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Streifen

mhd. bis spez. · 19 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Campe
Anchors
29 in 19 Wb.
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Eintrag · Campe (1807–1813)

Streifen v., ntr, trs, intrs, trs

Bd. 4, Sp. 706a
Streifen, v. I) ntr. mit haben, ein Wort wie streichen, welches ursprünglich einen Laut nachahmet, nur mit dem Begriffe der stärkern Bewegung und Berührung, also sich an der Oberfläche eines Körpers schnell hin bewegen, mit solcher Berührung dieses Körpers, daß oft eine Verletzung desselben die Folge davon ist. Die Kanonenkugel streifte am Walle. Die Kugel hat nur gestreift und nicht gefaßt. Auch mit dem vierten Falle, in Form eines trs. Die Kugel hat ihn nur ein wenig gestreift, ist streifend an ihm vorbei gegangen. Sich streifen, in der Bewegung an einem andern Körper hinfahren und sich dadurch verletzen. Sich an der Wand streifen, sich die Hand  streifen. S. Streifwunde. Uneigentlich 1) von andern leichten Verletzungen, z. B. von kaltem Winde, welcher etwas streifet, vor etwas vorbei streicht, und es berührend verletzt. — wie die Blätter des Baums, gestreift durch herbstliche Kälte, Kaum an dem Stiel noch haften — — Voß. 2) Berühren, nahe kommen. »Es streift ein wenig an Gotteslästerung.« Lessing. »Der Tadel streift auch an ihn.« Ders. 3) Ehemahls auch wol uneigentlich, sich in die Länge erstrecken. S. der Streifen. II) intrs. den Ort schnell verändern, sich durch eine Gegend, in einer Gegend hin und her bewegen und begeben. Durch Feld und Wald streifen. I Walde streifen. Sinkt — ins Meer der streifende Vogel. Voß. — auch der Schweine so viel, und der streifenden Ziegen. Ders. Besonders von mehrern Personen, und wenn es geschiehet, eine Ge= gend zu durchsuchen, um etwas, z. B. etwas Verdächtniges aufzufinden; von Soldaten, Polizeibedienten  Der Feind streifet über die Grenzen. Streifende Parteien, die leichten Truppen haben bis an die Stadt gestreift. »Streifen, stehlen und rauben.« 3 Esr. 4, 24. Durch das Gebüsch streifen, Räuber, Wilddiebe, liederliches Gesindel  aufzusuchen oder zu verjagen. Manche fügen es in dieser Bedeutung auch wol mit sein, welche Fügung in den zusammengesetzten herumstreifen, umherstreifen  wenigstens die übliche ist. III) trs. 1) Über die Oberfläche eines Körpers ziehen. Einen engen Ring vom Finger streifen. Die Haut von einem Thiere streifen, sie umgewendet, d. h. den Rand derselben mit der äußern Seite auf die äußere Seite überschlagend demselben über dem Kopfe abziehen, ohne sie am Bauche aufzuschneiden. Auch trägt man das Abziehen auf das Thier selbst über und sagt, ein Thier, einen Hafen, einen Fuchs  streifen, für, die Haut von ihm streifen, ihm die Haut Abstreifen, abziehen. Einen Aal streifen. Die Beinkleider von sich streifen. S. Abstreifen. 2) Durch eine enge Öffnung ziehen, um der Oberfläche oder des auf und unter der Oberfläche Befindlichen zu berauben; im N. D. strepen, ströpen. Die Blätter von einem Zweige streifen, wenn man den Zweig durch die festgeschlossene Hand ziehet. »Dasselbige verwüstet meinen Weinberg und streifet meinen Feigenbaum.« Joel 1, 7. Gekochte Schoten durch den Mund zwischen den Zähnen streifen, um dadurch die Erbsen und die weichern Theile an den häutigen Schalen abzulösen. 3) Mit Streifen versehen; im N. D. stripen. Ein Papier, eine Wand  streifen, mit Streifen versehen. Gestreifte Leinwand, in welche Streifen von anderer Farbe gewebt sind. Gestreifter Zeug. Eine gestreifte Weste, von gestreiftem Zeuge. Gestreifte Strümpfe. I der Pflanzenlehre heißt eine Fläche gestreift (striata), wenn sie feine Striche hat. Auch etwas was mit gleichlaufenden, zart vertieften Linien versehen ist, wird gestreift genannt. Eine gestreifte Säule, eine geriefte. — D. Streifen. D. — ung.
3530 Zeichen · 73 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    streifenswv.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +2 Parallelbelege

