EITELKEIT f. mhd. îtelkeit.
adjektivabstrakt zu eitel
adj. 1
das freisein von etwas, die leerheit; zu eitel
adj 1.
selten: 12.jh.
(sapientia scribae in tempore) uacuitatis itelchet
ahd. gl. 1,581,1 S./S. ⟨E13./A14.jh.⟩ künde der mensche einen becher zemâle îtel gemachen .. von allem dem, daz vüllen mac, .. îtelkeit trüege in ûf biz an den himel meister Eckhart
dt. w. 5,30 Q. 1548 er fandt kein deichtes volles vaß, / .. vor eytelkeyt die dunnen klungen Waldis
Esopus 206b. 2
nichtigkeit, etwas nichtiges, zu eitel
adj. 2.
seit mitte 18.jhs. zunehmend preziös. a
vergänglichkeit, ohnmacht, vergeblichkeit ein nichts, ein wahn. zu eitel
adj. 2 a ⟨u1150⟩ Salemones puͦch, / da er ane sach / uanitatum uanitas: / daz ist allez ein îtelcheit, / daz diu sunne umbe geit Lamprecht
Alexander V (1923)23 M. ⟨u1300⟩ ein stumpfe vernunst / .. twinget uch gelouben / an dise zwivilliche wort, / .. tut hin, ez ist ein itelkeit, / swaz uch Silvester hat geseit
passional 86a K. 1655 o aller hoffnung eitelkeit Dach
ged. 4,256 Z. ⟨1755⟩ o wir sünder, die wir götzen anbeten, deren eitelkeit und ohnmacht wir kennen Cramer
samml. pred. (1758)1,281. ⟨1957⟩ während sein ruhm .. in den himmel tönte, spürte er .. die eitelkeit dieses ruhmes Feuchtwanger
Jefta (1958) 370. b
im moralischen sinn. zu eitel
adj. 2 b. α
religiössittliche wertlosigkeit; weltliches gut oder vergnügen, belanglosigkeit zu eitel
adj. 2 b α ⟨u1170/80⟩ ein iglich den anderen bat, / .. dat he im von gode sehte, / unde hidelcheit niet indethin D. Wilde Mann
1,492 ATB. 1643 obwol auch in diesen stüken
(der malerei, dichtkunst und musik) allen eine eitelkeit zu verspüren Harsdörffer
gesprechsp. (1641)3,171. 1767 weil man behauptet, dast
(!) die erziehung des jungen frauenzimmers in den jetzigen zeiten nur auf eitelkeiten, kleinigkeiten und schnurpfeifereien gerichtet wäre
d. neueste v. gestern 3,142 B. 1966 Hausmann
(darf) heute als eine jener dünn gesäten erscheinungen gelten, deren geistige substanz sich als .. wertbeständig erwiesen hat. seine geltung auf dem markte der literarischen eitelkeiten ist zweifellos .. zurückgegangen Abendroth
neugierige 149. β
weltliche gesinnung leichtfertigkeit, sündhaftigkeit, torheit; leichtfertige handlung, einzelne sünde. zu eitel
adj. 2 b β ⟨12./13.jh.⟩ iz ist ein vngelich sang den man singit zv tanze durch itelicheit, vnd daz man singet mit dem phluge durch die gotis minne
dt. pred. 135 L. 1648 nicht bey dem so gnädigen himmel, sondern bey der verbösten eitelkeit der menschen stehet es, daß die .. gaben des friedens von ihnen nicht betrachtet, sondern die .. lust .. des .. krieges .. gesuchet wird Schottel
friedens sieg 62 HND. 1739 so wird .. durch das vergängliche wesen nicht verstanden der creaturen ihre vergänglichkeit, sondern daß sie den gottlosen zu mancherley mißbrauch und sündlichen eitelkeiten dienen müssen Häckhel
welt-beschr. 1,79a. 1803 das wichtigste von Leonardo ist ein allegorisches bild; die weltliche eitelkeit und die andacht
F. Schlegel
I 4,66 B. 3
nhd. in der regel mit der bedeutungsverengerung von eitel
adj. 3. a
hoffart, selbsteingenommenheit; von eitelkeit zeugende handlung, gewohnheit u. dgl.: ⟨12./13.jh.⟩ die vogele bezeichen die hohmútigen die da vliegen mit den vluͦgelen des ruͦmes vnd der ytelicheit
dt. pred. 56 L. 1502 du solt haben ein ersam .. gewand fleißlich auffmerckend, das da nit .. einich hochfart oder eyttelkeit vermerckt muͤg werden
Birgitte offenbarung X 2b. 1657 von dem grossen Heinsio, dem principe literatorum, welcher von hoffart, imagination und eitelkeit truncken war Schupp
freund 61 HND. 1792 gekränkte eitelkeit hört nie auf die stimme der klugheit Vosz
gemählde 1,194. 1847 eitelkeit ist ein kitzel nach anerkennung anderer, kann bestehen ohne den wahren stolz, ohne das bewußtseyn innerer verdienstlichkeit, bisweilen auch damit Birch
mensch 189. 1917
(den) freund reiner sprache .. verlocken nicht die dürftigen kleinen eitelkeiten des auf seine ‘akademische bildung’ stolzen vornehmtuers Engel
sprich 2239. 1972 ich habe nicht aus purer eitelkeit zwei ausgezeichnete kritiken über mein spiel .. zitiert Giesen
flügel 102. b
das eingebildetsein auf die äußere erscheinung: 1751 reinlichkeit und putz hielt sie für eitelkeit Rabener
sat. schr. 1,176. 1843 ohne eitelkeit kann ich sagen, daß in meinem aeußeren nichts abstoßendes ist Gall
br. 228 M. 1978 ich war krank vor eitelkeit. ich .. schaute stundenlang in den spiegel Bieler
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