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leim

ahd. bis spez. · 23 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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29 in 23 Wb.
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

leim m.

Bd. 12, Sp. 695
leim, m. gluten; ahd. lîm gluten, viscus, bitumen, alts. mhd. lîm; das ags. lîm, engl. lime, altnord. lîm (hier neutr.), schwed. lim, n. liim, bezeichnen neben leim auch kalk, mörtel, so dasz mit dem worte ursprünglich wol ein klebestoff im allgemeinen bezeichnet war (wofür ebensowol das mhd. starke verbum entlîmen mit dem sinne sich ablösen, sich entziehen von etwas, als auch das ablautsverhältnis spricht, in dem ahd. lîm zu dem nachher aufzuführenden leim, ahd. leimo lehm steht); die einschränkung des begriffes auf eine harzige masse verschiedener zubereitung zum klebenmachen bei holz, papier, leder, ist zwar hoch- und niederdeutsch sonst allgemein, doch wird leim wol auch einmal das genannt, was sonst kitt (th. 5, 860) heiszt: aus süszen quark .. und ungelöschten kalch, kan man einen uneigentlich also genannten leim machen. öcon. lex. (1731) 1393; diese masse, welche Theophilus gluten casei, käseleim nennet, und zu machen lehret, kömmt auch unter den alten compositionen beim Muratori vor, als besonders dienlich, holz und knochen zusammen zu leimen. sie ist auch wirklich nicht allein hierzu gut, sondern überhaupt einer der besten allgemeinen leimen, der nur zu finden. Lessing 9, 481; vgl. dazu unter dem verbum leimen. Eine schwache form des wortes ist selten: gluten lyme neben leym Dief. 266b; glutorium lyme 266c; viscus lime, lym 623a; als neutr.: mir kleben so ser die hende (sagt der papierer) wol von dem leimen zart das ich iezt hab getriben auf das papier so gut. Uhland volksl. 689; im Appenzell heiszt es als fem. die lîme Tobler 300a. leim bei den handwerkern: lym oder pappen, kalter lym, colla, gluten, glutinum, bitumen Maaler 277a; leim der buchbinder, papiermacher, tischler; thierischer leim (bildlich J. Paul Tit. 3, 172), pflanzenleim, solcher aus thier- oder pflanzenstoffen bereiteter; fischleim, s. theil 3, 1687; leim bereiten, kochen, sieden: darneben zaigt er herr Gottfriden Wernhern die kunst, gueten leim zu sieden. Zimm. chron. 2, 538, 1 (vergl. dazu auch unten leimsieder); in bildern: eine friedfertige rede ist wie ein leim der zwei hölzer zusammen zeucht. Mathesius Syrach 2, 19a; das ir an einander haltet und gehet nicht wider auf wie zwei bretter, die mit einem starken leim zusammen gewachsen sein. Sar. 52b; da wir nun aber gar die grundsätze, worauf sie (Sulzers theorie der schönen künste) gebaut ist, den leim, der die verworfenen lexiconsglieder zusammen beleben soll, untersuchen. Göthe 33, 25; bei mädchen hingegen wollen ihre lobredner viel daraus machen, dasz sie die weibliche schönheit als einen zu lockern und niedrigen mörtel und leim der freundschaft gänzlich verschmähen. J. Paul Hesp. 1, 60; gleichwie der leim und eisenklammer zwei hölzer hart zwingt an einander. Kirchhof wendunm. 46a; leim des vogelstellers, vgl. vogelleim: ein schlauer vogel kan desz stellers leim entschleichen. Opitz 2, 236; leim von dem zusammenklebenden blute: den bart befleckt, der locken schönes wallen gehemmt von blutgem leime, stand er da. Schiller zerstörung von Troja 48. redensarten: etwas geht aus dem leime, entzwei, zu stücken; als sei nun der credit bei ihnen aus dem leimb gangen. Abr. a S. Clara bei Schm. 1, 1471 Fromm.; die sechste zeile (eines segenspruches) ist dagegen gänzlich aus dem leim gegangen. Müllenhoff in Haupts zeitschr. 11, 259; aus dem leim gehen, bei einigen handwerksleuten, wann die gesellen vor der zeit aus der arbeit gehen, da sie doch vorher gutes genossen. Frisch 1, 602c; leim an den händen haben, etwas gern mitgehen heiszen, sich unerlaubt aneignen: dasz sie studenten seien, desz bettelns erfahren und auch mit under leim an henden haben. Kirchhof wendunm. 446a; mit bezug auf den leim des vogelstellers auf den leim locken, gehen, am leime hangen, für betrügen, und betrogen werden: läszt sich doch nicht läugnen, dasz ... mancher auf den leim gelockt wird. Frankf. journal vom 7. oct. 1872; dann sind wir doch wieder auf den leim gegangen. Spielhagen sturmflut 3, 14; ob unser einer auch also würd gefangen, das er an dem leim müst hangen. fastn. sp. 788, 20; sich vom leime reiszen, verderben oder gefahr entgehen: da einer sehen musz, das die gotlosen in ehren schweben, und ob sie miszhandeln, sich dennoch vom leime reiszen können. Mathes. fastenpred. 85b; vergl. mhd. reht als der vrîe vogel tuot, der durch die vrîheit, die er hât, ûf daʒ gelîmde zwî gestât: als er des lîmes danne entsebet (wahrnimmt), und er sich ûf ze vlühte hebet, sô klebet er mit den vüeʒen an. Trist. 23, 7; ir was diz leben ouch ande dô si den lîm erkande der gespenstigen (lockenden) minne und sach wol, daʒ ir sinne dar în versenket wâren. si begunde stades vâren, si wolde ûʒ unde dan: sô klebet ir ie der lîm an; der zôch si wider unde nider. 296, 38. der koch nennt leim eine gallerte aus den festeren theilen der gröszeren thiere, aus welcher er die suppentafeln bereitet. Jacobsson 6, 441b.
4933 Zeichen · 82 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 8.–11. Jh.
    Althochdeutsch
    leim

