wol gebiten dann übele gegâhet. (Gut Fraw.) – Swer dicke sprichet: beite de ist ein abeleite. (Freidank.) (Zingerle, 163.) 3. Dat is lange wachten (warten) man quâd fasten. Frommann, II, 538, 173. 4. Der hat nicht zu lange gewartet, der den Vogel gefangen. Frz.: Mal attend, qui ne perattend, qui bien attend ne sur attend. 5. Dessen wird übel gewartet, der zu lange wartet. – Opel, 383. 6. Die ihrer warten am allerbesten, seind der Krankheit am nächsten. Lat.: Pretiosa quam sit sanitas, morbus docet. (Chaos, 546.) 7. Die jhrer warten zum besten, die seind der Krankheit zum nechsten, vnd sterben am allerehisten. – Lehmann, 50, 29; Körte, 3531. 8. Die warte kann, krît aach 'n Mann. (Nassau.) – Kehrein, IV, 29. 9. Die warten kann, kommt auch noch an.Agricola II, 75; Simrock, 11195; Körte, 6442; Braun, I, 4902. 10. Ein yeder wartte des seinen vnd lauffe nicht ferne. – Agricola I, 141; Gruter, I, 26. 11. Es ist zu lang gewartet, dass man den Brunnen deckt, wann das Kind ertruncken ist. – Gruter, III, 35; Eiselein, 628; Simrock, 11203; Sailer, 285. 12. Lang gewart't ist nur genarrt, jung gefreit hat nie gereut. (Frankenwald.) 13. Lang g'wartet ist nid g'schenkt. (Luzern.) – Schweiz, II, 243, 13; Simrock, 11192. Poln.: Długo czekane – nie darowane. (Lompa, 10.) 14. Lang warten ist verdrüssig, es macht aber die Leut witzig. – Lehmann, 803, 19. Lat.: Onerosa est expectatio. (Lehmann, 803, 19.) 15. Lang wartten beist länger in die Nass als Knoblauch. – Lehmann, 803, 20. n.: Længe at bie giør sorg og quide, men hvo ei vil bie faaer at ride. (Prov. dan., 119.) 16. Man muss nicht warten, bis der Bock zu weit in den Garten kommt. – Henisch, 442, 7. 17. Man muss nicht warten, bis der Topf beim Kochen überläuft, das Fett läuft mit. 18. Man muss nicht wartten, biss die Kühe Eyer brüten. – Lehmann, 804, 25. 19. Man muss warten, bis die Birne reif ist, ehe man sie pflückt. 20. Mancher wartet auf ein Gänseei und bekommt ein Hühnerei. 21. Mancher wartt biss sie all zu Ross sitzen, da doch keiner will Satteln. – Lehmann, 804, 31. 22. Mit Warten erreicht man viel. 23. Wart a Weil', harr' a Weil, sitz' a Weil' nieder; und wenn du a Weil' gesessen hast, so komm' und sag' mir's wieder. – Simrock, 11201. 24. Wart a Weil ist auch ein Dorf. (Rott-Thal.) 25. Wart, vber ein weil kompt dein Part. Franck, I, 50b; Simrock, 11196; Körte, 6443; Körte2, 8096. Mhd.: Dem man gerne widerfert, der wol beidet, des er gert. (Morolf.) (Zingerle, 163.) 26. Warte deines Amts. 27. Warte des Deinen, das dir befohlen ist. – Luther, 332; Simrock, 11204. 28. Warte dess deinen, wiltu vnbetrogen sein. – Henisch, 671, 28. 29. Warten erfreuet, als essig die zän und Rauch die ougen. – Geiler, Alsatia, 1862-67 451; Eiselein, 628; Simrock, 11194. 30. Warten ist nicht schenken. – Körte, 6438; Braun, I, 4903. Engl.: All is not lost, that is delayed. – Forbearance is no acquittance. (Masson, 47.) Frz.: Ce qui est différé n'est pas perdu. (Masson, 47.) Lat.: Quod differtur, non aufertur. (Masson, 47.) Poln.: Co się przewlecze, to nieu eiecze. (Masson, 47.) 31. Warten ist wol süsser wie Milch, wird aber sehr leicht sauer. 32. Warten und nicht kommen, im Bette liegen und nicht schlafen, wohl dienen und misfallen sind drei Dinge, darüber man sterben möchte. Frz.: Attendre et ne pas venir, être au lit, et ne pas dormir, n'être pas agrée, pour bien servir, ce font trois choses pour faire mourir. (Kritzinger, 42b.) Holl.: Mogt gij wachten, keulen zou u geworden. (Harrebomée, I, 548b.) It.: Aspettare e non venire, stare in letto e non dormire; servire, non gradire, sono trè cose da morire. (Gaal, 944.) 33. Warten vexirt. Frz.: Attente tourmente. 