gefällig Rund 1700 Belege, davon gut zwei Drittel in A 3, bei - bes im späteren Brief- bzw Kanzleistil - stark ausgeprägtem adv Gebrauch (A 3 f). Innerhalb von A ist die Verwendung bestimmt durch enge Anbindung an das Verb, als ein subjektiv Gefallendes, Gelegenkommendes (A 1) od als ein allg Gefallendes, Akzeptables mit der Tendenz zum verselbständigten Wertungsadj (A 2). Dieser Anmutungsaspekt gewinnt besondere Bedeutung für die Verwendung im ästhet Bereich (A 2 a δ). Als notwendige Ergänzung des ‘Ernsten’, ‘Bedeutenden’, ‘Erhabenen’ erfährt der in der Wirkungsästhetik des Rokoko verankerte Begriff in G-s klass Kunstanschauung überwiegend positive Bewertung. Durch die Berührung mit den Kategorien des ‘Anmutigen’, ‘Graziösen’, ‘Faßlichen’, ‘Reizenden’ steht er in komplexer Beziehung zu versch ästhet Theorien der Zeit. G benutzt ihn häufig auch ohne definitive terminolog Verfestigung beschreibend u charakterisierend. A Gefallen erregend, zu erregen bestrebt 1 in engem Anschluß an das Verb: jdm gefallend, zusagend, angenehm a durch äußeren Reiz, ästhet Qualitäten ansprechend, attraktiv; meist in den [] metonym Wdgn ‘dem (den) Auge(n) g.’; vereinzelt (leicht negativ) als ein einseitig Äußerliches; auch superl Gegen die Reize der Farben .. werden nur wenig Menschen unempfindlich bleiben. Auch ohne Bezug auf Gestalt sind diese Erscheinungen dem Auge g. und machen an und für sich einen vergnügenden Eindruck GWBN51,3,5 BeitrOpt I 1 so erschlafft sie [die Natur] hier [bei der unregelmäßigen Metamorphose] gleichsam, und läßt unentschlossen ihr Geschöpf in einem unentschiedenen, weichen, unsern Augen oft g-en, aber innerlich unkräftigen und unwirksamen Zustande GWBN6,27,17 Metam Pfl 7 In dem Saale [der Scuola di San Rocco in Venedig] halt ich das Abendmal [von Tintoretto] .. für das beste Stück, wenigstens war es mir das g-ste GWBT1,284,8 v 8.10.86 kleinere fürstliche Büsten für die Weißporzelainfabrik .. etwas .. was in den höchsten Kreisen g., wohl aufgenommen und im allgemeinen verkäuflich seyn möchte GWBB49,390,14 Maria Paulowna? [2./21.12.31] K GWB26,243,26 DuW 4 GWBN9,217,27 Rez:Keferstein uö ‘jdm etw g. machen’: attraktiv, akzeptabel machen Nach unserer Überzeugung sollte der junge Künstler .. keine Studien nach der Natur beginnen, wobei er nicht zugleich dächte .. wie er diese Einzelnheit, in ein angenehmes Bild verwandelt, in einen Rahmen eingeschlossen, dem Liebhaber und Kenner g. machen [> anbieten GWB48,188,15] möge GWB48,277 MuR(451) Var GWBB2,69,2 Salzmann 6.3.73 b dem (kunst)krit Urteilsvermögen zusagend, Anerkennung, Zustimmung hervorrufend; wiederholt in rhetor-formelhaften Wunsch- od Hoffnungsbekundungen; mehrf subst die Aushänge-Bogen eines Divans .. der soeben gedruckt wird .. Möge das Ganze Ihnen dereinst g. seyn und mir das Zeugniß erwerben, daß ich in ein Reich, wo Sie völlig zu Hause sind, nicht ganz ohne Geschick und Glück hineinstreifte GWBB29,176,25 Uwarow 18.5.18 Möge darin [in den Bänden 36—40 der Ausg.l.H.] auch einiges, Neuere und Ältere, den edlen wohlwollenden Geistern anmuthig und g. seyn GWBB48,71,5 Sternbg 4.1.31 GWBB32,174,2 Boisserée 27.2.20 GWBB46,370,19 Ségur 28.12.29 K GWBB33,190,15 Willemer uFr 2.9.20 [< Gefälliges K] uö c (durch ein best Verhalten) jds Sympathie, Zuneigung, sittl-moral Akzeptanz gewinnend; auch idVbdgn ‘sich jdm g. machen’, ‘Menschen und Gott, Gott und Menschen g.’, ‘sittlich g.’ Heute sind es sieben Jahre daß ich herkam, mögte ich doch auch mit heute eine neue Epoche meines Lebens und Wesens anfangen wodurch ich dir immer g-er würde GWBB6,86,15 ChStein 7.11.82 Der wahre Stein der Weisen ist den grosen sich g. zu machen GWB17,394 GrCoph Plp [Kritik an dem Spinoza-Artikel in Bayles Wörterbuch] wie will doch ein Menschen und Gott g-es Leben aus verderblichen Grundsätzen entspringen? GWB29,8,27 DuW 16 Das rein Natürliche, insofern es sittlich g. ist, nennen wir naiv. Naive Gegenstände sind also das Gebiet der Kunst, die ein sittlicher Ausdruck des Natürlichen sein soll GWB48,184,10 MuR(59) GWB28,333,2 DuW 15 GWB53,383,22 DuW Plp GWB38,489,2 Späne d von den Umständen, Bedingungen her jdm zusagend, opportun α best Bedürfnissen, Vorstellungen entsprechend, passend, geeignet; auch ‘g-e Gelegenheit’ so verachtet er [Apollo] mich [Delos] und mein rauhes Gestade, | .. Geht und findet alsdann sich eine g-e [γαῖαν .. ἥ κεν ἁδῇ οἱ] Wohnung GWB4,323 Auf die Geburt dApollo 68 einen gewissen Weg einzuschlagen, auf welchem bald eine g-e Gelegenheit Ihnen entgegen kam GWB21,108,25 Lj I 17 GWB27,17,14 DuW 6 β gelegen kommend, erwünscht, genehm; meist in höfl Anfragen wie ‘ob (wenn, wie) es g. ist’, auch formelhaft verkürzt: ‘wenn (es) g.’ uä Dem Musikdirector Müller sind diejenigen Bedingungen bekannt gemacht worden, unter welchen es Höchstdenselben g. gewesen, ihn in Ihre Dienste aufzunehmen GWBB21,135,19 CarlAug [etwa 20.11.09] frage unterthänigst an ob es nicht g. wäre morgen Dienstag zu gewohnter Stunde mit Ihrer Gegenwart mich zu beglücken GWBB50,54,18 Grhzgin Louise [22.5.26?] K Wenn es g. so besprechen wir uns bald weitläufiger über die Sache GWBB12,371,17 Voigt 3.12.97 A1,274,23 Votum [18.12.83] GWBB33,142,2u9 Hopffgarten 4.8.20 GWBB34,185,2 Conta 7.4.21 uö γ iSv nach eigenem Ermessen, beliebig Herr Hof-Advocat Hase wird, mit einer g. selbst zu wählenden Gesellschaft auf heute .. zu Beschauung der neusten Bilderhefte Großherzogl. Bibliothek freundlichst eingeladen GWBB51,523 Hase [12.9.25] uö e adv iSv mit Wohlgefallen, Wohlwollen, Freude; auch in Vbdgn wie ‘jdn/etw (das eigene Spiegelbild) g. beschauen, betrachten’ So ruht’ ich auch, g. sie beschauend GWB52,347 Das Tagebuch 95 Freudig tret’ ich einher, von deinem Liede verkündet, | Und der Göttin Blick weilet g. auf mir GWB1,285 Euphrosyne 128 Von dem ersten zarten Selbstgefühl, wenn das Mädchen verweilt den Krug aus dem klaren Wasser wieder heraufzuheben, und indessen ihr Bild g. betrachtet GWB23,200,4 Lj VIII 5 GWB17,173,14 GrCoph III 3 uö ‘sich etw g. vorbilden’ zur Bezeichnung einer Selbsttäuschung GWB422,226,10 MuR(905) f subst ‘(jdm) etw G-es erzeigen, erweisen, bezeigen, leisten, tun’ uä: jdm einen Gefallen tun, etw Erfreuliches, Angenehmes, Ersprießliches angedeihen lassen Mögen Sie mich in meiner Abwesenheit erfreuen, so erzeigen