Eintrag · Etymologisches Wb. des Ahd. (EWA)
furt
Kat. und in Gl., aber in zahlreichen ON, z. B.
langob. furdi (a. 789 prope Reatem ad furdi), a.
1007 Furti (Fürth bei Nürnberg):
‚Furt, va-〈Var.: 14. Jh. fürt; -th, jedoch nur SH A,
dum‘
Wien 2400, 12. Jh. (s. Hildebrandt, Summari-
um Heinrici I, XXXVI), und so wohl keine
Schreibung für urgerm. *þ〉. – Mhd. vurt m.
‚Furt, Flußbett, Bahn, Weg, vadum‘, md. furt,
fort m.f., nhd. Furt. Im Falle von mhd. vurt
wird spät das alte Mask. durch das vom Nor-
den eindringende Fem. zurückgedrängt. ON
wie Fürth (< Furti; s. o.) erweisen nicht unbe-
dingt ein altes Fem., da hier der Lokativ
*-eu̯(i) des alten mask. u-Stammes (s. u.) fort-
gesetzt sein kann; vgl. auch die Lautform des
im Ae. öfter bezeugten ON Twy-, Twifyrd,
eigtl.
‚bei der zweifachen Furt‘, dessen zweiter
Bestandteil ebenfalls von einem alten Lokativ
*furđi < *-eu̯(i) herleitbar ist.