34. Wenn man lange wartet, so nehmen Rathschläge ab. Lat.: Cunctando senescunt consilia. (Seybold, 107.) 35. Wer lange genug warten kann, bekommt Nürnberg. 36. Wer lange genug warten kann, dem wird endlich alles wohl gethan. Böhm.: Kdo čeká, vyčeka. (Čelakovsky, 111.) Ill.: Tko čeka, dočeka. (Čelakovsky, 111.) 37. Wer lange genug wartet, kann König werden. Bei Tunnicius (416): De so lange kunde beiden, de worde wol konnink. (Rex orbis fiet qui vivit Nestoris aevum.) 38. Wer nicht warten kann, muss laufen. – Simrock, 11198. 39. Wer warten gelernt hat, kommt endlich ans Ziel. Erreicht seinen Zweck. Holl.: Die heeft geleerd te wachten, komt tot zijn doel. (Harrebomée, I, 140a.) 40. Wer warten kann, bekommt guten Wind. Lat.: Temperies venti datur expectare volenti. (Reuterdahl, 1004.) Schwed.: Thaen ffaar bör thz bidhan gether. (Reuterdahl, 1004.) 41. Wer warten kann, bekommt sein Korn gemahlen und seinen Kuchen gebacken. n.: Han faaer vel eengang sin sæk meelet, sin kage baget. (Prov. dan., 149.) 42. Wer warten kann bis an den Jüngsten Tag, leicht die Welt erwerben mag. – Körte, 6443; Simrock, 11200. »Wer biss an den jüngsten tag warten kan, der wirt leicht ein herr der gantzen welt.« (Egenolff, 245a.) Frz.: Qui attendre peut a ce qu'il veut. – Tout vient a point, qui peu attendre. (Lendroy, 69.) Holl.: Als hij lang genoeg wacht, wordt de wereld zijn eigendom. (Harrebomée, II, 450a.) – Die langhe mocht beiden, die werlt wort sijn eighen. (Tunn.) Lat.: Expectat bos aliquando herbam. (Seybold, 164.) – Expectans longe dominus fit solus in orbe. (Fallersleben, 253.) 43. Wer warten kann, dem kommt alles zur rechten Zeit. Frz.: Tout vient à temps pour qui peut attendre. (Leroux, I, 84; Bohn I, 59.) 44. Wer warten kann, hat viel gethan. – Mayer, II, 18; Simrock, 11197; Braun, I, 4904. 45. Wer warten kann, ist ein siegender Mann. Poln.: Zwłoka rzadko kogo uszkodziła, a skwapliwaćś zawiodła bez liczby. (Čelakovsky, 258.) 46. Wer warten kann, kommt auch an Mann. It.: Chi aspettar puole, viene a ciò che vuole. – Riesce meglio, chi suo tempo aspetta. – Tempo viene, chi può aspettarlo. (Biber.) 47. Wer warten lässt, zählt nach Secunden; wer warten muss, nach Stunden. – Zeitung für die elegante Welt, 1827, S. 1318. 48. Wer warten muss, hat Langeweile. It.: Chi aspetta, sta su la corda (sveglia). 49. Wer wartet auf die Zeit, dem wird eine Stunde zur Ewigkeit. Frz.: Il ennuie a qui attend. (Starschedel, 24.) It.: Duro quanto la morte l'aspettare. (Pazzaglia, 22.) 50. Wer wartet, bis ein anderer ihm zum Essen klingelt, der wird oft schmal speisen müssen. 51. Wer wartet, bis er gefüttert wird, stirbt, ehe er satt wird. 52. Wer wartet, der plangeret (auch: blanget). – Tobler, 56; Kirchhofer, 151; Simrock, 11200b. 1) Plangern, blangern = sich nach etwas sehnen, ein heftiges Verlangen nach etwas empfinden. Der Blanger, Planger, das Blänger = die Sehnsucht, das Verlangen. Auch blanga für blangera. Schwäbisch ebenfalls blangen. In Baiern: es belangt mi. 53. Wer wartet, hat Langeweile. – Dove, 456. Ung.: Nehéz ének a' várás. (Gaal, 944.) 54. Wer zu lange wartet, dessen wird vbel gewart. – Lehmann, 804, 32; Simrock, 11200a. 55. Wier wuorden kân, diem kit ales zer Zekt. (Siebenbürg.-sächs.) – Schuster, 1080. 