    Althochdeutsches Wörterbuch · +4 Parallelbelege

    leim Gl 1,304,65 s. lîm.

  2. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    LEIM

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +4 Parallelbelege

    LEIM s. ich LÎME .

  3. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    leimM.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +2 Parallelbelege

    leim , M. Vw.: s. lēm

  4. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    1. Leim

    Adelung (1793–1801) · +5 Parallelbelege

    1. Der Leim , oder Leimen, eine gelbe zähe Erde, S. Adelung Lehm .

  5. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Leim

    Goethe-Wörterbuch

    Leim a Klebstoff, auch übertr das optische Instrument glücklich angelangt .. nur bey den .. Stücken, welche den Spiegel …

  6. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Leim

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Leim , die bekannte klebrige Materie, die durch das Verkochen thierischer Stoffe: Knochen, Sehnen, Häute, Knorpel etc. e…

  7. modern
    Dialekt
    Leim

    Schweizerisches Idiotikon · +4 Parallelbelege

    Leim Band 3, Spalte 1267 Leim 3,1267

  8. Sprichwörter
    Leim

    Wander (Sprichwörter)

    Leim 1. Nur aus dem Leim, sagte Dietrich, da der Sessel brach, als er sich daraufsetzte. Veranlassung dazu soll folgende…

  9. Spezial
    Leim

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Leim m. (-[e]s,-e) 1 (Klebstoff) cola (coles) f. 2 (für Holz) cola da tistler f. ▬ aus dem Leim gehen 1 se descolé; se d…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit leim

378 Bildungen · 343 Erstglied · 29 Zweitglied · 6 Ableitungen

leim‑ als Erstglied (30 von 343)

