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lecken

ahd. bis spez. · 21 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
Anchors
56 in 21 Wb.
Sprachstufen
8 von 16
Verweise rein
143
Verweise raus
161

Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

lecken verb.

Bd. 12, Sp. 480
lecken, verb. mit den füszen ausschlagen, hüpfen, springen; mhd. lecken (Lexer 1, 1850). es ist intensivbildung zu der wurzel lih, die in leichen, hüpfen, foppen waltet (s. das weitere dort): ich leck subsilio Alberus s 4a; vitulari lecken und springen wie ein kalb Corvinus (1660) 1, 740b, ein nicht häufiges, einst vorzugsweise auf das mitteldeutsche sprachgebiet eingeschränktes (vergl. indes no. 6), seit dem vorigen jahrh. mit ausnahme von no. 4 ganz veraltetes wort. 11) vom springen junger und mutwilliger thiere: und machet sie lecken wie ein kalb. ps. 29, 6 mit der randglosse: lecken, das ist springen, hüpfen; und giengen wie die rosse an der weide, und lecketen wie die lemmer. weish. Sal. 19, 9; meinstu aber nicht, das ich deinem leichtfertigen dreuen antworten möchte, und sagen, lieber esel lecke nicht. Luther 1, 360a; swelh pfert die lenge müeʒec gêt, und bî vollem fuoter stêt, daʒ lecket, scherzet unde beiʒet. Renner 4259; darauf der rambock frölich bleckt, in voller weid springet und leckt. froschmeus. A iiija. 22) von ähnlichem gebahren der menschen, welches ausdrücklich dem der thiere verglichen wird: als denn werden die lamen lecken wie ein hirs. Jes. 35, 6; und lecket, wie die geilen kelber. Jer. 50, 11; des werden wir uns so frewen, das wir lecken und springen werden, wie die hirssen. Luther 3, 259a; alsdenn werden die lamen lecken, wie ein hirssch. 8, 109b; die tochter zeucht junge gesellen selber am tanze auf mit ihr zu tanzen und lecket wie ein ziegenbock. Mathes. Syrach 1, 175b; ohne solchen vergleich: jre (der gottlosen) jungen kinder gehen aus, wie eine herd, und jre kinder lecken. Hiob 21, 11; weil denn das junge volk mus lecken und springen, oder je was zu schaffen haben, da es lust innen hat. Luther 2, 477b; kützeln sich selbs mit feinen gedanken, das sie gleich lecken und springen. 4, 233a; die christen wil er mit solchem unglück im zaume halten, das sie nicht von gott weichen, nicht lecken und zu geil werden. 504b; die lahmen werden leckn auf erden. Fromm. 4, 175 (beitr. zu e. schles. wörterb., v. 1588); und noch vereinzelt im 18. jahrh.: läcken, laufen oder springen mit ausschlagen der füsze. Frisch 1, 562b; es (das leben) rauscht im felsenhaine, woget thal und wies entlang, leckt im widder auf dem raine, schauert durch das mark der beine. Bürger 27b. der (von Christus geheilte) lahme tritt auf die schenkel und leckz. Schubart (1787) 1, 342. 33) bildlich wider den stachel lecken: es wird dir schwer werden wider den stachel lecken. apostelgesch. 9, 5 (26, 14), σκληρόν σοι πρὸς κέντρα λακτίζειν; hergenommen 'von ochsen, welche mit einem auf dem pflug liegenden stachel angetrieben werden, und wider denselben ausschlagen, wodurch sie den stachel erst recht empfinden'. Frisch 1, 562c; vgl. lat. ne contra acumina calcitraret. Ammian. Marcell. 18, 19; namque inscitiast, advorsum stimulum calces. Terent. Phorm. 1, 2, 28. in freierer anwendung: warumb leckestu denn wider meine opfer und speisopfer, die ich geboten hab in der wonung. 1 Sam. 2, 29 mit der glosse: gleich wie act. 9 s. Paulus wider den stachel lecket, das ist, frech und mutwillig. 44) der gebrauch dieses biblischen bildes hat sich bis heute erhalten, man wollte das verständnis des verbums schützen, indem man es auch läcken oder löcken schrieb (letztere schreibung in den bibelausgaben seit dem 17. jh.), und so von lecken lambere abhob: sehen sie, herr pastor, es wird mir unmöglich sein, nicht gegen ihren stachel zu läcken. Lessing 10, 131; darum ertheilte man ihm (Cicero) verzeihung für sein kurzes gelüsten wider den stachel zu löcken. Mommsen m. gesch. 3 (1856), 297; und lecke wider das, was dein gewissen sticht. Günther 498; indes blieben misverständnisse nicht aus, die sich schon seit dem 17. jahrh. durch transitive fügung des verbums kund thun: der so der menschen herz eh als man meint verwendt, hat oft der feinde zorn und ungestümes pochen und das schon blosze schwerdt, in einem nu, zubrochen. wer seine stachel leckt, nimmt ein erschrecklich end. A. Gryphius 1698 2, 433; leckt den stachel unverhohlen, beiszt euch ein mit kindscher rache: aber schüttl ich meine sohlen, liegt ihr in der nächsten lache! Platen 59. 55) ein lecken = reizen, prickeln gehört vielleicht hierher: die wachteln bekamen jnen auch wie dem hund das grasz, und lecketen sie in der nasz, und kramen sie im bauch. Mathesius hochzeitpredigten 61a. vgl. indes dazu unten leckern 4, sp. 487. 66) ebenso schweizerisches ablecken vom fehlschlagen des gewehrs (eine andere erklärung th. 1, sp. 69): ablecken wird gesagt, wenn nur das pulver auf der zündpfanne abbrennt, ohne dasz der schusz losgeht, es hat mir abgeleckt. Stalder 2, 162; das ablecken des pulvers von der pfanne. J. Gotthelf geld u. geist (1866) 349.
4809 Zeichen · 87 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 8.–11. Jh.
    Althochdeutsch
    leckensw. v.