56. Willst du warten, so wirst du König in Schweden. (n.) 57. Wir müssen warten, so lange Gott wil. – Schottel, 1142a. 58. Auf einen warten, wie die Juden auf den Messias. Frz.: Attendre quelqu'un comme les juifs attendent le Messie. (Kritzinger, 42a.) 59. Auf jemand warten, wie die Mönche auf den Abt. Mit der linken Hand d.i. gar nicht warten. Von rücksichtsloser Pünktlichkeit, weil die Mönche nach der Klosterregel auf das gegebene Zeichen in den Speisesaal gehen, und sich, sobald das Tischgebet gesprochen worden ist, zu Tische setzen, und ihre Mahlzeit, ohne auf Abt oder Prior oder irgendeinen Vorgesetzten zu warten, einnehmen. Frz.: Attendre quelqu'un comme les moines attendent l'abbé. (Leroux, I, 24; Wurzbach II, 2.) – On l'attend comme les moines font l'abbé. (Kritzinger, 42a; Lendroy, 4.) – On vous attend de la main gauche. (Kritzinger, 42a.) 60. Da muss man warten, bis Schellen Trumpf wird. (Frankenwald.) 61. Da 's lange wacht'n, man quad fasten. – Eichwald, 2000; Frommann, II, 542, 173. 62. Darauf ist gut warten, aber übel fasten. – Simrock, 11199. 63. Doa drup har ick just no' woart't: 'n Loch in 'n Kopp. – Schlingmann, 942. 64. Du kunst warte, bis d' Kuah an Batze gilt. (Ulm.) 65. Du sollst lange warten, ehe dir 'ne Krähe 'ne Nuss bringt. (Sauerland.) 66. Du wartest des Eies und lässest die Henne fliegen. 67. Er hat warten gelernt. – Braun, I, 4905. 68. Er kann seiner selber wohl warten. 69. Er kann warten bis in die aschgraue Pechhütte. 70. Er muss warten oder wiederkommen. n.: Hannem komme igien eller bie. (Prov. dan., 70.) 71. Er soll warten, bis er schwarz wird. Um langes Warten oder Wartenlassen zu bezeichnen, haben die Franzosen eine treffende sprichwörtliche Redensart. Th. Pavie, Les origines et les transformations de la langue Française in der (Revue des deux Mondes, vom 15. Juni 1864) sagt: »Faire attendre une chanaanée de temps«, eine Kanaanszeit warten lassen. Das Wort chanaanéen ist als Quantitätsbezeichnung nach der Analogie von poignée (faustvoll), bouchée (mundvoll) gebildet. Die Redensart ist aus der jüdischen Geschichte hergeleitet und ihr Sinn klar. 72. Er wartet auf den Sanct-Nimmerstag, da die Gänse backen. 73. Er wartet, bis der Geldhusten kommt. – Simrock, 12312. 74. Er wartet, bis ihm die gbratenen Vögel ins Maul fliegen. – Mayer, I, 140; Braun, I, 4400. Der Träge. 75. Er wartet, bis mer's Hundle henkt. (Esslingen.) Er wartet ins Ungewisse. 76. Er wartet darauf, wie auf den Sommer. Poln.: Jest on na to, jak na lato. (Lompa, 14.) 77. Er wartet darauf, wie der Geier auf den Regen. Poln.: Czeka tego jak kania deszezu. (Čelakovsky, 524.) 78. Er wartet, wie das Brot auf den Rauch. – Burckhardt, 751. Von denen, die sich bereit halten, ein Glück in Empfang zu nehmen, für dessen Eintreffen sie nicht die geringste Bürgschaft haben. Der Wartende ist hier mit dem Brot in einer Schüssel verglichen, der, wenn er den Rauch aus der Küche aufsteigen sieht, hofft, es stehe die Brühe am Feuer und werde ihm gebracht werden. 79. Er wartet, wie der Bettler auf den Pfennig. 80. Er wartet, wie der Hund auf den Knochen. Holl.: Hij wacht ernaar als de pastoor naar zijne offerpenningen. (Harrebomée, II, 132b.) 81. Er wartet, wie ein Windspiel an der Leine. 82. Es ist zu lang gewart. – Hauer, Kij. Lat.: Sero sapiunt phryges. (Hauer, Kij.) 83. Ich will seiner warten, wie die Mönche des Abts. 84. Ihr sollt auf mich nicht warten dürfen. – Eiselein, 628. 85. Man muss lange warten, bis eine solche Kuh kälbert. – Eiselein, 400. 86. Na, warte, Krause kommt. Die Redensart soll daher kommen, dass jemand (in Sachsen) auf den Abgeordeten Krause im Landtage aufmerksam gemacht hat. 87. 'S heesst, wort a wing. – Gomolcke, 469; Robinson, 111; Frommann, II, 244, 98. 88. Sie warten auf den Segen des mannsfelder Bergbaues. Auf ein Trinkgeld oder überhaupt auf Bezahlung. 89. Sie warten aufeinander wie eine Kuh auf die andere. n.: At bie en efter, som kœ bier anden i græsset. (Prov. dan., 70.) Holl.: Zij wachten naar elkander als de eene koe naar ander. (Harrebomée, I, 425b.) 90. Vil warten auff die Person des Fürsten vnd seind all des freunde, der geschencke gibt. – Agricola II, 267. 