Sie den Meinigen etwas G-es .. Verschaffen Sie meiner Frau das Glück, Frau von Humboldt kennen zu lernen GWBB21,273,4 ChSchiller 5.5.10 den Wunsch .. daß es mir nur einigermaßen gelingen könne, irgend etwas G-es gegen so vieles Freundliche leisten zu können GWBB37,92,5 Schreibers 22.6.23 K Siehe, dir bin ich [Amor] nun gar nach Rom gefolget; ich möchte | Dir im fremden Gebiet gern was G-es thun GWB1,249 Vs 246 RömEleg XIII GWB20,386,12 Wv II 16 N1,XXXVI,14 FlD Einl uö 2 als stärker verselbständigtes Wertungsadj a (eine nicht näher bezeichnete Allgemeinheit) ansprechend, anmutig, reizend, schön α mBez auf Körperformen, Physiognomie (das ‘Derbe’, ‘Wilde’ nicht ausschließend); auch für Grazie der Bewegung od Gebärde seine [Jerusalems] Gestalt g., mittlerer Größe, wohlgebaut GWB28,155,17 DuW 12 Eine Haarbeutel-Perrücke entstellte nicht sein [Jung-Stillings] bedeutendes und g-es Gesicht GWB27,250,22 DuW 9 [Sirenen:] Naht euch, rüstige Nereiden, | Derbe Fraun, g. wild GWBFaust II 8384 Alles ist Glied, und alles Gelenk, und alles g., | Alles nach Maßen gebaut, alles nach Willkür bewegt GWB1,317 Vs 201 VenEpigr 37 GWB27,36,5 DuW 6 GWB2,101 Der Besuch 21 GWBB22,385,10 Kirms 28.2.11 uö als Wirkung, Eigenschaft körperl Schönheit iSv einnehmend, gewinnend Die Schönheit ist g., ob sie gleich ein Geschenk des Himmels und kein selbst erworbener Werth ist. So auch moralischer Werth GWB37,266,14 FGA Joch,TürkGesetze [Schlosser/G?] als Folge eines natürl Selbstgefühls das Gefallen an sich selbst, das Verlangen, dieses Selbstgefühl andern mitzutheilen, macht g., das Gefühl [] eigner Anmuth macht anmuthig GWB24,273,3 Wj II 3 Mann v50Jahren β in der Landschaftsbeschreibung die Saat hochgrün, die Berge im Abendroth rosenfarb in’s Violette, und diese Farben auf großen, schönen, g-en Formen der Landschaft GWB19,242,3 BrSchweiz II [für: elegant] GWB46,161,7 Hackert TgbKnight uö γ bezogen auf Gebrauchsgegenstände, Waren od deren Präsentation; auch superl daß man in den neueren Zeiten das Maschinen- und Fabrikwesen zu dem höchsten Grad hinaufgetrieben hat und mit schönen, zierlichen, g-en vergänglichen Dingen durch den Handel die ganze Welt überschwemmt GWB47,58,15 Kunst uHandw Achill ist auf Scyros, unter den Töchtern Lycomeds verborgen, Ulyß und Diomed werden abgeschickt, um ihn zu entdecken; unter allerlei Putzwerk bringen sie auch Waffen mit, Achill erfreut sich daran, indessen die Frauen nach den g-en Waaren greifen GWB48,19,11 Preisaufg 1801 GWBB26,72,4 Christiane 30.8.15 uö im Bild Damit aber alles .. schneller behage, übernimmt er [der Verfasser] die Rolle eines Handelsmanns, der seine Waaren g. auslegt und sie auf mancherlei Weise angenehm zu machen sucht GWB7,4,27 DivNot δ im engeren Sinne ästhet: für das unmittelbar Ansprechende, ästhet Befriedigende, Reizvolle einer künstlerischen Darstellung od Gestaltung, das Eingängige, Heitere, leicht Faßliche eines Darstellungsgegenstandes; häufig als Gegenbegriff od Komplement zu dem ‘Erhabenen, Großen, Ernsten, Pathetischen, Charakteristischen, Bedeutenden’; nur selten negativ für eine inhaltsarme, vordergründige, ‘gleichgültige’ Art der