    Althochdeutsches Wörterbuch · +2 Parallelbelege

    lecken sw. v. , mhd. nhd. lecken; mnd. mnl. lecken; ae. leccan; an. leka ( vgl. Fritzner 2,479 ). — Graff II,100. lechen…

  2. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    leckenstn.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +13 Parallelbelege

    lecken stn. mit lecken, paden und krauen Fasn. 794,20.

  3. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    leckensw. V.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +12 Parallelbelege

    lecken , sw. V. nhd. springen, mit den Füßen nach hinten ausschlagen Hw.: s. lachen (3); vgl. mhd. lecken (3) Q.: Hambur…

  4. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    2. Lêcken

    Adelung (1793–1801) · +12 Parallelbelege

    2. Lêcken , verb. reg. neutr. welches auf doppelte Art gebraucht wird. 1) Mit dem Hülfsworte seyn, tropfenweise aus eine…

  5. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    lecken

    Goethe-Wörterbuch

    lecken 1 schlecken, ab-, auf-, belecken a besonders in Zshg mit Nahrungsaufnahme, Körperpflege u Sozialverhalten von Tie…

  6. modern
    Dialekt
    lecken

    Elsässisches Wb. · +7 Parallelbelege

    lecke n [lèkə Rauw. Wh. ] das Getreide in Schwaden (Lecke n ) zusammenlegen. In Rauw. gilt der Ausdruck nur beim Mähen d…

  7. Sprichwörter
    Lecken

    Wander (Sprichwörter)

    Lecken 1. Aen Lacken un Scho'm bieten. ( Oberharz. ) – Lohrengel, II, 7. Einem Lecken und Schaben bieten. 2. Einem einen…

  8. Spezial
    Lecken

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +2 Parallelbelege

    Le|cken n. (-s) 1 (einmaliges) lecada (-des) f. 2 (fortwährendes) lecamënt (-nc) m.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit lecken

108 Bildungen · 9 Erstglied · 94 Zweitglied · 5 Ableitungen

lecken‑ als Erstglied (9 von 9)

lecken I

SHW

lecken I Band 4, Spalte 225-226

lecken II

SHW

lecken II Band 4, Spalte 227-228

lëckenbätschig

ElsWB

lëcke n bätschig [lakəpatik Obhergh. ] Adv. verkehrt. Das is t l. gmacht.

Lëckenbatschi

ElsWB

lecken·batschi

Lëcke n batschi , Lacke n batschi [Lakəpàti Gebw. Logelnh. ; Làkapàti Su. ] m. 1. langsamer, fauler Mensch Gebw. Su. 2. Halbnarr Logelnh. …

lecken II

RhWB

lecken II -e- = glätten, polieren s. licken IV.

lecken III

RhWB

lecken III das Wort ist allg., u. zwar Rhfrk -eg-, –ęg- ; Mosfrk -ęg- [ NWSaarbg , Trier-Ld Mos, n. Mos, Bitb , Wittl -Eg- ]; sonst -ęk- sch…

leckenspiz

KöblerMhd

lecken·spiz

leckenspiz , st. M. nhd. Schlemmer, Leckermaul, gieriger Mensch Hw.: s. leckespiz Q.: s. leckespiz E.: s. lecken, spiz (3)? W.: nhd. DW- L.:…

leckenswis

ElsWB

lecken·s·wis

lecke n swis [lèkəswís Bf. ] schichtenweise. Wë nn men e Heüwaje n lad e t, leit me n s Heü l.

lecken als Zweitglied (30 von 94)

blecken?

KöblerMnd

*blecken? , N. nhd. Blecken Vw.: s. tēne- E.: s. blecken (3) W.: s. nhd. Blecken, N., Blecken, DW-?

vlecken?

