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lecken III

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RhWB
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Eintrag · Rheinisches Wb.

lecken III

Bd. 5, Sp. 270
lecken III das Wort ist allg., u. zwar Rhfrk -eg-, –ęg-; Mosfrk -ęg- [NWSaarbg, Trier-Ld Mos, n. Mos, Bitb, Wittl -Eg-]; sonst -ęk- schw.: 1.a. mit der Zunge l., wie nhd. RA.: Se sen am l. die Makrelen schlürfen mit den Unterlippen über die Steine; das ist für den Fischer ein Zeichen, dat et ger e paar get dass er mehrere fängt Kobl-SSebastian. Wer geiht l., muss och (den Desch) decke Köln-Stdt. Hengen l. on före dröcken heisst es von der Freimarke Barm. Besser duckt (tot) gebossen os wie d. geleckt besser schnell tot, als lang gelitten Prüm-Ihren. De Käch (Köche) ge vam L. satt Prüm, Koch; vum L. werd mer nit s. Köln; wen sich net s. össt (frösst), lekt sich uch net s. Trier-Schleidw, Mosfrk, Rip, Nfrk. Müngkche (Mund), wells de l., Ärsch-che, muss do bläcke (nackt sein) Verschwendung im Essen bringt Armut Köln-Stdt. De mät (macht) et we de Katze, de för l. un hinger kratze im Gesicht freundlich, im Rücken schimpfend Rip, Allg. (s. Katze). — Van de Hongk (Hund), de os oəves gebiəten, mott men sech morges l. loəten Katzenjammer vertreibt man am besten mit Schnaps Kemp-Süchteln; de H., de ene gebesse hät, moss och wedder ene l. Sieg, Dür, Elbf, Kemp-Dülken. Wo jet ze l. os, do sin och Hongk derfür wo man etwas bekommen soll, sind gleich Leute Schleid-Hellenth. Leckspiss, L., leck, was se l. is! zu einem eifrigen Latwergesser Wend-Dörrenb. — Wen en Schonk (Schinken) leckt, muss dem Honn e Weck gen Prüm-Ihren. Al Geisse l. och gern Salz auch alte Leute geraten noch in Liebestaumel Köln-Stdt, Siegld; die missen bal S. l. so arm sind sie Trier; leck S., dann wiərschte och düərschtig! zu dem Kinde, das über Hunger klagt Rip, Mosfrk, Nfrk. We Honnig well l., mott liə (leiden), dat öm de Beie steəke MGladb, Allg. De Ömmerjöncher (Zuckersteine) leck, küt och zoletz an et Kurjänderche (Koriander) begnügt sich schliesslich nicht mehr mit Billigem Köln-Stdt. Butter l. mit flachen Steinen über eine Wasserfläche werfen Ess. Leck wat Schnej (Schnee), dann brand ow de Tong (Zunge) niet! Klev. — Der leck de (fönf, noch all de zehn) Fengere dernoh Rip, Allg., — bös on den Elebogen derno Trier. Do wiərd der de Mul no l. Rip, Allg.; der hat et Maul geleckt un es verduft May-Andernach; er wiard noch de Täng (Zähne) derno l. Elbf. De leckt derno wie en Gess (Ziege) nom Wasser er verlangt danach Prüm-Ihren. De Granen l. den Schnurrbart Klev, Köln. — Senge ege Läəffel l. selbständig wirtschaften Dür-Birkesd. Wer et Tellerke geht l., mott et Döschke decke MGladb-Rheydt. Om en bettje Fett en Drank leckt de Katt de Kanne blank Klev-Goch. He mott et Brett l. muss für die andern mitbüssen, zahlen Grevbr, MGladb; de mott do noch e Br. l. hat dort viele Schulden Kref-Fischeln. Met et Riemkes (Riemen) L. fängt de Hond et Ler (Leder) Freten an Rees-Haldern. Nu es got Klinken l. bei dieser bittern Kälte würde einem die Haut der Zunge an der Türklinke kleben bleiben Gummb. — An, op, üvver jet l. Rip, Allg. RA.: Ber an alles (iwerall) leckt, werd net satt Neuw-Datzeroth. Leck