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Lieb

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Campe
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Eintrag · Campe (1807–1813)

Lieb adj, adv

Bd. 3, Sp. 117b
Lieb, — er, — ste, adj. u. adv. 1) Angenehm, Vergnügen gewährend; besonders im gemeinen Leben und in der vertraulichen Sprechart. Es ist mir lieb, daß Sie damit zufrieden sind. Es ist mir lieb zu erfahren, zu hören, zu sehen. »Lassen Sie sich Ire kleine Halsstarrigkeit lieb sein.« Gellert. Mit etwas für lieb oder fürlieb nehmen, sich damit begnügen, damit zufrieden sein. S. Fürlieb. Auch als Grundwort. Einem Liebes und Gutes erzeigen. »Sie thut ihm Liebes und kein Leides sein Lebenlang.« Sprichw. 31, 12. Einem etwas Liebes thun, was ihm lieb ist; auch, einem etwas zu Liebe thun, ehemahls ein Lieb. Laßt mir nach meinem Leide ein kleines Lieb geschehen, d. Nibelungen L. V. 4277; d. h. etwas Liebes. Es wäre mir lieber, wenn er hieher käme. Ih möchte lieber weinen als lachen, das Weinen ist mir näher als das Lachen. So ist es mir am liebsten. Das ist mir das Liebste. Besonders bezeichnet lieb, durch seine guten Eigenschaften angenehm, liebenswürdig. Oft werden lieber und liebsten als Steigerungsgrade von gern gebraucht. Ih gienge lieber selbst zu ihm. Er ißt lieber einfache als gekünstelte Speisen. Ih sähe es lieber, wenn es nicht geschähe. Dies ist seine liebste Beschäftigung. Inen verdanke ich mein Glück am liebsten. Häufig steht dieses lieber auch für vielmehr oder gar. »Ih weiß, daß sie sechzig sind. — Warum nicht lieber achtzig?« Gellert. Zuweilen auch für, es ist besser. Lieber sterben, als ein solches Leben führen. »Lieber das schwächliche Kind um seiner Bosheit willen bis auf das Blut gestraft, als«  Gellert. I engerer Bedeutung, geliebt, seiner angenehmen und guten Eigenschaften wegen in großem Werthe, in großer Achtung stehend. Mein lieber Bruder, Freund. Meine liebste Freundinn. Meine Lieben, meine Geliebten; ehemahls auch, Befreundete. Die Lieben zu den Leiden Wurden geleget auf die Bahre. die Klage, V. 2388. I gemeinen Leben und in der die Sprache desselben nachahmenden Schreibart wird liebes auch in lieb abgekürzt. Lieb Kind. Lieb Mädel, ich halte dir's wie ich es gemeint. Bürger. Einem lieb und werth sein. So lieb mir mein Leben ist, so gäbe ich es doch gern für euch hin. Kaum das liebe Leben haben. Er nahm die Reise vor und sah schon mit Vergnügen Die liebe Stadt auf einem Berge liegen. Gellert. I gemeinen Leben nennt man besonders alles lieb, was zum Leben und zur Erhaltung desselben, wie auch zum Wohlsein unentbehrlich, also im höchsten Grade geschätzt ist. Der liebe Gott. Das liebe Brot. Das liebe Korn. Die liebe Sonne. Der liebe Regen. Das liebe Gewitter. (R.). Auf der lieben Erde liegen. Das liebe Geld. »Ir treibet die Weiber meines Volks aus ihren lieben Häusern.« Micha 2, 9. Zuweilen verschwindet der Begriff der Liebe und Schätzung mehr oder weniger. Die liebe Zeit. »Der Abend war lieb und mild.« Kosegarten. Das (daß) ich mochte geleben manchen lieben Tag. Kaiser Heinrich. Der liebe Zufall fügte es so. Hieher gehört auch der Ausdruck lieber Freund, womit man im gemeinen Leben ganz unbekannte Personen anredet. Auch als Grundwort. Mein Lieber, meine Liebe. Auch wird Lieber gebraucht, um jemand freundlich und vertraulich anzureden. »Denn sie sprach, Lieber, laß mich auflesen.« Ruth 2, 7. Ei Lieber, geht doch gleich und bringt ihn eilend her. Günther. Etwas Liebes haben, im gemeinen Leben, eine geliebte Person. Der Liebste, die Liebste, von zwei Personen die sich lieben, sie mögen verheirathet sein oder nicht. I ersten Falle setzt man Herr oder Frau hinzu und sagt auch Eheliebster und Eheliebste, wofür man in den mittlern und höhern Ständen Mann, Frau, und Gemahl, Gemahlinn sagt. I andern Falle ist der Geliebte und die Geliebte edler und unter den gebildetern Klassen gewöhnlicher. Imer halt' ich die Liebste begierig im Arme geschlossen. Göthe. I gemeinen Leben und in der leichten Schreibart sagt man für Geliebte auch Liebchen und Lieb. S. Liebchen. 2) Liebend, Liebe empfindend; auch meist nur im gemeinen Leben und der leichten Schreibart. Jemand lieb haben, ihn lieben. »Den sie so lieb wie sich und wohl (wol) noch lieber hatte.« Gellert. Seine Kinder, seine Familie herzlich lieb haben. Das Geld lieb haben, an dem Besitze desselben Vergnügen haben und es nicht gern von sich lassen; in engerer Bedeutung, geizig sein. Etwas lieb bekommen, gewöhnlicher lieb gewinnen oder liebgewinnen, Liebe, Neigung dazu bekommen. »Ih habe sie liebgewonnen.« Kosegarten.
4374 Zeichen · 102 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    lieb