91. Wacht man, wacht, seggt jen Jung, ons' Koh ward ok starwe; dann wa öck june Hund ok dovon wegjoge. (Natangen.) – Frischbier2, 3952. 92. Wart biss die Kuh gekalbt hat, darnach lade Geste zum Kalbskopff. – Gruter, III, 98. 93. Wart ein jeder seins Ampts. – Gruter, III, 98. 94. Wart, i will di päckle. – Sutermeister, 24. Drückt, wie die folgenden a.a.O. sich findenden Redensarten, eine Drohung aus: Gib Acht, sust chunnst frönd Händ i d' Hoor über! Gib Acht uf d' Schanz! Gewahr die und unterstand di das! Heb di a warme Spiise (s.d. 77). Heb Sorg, dass d' d' Auge nid abbrichst. Heb Sorg zur Truke! Wart, i will der d' Nöth ithue! Wart, i will der d' Nöth uuschlopfe. Wenn i der guet zum Rath bi, so hôr. (S. Laus 103, Nagel 112 und Ohr 231.) 95. Warte bis dir der Kukuk Schuhe bringt. (Kamnitz.) Ablehnend, im Sommer braucht man keine. 96. Warte bis du Bischof wirst! 97. Warte bis hernach, dann kriegst du nichts. 98. Warte, ich will dir Butter holen! Holsteinische Beschwörungsformel. 99. Warte, ich will dir die Feige (s.d.) weisen. – Wurzbach, 63. 100. Warte, ich will dir zeigen, wo Bartholmä den Most holt! Drohungsformel. 101. Warten bis das Gras wächst. Sagen die Indianer, wenn sie einen ihrer beabsichtigten Züge bis zum Frühling vertagen wollen. (Vgl. Wochenblatt des Neuyorker Journal vom 27. April 1867, S. 2.) 102. Warten bis der Buxbaum blüht. 103. Warten bis der Hirse kocht. Poln.: Czekaj, až kasza uwre. (Lompa, 8.) 104. Warten, bis die Hühner Zähne kriegen. 105. Warten bis die Maus eine Katze fängt. – Altmann VI, 519. 106. Warten bis die Ochsen Milch geben. Die Russen: Auf die Milchzeit der Stiere warten. (Altmann VI, 514.) 107. Warten, bis sie's auf dem Teller bringen. Frz.: Ecoute s'il pleut. 108. Warten, ob einem ein gebratne tuben in das mul fliege. – Gesner, III, 293. 109. Wart'n wie da Hund af d' Schleg. (Oberösterreich.) – Baumgarten, 80. 110. Wer warten kann, kommt au no an.Birlinger, 534. 111. Wir warten mit der linken Hand. – Simrock, 6526. Beim Essen, wenn damit angefangen ist, und ein anderer zu spät kommt. Holl.: Zij wachten hem al et ende: als de koeijen. – Zij wachten naar elkander als de koeijen in het gras. (Harrebomée, I, 425b.) 112. Wir warten wie die Kinder auf den heiligen Christ. – Klix, 124. 113. Woarta bïs Mech'l tett. (Oesterr.-Schles.) – Peter, 450. Sehr lange. 114. Woarta bis Schtôkschwammla of 'm Schâd'l waxa. – Peter, 450. 115. Wort a ock, biss a gît. (Schles.) – Frommann, III, 249, 277. 116. Wort ok a wing, ich wil dersch Lûn bessern. (Schles.) – Frommann, III, 412, 460. 117. Wuort nor, wuort, et kid unt Pitersiltich verkîfen. (Siebenbürg.-sächs.) – Schuster, 348. 118. Du must lang warten, biss dass gott auss einer kühaut Leder macht. – Geiler, Seelenparadies, CXCIXb, 1. 119. Wart' ein bischen, sagte der Däne, da er gehängt werden sollte. – Carlén, Der Einsiedler, 87. 120. Warten bringt Weisheit, wiewol es gehasst wird. Bei Tunnicius (1268): Tovinge brinkt wysheit wowol wert se gehatet. (Non odere moras, sine quis prudentia nulla.) 121. Zu lang gewart möcht bringen schad, zu früh gethan ohn guten raht, hat auch offt grosses hertzleid gemacht. – Ayrer, II, 1316, 32. 122. Darauf ist gut warten, aber nicht gut hungern. Sagt man in Hamburg, wenn Versprechungen gegeben und Hoffnungen gemacht werden, deren Erfüllung nicht wahrscheinlich ist. 123. Warde' bis das d' gebroden Dauwen engem an de Mont geflue komme. – Dicks, II, 6.
14841 Zeichen · 531 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    wartenstn.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +6 Parallelbelege

