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Pfanne

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Adelung
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Eintrag · Adelung (1793–1801)

Pfanne

Bd. 3, Sp. 707
Die Pfanne, plur. die -n, Diminut. das Pfännchen, Oberd. Pfännlein. 1. Überhaupt, eine jede flach eingebogene oder vertiefte Fläche, und ein mit einer solchen eingebogenen Fläche versehenes Ding; in welcher weitesten Bedeutung es doch nur in einigen Fällen üblich ist. Diejenige Vertiefung, worin sich der Zapfen einer horizontalen Welle beweget, heißt so wohl im Bergbaue, als Mühlenbaue und bey den Uhrmachern eine Pfanne, und bestimmter die Zapfenpfanne, zuweilen aber auch das Zapfenloch. Besonders führen diesen Nahmen mit einer eingebogenen Fläche versehene Dinge, vertiefte Räume und Gefäße. Die Hohlziegel oder hohlen Dachziegel heißen noch an vielen Orten Dachpfannen oder nur Pfannen schlechthin, ja im Niederdeutschen und den damit verwandten Sprachen werden alle, auch unsere gewöhnlichsten flachen Dachziegel Pfannen genannt, im mittlern Lat. Pannei Lapides; entweder, so fern die hohlen Ziegel die erste und älteste Art sind, welche ihren Nahmen denn auch auf die bequemern flachen Ziegel fortgepflanzet haben, oder auch von einem andern, aber doch verwandten Worte, welches eine ebene Fläche bedeutet hat, und wohin das Engl. Pane, eine viereckte Scheibe, das Finnländ. Pann, eine Schindel, gehören. Bey dem Ringrennen war die Pfanne, dem Frisch zu Folge, eine schwebend ausgehängte hohle Scheibe, nach welcher man als nach einem Ringe rennete. Der viereckte eingefaßte flach vertiefte Ort, in welchem die Maurer den Mörtel zubereiten, ist bey ihnen unter dem Nahmen der Mörtelpfanne und der Pfanne schlechthin bekannt. Die Braupfanne ist in den Brauhäusern ein ablanges vierecktes flach vertieftes kupfernes Gefäß, in welchem das Bier statt des Braukessels gebrauet wird. Von ähnlicher Art sind die flachen viereckigen blechernen Pfannen in den Salzwerken, worin die Sohle zubereitet wird, und wohin die Siedepfannen oder Gradierpfannen, die Wärmpfannen und Sog- oder Sockpfannen gehören. Die Siedepfannen haben gemeiniglich eine bestimmte Größe. So hält in dem Salzwerke zu Halle eine Pfanne 5 Zober Sohle, jeden Zober zu 8 Eimer und den Eimer zu 12 Kannen gerechnet. Von ganz anderer Art sind unsere heutigen Kohl- oder Feuerpfannen, welche[] auch Kohl- und Feuerbecken genannt werden, und zur Aufbehaltung der Kohlen zum Gebrauche in den Zimmern dienen. In der Reichsstadt Aachen ist die Pfanne eine Abgabe, welche von dem Getreide, den Kohlen u. s. f. zum Behuf der Armen in den Thoren der Stadt abgegeben wird, und ihren Nahmen vermuthlich von einem bestimmten Maße dieses Nahmens erhalten hat. 2. In engerer Bedeutung ist die Pfanne in manchen Fällen eine halb kugelige Vertiefung. So führet die Vertiefung dieser Art, worin sich der Zapfen einer stehenden Welle beweget, worin sich die Angel eines Thorweges umdrehet u. s. f. den Nahmen der Pfanne. Die Zündpfanne, oder nur Pfanne schlechthin, ist eine ähnliche Vertiefung an dem Schlosse der kleinen Schießgewehre, das Zündkraut aufzunehmen. Im Niedersächsischen wird die Hirnschale die Bregenpanne, d. i. die Gehirnpfanne, genannt, von welchem Gebrauche Frisch die im gemeinen Leben übliche R. A. seinen Feind in die Pfanne hauen, ableitet, als wenn sie eigentlich von der Tödtung eines fliehenden Feindes gebraucht würde. Da sie aber in allen Fällen gebraucht wird, wo einer oder mehrere niedergehauen werden, so wird sie mit mehr Wahrscheinlichkeit als eine von den in den Küchen üblichen Pfannen entlehnte Figur angesehen. In der Anatomie werden die halb kugeligen Vertiefungen in den Knochen zu den Gelenken die Pfannen genannt. Besonders kennet man unter diesem Nahmen die tiefe Höhle dieser Art in dem Hüftbeine, welches die Kugel oder das Haupt des Schenkelbeines aufnimmt; Lat. Acetabulum. 3. Im engsten Verstande ist die Pfanne ein zuweilen halb kugeliges, allemahl aber flaches vertieftes Gefäß. Von dieser Art ist die Pfanne in den Schmelzhütten, welche eigentlich eine große eiserne Schüssel ist, in welcher der Test geschlagen wird. Die Pfanne der Papiermacher, Franz. Pistolet, ist ein Gefäß, womit der Zeug in der Arbeitshütte erwärmet wird. Die Bettpfanne oder Wärmpfanne, das Bett vermittelst darein gethaner glühender Kohlen zu erwärmen, hat einen langen Stiel, und unterscheidet sich dadurch von der Bett- oder Wärmflasche, worein nur siedendes Wasser zur Erwärmung des Bettes gethan wird. Die Leuchtpfannen sind tiefe Becken, brennbare Sachen zur Erleuchtung eines Ortes in der Nacht darin anzuzünden. In den Küchen hat man Pfannen mancherley Art, welche bald rund, bald länglich sind, bald Füße haben, bald aber auch nicht, bald mit einem langen Stiele versehen sind, bald aber auch nicht, gemeiniglich aus dünnem Eisen geschlagen sind, oft aber auch nur aus Thon bestehen. Allemahl aber sind sie flach, d. i. von einer geringen Tiefe, in Ansehung ihres Umfanges. Dahin gehöret die Bratpfanne, Kuchenpfanne, Tortenpfanne u. s. f. Anm. Bey dem Notker Phannu, im Nieders. Panne, im Angels. Panne, Ponne, im Engl. Pan, im Schwed. Panna, im mittlern Lat. Panna, im Pohln. und Böhm. Panew, bey den Krainerischen Wenden Ponuv. Es bedeutet überhaupt eine Vertiefung und ein vertieftes Gefäß, daher im Wallisischen auch Pann einen Becher bedeutet, und gehöret zu dem Geschlechte der Wörter Banse, Behnert, Wanne, Wanst u. s. f. Im Niedersächs. wird eine Pfanne auch Schapen und im Oberdeutschen auch ein Rein genannt.
5304 Zeichen · 67 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    pfannesw. F., st. F.

