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Rasen

ahd. bis spez. · 24 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Meyers
Anchors
38 in 24 Wb.
Sprachstufen
8 von 16
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64
Verweise raus
96

Eintrag · Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

Rasen

Bd. 16, Sp. 607
Rasen, ausschließlich oder doch vorherrschend aus Gräsern gebildete dichte und geschlossene Pflanzendecke des Erdbodens, wird in Parken und Gärten mit besonderer Sorgfalt angelegt und unterhalten. Der R. gedeiht am besten in einem milden, nicht zu trocknen Klima. Zu seiner Anlage wird das Land reichlich gedüngt, durch Kartoffelbau von Unkraut gereinigt, dann im Herbst auf 0,5 m Tiefe rigolt, gedüngt, gegraben, im Frühjahr geharkt, gewalzt und besät. Auf leichtem Boden verwendet man ein Gemisch von 3 Teilen Lolium perenne (englisches Raygras), 2 Teilen Agrostis vulgaris (gewöhnliches rotes Straußgras), 2 Teilen Agrostis stolonifera (Fioringras, weißes Straußgras), 2 Teilen Poa pratensis (Wiesenrispengras). In schattiger Lage bewährt sich ein Zusatz von Poa nemoralis (Hainrispengras). Man sät möglichst bei Windstille auf ein Ar etwa 3 kg der Mischung. Der Same wird nicht eingeharkt, sondern mit dem Harken nur eingeklopft, die besäte Fläche dann leicht angewalzt oder mit Tretbrettern angetreten. Bei günstigem Wetter keimt die Saat in etwa 14 Tagen. Das erste Mähen geschieht mit der Sense, wenn die Halme sich biegen, später aller 8–14 Tage, wenn ein seiner, dichter, grüner Rasen gewünscht wird. In Zeiten großer Dürre setzt man damit aus, da der zu kurz geschnittene R. ausbrennt, wenn er nicht sehr stark bewässert werden kann. Nach dem Schneiden ist der R. leicht anzuwalzen. Nach längerer Zeit wirken vorsichtige Düngungen mit schwefelsaurem Ammoniak in Wasser (1 Proz.) sehr gut, besonders auch wenn Moosbildung im R. auftritt. Zum Winter überzieht man den R. mit einer Schicht Kompost, der möglichst rein von Unkrautsamen sein muß. Dünger aus dem Frühbeet ist die beste Winterdecke und Düngung zugleich. Schmale Kanten und Böschungen lassen sich schwer ansäen und werden am besten mit dünn abgeschälten Rasenstücken belegt. Vgl. Hampel, Gartenrasen und Parkwiesen (Berl. 1895).
1899 Zeichen · 24 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 8.–11. Jh.
    Althochdeutsch
    râsenmhd. sw. v.

    Althochdeutsches Wörterbuch · +3 Parallelbelege

    râsen mhd. sw. v. , nhd. rasen; mnd. râsen, mnl. rasen, razen; an. rása; vgl. ae. rǽsan. rasin: 1. sg. Gl 4,53,12 ( Sal.…

  2. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    râsenswv.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +3 Parallelbelege

    râsen swv. ib. toben, rasen, dementare, insanire Dfg. 172 c . 300 b . Trist. H. Pass. tobende râsen (: blâsen) Mart. 9,3…

  3. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    rasen

    Mnd. Handwb. (Lübben/Walther) · +3 Parallelbelege

    rasen, sw. v. rasen, wüten; toll, irrsinnig sein (von Hunden und Menschen); rasende dull, rasend toll; irrtümlich vermut…

  4. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Rasen

    Adelung (1793–1801) · +7 Parallelbelege

    Der Rasen , des -s, plur. ut nom. sing. 1) Dichtes, kurzhalmiges Gras; als ein Collectivum, und ohne Plural. Ein mit Ras…

  5. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    rasen

    Goethe-Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    rasen nur in der Frühzeit vereinzelt –ß- od –ss- (zB B1,134,14; 37,64,20 ) 1) ; gelegentl ‘rasest’/‘raset’ sowie ‘rasete…

  6. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Rasen

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Rasen , ausschließlich oder doch vorherrschend aus Gräsern gebildete dichte und geschlossene Pflanzendecke des Erdbodens…

  7. modern
    Dialekt
    rasen

    Elsässisches Wb. · +10 Parallelbelege

    rase n [râsə O. Ndhsn. ; rôsə Dettw. Büst ] 1. rasen, von Kindern, die lärmend im Spiel hin- und herlaufen. Unseri Klein…

