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Nênnen

ahd. bis spez. · 26 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Adelung
Anchors
34 in 26 Wb.
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Eintrag · Adelung (1793–1801)

Nênnen

Bd. 3, Sp. 466
Nênnen, verb. irreg. act. ich nenne, du nennest oder nennst; Imperf. ich nannte, Conj. nennete, Mittelw. genannt. 1. Ein Ding bey seinem Nahmen rufen oder erwähnen, dasselbe vermittelst des Ausdruckes bezeichnen, welchen es als einen Nahmen führet, der ihm zukommt, der dessen Unterscheidungsmerkmahle enthält; da denn so wohl das Ding, als auch der Nahme in die vierte Endung gesetzet werden. Ihr sollt euch nicht Rabbi, nicht Meister nennen, Matth. 23, 8. Der wird ein Sohn des Höchsten genennet (genannt) werden, Luc. 1, 32. Cajus und Titius nennen sich Vetter. Wir nennen alle Dinge schön, die der Einbildungskraft oder dem Verstande gefallen. Das nenn ich doch gehen, das verdient doch den Nahmen des Gehens. Ich kann ihn nicht nennen, weiß seinen Nahmen nicht. Wie nennt er sich? wie heißt er? Er nennt sich Bav, er heißt Bav, sein Nahme ist Bav. Als er die Mutter nennen hörete. Das Hauptwort Nahme leidet auch das Vorwort bey. Jemanden bey seinem rechten Nahmen nennen. Jemanden bey Nahmen nennen. Das ist mein Nahme bey dem man mich nennen soll, 2 Mos. 3, 15. Wie lange wirst du ihn bey diesem Nahmen nennen? Weiße. Zuweilen auch das Vorwort mit. Da stunden auf die Männer, die jetzt mit Nahmen genennet (genannt) sind, 2 Chron. 28, 15, die jetzt genannten Männer. Er zählet die Sternen (Sterne) und nennet sie alle mit Nahmen, Ps. 147, 4. Die Person, zu deren Nachricht eine Person oder Sache genannt wird, stehet in der dritten Endung. Nenne mir doch einmahl das Ding, sage mir dessen Nahmen. Nenne mir einen, der keine Fehler hätte. Zuweilen hat es den Nebenbegriff der allgemeinen Achtung bey sich. Wer ist wohl jetzt des Volks Verlangen? Wen, dacht er, nennt man jetzt als mich? Gell. Das Mittelwort genannt wird auch vor Beynahmen gebraucht; Dionysius genannt der Tyrann; ob man gleich in der edlern Schreibart lieber einen andern Ausdruck gebraucht, Dionysius mit dem Beynahmen des Tyrannen, oder der Tyrann. So genannt deutet an, theils, daß man diese Benennung und die Sache welche sie ausdruckt, nicht so schlechthin anerkenne, theils aber auch, daß der Nahme zwar üblich, aber doch an sich unrichtig und undeutlich sey. Man merket sehr deutlich, daß die so genannten Großen oft noch bey ihrem Leben wieder kleiner werden. Obgenannt, oft genannt, mehr genannt, vorgenannt u. s. f. für oben genannt, vorhin genannt, oder mehrmahls genannt, gehören in die Sprache der Kanzelleyen.[]2. Einem Dinge einen Nahmen geben, ertheilen, mit zwey Accusativen, so wohl der Person, als des Nahmens. Gott nennete (nannte) das Licht Tag, und die Finsterniß Nacht, 1 Mos. 1, 5. Es kann so wohl von Ertheilung eines eigenthümlichen Nahmens gebraucht werden, als auch von Ausdrücken, welche nur die Art oder Gattung bezeichnen, dagegen das niedrigere heißen nur allein von dem erstern üblich ist. Das Kind wurde nach seinem Vater genannt, bekam den Nahmen, welchen dessen Vater führet. Der biblische Ausdruck, mit einem Nahmen nennen, einen Nahmen beylegen, ist im Hochdeutschen ungewöhnlich. Du sollt mit einem neuen Nahmen genennet werden, Es. 62, 2; Kap. 65, 15. 3. * Bestimmen, ein im Hochdeutschen ungewöhnlicher Gebrauch, welcher noch im Oberdeutschen vorkommt. Ein Genanntes ist daselbst der genau bestimmte Gehalt, die bestimmten und bekannten Einkünfte, die man auch wohl das Firum zu nennen pflegt. In Nürnberg sind die Genannten die Glieder des äußern oder weitern Rathes, aus welchen die Glieder des innern oder engern Rathes erwählet werden, vermuthlich, weil sie von der Bürgerschaft, oder denen die das Wahlrecht haben, dazu ernannt werden. In eben dieser jetzt ungewöhnlichen Bedeutung kommt es 1 Mos. 41, 45 vor: Pharao nennete Joseph den heimlichen Rath, d. i. er ernannte ihn zum geheimen Rathe. Daher die Nennung, am häufigsten in der ersten Bedeutung. Anm. Dieses Zeitwort ist vermittelst der Endung -nen von dem größten Theils veralteten Zeitworte nahmen, welches noch in dem Oberdeutschen beniemen und in dem Niederdeutschen nömen, nennen, übrig ist, gebildet, daher es auch noch im Tatian nemnen, bey dem Kero, vermuthlich um des Wohllautes willen, nemmen, aber schon in dem Isidor nennen lautet. Im Schwed. lautet es gleichfalls nämna, dagegen im Englischen noch das einfachere to name üblich ist. Mit einer andern Ableitungssylbe hat man noch in den gemeinen Mundarten benahmsen, d. i. nennen, bestimmen. In einigen Gegenden wird es regulär abgewandelt, ich nennete, genennet. Im Hochdeutschen ist die irreguläre Abwandelung die üblichste, obgleich auch viele sonst gute Schriftsteller jene vorziehen.
4527 Zeichen · 70 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 8.–11. Jh.
    Althochdeutsch
    nennensw. V. (1a)