Darstellung; mehrf subst in kategorialer Verfestigung (als ästhet Reflexionsbegriff, Stil- od Epochenmerkmal) Je mehr ich die Fassade desselben [des Straßb Münsters] betrachtete, desto mehr bestärkte und entwickelte sich jener erste Eindruck, daß hier das Erhabene mit dem G-en in Bund getreten sei. Soll das Ungeheuere .. nicht erschrecken .. muß es eine .. scheinbar unmögliche Verbindung eingehen, es muß sich das Angenehme zugesellen GWB27,270,8 DuW 9 Der Ernst seiner [Carstens’] Natur, seines Bestrebens verlangte pathetische ernste Gegenstände; aber er suchte sehr oft nach g-en .. und hat .. sich oft an Gegenständen versucht, deren Behandlung eine muntere Laune erfordert hätte, und daher von Seiten des Leichten und Scherzhaften zu wünschen übrig gelassen GWB491,418,26 Üb:WeimPinakothek sie [die Urne] wolle sagen: daß auch das Leblose durch echten Kunstsinn zu so hoher Schönheit könne ausgebildet werden, um in Absicht auf gehörige g-e Form mit dem vollkommensten Organismus zu wetteifern GWB53,217,12 Bilder am Hause G-s [Direktor:] Ich wünschte sehr der Menge zu behagen, | .. Wie machen wir’s, daß alles frisch und neu | Und mit Bedeutung auch g. sei? GWBFaust I 48 Undulisten. Unter diesem Namen wurden diejenigen bezeichnet .. die das Weichere und G-e ohne Charakter und Bedeutung lieben, wodurch denn zuletzt höchstens eine gleichgültige Anmuth entsteht GWB47,200,5 Samml 8 Ich befand mich [angesichts der antiken Tempel von Paestum] in einer völlig fremden Welt. Denn wie die Jahrhunderte sich aus dem Ernsten in das G-e bilden, so bilden sie den Menschen mit, ja sie erzeugen ihn so GWB31,71,28 ItR GWBFaust II Regiebem nach 5298 GWB30,109,14 ItR GWBB21,159,7 Zelter 4.1.10 GWB48,35,17 Kunstausstellg 1801 uö metonym für einen im entsprechenden Stil arbeitenden Künstler; auch typisierend ‘der G-e’ Streit der Gluckisten und Piccinisten, da denn auch der Bedeutende vor dem G-en die Palme erhielt GWB45,183,24 RamNeffeAnm GWB491,390,5 Üb:Gérard,Collect des portraits hist uö ε als stilist-rhetor Qualität (Diktion, Metrum, Art eines mündl Vortrags uä); neben ‘faßlich, gehörig, zierlich, lässig, leicht, bequem’ Eine g-e Schreibart fing an [in der theol Lit] durchaus nöthig zu werden, und weil eine solche vor allen Dingen faßlich sein muß, so standen von vielen Seiten Schriftsteller auf, welche von ihren Studien, ihrem Metier klar, deutlich, eindringlich, und sowohl für die Kenner als für die Menge zu schreiben unternahmen GWB27,99,27 DuW 7 Diese so natürlich ausgedrückten und doch so schön veredelten frommen Gefühle, diese g-e Sprache [in Klopstocks ‘Messias’], wenn man sie auch nur für harmonische Prosa gelten ließ GWB26,123,18 DuW 2 Indessen war .. der Vortrag [von Flavios Ged] leicht und g., Wendung und Reim mitunter neu GWB251,262,19 Wj III 14 GWB27,252,20 DuW 9 GWBB43,266,20 Reinhard 28.1.28 uö in der (kompositionsähnl) Vbdg ‘allgemein g.’ iSv populär Französische Akademisten | .. Schöne Geister. | Diese bearbeiten wissenschaftliche Materien rhetorisch oder allgemein g. Das eigentliche Wahre ist ihnen ganz gleichgültig GWBN4,468,26 FlH Plp b angenehm, schicklich α angenehme Gefühle