    Köbler Mhd. Wörterbuch

    pfanne , sw. F., st. F. nhd. Pfanne, Sudpfanne Vw.: s. badære-*, brāt-*, briu-, gluot-, hert-*, kol-, rœst-, smelz-*, vi…

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Pfanne

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Die Pfanne , plur. die -n, Diminut. das Pfännchen, Oberd. Pfännlein. 1. Überhaupt, eine jede flach eingebogene oder vert…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Pfanne

    Goethe-Wörterbuch

    Pfanne 1 Metallgefäß a Bratgeschirr; öfter in Vbdgn wie ‘eben/frisch/heiß/warm aus der P.’, auch übertr auf aktuelle, ne…

  4. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Pfanne

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Pfanne , bekanntes, mehr breites als tiefes Gefäß, in der Regel zum Kochen, Sieden oder Schmelzen gebraucht; sodann eine…

  5. modern
    Dialekt
    Pfanne

    Bayerisches Wörterbuch · +5 Parallelbelege

    Pfanne Band 2, Spalte 2,470–473

  6. Sprichwörter
    Pfanne

    Wander (Sprichwörter)

    Pfanne 1. De Panne schelt den Pott Schwartmiaul (Schwarzmaul). ( Lippe. ) – Firmenich, I, 270. 2. Der die Pfanne hält be…

  7. Spezial
    Pfannef

    Dt.-Russ. phil. Termini · +1 Parallelbeleg

    Pfanne , f чаша , ж

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit pfanne

345 Bildungen · 235 Erstglied · 110 Zweitglied · 0 Ableitungen

pfanne‑ als Erstglied (30 von 235)

Pfanne(n)