  8. Spezial
    rasen

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +3 Parallelbelege

    ra|sen vb.intr. (sich schnell bewegen) jí debota, jí dassënn, jí cun sfratamënt, jí sciöche n mat, sprinzé (-za). ▬ mit …

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit rasen

118 Bildungen · 99 Erstglied · 15 Zweitglied · 4 Ableitungen

rasen‑ als Erstglied (30 von 99)

Rasenplatz

SHW

Rasen-platz Band 4, Spalte 1233-1234

rasenabhang

DWB

rasen·abhang

rasenabhang , m. mit rasen belegter abhang: erst auf einem rasenabhang liesz er sie nieder ( die freundin die er durchs wasser getragen ). G…

rasenal

RhWB

rasenal = gehörig s. räsonabel;

rasenaltar

DWB

rasen·altar

rasenaltar , m. altar aus rasenstücken: jetzt drei göttern erhebt drei rasenaltäre der sieger. Voss bei Campe.

rasenbank

DWB

rasen·bank

rasenbank , f. aus rasenstücken errichtete oder mit solchen belegte erdbank: grasbank, rasenbank, stibadium Stieler 93 ; gestern abend sasze…

râsenber

AWB

rasen·ber

râsenber mhd. st. n. ; zur Deutung vgl. Marzell, Wb. 4,366. rasen-ber: nom. sg. Gl 3,561,6 ( Innsbr. 355, 14. Jh. ). Schwarzer Nachtschatten…

rasenberg

DWB

rasen·berg

rasenberg , m. mit rasen bewachsener berg. bergmännisch aber heiszt so die steinscheide oder ablösung des gesteins, eine schmale leere kluft…

râsênberi*

EWA

râsênberi*AWB n. ja-St., Gl. 3,561,6 (14. Jh., bair.[-obd.]): ‚Schwarzer Nachtschatten; mo- rella‘ (Solanum nigrum L.). Wahrscheinlich führt…

rasenbett

DWB

rasen·bett

rasenbett , n. 1 1) bett aus rasen gebildet oder mit rasen verziert: wo durch tuf die quelle schäumt, die mit spiegelglätte dort im rasenbet…

rasenbeweis

DWB

rasen·beweis

rasenbeweis , m. eine bergrechtliche handlung, vermöge deren bei entstandenen gangstreitigkeiten der ältere im felde seinen beweis vom vater…

rasenbinse

DWB

rasen·binse

rasenbinse , f. eine binsenart, scirpus cespitosus, torfbinse. Nemnich 4, 1243 .

rasenbleiche

DWB

rasen·bleiche

rasenbleiche , f. die handlung des bleichens auf rasen, und der ort, wo diesz geschieht: es gibt in Würtemberg keine kunstbleichen für leine…

rasenblume

DWB

rasen·blume

rasenblume , f. blume die auf dem rasen wächst: wiege dich hier auf diesen rasenblumen, kleines grillchen. Hölty 100 Halm.

Rasende

DRW

ras·ende

Rasende, m. f. Person, die als wahnsinnig gilt, Tobsüchtiger; die Rasenden werden als Furiosi gegen die blödsinnigen Menschen abgegrenzt, si…

Rasender

Wander

rasen·der

Rasender Ein Rasender hat seine Sinne biss auf fünff. – Sutor, 55.

râsendich

MNWB

rasen·dich

râsendich , adj. (Kompar. -ger ): 1. heftig, wütend, jo r.-ger hê wö̂tet unde dāvet (SL: Huspost.). — 2. verwirrt, sê wêre ... up dem Brocke…

râsendichêⁱt

MNWB

rasendich·eit

râsendichêⁱt , f. : Verwirrung, de hêre wert dî slân mit wânsinnichê(i)t blinthê(i)t unde r. des herten (Bugenhagen-Bibel Deut. 28, 28).

rasendig

DWB

rasen·dig

rasendig , adj. rasend: delirus raszendig Dief. 172 a .

rasendlich

DWB

rasend·lich

rasendlich , adv. auf unsinnige weise: das sie rasentlich schreien. Melanchthon im corp. doctr. christ. (1560) 905 .

rasendüngung

DWB

rasen·duengung

rasendüngung , f. düngung, namentlich der hopfengärten und weinberge, mit ausgestochenem rasen. Jacobsson 3, 362 a .