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer)

    lieb- s. liep-, liebe-.

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Lieb

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Lieb , -er, -ste, adj. et adv. welches in einer doppelten Hauptbedeutung üblich ist. 1. In leidendlicher Bedeutung. 1) A…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    lieb

    Goethe-Wörterbuch

    lieb die zu ‘l.’ gebildeten Formen des Komp u Superl stehen auch für die verlorengegangenen Steigerungsformen zur Positi…

  4. modern
    Dialekt
    lieb

    Schweizerisches Idiotikon · +7 Parallelbelege

    lieb Band 3, Spalte 984 lieb 3,984

  5. Sprichwörter
    Lieb

    Wander (Sprichwörter)

    Lieb 1. All's 'lik lew, segt de Reper. – Hoefer, 869. Alles gleich lieb, sagt der Seiler. 2. Dem einen lieb, dem andern …

  6. Spezial
    lieb

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    lieb adj. 1 (liebenswert) da orëi bun 2 (von Personen) cer (cers, cera) 3 (freundlich) valënt (-nc, -a), dalvers, da orë…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit lieb

1.144 Bildungen · 1.109 Erstglied · 18 Zweitglied · 17 Ableitungen

lieb‑ als Erstglied (30 von 1.109)

liebeln

SHW

lieb-eln Band 4, Spalte 335-336

Liebhaber

SHW

Lieb-haber Band 4, Spalte 337-338

liebkosen

SHW

lieb-kosen Band 4, Spalte 337-338

lieblos

SHW

lieb-los Band 4, Spalte 337-338

liebreich

SHW

lieb-reich Band 4, Spalte 337-338

Liebsel

SHW

Lieb-sel Band 4, Spalte 339-340

Liebwerg

SHW

Lieb-werg Band 4, Spalte 339-340

liebäugel

DWB

liebäugel , n. pflanzenname: von lycopsis arvensis, ackerkrummhals, wilde blaszblaue ochsenzunge; von anchusa officinalis, officinelle ochse…

liebäugelei

DWB

liebäugelei , f. das liebäugeln: und das alles mit zeichen, mit minen, mit liebäugeleien, die meine frau so leutselig annimmt, so verbindlic…

