Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
Brücke f.
Brücke f.
Brücke f. ‘über einen Wasserlauf oder einen Einschnitt im Gelände führendes Bauwerk’, ahd. brugga ‘Brücke, Bretterboden’ (8. Jh.), mhd. brucke, brücke, brügge ‘Brücke, Zugbrücke, hölzernes Gerüst’, asächs. bruggia, mnd. brügge, aengl. brycg, engl. bridge, mnl. brugghe, nl. brug ‘Brücke’, afries. bregge, anord. bryggja ‘Brücke, Hafendamm, Landungsplatz’, schwed. brygga ‘Brücke, Landungsbrücke’. Das germ. jō- bzw. jōn-Femininum *brugjō(n)-, dessen Guttural (vgl. in: PBB (T) 77 (1955) 183) aus -w- entstanden sein kann, läßt sich wie (germ. *brōwō voraussetzendes) anord. brū, schwed. bro ‘Brücke’ und gall. brīva ‘Brücke’ auf ie. *bhrēu-, *bhrū- ‘Balken, Prügel’ zurückführen; hierzu auch das mit Brücke verwandte Prügel (s. d.), doch wohl nicht russ. brevnó (бревно) ‘Balken’, vgl. 1, 119. Seine im Germ. zuerst nachweisbare Verwendung ‘Knüppeldamm als Uferbefestigung’ basiert also auf der Ausgangsbedeutung ‘Balkenwerk, Plattform aus Holz’, die im Dt. in den älteren Sprachstufen und später in Mundarten noch lebendig ist, z. B. bair. Bruck ‘Bretterbank am Ofen’, schwäb. Bruck ‘Knüppeldamm, Gestell, erhöhter Arbeitsplatz, Schaugerüst’; vgl. ähnliche semantische Entwicklungen bei lat. pōns oder der slaw. Wortgruppe von russ. most (мост). – überbrücken Vb. ‘mit einer Brücke überspannen’, heute meist übertragen ‘eine Übergangslösung finden’, mhd. überbrücken (vgl. gleichbed. aengl. oferbrycgian) im Anschluß an postnominales ahd. bruggōn (um 1000), mhd. brücken ‘eine Brücke schlagen’. Brückenkopf m. ‘einer Brücke vorgelagerte Befestigung zur Sicherung des Flußübergangs’ (Ende 18. Jh.), nach gleichbed. frz. tête de pont.