rasendull

MeckWB

rasen·dull

rasendull rasendtoll: se is rasendull nah de Kierls mannstoll Wa; Schö Warn ; he is rasendull Ma Rempl ; se is rasendull in em sterblich ver…

Rasendwerden

GWB

rasend·werden

Rasendwerden auch Kleinschr zu ‘rasen’ 1; einmal in (scherzh) figura etymologica [ mBez auf die ‘Vier Tageszeiten’ von PhORunge ] was das fü…

raseneiche

DWB

rasen·eiche

raseneiche , f. eiche die einzeln auf feldern oder rasenplätzen wächst, im gegensatz zur waldeiche. auch die gemeine eiche, im gegensatz zur…

Raseneisenerz

Meyers

rasen·eisenerz

Raseneisenerz (Raseneisenstein) , Brauneisenerz, derb in oft porösen, schwammartig durchlöcherten Massen, Knollen und Körnern, teils von dun…

raseneisenstein

DWB

rasen·eisenstein

raseneisenstein , m. eine art von eisenstein, die unter der dammerde liegt, und nicht gangweise bricht; auch rasenstein. Jacobsson 3, 362 b …

rasenerz

DWB

rase·nerz

rasenerz , n. was raseneisenstein. Jacobsson 7, 34 b ; rasenerz, sumpferz Nemnich.

rasen als Zweitglied (15 von 15)

a(n)rasen

Idiotikon

a(n)rasen Band 6, Spalte 1281 a(n)rasen 6,1281

abgrasen

DWB

abgrasen , gramen depascere, das gras wegfressen. die lämmer grasen den anger, die junge saat ab.

abrasen

DWB

abrasen , bei den jägern, was sonst abgrasen, abweiden.

ausrasen

DWB

aus·rasen

ausrasen , furere desinere, austoben, nnl. uitrazen: musz erst ausrasen; das fieber hat noch nicht ausgerast; wann du dann wol hast ausgeras…

begrasen

DWB

beg·rasen

begrasen , nnl. begrazen, in verschiednem sinn, 1 1) sich begrasen, herbascere, gramine vestiri, sich berasen: die hügel der gefallenen begr…

berasen

DWB

bera·sen

berasen , gramine vestire und vestiri, sich begrasen, mit rasen überziehen: denn es wäre mit erlegung des Varus nicht ausgemacht, sondern di…

deckrasen

DWB

deck·rasen

deckrasen , m. viereckige rasenstücke um den boden in gärten, erhöhungen, böschungen eines grabens damit zu belegen.

drâsen, drasen

MWB

drâsen, drasen swV. auch dræsen, dresen. ‘heftig durch die Nase atmen, schnauben’ do begunde im [dem Pferd] müede entwîchen. / ez dreste und…

Fǖrrasen

Idiotikon

Fǖrrasen Band 6, Spalte 1281 Fǖrrasen 6,1281

gegrasen

KöblerMhd

gegrasen , sw. V. nhd. grasen Q.: Krone (um 1230) E.: s. ge, grasen (1) W.: nhd. DW- L.: LexerN 3, 181 (gegrasen)

nachgrasen

DWB

nach·grasen

nachgrasen , verb. grasen, wo schon gegrast worden ist; sprichwörtlich: er hat ihm ziemlich nachgegraset. Wander 3, 836 ; grasend nachfolgen…

vergrasen

DWB

ver·grasen

vergrasen , verb. 1 1) intransitiv, zu gras werden: ein platz vergraset, wenn er mit gras überwächst. Adelung 4, 1437 . 2 2) transitiv, das …

verrasen

DWB

ver·rasen

verrasen , verb. austollen, austoben, vertoben: unter des rufft er grell und hell: hui teuffel, ich musz verrasen, hui Astarot, Belial, ich …

Ableitungen von rasen (4 von 4)

berasen

DWB

berasen , gramine vestire und vestiri, sich begrasen, mit rasen überziehen: denn es wäre mit erlegung des Varus nicht ausgemacht, sondern di…

entrasen

DWB

entrasen , cespite nudare, gegensatz von berasen .

verrasen

DWB

verrasen , verb. austollen, austoben, vertoben: unter des rufft er grell und hell: hui teuffel, ich musz verrasen, hui Astarot, Belial, ich …

zerrasen

RhWB

zer-rasen: 1. sich z., fortwährend r.; der kann sech jet z. Rip. — 2. das Bett z., zerwühlen, bes. von Kindern Rip.