Leimbock

SHW

Leim-bock Band 4, Spalte 273-274

leimern

SHW

leim-ern Band 4, Spalte 277-278

Leimkraut

SHW

Leim-kraut Band 4, Spalte 277-278

Leimleder

SHW

Leim-leder Band 4, Spalte 277-278

Leimliese

SHW

Leim-liese Band 4, Spalte 277-278

Leimpfanne

SHW

Leim-pfanne Band 4, Spalte 277-278

Leimring

SHW

Leim-ring Band 4, Spalte 277-278

Leimrute

SHW

Leim-rute Band 4, Spalte 277-278

Leimsieder

SHW

Leim-sieder Band 4, Spalte 277-278

leimsiedig

SHW

leim-siedig Band 4, Spalte 279-280

Leimstange

SHW

Leim-stange Band 4, Spalte 279-280

leimader

DWB

leim·ader

leimader , f. ader aus leim: weisze weiche leimadern, die zu ewigem marmor werden. Herder in Mercks briefs. 2, 6 .

leimag

AWB

lei·mag

leimag , -îg adj. , nhd. lehmig; mnl. lemich. — Graff II,213. leimag-: nom. sg. n. -az Gl 1,445,1 ( Rf ); dat. sg. n. -emo 447,32 ( Rb ). — …

leimahorn

DWB

leim·ahorn

leimahorn , m. acer platanoides. in Berchtesgaden. Schm. 1, 1472 Fromm. vgl. leimbaum .

Leimahre

Adelung

Die Leimahre , plur. die -n, in einigen Gegenden, ein Nahme des gemeinen Ahornes; Acer pseudoplatanus L. S. 1. die Lehne.

leimâri

AWB

leim·ari

? leimâri st. m. , nhd. ( älter ) lehmer; mnd. lê i mer, mnl. lemer. — Graff II,213. leimari: nom. sg. Gl 1,451,1 ( M, clm 14689, 12. Jh.? )…

Leimbach

Meyers

leim·bach

Leimbach , Karl Ludwig , Theolog und Schulmann, geb. 18. Mai 1844 in Treysa (Kurhessen), studierte in Marburg Theologie und Philologie, war …

leimbad

DWB

leim·bad

leimbad , n. bad für das zu leimende wollengarn ( vgl. unter dem verbum leimen): dieses leimbad musz seine gehörige wärme haben. denn zu hei…

leimbank

DWB

leim·bank

leimbank , f. bank des vogelstellers, worein er seine leimruten steckt. Jacobsson 2, 588 a .

leim als Zweitglied (29 von 29)

Schleim

RDWB1

Schleim m слизь мокрота

bê(i)telê(i)m

MNWB

beite·leim

° bê(i)telê(i)m = bê(i)tekalk ? (Ub. Hildesh . 6, 645). lê(i)mberê(i)der, ~dobbe, ~vār, ~vö̂rere, ~grôve, ~hûs, ~-kāre, ~kāte, ~klûte, ~kûle…

beutenleim

DWB

beuten·leim

beutenleim , m. die masse, womit von den bienen alle ritze der beute verklebt werden, sonst vorstosz, vorwachs, propolis genannt. s. beth .

borneleim

Lexer

borne·leim

borne-leim stm. lehm zum ziegelbrennen Rothe s. Germ. a. a. o.

dāleim

KöblerMnd

dāleim , M. Vw.: s. dālēm

erdleim

AWB

erd·leim

erdleim st. m. , nhd. erdleim. — Graff II,221 s. v. erdlîm. erd-leim: nom. sg. Gl 1,299,22 ( 2 Hss., darunter Sg 295, 9. Jh. ). 3,100,37. 3,…

fischleim

DWB

fisch·leim

fischleim , m. ichthyocolla. fischleim, ein gummi, sarcocolla, gluten carnis, gummi eines dornechten baums, gleichet dem weiszen weirauch, r…

fleischleim

DWB

fleisch·leim

fleischleim , m. sarcocolla: das blut, welches gestocket in einer wunden ligen bleibt, ist der rechte fleischlim, weit über den sarcocolla. …

fugenleim

DWB

fugen·leim

fugenleim , m. ein zäher saft, mit welchem die bienen die fugen und ritzen des bienenstockes überziehen, das stopfwachs der bienen. Verschie…

gerstenschleim

DWB

gersten·schleim

gerstenschleim , m. wie gerstensaft 1 Adelung : kein gerstenschleim konte ich drincken. Elis. Charl. 1, 233 .