    warten stn. 1. das ausschauen, lauern. der venster eineʒ offen was gein dem boumgarten: dar in gienc er durch warten Par…

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Warten

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Warten , verb. regul. welches auf gedoppelte Art gebraucht wird. 1. Als ein Neutrum mit dem Hülfsworte haben. (1) * Sehe…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    warten

    Goethe-Wörterbuch

    warten [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  4. modern
    Dialekt
    warten

    Elsässisches Wb. · +4 Parallelbelege

    PfWB LothWB RhWB warte n [wârtə fast allg.; wôrtə Bisch. K. Ingenh. ; wôətə Wh. ; wàrtə M. ; Imper. wàrt, wârt, wôrt s. …

  5. Sprichwörter
    Warten

    Wander (Sprichwörter)

    Warten 1. Auf den man nicht wartet, von dem hält man nichts. 2. Besser warten auf ein gutes Essen als sich an einer schl…

  6. Spezial
    warten

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    war|ten I vb.tr. 1 (pflegen) ciaré (de val’) 2 (instandhalten) fá la manutenziun, ciaré do II vb.intr. aspeté (-ta). ▬ e…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit warten

104 Bildungen · 27 Erstglied · 70 Zweitglied · 7 Ableitungen

Zerlegung von warten 2 Komponenten

war+ten

warten setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

warten‑ als Erstglied (27 von 27)

Wartenberg

SHW

Warten-berg Band 6, Spalte 263-264

Wartenpfad

SHW

Warten-pfad Band 6, Spalte 263-264

Wartenbach

PfWB

warten·bach

Warten-bach f. : FlN, Name eines Baches, der in die Wieslauter mündet, amtl. Wartenbach [ PS-Merzalb ]; vgl. PfWB Wartbach . —

Wārtenbīter

WWB

warten·biter

Wārten-bīter m. [ Kr. Ahaus Ahs Kr. Steinfurt Stf Kr. Tecklenburg Tek Kos] 1.1. Heuschrecke (Frbg.). — 1.2. Libelle. — 2. Wolfsmilch (Euphor…

Wartenburg

Herder

warten·burg

Wartenburg , Schloß und Dorf an der Elbe oberhalb Wittenberg; hier Yorks Uebergang und Sieg über Bertrand den 3. Oct. 1813, wofür York den E…

wartendistel

DWB

warten·distel

wartendistel , f. die weisze wegdistel, carduus marianus L. Holl pflanzenn. 71 b . wol entstellt aus waltendistel, vgl. sp. 1398 walterdiste…

Wārtendōrn

WWB

warten·dorn

Wārten-dōrn m. Warzendorn (Frbg.) ( die krfr. Städte Gelsenkirchen u. Wanne-Eickel Gel He).

wartengel

DWB

wart·engel

wartengel , m. der rotköpfige würger Naumann vögel 2, 22 . vgl. sp. 1218 f. wargengel.