    Köbler Ahd. Wörterbuch

    nennen , sw. V. (1a) Vw.: s. nemnen*

  2. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    nennenstn.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +7 Parallelbelege

    nennen stn. 1. das nennen. dâ man sol rüemen lobes bluome mit êrenreichem nennen Suchenw. 15,23. der turnei lêrt auch le…

  3. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    nennensw. V.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +2 Parallelbelege

    nennen , sw. V. nhd. nennen, taufen, mit einer Bezeichnung versehen (V.), erwähnen, heißen (passiv) Vw.: s. be-, er-, up…

  4. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Nênnen

    Adelung (1793–1801) · +5 Parallelbelege

    Nênnen , verb. irreg. act. ich nenne, du nennest oder nennst; Imperf. ich nannte, Conj. nennete, Mittelw. genannt. 1. Ei…

  5. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    nennen

    Goethe-Wörterbuch

    nennen von rund 2500 Belegen nur wenige (bes im Vers) in den älteren (oberdt bzw frankf), schwach flekt Formen von Perf …

  6. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Nennen

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Nennen ( eine Nennung abgeben ), im Sport soviel wie anmelden. Ein Pferd wird für ein Rennen »genannt«, um konkurrenzber…

  7. modern
    Dialekt
    nënnen

    Elsässisches Wb. · +6 Parallelbelege

    nënne n [nanə fast allg., aber nicht häufig; nænə Str. W. ] nennen. Spw. Wenn m e r de n Teüf e l nënnt, kommt e r gerën…

  8. Sprichwörter
    Nennen

    Wander (Sprichwörter)

    Nennen 1. Diar Nêman nêmt, diar nêmen klêmt ( Amrum. ) – Haupt, VIII, 366, 249. Was niemand nennt, drückt niemand. 2. Je…

  9. Spezial
    nennenv

    Dt.-Russ. phil. Termini · +5 Parallelbelege

    nennen , v называть/назвать , гл

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit nennen

28 Bildungen · 6 Erstglied · 17 Zweitglied · 5 Ableitungen

Zerlegung von nennen 2 Komponenten

nen+nen

nennen setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

nennen‑ als Erstglied (6 von 6)

Nennenbällches

RhWB

Nennen-bällches -nə- Siegld n.: ein Ballsp., bei dem jeder der Mitspielenden einen besonderen Namen, wie König, Kaiser, Napoleon usf., erhäl…

nennendung

DWB

nennen·dung

nennendung , f. für nominativendung Schottel 298 . vgl. nenner , nennfall .

Nennenkloster

Wander

nennen·kloster

Nennenkloster 1. Ein Nonnenkloster ohne Hebammenstuhl ist ein Bauernhof ohne Pfuhl. »Auch die Nonnenclöster ohn zerlegte Hebammen Kröttenste…

nennenswert

RDWB1

nennen·swert

nennenswert (kein Bezug zu "называть") значительный, серьёзный, стоящий (упоминания) Gibt es auch nur einen nennenswerten Grund dafür? - Наз…