Liebäugelein

Campe

liebaeugel·ein

† Das Liebäugelein , — s, Mz . u. ein Name 1) des Borretsch; 2) der großen Ochsenzunge, auch Sternblume genannt (Anchusa officinalis L .); 3…

liebäugeln

DWB

lieb·aeugeln

liebäugeln , verb. etwas liebes durch äugeln ausdrücken, eine zusammenrückung wie liebkosen, seit dem 16. jahrh. oft belegt; theils absolut:…

liebäugen

DWB

lieb·aeugen

liebäugen , verb. für liebäugeln: bei ihrem letzten hiersein liebäugte sie mit sehr beredten blicken dem edlen Edmund. Shakesp. könig Lear 4…

liebäugig

DWB

lieb·aeugig

liebäugig , adj. liebäugelnd, und verhüllend für schielend ( vgl. unter liebäugeln oben ): petus liebäugig Dief. nov. gloss. 290 b ( aus ein…

liebäugler

DWB

lieb·aeugler

liebäugler , m. : dieweil der vater den schilchenden son ein liebäugler heiszt. S. Frank mor. encom. 15 a .

liebäuglig

DWB

liebäuglig , adj. gern liebäugelnd: warumb solt anders das holdselig weiblich geschlecht also anmuotig, zuthätig, kützelig, armfähig, brüstl…

liebäuglung

DWB

liebäuglung , f. : dasz eifersüchtige männer die haare ihrer frauen abschnitten, theils zur strafe ihrer geäuszerten liebäuglung gegen ander…

liebahndend

DWB

liebahndend , part. : wie du das erstemal liebahndend dem fremdling entgegen tratst. der junge Göthe 2, 22 ( werke 56, 8 ist dafür liebahnen…

liebamîe

MWB

liebamîe stF. ‘Geliebte’ (vgl. trûtamîe ): in ir süezen wazzers vliezen / miner zarten liebamie / ir sirenen symphonie / væhet ie sa mins he…

lieb als Zweitglied (18 von 18)

blieb

BWB

-blieb Band 2, Spalte 2,1311

Buhlerlieb

Wander

buhler·lieb

Buhlerlieb Buhlerlieb so lange währt, als das Feuer auf dem Herd. It. : Amor di ganza, fuoco di paglia. ( Giani, 80. )

Chlieb

Idiotikon

Chlieb Band 3, Spalte 616 Chlieb 3,616

Ehelieb

Wander

ehe·lieb

Ehelieb 1. Der Ehelieb Magd vnd Hoff Jungfrau ist trübniss vnd leid. – Petri, II, 84. 2. Wenn die ehelieb erst ein wenig eingebogen wirt, so…

eigeⁿlieb

Idiotikon

eigeⁿlieb Band 3, Spalte 986 eigeⁿlieb 3,986

fürlieb

DWB

fuer·lieb

fürlieb , adv. , das, für gut, für übel nachgebildet, erst im 17. jh. auftaucht. es ist hiernach die praep. für mit dem starken acc. sg. des…

fürlieb

Idiotikon

fürlieb Band 3, Spalte 986 fürlieb 3,986

gelieb

DWB

gelieb , adj. , lieb mit ge- gefärbt oder verstärkt. 1 1) ahd. giliab (giliub), mhd. geliep vom verhältnis der liebe zwischen zweien oder me…

Goldlieb

Wander

gold·lieb

Goldlieb Goldlieb weiss nicht, wo die Sterne stehen. Er vergisst über seinen Geldinteressen die höhern geistigen.

gottlieb

DWB

gott·lieb

-lieb : gotlieb Milst. exod. 160, 5 Diemer; gottlieb Scriver seelensch. (1681) 2, 172 ; gottslieb Rauwolff beschr. d. raisz (1582) 65 ,

habmichlieb

KöblerMhd

hab-mich-lieb , Sb. nhd. Habmichlieb Q.: Hätzl (1471) E.: s. haben (1), mich, lieben W.: nhd. DW- L.: LexerHW 1, 1136 (hab-mich-lieb)

herzlieb

DWB

herz·lieb

herzlieb , n. was das herz erfreut; als anrede und bezeichnung der geliebten, wie schon mhd. herzeliep, herzenliep ( Ben.-Müller 1, 1015 a )…

u(n)lieb

Idiotikon

u(n)lieb Band 3, Spalte 986 u(n)lieb 3,986

unlieb

DWB

unlieb , n. , gth. v. lieb, n.; mhd. unliep, mnd. unlêf; Staub-Tobler 3, 989 . i. a. veraltet und mundartlich, schriftsprachlich selten: daʒ…

verlieb

DWB

ver·lieb

verlieb , adv. schwächung aus dem heute allein schriftdeutschen fürlieb, vorlieb. nur noch mundartlich ( z. b. westmitteld. ) vorhanden; zus…

vorlieb

DWB

vor·lieb

vorlieb , adv. , s. fürlieb th. 4, 1, 1, sp. 768; vorlieb nehmen, aequi bonique facere rem aliquam Reyher thes. (1686) o 3 a ; vor ist erst …

Überblieb

BWB

Überblieb Band 2, Spalte 2,1311f.