KöblerMnd

*vlecken? , sw. V. nhd. „flecken“, Flecken machen, schmutzig machen, beflecken Hw.: s. vleckinge; vgl. mhd. vlecken, mnl. vlecken E.: s. vle…

Honigschlecken

RDWB1

Honigschlecken n es ist kein ~ idiom. - это не сахар

Zuckerschlecken

RDWB1

Zuckerschlecken m das Leben ist kein ~ idiom. - жизнь не сахар идиом. , жизнь прожить - не поле перейти идиом.

abblecken

BWB

abblecken Band 2, Spalte 2,1210

abelecken

KöblerMhd

abel·ecken

abelecken , sw. V. nhd. „ablecken“, durch Lecken entfernen Q.: HvFritzlHl (1343-1349) E.: s. abe, lecken (1) W.: nhd. ablecken, V., ablecken…

abflecken

DWB

abflecken , maculas relinquere, flecken an etwas hinterlassen. die farbe fleckt ab. das laster, wo es anrührt, fleckt ab.

ablecken

DWB

ablecken , delambere, von dem munde, von den lippen ablecken, dann den mund, das mäulchen, die lippen ablecken: aha, du fängst schon an die …

Amtsflecken

DRW

amts·flecken

Amtsflecken 1561 WürtLändlRQ. II 85 Faksimile 1655 Knapp,NBeitr. Register SchwäbWB. I 171 Faksimile

anblecken

DWB

anblecken , dentes in aliquem nudare, angrinsen, anfletschen: es kam ein pantherthier, das gaft und blekt ihn an. Hagedorn. s. blecken .

anelecken

KöblerMhd

ane·lecken

anelecken , sw. V. nhd. „anlecken“, ablecken, anfeuchten Q.: Enik (um 1272) (FB anelecken) E.: s. ane, lecken (1) W.: nhd. (ält.) anlecken, …

anklecken

DWB

ank·lecken

anklecken , adspergere, affundere, affigere: der eltern schnöde lust hat mir auch angekleckt den bösen kot und wust. Fleming 20 (1685, 22); …

Arschlecken

Wander

arsch·lecken

Arschlecken Narsliken is Bullenarbeit. ( Rendsburg. ) [Zusätze und Ergänzungen] 2. Aerschlecken is a Handgriff, an war mich bitt(et), is a M…

aufklecken

DWB

auf·klecken

aufklecken , in verschiednem sinn, 1 1) intransitiv findi, frangi, rumpi, aufschellen, zerschellen: das ei kleckt auf; ein knochen, bein kle…

auflecken

DWB

auf·lecken

auflecken , delingere, lingendo consumere, goth. laigôn: die geisz hat das salz aufgeleckt; den zucker auflecken; da fiel das fewr des herrn…

ausflecken

DWB

aus·flecken

ausflecken , purgare maculas, nnl. uitvlekken: wir müssen uns ausflecken von der schande. Stieler 498 .

auslecken

DWB

aus·lecken

auslecken , elambere: die schüssel, den honig, die milch auslecken; der hund leckt die wunden aus; so läszt er fürbaʒ sein auslecken sein. f…

Becklêcken

Adelung

beck·lecken

Becklêcken , verb. reg. act. mit Klexen bewerfen, und in weiterer Bedeutung beflecken. Das Kleid mit Koth, das Papier mit Dinte beklecken. A…

beflecken

DWB

beflecken , calceamenta sarcire taleis, flicken, bletzen: schuhe, absätze beflecken. s. fleck .

beklecken

DWB

bek·lecken

beklecken , aspergere, conspergere, maculare, besprengen, besprützen, beschmeiszen. die grundbedeutung von klecken kleckte ( mhd. klacte) sc…

belecken

DWB

bel·ecken

belecken , lambere, circumlambere, goth. bilaigôn, ἐπιλείχειν : die finger belecken; der bär beleckt seine jungen; heuchler und hunde beleck…

bevlëcken

Lexer

be-vlëcken swv. BMZ beflecken Myst. Evang. 240 a . Elis. 5104 ; bevlicken ib. 7747. 7769. 8718 ;

Brandflêcken

Adelung

brand·flecken

Der Brandflêcken , des -s, plur. ut nom. sing. ein Flecken, welcher durch Brand oder Verbrennung verursacht wird. Auch rothe Flecken auf den…

Burgflêcken

Adelung

burg·flecken

Der Burgflêcken , des -s, plur. ut nom. sing. in einigen Gegenden, z. B. der Mark Brandenburg, ein bey einer Burg angelegter Ort, welcher me…

Ableitungen von lecken (5 von 5)

belecken

DWB

belecken , lambere, circumlambere, goth. bilaigôn, ἐπιλείχειν : die finger belecken; der bär beleckt seine jungen; heuchler und hunde beleck…

erlecken

Lexer

er-lecken swv. mit ab s. sp. 2.

gelëcken

Lexer

ge-lëcken swv. ib. lecken Berth.

verlecken

DWB

verlecken , verb. hinweglecken, abligurire Dief. 3 . für verleckern scheint es zu stehen in: unser bauwersvolck, das etwas verleckter ist, s…

Zerlêcken

Adelung

Zerlêcken , verb. regul. act. durch vieles Lecken unscheinbar machen, verderben.