Nennentante

RhWB

nennen·tante

Nennen-tante Gummb-Ründeroth f.: die Frau, die keine Verwandte ist, aber doch von Kindern Tante genannt wird, so von Erwachsenen bezeichnet;…

nennen als Zweitglied (17 von 17)

benennen

KöblerMnd

*benennen , sw. V. nhd. „benennen“ Vw.: s. vȫr- Hw.: s. benant; vgl. mhd. benennen E.: s. be, nennen W.: s. nhd. benennen, st. V., benennen,…

upnennen

KöblerMnd

*upnennen , sw. V. nhd. vorher nennen Hw.: s. upnȫmen E.: s. up (4), nennen Son.: langes ö

vȫrbenennen

KöblerMnd

*vȫrbenennen , sw. V. nhd. vorher nennen, oben erwähnen Hw.: s. vȫrbenant E.: s. vȫr (4), benennen Son.: langes ö

anbenennen

DRW

anbenennen anweisen, festsetzen der solde daz [Gut] ganz behalden, und wirt do nicht sunderliches anbenant 14. Jh. GlWeichb. 289 Faksimile

annennen

DRW

annen·nen

annennen ich als der recht angennend erbe 1503 Diefenb.-Wülcker 61 Faksimile

benennen

DWB

benen·nen

benennen , nominare, denominare, mhd. benennen, benante. 1 1) einen namen beilegen: das kind nach dem vater, die stadt nach dem berg oder fl…

ernennen

DWB

ernen·nen

ernennen , kein goth. usnamnjan, kein ahd. irnemnan, irnennan, selbst kein mhd. ernennen. das ahd. irnamôn ( Graff 2, 1087 ) ist anders gebi…

genennen

Lexer

genen·nen

ge-nennen swv. BMZ genante, -nande; genennet, genant s. v. a. nennen Hartm. ( Er. 7616. 18. Büchl. 1,1768 ). Trist. Nib. Rul. 306,1. Exod. D…

missenennen

KöblerMhd

missen·ennen

missenennen , sw. V. nhd. „missnennen“, falsch nennen Q.: Pilgerf (1390?) (FB missenennen) E.: s. misse…, nennen W.: nhd. (ält.) missnennen,…

umbenennen

DWB

umbe·nennen

umbenennen , vb. , trennbar, in der benennung ändern: der prüfstein für kraft und wert eines dichters bleibt, dasz ich seine gestalten umben…

Vernennen

Campe

vern·ennen

Vernennen , v. trs . unregelm. ( s. Nennen ), falsch nennen, einen Namen anstatt des andern nennen. Erberg. D. Vernennen. D. — ung .

vorebenennen

KöblerMhd

vore·benennen

vorebenennen , sw. V. nhd. vorhersagen, verheißen Q.: Trist (um 1210) E.: s. vore (1), benennen W.: nhd. DW- L.: Lexer 484b (vorbenennen), L…

vorenennen

KöblerMhd

voren·ennen

vorenennen , sw. V. nhd. „vornennen“, erwähnen vor, vorsetzen ÜG.: lat. praedicare STheol Q.: STheol, Trist (um 1210) I.: Lüt. lat. praedica…

vornennen

DWB

vorn·ennen

vornennen , verb. , sive vorhernennen, praenominare Stieler 1328 ; Campe ; vgl. das gleichbedeutende mnld. vorenoemen Verwijs-Verdam 9, 1046…

übernennen

KöblerMhd

übernennen , sw. V. nhd. preisen E.: s. über, nennen W.: nhd. DW- L.: Hennig (übernennen)

ūznennen

KöblerMhd

ūznennen , sw. V. nhd. „ausnennen“, sich nennen E.: s. ūz, nennen W.: nhd. (ält.) ausnennen, sw. V., bestimmen, DW 1, 922, DW2- L.: Hennig (…

Ableitungen von nennen (5 von 5)

benennen

DWB

benennen , nominare, denominare, mhd. benennen, benante. 1 1) einen namen beilegen: das kind nach dem vater, die stadt nach dem berg oder fl…

ernennen

DWB

ernennen , kein goth. usnamnjan, kein ahd. irnemnan, irnennan, selbst kein mhd. ernennen. das ahd. irnamôn ( Graff 2, 1087 ) ist anders gebi…

genennen

Lexer

ge-nennen swv. BMZ genante, -nande; genennet, genant s. v. a. nennen Hartm. ( Er. 7616. 18. Büchl. 1,1768 ). Trist. Nib. Rul. 306,1. Exod. D…

Vernennen

Campe

Vernennen , v. trs . unregelm. ( s. Nennen ), falsch nennen, einen Namen anstatt des andern nennen. Erberg. D. Vernennen. D. — ung .

zernennen

RhWB

zer-nennen: einen z., gehörig beschimpfen Koch .

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „nennen". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 15. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/nennen/adelung
MLA
Cotta, Marcel. „nennen". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/nennen/adelung. Abgerufen 15. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „nennen". lautwandel.de. Zugegriffen 15. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/nennen/adelung.
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