Ableitungen von lieb (17 von 17)

belieben

DWB

belieben , n. libido, arbitrium, gefallen, verlangen: 1 1) seines beliebens, ut libet: ihn seines beliebens zu bezwingen. Zinkgr. 414, 15 ; …

belieblich

DWB

belieblich , gratus: beliebliche sachen. Logau 3, 5, 5 ; vertreuliche schwänke, belieblich getränke. 1, 10, 69 ; höchst belieblich. Schoch s…

beliebung

DWB

beliebung , f. was belieben, lust, gefallen: dann ich denselben tag mich für glückselig hielt, da zur beliebung ihm ich hatte was gespielt. …

entlieben

RDWB1

entlieben umg. (Lakune) [vergl."разлюбить"] aufhören zu lieben, nicht mehr lieben - избавиться от влюблённости, излечиться от любви

erlieben

DWB

sich erlieben , se delectare, sich erlustigen, erfreuen, ein seltnes, hübsches wort, zu welchem auch noch kein ahd. irliopôn, mhd. erlieben …

gelieb

DWB

gelieb , adj. , lieb mit ge- gefärbt oder verstärkt. 1 1) ahd. giliab (giliub), mhd. geliep vom verhältnis der liebe zwischen zweien oder me…

gelieben

DWB

gelieben , verstärktes lieben, mhd. gelieben, ahd. giliuban, giliupan, altnl. gelievan, mnl. gelieven, mnd. gelieven, gelêven Sch. u. L. 2, …

liebe

DWB

liebe , f. amor; ein vorzugsweise auf hochdeutsches gebiet eingeschränktes wort, zustandsbildung zu dem adj. lieb sp. 896: ahd. liubî, einma…

unlieb

DWB

unlieb , n. , gth. v. lieb, n.; mhd. unliep, mnd. unlêf; Staub-Tobler 3, 989 . i. a. veraltet und mundartlich, schriftsprachlich selten: daʒ…

unliebe

DWB

unliebe , f. , mangel an liebe u. ihr gth.; mhd. unliebe, mnd. unlêve, mnl. nl. onliefde. Staub - Tobler 3, 992 . vgl. ab-, affen-, after-, …

unlieben

DWB

unlieben , verb. , gth. von lieben I 1: Lexer 2, 1908 ; gth. v. lieben I 3: das euch villeicht nit unlieben würt Arigo 225, 20 K.; gth. v. l…

unlieblich

DWB

unlieblich , adj. adv. , gegentheil von lieblich. mhd. unlieplich ( Rudolf v. Ems weltchron. 30 118 ), unlieplîche, adv.; mnl. onlievelijc, …

urliebe

DWB

urliebe , f. (ur- C 4 c): wer ist so mächtig wie die urmacht? wie urweisheit so weise? wie urliebe liebend? grafen Stolberg 2, 177 ; intern.…

verlieb

DWB

verlieb , adv. schwächung aus dem heute allein schriftdeutschen fürlieb, vorlieb. nur noch mundartlich ( z. b. westmitteld. ) vorhanden; zus…

verlieben

DWB

verlieben , verb. zu einem liebenden machen, nicht nachweisbar in der ältern sprache, so auch mhd. nicht nachgewiesen; vereinzelt im mnd. vo…

verliebung

DWB

verliebung , f. : die verliebung in eine person von stande, der die ehe zuzumuthen die gröszte narrheit ist, war nicht die ursache sondern d…

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „lieb". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 13. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/lieb/campe?formid=L02878
MLA
Cotta, Marcel. „lieb". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/lieb/campe?formid=L02878. Abgerufen 13. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „lieb". lautwandel.de. Zugegriffen 13. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/lieb/campe?formid=L02878.
BibTeX
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