verursachend; mehrf für die angenehm umhüllende, der Wirklichkeit enthebende Wirkung von Traum, Traumvisionen (‘Wahnsinn’) od Schlaf Diese Gondel vergleich’ ich der Wiege sie schaukelt g. [der sanft einschaukelnden Wiege GWB1,309 Vs 55 VenEpigr 8] GWB1,443 Var [Egm:] Süßer Schlaf! .. ungehindert fließt der Kreis innerer Harmonien und eingehüllt in g-en Wahnsinn, versinken wir und hören auf zu sein GWB8,303,16 Egm V [Faust zu Gretchen:] Drei Tropfen nur | In ihren [der Mutter] Trank umhüllen | Mit tiefem Schlaf g. die Natur GWBFaust I 3513 GWB19,270,11 BrSchweiz II GWB27,372,21 DuW 10 [für: piacevole] GWB43,364,6 Cell II 13 uö β bezogen auf Umgangsformen, Lebensart Wohlgebaut, zeigte er sich strack, ohne steif zu sein, doch mehr mit einem ernsten als g-en Anstand GWB46,322,10 Hackert er [Gf Morelli] hat eine leichte und g-e Art zu seyn GWBB6,398,2 CarlAug 26.11.84 GWB27,199,21 DuW 8 GWB35,127,6 TuJ uö 3 jdm zu gefallen bestrebt, jds Wunsch gemäß handelnd; wiederholt in Vbdgn u Konstruktionen wie ‘sich (gegen jdn) g. betragen, bezeigen, (er)zeigen, erweisen’, ‘sich jdm g. machen’, ‘gegen jdn/jdm (in etw) g. sein’, ‘g. sein, etw zu tun’; mit Adv wie ‘höchst, äußerst, (all)zu’ a dienstfertig, beflissen, zuvorkommend, uneigennützig, hilfsbereit; auch idVbdgn ‘g-er Dienst, Gegendienst’ Eine gute Wirthin, die g. und munter in ihrem Alter ist, schenkt Wein, Bier, Caffee AA12,13 Werth1 I ~ Werth2 I [auch deutbar iSv A 2 a α] [die Vorsteherin üb Ottilie:] Sie ist nach wie vor bescheiden und g. gegen andere; aber dieses Zurücktreten, diese Dienstbarkeit will mir nicht gefallen GWB20,36,24 Wv I 3 G., unverdrossen und uneigennützig, besorgte er [ChWKästner] auch gern die Aufträge entfernter Gönner und Freunde mit Eifer und Gewissenhaftigkeit GWB36,352,18 Trauerloge 1821 GWB28,154,3 DuW 12 uö subst ‘das G-e’ für berechnend devotes, diplomat geschicktes, anbiederndes Verhalten; ‘der G-e’ für den Typus des Schmeichlers, Schmarotzers, auch des Kupplers, Vermittlers galanter Abenteuer Man hätte wohl in seinem Wesen etwas Diplomatisches finden können, welches in dem kalten G-en der [] Hofleute besteht, ohne das Submisse von diesen zu haben GWB46,322,13 Hackert Du der G-e | Warum du so fürchterlich bist? | Das zu G-e | Ist ähnlich der List GWB51,113 ZXen Nachl VIII 415u417 [für: l’homme officieux] GWB45,17,16 RamNeffe [für: l’homme complaisant] GWB45,149,2 ebd b wohlwollend, gnädig, wohltätig, generös; auch in bildl-metaphor Verwendung Wie leicht wird es einem Großen, die Gemüther zu gewinnen! wie leicht eignet er sich die Herzen zu. Ein g-es, bequemes, nur einigermaßen menschliches Betragen thut Wunder, und wie viele Mittel hat er, die einmal erworbenen Geister fest zu halten GWB22,18,23 Lj IV 2 Ich lernte die Töchter der Herzoginn von Curland .. kennen. Ihr selbst wartete ich erst gestern auf .. Alle waren sehr freundlich und anmuthig; zutraulich, g., gnädig, und wie man die erwünschten Stufen des Wohlwollens bezeichnen mag GWBB20,127,16 SZiegesar 3.8.08 Nur wenig ist’s was ich verlange, | Weil eben alles mir gefällt, | Und dieses Wenige, wie lange, | Gibt mir g. schon die Welt! GWB6,156 