    streifen swv. BMZ intr. streifen, gleiten. und er mit der hant ze tal gein dem hüflîn streifet Loh. 3127 ; streifen, zie…

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    streifensw. V.

    Köbler Mnd. Wörterbuch

    streifen , sw. V. Vw.: s. stroifen

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Streifen

    Adelung (1793–1801) · +11 Parallelbelege

    Der Streifen , des -s, plur. ut nom. sing. bey vielen auch der

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    streifen

    Goethe-Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    streifen [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  5. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Streifen

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Streifen (Jägerspr.), soviel wie Abstreifen (s. d.).

  6. modern
    Dialekt
    streifentr. v.

    Lothringisches Wb. · +4 Parallelbelege

    streifen [štraifən D. Si. ] tr. v. wie hd. streifen, leise berühren. — lux. 430.

  7. Sprichwörter
    Streifen

    Wander (Sprichwörter)

    Streifen En Stripen im Rock hebben. – Eichwald, 1857.

  8. Spezial
    streifen

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +3 Parallelbelege

    strei|fen I vb.tr. 1 (mit Streifen versehen) fá da righes 2 (leicht berühren) aziché (-ca), arenté (arënta) 3 (beim Werf…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit streifen

57 Bildungen · 38 Erstglied · 17 Zweitglied · 2 Ableitungen

streifen‑ als Erstglied (30 von 38)

streifen I

SHW

streifen I Band 5, Spalte 1527-1528

Streif(en)apfel

RhWB

streifen·apfel

Streif(en)-apfel (s. S.) -eif- Wittl-Binsf ; -īp- Kref ; -īpən- NBerg; -ipkəs- Erk-Baal m.: wie Str. 2a θ.

streifenartig

DWB

streifen·artig

streifenartig , adj. : streiffen-artig schimmernder kalckstein Noel Chomel öcon.-physic. lex. (1750) 8, 1718; der tag war wolkig gewesen, st…

streif(en)farn

DWB

streifen·farn

-farn , m. ( s. u. ); in der regel zusammengesetzt mit streifen-: streifendrahle, f., eine auf steinigem grunde gedeihende moosart, s. Oken …

streifenförmig

DWB

streifen·foermig

-förmig , adj. : flecken ( auf dem fell ) streifenförmig Brehm tierl. 3, 92 P.-L.; schichten- und streifenförmig zusammengesetztes mineral M…

streifenform

DWB

streifen·form

-form , f. : die gehörige streifenform ( der säule ) Rode Vitruv (1796) 1, 173 ; auch: die streif- und würfelform ( des stoffmusters ) B. We…

streifengewicht

DWB

streifen·gewicht

streifengewicht , n. , fachsprachlicher terminus bei belastungs- und festigkeitsberechnungen: die belastung des ( gewölbe- )bogens ist in wö…

streifenhaft

DWB

streifen·haft

-haft , adj. : ( vom gewölk ) Göthe I 6, 186 W.; ( vom lichtschein ) Droysen Aischylos (1841) 204 ;

streifenhügel

DWB

streifen·huegel

streifenhügel , m. , ein stammganglion im gehirn, dessen hauptaufgabe die steuerung des motorischen nervensystems ist: streifenhügel gestrei…

streifen II

RhWB

streifen II Rhfrk, Mosfrk (in beiden Geb. als Lehnwort aus dem Nhd. empfunden), Rip, Berg, SNfrk wie Streifen, also -aif- [ -ī-, –ē-, –ę- ],…

