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Belieben

mhd. bis spez. · 15 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Adelung
Anchors
23 in 15 Wb.
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Eintrag · Adelung (1793–1801)

Belieben

Bd. 1, Sp. 843
Belieben, verb. reg. neutr. welches mit der dritten Endung der Person, so wohl persönlicher als unpersönlicher Weise üblich ist. 1) Gefallen an etwas tragen, Neigung zu etwas haben. Diese Speise beliebt mir nicht. Was schön ist, beliebt einem jeden. Herr dein Befehl beliebt mir für und für, Opitz. Ps. 119, 8. In welcher Bedeutung es aber im Hochdeutschen wenig mehr vorkommt. S. Beliebt. 2) Sich aus Neigung zu etwas entschließen. Wenn es beliebt werden sollte, diese Sache einzuführen. Thut was euch beliebt. Es beliebt mir nur so. Wenn es Gott beliebt. Ingleichen überhaupt für wollen, doch nur als ein Ausdruck der gesellschaftlichen Höflichkeit von andern, und nicht von sich selbst. Es beliebte ihm wegzugehen. Ich erwarte, was ihnen in dieser Sache belieben wird. Belieben sie doch zu trinken, trinken sie doch. Das was ihr die Seele zu nennen beliebt, was ihr die Seele nennet, Dusch. Ingleichen höhnisch, er beliebte zu glauben. Anm. Das Hauptwort die Beliebung wird zwar auch von einigen gebraucht, allein das folgende Belieben ist in dieser Bedeutung häufiger. Bey den Handwerkern druckt Beliebung, eine jede freywillige Anstalt, einen freywilligen Vertrag aus; z. B. die Todtenbeliebung, eine freywillige Anstalt zur Beerdigung ihrer Todten; eine Leichen-Casse. Das einfache liben kommt mit der dritten Endung der Person für placere schon bey dem Ottfried vor. Das Lateinische libet kommt so wohl in dem Klange, als der Bedeutung und Wortfügung damit überein. Ottfried hat auch schon giliuben, und noch heut zu Tage ist geliebt es Gott, für beliebt es, üblich. S. Gelieben.
1605 Zeichen · 34 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    beliebenswv.

    Findebuch (Mhd. Wortschatz) · +4 Parallelbelege

    * belieben swv. der Liebe teilhaftig machen RAlex.

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Belieben

    Adelung (1793–1801) · +8 Parallelbelege

    Belieben , verb. reg. neutr. welches mit der dritten Endung der Person, so wohl persönlicher als unpersönlicher Weise üb…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Belieben

    Goethe-Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    Belieben über 200 Belege, überwiegend in festen Vbdgn, meist ‘nach B. (schalten und walten’; gelegentl von Personifikati…

  4. modern
    Dialekt
    belieben

    Elsässisches Wb. · +2 Parallelbelege

    beliebe n in der stehenden Formel: Wënn's ( oder wann's, wenn ’s) b(e)liebt bitte! = frz. s'il vous plaît allg. Rda. Wan…

  5. Sprichwörter
    Belieben

    Wander (Sprichwörter)

    Belieben 1. Aus Belieben zum Talge leckt die Katze den Leuchter. – Winckler, I, 92. 2. Lass dir nichts belieben, so kann…

  6. Spezial
    belieben

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +2 Parallelbelege

    be|lie|ben vb.intr. plajëi (plej, plajü), savëi bel, avëi vëia. ▬ ihr könnt tun, was euch beliebt i podëis fá ci che ves…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit belieben

6 Bildungen · 0 Erstglied · 4 Zweitglied · 2 Ableitungen

Ableitung von belieben

be- + lieben

belieben leitet sich vom Lemma lieben ab mit Präfix be-.

belieben als Zweitglied (4 von 4)

abbelieben

DRW

abbe·lieben

abbelieben das Spitalhaus, das Privatleute geraume Zeit in possession gehabt und der gemeinden abbeliebt hatten, geht wieder in Gemeindebesi…

Selbstbelieben

DRW

selbst·belieben

Selbstbelieben, n. eigenes Ermessen dahingegen jeder ... stand den seinigen ... nach selbst-belieben durch einen privat-commissarium ... die…

Spezialbelieben

DRW

spezial·belieben

Spezialbelieben, n. wie Spezialerlaubnis; auch: Gutdünken es sollen keine newe zuschlege ohne speciahl belieben dess holtzrichters undt semp…

unbelieben

DWB

unbe·lieben

unbelieben , n. , gegentheil des seit dem 17. jh. bezeugten subst. belieben, mangel des gefallens an oder mit einer sache Adelung. noch nich…

Ableitungen von belieben (2 von 2)

Mißbelieben

Campe

Das Mißbelieben , — s , o. Mz . der Mangel an Belieben, das Zuwidersein.

unbelieben

DWB

unbelieben , n. , gegentheil des seit dem 17. jh. bezeugten subst. belieben, mangel des gefallens an oder mit einer sache Adelung. noch nich…