Wartenhübel

PfWB

warten·huebel

Warten-hübel m. : FlN. a. 1744/48: hinterm Wartenhübel [Kurpf. A. 1718 (KL-U'sulzb)]. —

wartenkönnen

DWB

warten·koennen

wartenkönnen , n. , subst. inf.: was man oft hanseatischen geist genannt hat, das fast zögernde wägen vor dem wagen ..., das wartenkönnen mi…

wartenkraut

DWB

warten·kraut

wartenkraut , n. die wilde wegwart, gemeine cichorie, cichorium intybus L. Holl pflanzenn. 64 b .

Wārtenkrūd

WWB

warten·krud

Wārten-krūd n. [verstr.] 1. Schöllkraut (Chelidonium majus). — 2. Wolfsmilch (Euphorbia).

wartenlassen

DWB

warten·lassen

wartenlassen , n. , subst. inf.: da das warten und wartenlassen meine sach nicht ist Bettine dies buch gehört dem könig 1, 12 . —

wartenmüssen

DWB

warten·muessen

wartenmüssen , n. subst. inf.: mir geht es sonst ... recht gut, bis auf das wartenmüssen Runge hinterlass. schriften 2, 258 .

Wartensleben-Carow

Meyers

Wartensleben-Carow , Hermann, Graf von, preuß. General, geb. 17. Okt. 1826 in Berlin, studierte die Rechte, trat 1850 in das 7. Kürassierreg…

wartensmüde

DWB

warten·s·muede

wartensmüde , adj. : das volk ist wartensmüde, Samuel kommt nicht. Rückert werke 9, 69 .

Wārtensǖger

WWB

Wārten-sǖger m. Libelle (Frbg.) ( Kr. Beckum Bek Bk).

wartenszeit

DWB

warten·s·zeit

wartenszeit , f. es dient zu unsrer flucht nichts als ein fremdes kleid, den anfang mach' ich selbst. hier ist nicht wartens-zeit. v. Ziegle…

warten als Zweitglied (30 von 70)

Úmwarten

Campe

✱ ✱ Úmwarten , v. intrs . ich warte um, umgewartet, umzuwarten , umhersehen. S. Campe Warten. D. Umwarten .

Abschwarten

Adelung

† Abschwarten , verb. reg. act. bey den Fleischern, die Schwarte oder Haut abziehen. Einen Kalbskopf abschwarten. Auf den Bretmühlen schwart…

abwarten

DWB

abwarten , exspectare, attendere. da in warten die sinnliche vorstellung des aussehauens enthalten ist, musz das zutretende ab vom standpunc…

aferwarten

MeckWB

afer·warten

Wossidia aferwarten erwarten, als Ersatzwort aus dem Hochd. übernommen: se hebben sowat nich aferwart't Sta Stargard@Alt Strelitz AStrel .

ane warten

MWB

ane warten swV. 1 ‘jmdn. wahrnehmen, aufmerksam ansehen’ 2 ‘jmdn./etw. erwarten’    1 ‘jmdn. wahrnehmen, aufmerksam ansehen’ si [Maria] begu…

ane warten

Lexer

ane·warten

ane warten BMZ trans. beobachtend auf einen schauen; ihn erwarten;

anschwarten

RhWB

an-schwarten: de Balke wearn ageschwardet Aussenschwarten als Kopfbänder an den Balken annageln, um dem Gerüst vor der Herstellung der endgü…

answarten

MeckWB

ans·warten

Wossidia answarten anschwärzen 1. schwarz machen: dat Ledder answarten beim Schuster; die Farbe wurde hergestellt, indem man altes Eisen in …

anwarten

DWB

anwarten , exspectare diutius, in spem venire: er soll noch anwarten; auf ein lehen anwarten. auch anheimfallen, bevorstehen: sein anwartend…