Vs 4 DivSuleika GWB11,66,13 Clav II GWBB42,239,10 Willemer uFrau 29.6.27 [< günstlich K] Gespr Eckerm 1.10.28 uö c (best Wünschen) entgegenkommend, nachgiebig, nachsichtig; auch negativ iSv wankelmütig, leicht zu beeinflussen; einmal subst ‘die G-e’ in Charakterisierung der Figur der ‘Angela’ in Wj Nun erzählte die Gesellschaft, dem Wunsche g., jene anmuthige Legende [des hl Rochus] GWB341,28,18 Rochusf Der Freiheitssinn und die Vaterlandsliebe, die man aus den Alten zu schöpfen meint, wird in den meisten Leuten zur Fratze .. Der ganze Gang unserer Kultur, der christlichen Religion selbst führt uns zur Mitteilung, Gemeinmachung, Unterwürfigkeit und zu allen gesellschaftlichen Tugenden, wo man nachgibt, g. ist, selbst mit Aufopferung der Gefühle und Empfindungen, ja Rechte, die man im rohen Naturzustande haben kann Gespr(He2,155) Riemer 18.11.06 ich bin fest entschlossen in dieser und ähnlichen Sachen nicht den g-en Hahnrei zu spielen, der freundlich drein sieht, wenn man ihm Hörner aufsetzt GWBB14,66,16 Kirms 2.4.99 Er [der König, für den das Schachspiel erfunden wurde] war so g. wie ein Weidenschössling GWB39,53,22 Götz1 II ~ GWB8,55,4 Götz2 II GWB411,25,8 Anz:Hackert GWB22,72,9 Lj IV 13 GWB24,191,15 Wj I 10 uö willfährig in erot Beziehung Wer verdächt es unsrer Herrscherinn | Daß sie dem Herrn der Burg | Sich g. erweist? [Gönnet sie dem Herrn der Burg | Freundliches Erzeigen GWBFaust II 9386f] GWB152,10 Faust II Var Und was war das Geheimniß! als daß Demeter, die große, | Sich g. einmal auch einem Helden bequemt GWB1,248 Vs 230 RömEleg XII die jungen Frauen [in Rom], die als Modelle sich bey den Mahlern einfinden, sind allerliebst mit unter und g. sich beschauen und genießen zu laßen GWBB8,170,18 CarlAug 3.2.87 GWB23,110,17 Lj VII 8 uö im Bild Der Vollmond steht der Sonne nicht feindlich entgegen, sondern sendet ihr g. das Licht zurück das sie ihm verlieh; es ist Artemis die freundlich und sehnsuchtsvoll den Bruder anblickt GWBN51,300,23 EntoptFarb 32 uö d freundlich, verbindlich, liebenswürdig, umgänglich, gewandt; mehrf idVbdg ‘g. und gesellig’ ein Herr v. Warnsdorf, g., offen, unbefangen und unverfänglich wie einer der reich gebohren ist GWBB5,303,27 ChStein 9.4.82 Die Menschen, die einen großen Werth auf Gärten, Gebäude, Kleider, Schmuck oder irgend ein Besitzthum legen, sind weniger gesellig und g. GWB21,158,22 Lj II 4 Sie [die deutsche Nation] kam mir im Ganzen so linkisch vor, so übel erzogen, so schlecht unterrichtet, so leer von g-em Wesen, so geschmacklos GWB22,99,9 Lj IV 16 GWB46,337,14 HackertNachtr GWB21,178,8 Lj II 7 GWB26,236,21 DuW 4 uö ‘auf eine g-e, nach g-er Weise’, ‘auf das G-ste’ uä nahm er [Gf Sternbg], nach g-er Weise, an Haus- und Tischgenossen heitern Antheil GWBB36,104,4 CarlAug u Grhzgin Louise 1.8.22 K Hofrath Hirt .. Erweist mir diesen Dienst [als Fremdenführer] aufs G-ste GWB492,271,14 ÜbAloisHirt Schema GWBB15,286,5 Sander 25.11.01 uö e in Charakterisierung wohltätiger, günstig wirkender, auch freundlich-täuschender, trügerischer Kräfte od Mächte, insbes in Kennzeichnung allegor Figuren, mehrf für die erquickende, lindernde Wirkung