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Kleber

mhd. bis spez. · 13 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Meyers
Anchors
22 in 13 Wb.
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Eintrag · Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

Kleber

Bd. 11, Sp. 103
Kleber (Gluten), die eiweißartigen Bestandteile der Getreidesamen, speziell des Weizens. Knetet man einen steifen Teig aus Weizenmehl unter Wasser, so werden lösliche Stoffe (auch Eiweiß) und Stärkemehl ausgewaschen, und es bleibt eine gelblichgraue, zähe, klebrige, fadenziehende, geruchlose Masse (12–20 Proz.) zurück, die schwach, teigartig schmeckt, in schwachem Alkohol nur zum Teil, leichter in Alkalien, größtenteils auch in Essigsäure löslich ist. Als Bestandteile des Klebers sind angegeben worden Gliadin (Pflanzenleim), Glutenfibrin (Pflanzenfibrin, vegetabilisches Fibrin), Mucedin und Glutenkasein. Seine Eigenschaften ändern sich mit dem quantitativen Verhältnis der Bestandteile, und wenn das Gliadin sehr zurücktritt, so wird die Abscheidung des Klebers schwierig oder unmöglich. Daher gelingt auch aus andern Getreidearten die Abscheidung eines Klebers nicht in dem Maß wie beim Weizen, denn diese enthalten nur einige oder nur einen der Kleberstoffe. Frischer feuchter K. geht leicht in Fäulnis über, beim Trocknen aber wird er hornartig. Der K. oder vielmehr die Gesamtheit der den Verdauungssäften zugänglichen eiweißartigen Bestandteile bedingt vorzüglich den Nahrungswert des Getreides; er spielt in der Bierbrauerei eine große Rolle, indem einerseits in das Bier übergegangene eiweißartige Stoffe dessen Nahrungswert erhöhen, anderseits die Haltbarkeit des Bieres bedeutend beeinträchtigen können. Bei der Gewinnung der Weizenstärke gab man früher den K. ganz allgemein verloren, indem man ihn durch Fäulnis sich zersetzen ließ, um ihn dann durch einen Waschprozeß zu entfernen. Jetzt wird der K. als Nebenprodukt gewonnen und auf verschiedene Weise verwertet. Bei Verarbeitung von gequetschtem Weizen mischen sich dem K. Hülsen bei, und man kann ihn nur nach der Auflockerung durch Kochen mit Wasser als Viehfutter benutzen. Der bei der Verarbeitung von Weizenmehl erhaltene K. wird frisch unter Teig zu Backwerk und Nudeln gemischt, zur Hefenbereitung benutzt, mit Mehl gemischt, gekörnt und getrocknet und auf Graupen, Grieß etc. verarbeitet. Derartige durch ihren Nahrungswert ausgezeichnete Präparate sind: Aleuronat, Klebergrieß, Protein, Kleberbrot, Kraftsuppenstoff, Glutenzwiebackmehl etc. Durch Behandeln mit Natronlauge, Ammoniak, Kalk, Zuckerkalk, kohlensaurem Natron, Essigsäure, durch beginnende Fäulnis etc. wird der K. in einen löslichen Zustand übergeführt (Kleberleim, Luzin) und in der Zeugdruckerei zum Fixieren der Farben benutzt. Löslich gewordener K. wird auch als Kleb- und Klärmittel (Eiweißleim, Wiener Leim, Kleber-, Schusterpappe) benutzt.
2598 Zeichen · 25 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    klëberstn.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +6 Parallelbelege

    klëber stn. kleister. troj. 9720.

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Klêber

    Adelung (1793–1801) · +5 Parallelbelege

    Der Klêber , des -s, plur. ut nom. sing. 1) In einigen Gegenden, das Gummi, wegen seiner kleberigen Eigenschaft. 2) Bey …

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Kleber

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +3 Parallelbelege

    Kleber , s. Gluten .

  4. modern
    Dialekt
    Kleberm.

    Pfälzisches Wb. · +3 Parallelbelege

    Kleber m. : 1. a. 'Klebstoff', Klewweʳ (glęwəʳ) [ KU-Rothsbg BZ-Dernb ]; vgl. Papp 2. — b. 'Augenschleim' [ BZ-Dernb ]; …

  5. Spezial
    Kleber

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Kle|ber m. (-s,-) 1 (Klebstoff) cola (coles) f. , colic m. , adesif (-s) m. 2 (Klebeband) vëta da colic f. , papier da c…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit kleber

48 Bildungen · 44 Erstglied · 3 Zweitglied · 1 Ableitungen

Ableitung von kleber

kleb + -er

kleber leitet sich vom Lemma kleb ab mit Suffix -er.