am Tütt (Obstmus), schäəle Jüdd, dat schmeckt got! Worte zum Zapfenstreich Jül. Am Fensterkitt (-blei) l. nichts zu essen haben Siegld. Heə leckt noch ömmer an Mudersch Mämm lässt sich noch immer von der Mutter unterhalten Kref. Was haben wir gekocht? Antw.: Erze (Erbsen) met Bunne, wenn de dran lecks, wesste't (weisst du es)! MülhRh-BGladb. — Leck mech meddsen, kreuzwis, met Gewalt am Arsch (an de Fott, Kont)! derbe abschl. Antw., Ausruf der Verwunderung (s. über die Anwendung bei Arsch); auch einfach leck mech, oder du kanns mech! Allg.; leck mech am (im) Orschkäppchen! Trier-Schleidw, — em Arsch, biss mer de Fott, morge küt der Fackelzug! Dür; leck mech em Arsch bös op de Dröss (Kot)! Rheinb-Queckenbg; du kanns mech krützweg am A. l., dann kömms du tweemol in de Medde üt! Geld; leck mich am A. un bleib mei Freind, bis der die Sunn in't Arschloch scheint! Simm-Laub; leck de Katz (wu se kan Hor hot)!, om Bessem (em Orsch)! Trier, Bitb, Bernk, Zell, Koch, May, Kobl; leck mengetwege (meinet-) dem Honn em Arsch! Sieg; adjüss, leck dem Hong de Büss (Büchse)! scherzh. Abschiedsgruss MGladb-Giesenk; leck de Krad (Kröte) em Arsch, da bruchste kene Stetz opzehevve! Rheinb, Bo, Sieg, Aden-Rieden (Frösche), Mörs (Pädd); du kanns mech hanne (erim) l.! Bitb, Allg.; leggemakü! Sieg-Fussh. Scherzh. euphemist. Ersatzworte für Arsch werden häufig angewandt: Leck mech e Mörsch (Mörs), dann kömmste en Asberg erüt an häs ganz Hölsdonk för et Gesech! Mörs. Leck mech noə Viərsche (Viərschde) (gemeint die Stadt Viersen)! SNfrk. Leck mech no Madrid, dann kömmbste och langes Marsej (Marseille)! Kref-Fischeln. Leck mich ens en de Täsch! Rip, Berg, SNfrk, Mörs, — am Bessem! Bitb, Trier, Simm, Goar, Kobl, May, — am Elleboge! Köln-Brauw, — em Garde! Rheinb, Eusk, — em Blomegarde! Köln-Brauw, Du kanns mech de Söck l.! MGladb-Korschenbr, Mörs, Klev, Rees, — de Klote l.! Klev. Leck mech, wo ech ken Nas (Oge) han! Rip, Allg. (Zähn Trier-Mehring). Leck mech em (kleine Pause) Garde, op mengem Arsch stonnt Kühl (Kohl)! Rip, — em Sommer mache mer Heu! Sieg, — en der Kapp geschess! Kobl-Bend, — för zwei Fenning en de Fenger geschnije! Jül-Tetz, Düss-Gerresh, — ene Daler en der Täsch! MGladb. Leck mich zefreje (zufrieden)! Aach-Merkst Stdt, — fett, wo ich mager bön! MGladb-Rheind; do leckste fett; do leck mer doch ener fett! Ausruf der Verwunderung Sieg-Kuxenbg, Bo-Volmershv Stdt, Jül-Mersch, Aach-Eschw, MGladb, Kref-Strümp. Auf diese derben Abweisungen erfolgen oft scherzh. Antw.: Mach de Botz (Hose) heraf! Rheinb-Queckenbg. Wenn denge Arsch e Romdöppe (Sahnetopf) wör, dann lecks duə en selver! ebd., — en Hunigdeppen ... Bitb. Lott dech de der Arsch l., de dech de Schnut leckt! Kref-Fischeln. De Sau, die dich gemach hot, kann dich ach (auch) l.! Simm-Laub. Die Sei (Säue) were heit se Dag nimeh geleckt, se were geschrappt! Kreuzn-Münster. Hängk deine Arsch an et Schaueredor (Scheunentor) un leck der en selbst! Simm-Laub. — Der unhöfliche Gast hat et Maul afegbotzt un noch net äs gesot: leck mich am Arsch! Leckmetäische Wiesenschaumkraut Eup-Kettenis. — Wie geleckt rein, vortrefflich, in folg. Wend.: De Stuff (Stube) es jo su ren (geschrupp) w. g.; en dem Hus es alles w. g.; de sieht us (so geschniegelt) w. g.; de es jo w. g.; he es su glatt w. g.; e Kerlche w. g.; dat Metz (Messer) schneck (schneidet) w. g.; de kann et w. g.; Rip, Allg.; et ös e Wer (Wetter) w. g. Kemp-Boish; et geht w. g. (en geschmert) Aach, Rip, Berg, SNfrk; dat Fröke (Frau) wor ömmer eve geleckt en gefleckt Eup; de seckt (sieht) us we e geleckte Kader Malm-Vith. — b. sich l.; de Katz es sech am l. Rip, Allg. RA.: Da l. ech mech sealwer am Oarsch be en Koh! Ausruf der Ablehnung, Verwunderung May-Trimbs. Glik Vieh leckt sech (l. s. ger) Gleich u. Gl. gesellt sich gern SNfrk, Rip. Wat sich gern hät, leck sich; wat sich lef hät, neck sich; wat sich bütz (küsst), dat leck sich Köln. Süper (Säufer) l. sech, Freəter bite sech Kemp. Die Näcke (Nackten) könne sech wahl l., ävver neit decke von einem armen verliebten Paare Kref-Fischeln, Aach-Stdt. Sich nit l. un kratze kenne sich nicht helfen können uNahe. — 2. mehr oder weniger übertr. a. an etwas l. α. an einer Flüssigkeit nur nippen, an einer Speise eben nur versuchen; evve dran (dervan) l. Rip, Allg. — b. naschen Allg. — c. kaufen, bei Spielen (Karten-, Dominosp.); eich kann nit meh setze, eich muss l. (um die zu kaufende Karte zu nehmen, leckt der Betreffende den Daumen, der dadurch nass wird, so dass er die Karte besser greifen kann) Simm. — d. verächtl. küssen; dat geck Mensch hatt jo ene Keərl, wuə et sech at (schon) Johre lang met geleckt hatt Eup-Raeren, Allg. RA.: Van Dag (heute) kratzen on biten se sech, on mor (morgen) l. se sech heisst es von der Ehe Kref, MGladb; iərsch l., dann schmatzen, dann hauen on kratzen Sol; dat Bützen on dat L., dat göft hengeno (hintennach) noch all Klöppeln on Stecken Mettm-Vohwinkel, Sol, Kemp-Breyell (för den Tit b. on l.); iərsch b. on l., dann Knöppele on Stecke SNfrk, — stüsse (stossen) on Stecke Grevbr-Wickrathahn; höck (heute) bützen on l. se sech, on morge wellen se sech de Oge uskratze MüEif. — e. an etwas zu l. haben (kriegen), zu leiden, auszustehen haben; dodron hot ön noch lang ze l. etwa an den Folgen der Krankheit; an Schulden hot mer lang ze l., bis se bezohlt sein Mosfrk, Rip, Berg; bi dem häste owwer nicks te l. bei dem musst du gehörig schuften OBerg, Sieg; der hät sing Dag (bei der Gelegenhet) jet geleck (met dem) viel ausgestanden Rip. — f. eng (eine), en Fies l. eine Ohrfeige erhalten; du kanns er gleich eng l.! Aach-Stdt, Erk-Rath. — Abl.: die Leckerei, dat Geleck(s).
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    Rheinisches Wb.

    lecken III das Wort ist allg., u. zwar Rhfrk -eg-, –ęg- ; Mosfrk -ęg- [ NWSaarbg , Trier-Ld Mos, n. Mos, Bitb , Wittl -E…

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Cotta, M. (2026). „leckeniii". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 19. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/leckeniii/rhwb?formid=L02397
MLA
Cotta, Marcel. „leckeniii". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/leckeniii/rhwb?formid=L02397. Abgerufen 19. May 2026.
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Cotta, Marcel. „leckeniii". lautwandel.de. Zugegriffen 19. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/leckeniii/rhwb?formid=L02397.
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