Streif(en)ling

RhWB

streifen·ling

Streif(en)-ling -īfəliŋ Sieg ; -ipliŋ, –leŋ Eup-Lonzen ; -ip- Rees-Bislich ; -ēp- Emmerich m.: -apfel.

streifen als Zweitglied (17 von 17)

Nadelstreifen

RDWB1

Nadelstreifen Pl. übertr. j-d in Nadelstreifen idiom. кто-л. рядящийся в одежды добропорядочных граждан; при галстуке, при галстуках; в смок…

abe streifen

MWB

abe streifen swV. ‘etw. streifend entfernen’ so suôhchét siu [Schlange] einen lócheróhten stein. unde slîuffét dâr duréh unde strêifet dîe h…

abstreifen

DWB

abs·treifen

abstreifen , destringere, detrahere: blätter vom baume, vom ast abstreifen, den ast abstreifen; streifet dem baum das laub ab. Daniel 4, 11 …

anestreifen

KöblerMnd

anes·treifen

anestreifen , sw. V. nhd. „anstreifen“, überstreifen, aufstreifen E.: s. ane (2), streifen L.: MndHwb 1, 108 (anstreifen) Son.: Fremdwort in…

anstreifen

DWB

anst·reifen

anstreifen , leviter attingere: mit den füszen das gras anstreifen; im vorübergehen anstreifen; die buchstaben und bedeutungen vieler wörter…

aufstreifen

DWB

auf·streifen

aufstreifen , replicare, restringere, aufwinden, empor, zurückstreifen, aufstürzen, nnl. opstroopen: er nimmt den weiszen arm und streift ih…

ausstreifen

DWB

aus·streifen

ausstreifen , exuere, den mantel, den ermel schnell ausstreifen, abstreifen; auch wie das vorausgehende, bohnen, erbsen ausstreifen. intrans…

Balkenstreifen

Adelung

balken·streifen

Balkenstreifen , verb. reg. act. in der Landwirthschaft an einigen Orten, den gebrachten Acker mit dem Hakenpfluge quer überfahren; daher di…

bestreifen

DWB

best·reifen

bestreifen , n. durch einiges bestreifen ihres siechenden arms. J. Paul biogr. bel. 1, 52 ; so gewis jedes spornrad, jeder himmels- und orde…

nāchstreifen

KöblerMhd

nāchstreifen , sw. V. nhd. „nachstreifen“, nachreiten, folgen E.: s. nāch, streifen W.: s. nhd. (ält.) nachstreifen, V., nachstreifen, DW 12…

randstreifen

DWB

rand·streifen

randstreifen , m. im schiffbau der oberste barkhalter oder das oberste barkholz. Jacobsson 3, 359 b .

Tierzustreifen

DRW

tier·zustreifen

Tierzustreifen, n. Häuten (und Zerteilen) von Tieren [Beschwerde:] ubet der nachrichter in seinem hauss auch ungepürlich ding mit beynen bre…

überstreifen

DWB

ueber·streifen

überstreifen , v. A A. in untrennb. verbindung. A@1 1) zu intrans. streifen, schweifen: etwas ü., über etwas hin, darüber hinaus schweifen. …

Ableitungen von streifen (2 von 2)

bestreifen

DWB

bestreifen , n. durch einiges bestreifen ihres siechenden arms. J. Paul biogr. bel. 1, 52 ; so gewis jedes spornrad, jeder himmels- und orde…

entstreifen

DWB

entstreifen , destringere, abstreifen. 1 1) transitiv: laub, blätter entstreifen; einem den kranz vom haupt entstreifen; den handschuh entst…

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „streifen". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 18. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/streifen/campe
MLA
Cotta, Marcel. „streifen". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/streifen/campe. Abgerufen 18. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „streifen". lautwandel.de. Zugegriffen 18. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/streifen/campe.
BibTeX
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