lautwandel 53 Wörterbücher · 2,7 Mio. Artikel
Wildcard · " Volltext

Aggregat · alle Wörterbücher

belieben

mhd. bis spez. · 15 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
Anchors
23 in 15 Wb.
Sprachstufen
6 von 16
Verweise rein
31
Verweise raus
44

Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

belieben

belieben

belieben Vb. ‘wünschen, geneigt sein’ und unpersönlich mit Dativ ‘jmdm. gefallen’. Das frühnhd. im 15. Jh. vereinzelt, im 16. Jh. allgemein vorkommende Verb (vgl. entsprechendes mnd. belēven, mnl. nl. believen) ist ursprünglich intensivierende Präfixbildung zu lieben (s. d.). Auf dem Wege über ‘Gefallen finden’ entwickelt sich im Frühnhd. wie im Mnd. die bis ins 19. Jh. nachweisbare Bedeutung ‘gutheißen, billigen, beschließen’. Vom 17. Jh. an wird das präfigierte Verb vor allem im Sinne von ‘willig, geneigt sein, geruhen’, auch unpersönlich ‘jmdm. recht sein, gefallen’ (vgl. frz. s’il vous plaît), in höflicher Ausdrucksweise als Bestandteil häufig formelhaft erstarrender Umschreibungen gebräuchlich. – beliebt Part.adj. ‘allgemein geschätzt’, mnd. belēvet ‘beliebt, wert’. Im Hd. verselbständigt sich das Part. Prät. des Verbs belieben im 17. Jh. als ‘erwünscht, angenehm’, namentlich in attributivem Gebrauch und in der Fügung sich beliebt machen ‘Wertschätzung erlangen’. Dazu unbeliebt Part.adj. ‘unerwünscht, unangenehm, nicht geschätzt’ (17. Jh.), oft in sich unbeliebt machen ‘Mißfallen erregen’, sowie als jüngere Ableitung Beliebtheit f. ‘allgemeine Wertschätzung’ (Anfang 18. Jh.). Belieben n. ‘Neigung, Wille, Wunsch’ (Anfang 15. Jh.), in Fügungen wie nach Belieben, etw. in jmds. Belieben stellen auch ‘Ermessen, Gutdünken’; substantivierter Infinitv von belieben. beliebig Adj. ‘willkürlich ausgewählt’, Ableitung des 17. Jhs. zunächst in der Bedeutung ‘erwünscht, angenehm, passend’; über jmdm. beliebig ‘ganz nach jmds. Wunsch’ kommt es im 18. Jh. (in Anlehnung an das Substantiv Belieben) zur heutigen Verwendung.

1637 Zeichen · 58 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    beliebenswv.

    Findebuch (Mhd. Wortschatz) · +4 Parallelbelege

    * belieben swv. der Liebe teilhaftig machen RAlex.

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Belieben

    Adelung (1793–1801) · +8 Parallelbelege

    Belieben , verb. reg. neutr. welches mit der dritten Endung der Person, so wohl persönlicher als unpersönlicher Weise üb…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Belieben

    Goethe-Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    Belieben über 200 Belege, überwiegend in festen Vbdgn, meist ‘nach B. (schalten und walten’; gelegentl von Personifikati…

  4. modern
    Dialekt
    belieben

    Elsässisches Wb. · +2 Parallelbelege

    beliebe n in der stehenden Formel: Wënn's ( oder wann's, wenn ’s) b(e)liebt bitte! = frz. s'il vous plaît allg. Rda. Wan…

  5. Sprichwörter
    Belieben

    Wander (Sprichwörter)

    Belieben 1. Aus Belieben zum Talge leckt die Katze den Leuchter. – Winckler, I, 92. 2. Lass dir nichts belieben, so kann…

  6. Spezial
    belieben

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +2 Parallelbelege

    be|lie|ben vb.intr. plajëi (plej, plajü), savëi bel, avëi vëia. ▬ ihr könnt tun, was euch beliebt i podëis fá ci che ves…

Verweisungsnetz

68 Knoten, 66 Kanten

Tap auf Knoten öffnet Detail · Drag zum Umpositionieren · Scroll zum Zoomen

1-Hop 2-Hop
Filter:
Anchor 3 Hub 2 Kompositum 45 Sackgasse 18

Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit belieben

6 Bildungen · 0 Erstglied · 4 Zweitglied · 2 Ableitungen

Ableitung von belieben

be- + lieben

belieben leitet sich vom Lemma lieben ab mit Präfix be-.

belieben als Zweitglied (4 von 4)

abbelieben

DRW

abbe·lieben

abbelieben das Spitalhaus, das Privatleute geraume Zeit in possession gehabt und der gemeinden abbeliebt hatten, geht wieder in Gemeindebesi…

Selbstbelieben

DRW

selbst·belieben

Selbstbelieben, n. eigenes Ermessen dahingegen jeder ... stand den seinigen ... nach selbst-belieben durch einen privat-commissarium ... die…

Spezialbelieben

DRW

spezial·belieben

Spezialbelieben, n. wie Spezialerlaubnis; auch: Gutdünken es sollen keine newe zuschlege ohne speciahl belieben dess holtzrichters undt semp…

unbelieben

DWB

unbe·lieben

unbelieben , n. , gegentheil des seit dem 17. jh. bezeugten subst. belieben, mangel des gefallens an oder mit einer sache Adelung. noch nich…

Ableitungen von belieben (2 von 2)

Mißbelieben

Campe

Das Mißbelieben , — s , o. Mz . der Mangel an Belieben, das Zuwidersein.

unbelieben

DWB

unbelieben , n. , gegentheil des seit dem 17. jh. bezeugten subst. belieben, mangel des gefallens an oder mit einer sache Adelung. noch nich…