von Nacht, Schlaf, Einsamkeit, Tod (in mehr od minder deutlichem Anschluß an A 3 a-d) TYXH, das Zufällige. | Die strenge Gränze doch umgeht g. | Ein Wandelndes, das mit und um uns wandelt GWB3,95 Urworte 9 [Prometh:] Elporen kenn’ ich, Bruder .. | Zwar auch verwandt mit jenen Rauchgeborenen; | Doch stets g. täuschet sie unschuldiger, | Entbehrlich keinem Erdensohn GWBPand 756 [Tasso:] Unsicher folgen meine Schritte dir, | O Fürstin .. | Mir scheint die Einsamkeit zu winken, mich | G. anzulispeln: komm, ich löse | Die neu erregten Zweifel deiner Brust Tasso 754 [Orest:] bald fließet still mein Geist, | Der Quelle des Vergessens hingegeben, | Zu euch, ihr Schatten, in die ew’gen Nebel. | G. laßt in eurer Ruhe sich [In eurer Stille labt gefällige Ruhe GWB39,477 Iph1 Var] | Den umgetriebnen Sohn der Erde laben! GWBIph2 1264 GWB2,97 Die Musageten 41 GWB1,281 Euphrosyne 6 GWB8,191,18 Egm I uö f adv iSv freundlicherweise; häufig in (zT formelhaften) Bitten od Wünschen; wiederholt im Superl; nur selten im Ton einer Aufforderung od dringenden Bitte Mögen Sie mir g. sagen was ich zu entrichten habe, es soll sogleich erfolgen GWBB29,10,7 Schadow 16.1.18 der fünfte Band der neuen Ausgabe .. Was ich wegen der Interpunction bemerkt, wird der Herr Revisor g-st im Auge behalten GWBB26,175,9 Cotta 6.12.15 GWB53,326,13 Testam 24.7.97 GWBB22,306,8 Riemer? 30.3.12 GWBB29,147,20 Schreibers [16.]4.18 K uö ‘g(-st). zu gedenken’ als Überschr einer Merk- od Wunschliste, eines Promemorias GWBB33,48,12 August 2.6.20 GWBB11,82,19 Voigt [13.3.96? Korr SchrGG53,238] uö nachgestellt iSv bitte; Superl auch formelhaft als Bestandteil der Adresse grüßen Sie ihn [Herrn Adrian] zum besten g. GWBB37,62,7 Cotta 11.6.23 Des Herrn Professor Zelter Wohlgeb Berlin g-st GWBB23,510 Zelter 27.7.13 uö g in direktem (metonym) Bezug auf das Ziel des Wunsches od der Bitte, insbes bei nomina actionis; auch in Vbdgn wie ‘zu g-er Betrachtung, Beachtung, Einsicht’ uä Ich erbitte mir des Herrn Commissionsrath Gädickes g-e Gedanken darüber GWBB18,80,8 Gädicke 30.8.98 Den kleinen Betrag der Note lege dankbar bey und bitte um g-e Quittung GWBB48,45,22 FJFrommann 18.12.30 K Einige Berliner Nova lege bey zu g-er Betrachtung GWBB26,233,26 Frommann [27.1.]16 GWBB10,158,8 Herder [Mai 94] GWBB16,211,15 Eybenbg 4.4.03 uö 4 Freundlichkeit, Wohlwollen ausdrückend, zeigend; in Vbdgn wie ‘g-es Wort, Schreiben, Blatt, Billett’, (kanzleisprachl) verkürzt: ‘g-es Letztes, letztes G-es’ für zuletzt erhaltenes Schreiben, ‘g-er Brief, Blick’, ‘g-e Stimme’ ua [Sekretär zu Egm:] Sagt mir ein g. Wort, das den edeln Freund [Gf Oliva] beruhige GWB8,218,24 Egm II auf Ihr g-es Letztes habe [] dankbar zu vermelden GWBB43,259,13 FJFrommann 22.1.28 K der Fürst, der nicht geantwortet und nur mit einem g-en Blicke seinen Beifall gezeigt hatte, wandte sich seitwärts GWB21,289,13 Lj III 8 GWB18,267,12 Märchen GWBB20,190,12 JFHSchlosser 26.10.08 GWBB49,125,2 Winkler 24.10.31 K uö B fällig, zahlbar (zu einem best Termin) [betr Beihilfe für Herders Kinder] Die Einhundert Thaler zu Weynachten g. cessiren1) GWBB13,48,22 Carl Aug 31.1.98 Gertrude Harlass G. Ha.