Zerlegung von kleber 2 Komponenten

kle+ber

kleber setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

kleber‑ als Erstglied (30 von 44)

Kleberkraut

SHW

Kleber-kraut Band 3, Spalte 1387-1388

Kleberrose

SHW

Kleber-rose Band 3, Spalte 1387-1388

kleberanft

DWB

klebe·ranft

kleberanft , m. weicher, klebriger ranft des brotes, da wo es angeschoben ist beim backen. Campe ; so z. b. thür., sächs.

Kleberanftel

Wander

Kleberanftel Es ist's Kleberanftel aus dem siebenten Gebäcke. ( Schles. ) Spott auf sehr entfernte Verwandtschaft.

klëbereht

Lexer

klebe·reht

klëbereht adj. kleberig. klebrecht bei Keisersb. s. Dwb. 5,1051 ;

kleberei

DWB

klebe·rei

kleberei , f. cohaerentia etc., productio convivii in multam noctem. Stieler 977 , s. kleben sp. 1046 mitte.

klëberen

Lexer

kleb·eren

klëberen swv. klettern, scandere, ascendere Voc. 1482. s. Dwb. 5,1051.

Kleberes

PfWB

kleb·eres

Kleberes m. : = Kleber 2a, Kläweres [LU-Muttstdt ( Wilde 155)]. Rhein. IV 679 Kleberig.

klebergang

DWB

kleber·gang

klebergang , m. gefährlicher pfad im gebirge, wol ' klettergang ', von klebern klettern: etliche jäger trinken die röht und feiszt ( der gem…

Klebergras

PfWB

kleber·gras

Kleber-gras n. : = Kleber 2b, Klewweʳgras [LA-Maik ( Wilde 155) LA-Venn].

kleberic

KöblerMhd

klebe·ric

kleberic , Adj. nhd. „klebrig“, zusammenhaltend, haftend, hartnäckig, zäh, selbstgefällig, an weltlichen Dingen hängend ÜG.: lat. texax Gl V…

klebericht

DWB

klebe·richt

klebericht , kleberig , adj. viscosus; es nützt nichts beide formen zu trennen, da sie nhd. nicht mehr geschieden werden. mhd. klëberic und …

Klêberig

Adelung

klebe·rig

Klêberig , -er, -ste, adj. et adv. Kleber, d. i. eine zähe bindende Feuchtigkeit enthaltend. Kleberige Hände haben, von einem zähen Schweiße…

kleberigkeit

DWB

kleberig·keit

kleberigkeit , f. viscositas, tenacitas. Rädlein 542 a ( während er nur klebericht, klebricht hat ). gewöhnlich klebrigkeit Kant 8, 518 , Rü…

klëberîm

Lexer

klebe·rim

klëbe-rîm stm. reim aus einer klebsilbe ( so nannten die meistersinger aus gewaltsamer kürzung, zusammenziehung entstandene silben ) Kolm. 3…

kleberklee

DWB

kleber·klee

kleberklee , m. türkischer kleberklee, ein name der esparsette. Nemnich 3, 112 . s. kleber m. 3, c.

kleberkraut

DWB

kleber·kraut

kleberkraut , n. ruella, liddegenge, klätten. C. Gesner erdgew. bei Dief. 503 a , limaces, cleberkrut (15. jh. ) 329 c ; kleberkraut, damit …

kleberkrūt

KöblerMhd

kleber·krūt

kleberkrūt , st. N. nhd. „Kleberkraut“ ÜG.: lat. aprinia Gl, limaces Gl Q.: Gl (15. Jh.) E.: s. kleber, krūt W.: nhd. (ält.) Kleberkraut, N.…

Kleberlehm

Campe

kleber·lehm

Der Kleberlehm , des — es , d. Mz . ungew. derjenige Lehm, dessen sich die Lehmkleiber oder Lehmkleber zu ihren Arbeiten bedienen.

klebermeer

DWB

kleber·meer

klebermeer , n. für lebermeer, schon mhd. klebermer wb. 2 1 , 138 a . Mart. 4, 60, als verdeutlichung des verdunkelten wortes, s. kleber m. …

klebermeise

DWB

kleber·meise

klebermeise , f. eine meise, klebermais H. Sachs 1, 426 b , wol ' klettermeise ' ; s. klebern 1.

klëbermer

Lexer

kleber·mer

klëber-mer stn. BMZ s. v. a. lëbermer, als verdeutlichung des verdunkelten wortes Orend. (391). Wolfd. 950,1 var. Heldb. K. 335,20. Mart. 4,…

kleber als Zweitglied (3 von 3)

Arsenik-Lêber

Adelung

arsenik·leber

Die Arsenik-Lêber , plur. von mehrern Arten, die -n, eine Verbindung des weißen Arseniks mit dem flüssigen, feuerbeständigen, vegetabilische…

Ableitungen von kleber (1 von 1)

klebere

AWB

klebere mhd. st. m. ; mnd. klê i ver; vgl. nhd. dial. schweiz. chlëbere n f. Schweiz. Id. 3,612 f. klebere: nom. sg. Gl 3,564,44 ( clm 615, …