Arwarten

DRW

Arwarten "jus custodiae, custodia segetum" Scherz-Oberlin 62 Faksimile

aufwarten

DWB

auf·warten

aufwarten , spectare, exspectare, attendere, ministrare. 1 1) die eigentliche bedeutung ist aufschauen, in die höhe schauen, wie das einfach…

auserwarten

DRW

auser·warten

auserwarten eine Klage durchverfolgen vgl. ausertagen 1419 Straßburg/Scherz-Oberlin 74 Faksimile wo aber einre usserclaget und usserwarttet …

ausgewarten

DRW

aus·gewarten

ausgewarten I vor Gericht nicht erscheinen dieweil S. fluchtig worden, das rechte nicht aussgewartte 1578 Nostitz,Haushaltb. 179 Faksimile I…

auswarten

DWB

aus·warten

auswarten , ein im 15. 16 jh. so häufiges, wie heute seltnes wort, an dessen stelle wir uns lieber des einfachen warten oder abwarten, aufwa…

bewarten

Lexer

bewar·ten

be-warten swv. BMZ im auge behalten, in acht haben. den wec b. Walth. diu kint b. Spec. 147,122. die rôsen b. Msh. 3,108 b .

derwarten

ElsWB

der·warten

d e rwarte n mit vorangehender Verneinung: erwarten, die Zeit abwarten allg. I ch ka nn fast nit d. Geberschw.

durchschwarten

PfWB

durch·schwarten

durch-schwarten schw. : = PfWB durchhauen 2, -schwaʳte (-šwāʳdə) [verbr.]; vgl. PfWB abschwarten 2. Den hammer emol doʳchgeschwaʳt [ KU-Albe…

durchwarten

DWB

durch·warten

durchwarten , ausharren, verweilen. einen ganzen tag durchwarten Stieler 2441 .

Einwarten

Campe

ein·warten

† Einwarten , v. ntr. mit haben und mit der Fügung eines trs. warten, daß etwas ankommen, eintreffen soll, erwarten. »Es werden heute einige…

entwarten

Lexer

ent·warten

ent-warten swv. = antwerten. die gült entwarten und furen ein mîlen wegs Gr.w. 6,10.

erwarten

DWB

erwarten , exspectare, wofür goth. usbeidan, ags. âbîdan, ahd. irpîtan, mhd. erbîten und noch nhd. ehmals erbeiten ( sp. 714) gesagt wurde, …

fürwarten

DWB

fuer·warten

fürwarten , 1 1) lauernd warten, auflauernd warten. fürwarten mit verweisung auf auflauren, lauren, in Kramers teutsch-ital. wb. (1678) 495 …

fürwarten

Idiotikon

fürwarten Band 16, Spalte 1611 fürwarten 16,1611

gewarten

DWB

gewar·ten

gewarten , verb. , verstärktes warten ( s. d. ). schon bei gewarnen ( s. d. ) wurde auf die wurzelverwandtschaft von warnen mit warten aufme…

glückserwarten

DWB

glueckser·warten

glückserwarten , n. : ( ein garten ) draus einst in glückserwarten ein mädchenlachen klang E. v. Schönaich-Carolath ged. (1905) 30 .

Ableitungen von warten (7 von 7)

bewarten

Lexer

be-warten swv. BMZ im auge behalten, in acht haben. den wec b. Walth. diu kint b. Spec. 147,122. die rôsen b. Msh. 3,108 b .

entwarten

Lexer

ent-warten swv. = antwerten. die gült entwarten und furen ein mîlen wegs Gr.w. 6,10.

erwarten

DWB

erwarten , exspectare, wofür goth. usbeidan, ags. âbîdan, ahd. irpîtan, mhd. erbîten und noch nhd. ehmals erbeiten ( sp. 714) gesagt wurde, …

gewarten

DWB

gewarten , verb. , verstärktes warten ( s. d. ). schon bei gewarnen ( s. d. ) wurde auf die wurzelverwandtschaft von warnen mit warten aufme…

Mißwarten

Campe

✱ Mißwarten , v. trs . Mittelw. d. verg. Z. mißgewartet , übel, schlecht warten, vernachlässigen. Haltaus. D. Mißwarten .

verwarten

DWB

verwarten , v. , mhd. wb. 3, 531; Lexer 3, 297 ; Schwartzenbach (1564) 85 b ; Schottel haubtsprache 647 ; Ludwig teutsch engl. lex. 2188 ; K…

verwartenlich

KöblerMhd

verwartenlich , Adj. Vw.: s. un-, verwertenlich