goltleim

MWB

golt·leim

goltleim stM. ein zur Herstellung von goldener Farbe dienendes Mineral, ‘Auripigment’ auripigmentum mag aigenleich goltlaim oder goltleim ha…

Haferschleim

Adelung

hafer·schleim

Der Haferschleim , des -es, plur. inus. die dicke schleimige Brühe von gekochtem Hafer oder gekochter Hafergrütze, welche auch Haferseim, un…

hafnerleim

DWB

hafner·leim

hafnerleim , m. töpferthon, töpfererde: aus hafnerleim gemacht, fictilis et hoc fictile. Maaler 206 c .

judenleim

DWB

juden·leim

judenleim , m. judenharz: judenleim, ein harzigs wesen, findet sich im todten meer. Brockes 9, 91 .

lederleim

DWB

leder·leim

lederleim , m. leim der aus lederabfällen gemacht wird. Jacobsson 2, 578 a .

mundleim

DWB

mund·leim

mundleim , m. aus hausenblase bereiteter leim, der zum gebrauche mit dem munde benetzt wird: wie man auch mundleim und glaszkütten drausz ( …

ofanleim

KöblerAhd

ofan·leim

ofanleim , st. M. (a)? nhd. Tonerde, Ofenlehm ne. argillaceous earth ÜG.: lat. argilla Gl Q.: Gl (12. Jh.) I.: Lüt. lat. argilla? E.: s. ofa…

ovanleim

AWB

ovan·leim

ovanleim st. m. , nhd. ofenleim ( vgl. DWb. VII,1161 s. v. ofenleimen); mnd. ōvenlê i m. ouen-lain: nom. sg. Gl 3,570,8 ( Wien 2532, 12. Jh.…

Pfīffe(n)leim

Idiotikon

Pfīffe(n)leim Band 3, Spalte 1267 Pfīffe(n)leim 3,1267

schleim

DWB

sch·leim

schleim , m. 1 1) limus, pituita Stieler 1837 , humor tenax et glutinosus, lentor, limus, pituita, phlegma Frisch 2, 196 a , mhd. mnd. nnd. …

Schlüderleim

Idiotikon

Schlüderleim Band 3, Spalte 1267 Schlüderleim 3,1267

vogelleim

DWB

vogel·leim

-leim , m. , die klebrige masse, mit der die fangruthen für kleine vögel bestrichen werden; dann auch name der mistel, weil aus deren beeren…

wasserleim

DWB

wasser·leim

wasserleim , m. wasserbeständiger vogelleim v . Hohberg Georgica (1682) 2, 542 . Behlen 6, 313 . —

ōvenleim

KöblerMnd

ōvenleim , M. Vw.: s. ōvenlēm

Ableitungen von leim (6 von 6)

beleimen

DWB

beleimen , glutine firmare. Stieler 1056 .

entleimen

DWB

entleimen , glutine liberare, losleimen, deglutinare. Maaler 104 d , nnl. ontlijmen.

Geleime

Campe

Geleime , des — s , o. Mz. s. Ge — 2. 2).

urleim

DWB

urleim (ur- C 4 c) Herder 26, 235 S. —

verleimen

DWB

verleimen , verb. 1 1) durch leim befestigen, mit leim überziehen, mhd. verlîmen nach der lesart er verlîmdeʒ dem Gâlotten wîslîche in sîner…