Idiotikon

Pfanne(n) Band 5, Spalte 1104 Pfanne(n) 5,1104

Pfanne(n)blëtz

Idiotikon

Pfanne(n)blëtz Band 5, Spalte 281 Pfanne(n)blëtz 5,281

Pfanne(n)blëtzer

Idiotikon

Pfanne(n)blëtzer Band 5, Spalte 289 Pfanne(n)blëtzer 5,289

Pfanne(n)chnëcht

Idiotikon

Pfanne(n)chnëcht Band 3, Spalte 727 Pfanne(n)chnëcht 3,727

Pfanne(n)chratz

Idiotikon

Pfanne(n)chratz Band 3, Spalte 929 Pfanne(n)chratz 3,929

Pfanne(n)chuecheⁿ

Idiotikon

Pfanne(n)chuecheⁿ Band 3, Spalte 141 Pfanne(n)chuecheⁿ 3,141

Pfanne(n)flad

Idiotikon

Pfanne(n)flad Band 1, Spalte 1168 Pfanne(n)flad 1,1168

Pfanne(n)girtli

Idiotikon

Pfanne(n)girtli Band 2, Spalte 444 Pfanne(n)girtli 2,444

Pfanne(n)lumpeⁿ

Idiotikon

Pfanne(n)lumpeⁿ Band 3, Spalte 1280 Pfanne(n)lumpeⁿ 3,1280

Pfanne(n)lupferli

Idiotikon

Pfanne(n)lupferli Band 3, Spalte 1361 Pfanne(n)lupferli 3,1361

Pfanne(n)lȫter

Idiotikon

Pfanne(n)lȫter Band 3, Spalte 1501 Pfanne(n)lȫter 3,1501

Pfanne(n)pitteⁿ

Idiotikon

Pfanne(n)pitteⁿ Band 4, Spalte 1856 Pfanne(n)pitteⁿ 4,1856

Pfanne(n)rameⁿ

Idiotikon

Pfanne(n)rameⁿ Band 6, Spalte 892 Pfanne(n)rameⁿ 6,892

Pfanne(n)ruess

Idiotikon

Pfanne(n)ruess Band 6, Spalte 1456 Pfanne(n)ruess 6,1456

Pfanne(n)rūmeteⁿ

Idiotikon

Pfanne(n)rūmeteⁿ Band 6, Spalte 924 Pfanne(n)rūmeteⁿ 6,924

Pfanne(n)rūmeⁿ

Idiotikon

Pfanne(n)rūmeⁿ Band 6, Spalte 916 Pfanne(n)rūmeⁿ 6,916

Pfanne(n)schaleⁿ

Idiotikon

Pfanne(n)schaleⁿ Band 8, Spalte 547 Pfanne(n)schaleⁿ 8,547

pfanne als Zweitglied (30 von 110)

Amtspfanne

Adelung

amts·pfanne

Die Amtspfanne , plur. die -n, in den Salzwerken, diejenige Pfanne, in welcher die Amtssohle gesotten wird.

badærepfanne

KöblerMhd

badære·pfanne

badærepfanne , sw. F., st. F. nhd. „Baderpfanne“, zur Ausstattung des Bades gehöriges Geschirr Q.: SchöffIglau E.: s. baden, pfanne* W.: nhd…

bettpfanne

DWB

bett·pfanne

bettpfanne , f. vas lecto calefaciendo, nnl. bedpan: wann ich dem junker das bette wärmen solte, nahm er mir unterweilens die bettpfanne aus…

Beypfanne

Adelung

bey·pfanne

Die Beypfanne , plur. die -n, in den Sächsischen Salzwerken, eine Pfanne neben der großen, welche von ihrem Feuer zugleich mit erwärmet wird…

Bleypfanne

Adelung

bley·pfanne

Die Bleypfanne , plur. die -n, ein eisernes Gefäß in den Schmelzhütten, worein das Bley nach dem Frischen geschöpfet wird.

bratpfanne

DWB

brat·pfanne

bratpfanne , f. sartago, nnl. braadpan, ags. brædponne, dän. bradpande.

briupfanne

KöblerMhd

briu·pfanne

briupfanne , F. nhd. „Bräupfanne“, Braupfanne, Siedepfanne ÜG.: lat. sartago Gl, Voc Hw.: vgl. mnd. brūwpanne Q.: Gl, SH, Urk, Voc, Wachtelm…

brātpfanne

KöblerMhd

brāt·pfanne

brātpfanne , sw. F. nhd. Bratpfanne, Glutpfanne ÜG.: lat. arula Gl Hw.: vgl. mnl. braetpanne, mnl. brādepanne Q.: DW2 (1424), Gl E.: s. brāt…

dachpfanne

DWB

dach·pfanne

dachpfanne , f. flache ziegel, deren eine seite aufwärts, die andere abwärts gebogen ist, so dasz sie an die andern sich besser anschlieszt.…

feuerpfanne

DWB

feuer·pfanne

feuerpfanne , f. sartago, arula. voc. 1482 h 6 b . 7 a , schmelzpfanne, gluthafen, ags. fŷrpanne, engl. firepan. dem kaiser zu ehren feuerpf…

garpfanne

DWB

gar·pfanne

garpfanne , f. eiserne pfanne zum völligen reinigen des garkupfers.

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „pfanne". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 10. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/pfanne/adelung?formid=P00637
MLA
Cotta, Marcel. „pfanne". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/pfanne/adelung?formid=P00637. Abgerufen 10. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „pfanne". lautwandel.de. Zugegriffen 10. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/pfanne/adelung?formid=P00637.
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