Eintrag · Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke)
NAGEL stm.
1. an den fingern und zehen. unguis nagl sumerl. 46,60. ungula nagel das. 30,54. ungwis nagel vel klâ voc. o. 1,143. ungwis neyle Diefenb. gl. 285. an mir wehset durch daʒ jâr sünde nagel unde hâr Vrid. 39,23. der negeli kîmen Diemer 95,22. die nagel werdent etwenne weiʒ und grôʒ arzneib. Diemer o. XIIII. dîne nagel (an den zehen) lûter unde blanc Gregor. im leseb. 316,38. si druht im sîne hende, daʒ ûʒ den nageln spranc daʒ bluot im von ir kreften Nib. Z. 102,52. daʒ mir bluot zen nagelen allenthalben dranc das. 98,63. an dem weichen vinger stêt vil lîhte vor ein herter nagel MS. 2,169. a. ob di wunde ist nayles tief und glides lanc kulmer recht 2,29. — diu sibenden kint diu stênt an dem nagel, bei abzählung der verwandtschaft. nagels künne an einem prüeven amg. 12. a. vergl. nagelmâc.
2. vermuthlich nannte man auch sehr hart verwachsene aststellen im holze nagel. der zimberman bliwet den zwickel durch den herten nagel W. Willeh. 54,23.
3. ein anlaster der pferde, nagel am ouge. “er ist zweierlei; einer ist nichts anders als ein hartes fell, so über den ganzen augapfel letzlich gehet, der andere nagel aber ist natürlich in aller pferde augen” Winter, bei Pfeiffer, das ros im altd. 11,7.
4. clavus. paxillus nagel sumerl. 12,44. clavus nagel voc. o. 4,111. sumerl. 50,62. ein starker nagel was der haft Pass. 70,80. man sluoc im drîe negel dur hende und ouch dur füeʒe Walth. 37,8. die nagele si dar truogen, mit hämeren si die sluogen durch füeʒe unt durch hende warnung 3597. — si truoc in zeime nagele und hieng in an die want Nib. Z. 96,52. vergl. das. 98,34. en vier enden lange nagele sint Ludw. kreuzf. 5669. — hufnagel. ich hân gehœret manegen tac, daʒ eteswenne ein nagel ein îsen wol behaben mac, und ein îsen behabt ein ros, daʒ ros behabt ein biderben man u. s. w., Msh. 2,212. b. — schraube zum spannen der saiten. nagele unde seiten zôh er, dise nider jene hôher, an der harfe, Trist. 3557. — her gast, ir woldet vür daʒ tor. niht: dâ ist ein nagel vor, scheint sprichwörtlich, Iw. 6244. was niet oder nagel hât Colm. R. 18,5. — die vier nagele waren eine bestimmte stelle auf dem schilde, das ziel des stosses bei der tjoste. ze nageln vieren ûf den schilt dâ sol dîn sper gewinnen haft Winsb. 21,6. nu erriet er in (vergl. W. Grimm zu Rol. 155,15) daʒ ers enphant zen vier nagelen gegen der hant Erec 2794. mîn merken wurde wol bewant ze den vier nagelen gegen der hant Gregor. 1447. er nam der vier nagele was (bei der tjoste) Parz. 174,28. dâ die vier nagel sint bekant, ein sper durch sînen schilt er vant W. Wh. 334,5. die glavîn er sancte ûf den vierden nagel Wh. 1,12. a. ir iegelîch wol kunde die tjoste senken gein dem nagel das. 21. b. zuo den vier nagelen gegen der hant, dô stâchens durch die schilte Lanz. 5290. eim degen er ûf den schilt erriet gegen den vier nagelen hin das. 1519. — borten, gold- u. silberstoffe, auch edelsteine wurden mit nägeln auf den decken und gewändern befestigt. edele borten von Arâbî, die man meisterlîche gegateret (kreuzweis) drûf (auf den mantel) hete genât. dâ der gater zesamene gât, dâ sîn der nagel solde, daʒ was ein buckel von golde, dar inne ein edel tiurre stein Mai 41,9. mit guldîn nagelen wâren die steine vaste an die strange genietet W. Tit. 141,4. = Tit. Hahn 1154,4. diu decke was ein samît, mit goldînen nageln beslagen Eneit 149,11.