lautwandel 53 Wörterbücher · 2,7 Mio. Artikel
Wildcard · " Volltext

Aggregat · alle Wörterbücher

Bart

ahd. bis spez. · 25 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Campe
Anchors
33 in 25 Wb.
Sprachstufen
9 von 16
Verweise rein
154
Verweise raus
118

Eintrag · Campe (1807–1813)

Bart Der

Bd. 1, Sp. 383a
Der Bart, des — es, Mz. die Bärte; Verkleinerungsw. das Bärtchen, O. D. Bärtlein, in andern Gegenden auch Bärtel, des — s, d. Mz. w. d. Ez. die Haare am Kinn und um den Mund herum; bei Männern und bei manchen Thieren. Einen Bart bekommen. Den Bart wachsen lassen. Den Bart abnehmen, putzen; im gemeinen Leben, den Bart scheren, abscheren. Dies Wort gebraucht man in mehreren uneigentlichen Redensarten. Х Etwas in den Bart murmeln, undeutlich sprechen. Es in seinen Bart hinein lügen, unverschämt lügen. Einem etwas in den Bart sagen, oder in den Bart werfen, es ihm geradezu unter die Augen sagen. Um des Kaisers Bart streiten, um eine geringfügige Sache streiten, die einem zu nichts helfen und die man gar nicht bekommen kann. \Uumlacute;ber des Kaisers Bart streiten, über eine unbedeutende, gleichgültige Sache. Bei den Jägern, einem einen Bart machen, ihn mit Schießpulver um den Mund herum schwarz machen, wenn er fehl geschossen hat. Weiter bedeutet Bart auch andere Haare, die einem Barte ähnlich wachsen, als der Backenbart, Ziegenbart, und in noch weiterer uneigentlicher Bedeutung, Schmuz, Unreinigkeit um den Mund herum. Einen Bart haben. Dann auch zuweilen in Zusammensetzungen, die Person selbst, die einen Bart hat, ein Blaubart, Rothbart, Federbart. Uneigentlich und in weiterer Bedeutung nennt man auch Bart, wegen einiger Ähnlichkeit, in der Landwirthschaft, die langen Grannen am Getreide, z. B. der Gerste, daher die Bartgerste; in der Naturbeschreibung, die Fäden (Bartfäden) am Maule mancher Fischarten, als der Barben oder Bartfische; dann, die rothen Läppchen am Halse eines Hahnes und bei den Austern, den sogenannten Schweif, der das zarte Fleisch umgiebt; in der Pflanzenlehre, den unteren Einschnitt bei rachenförmigen und verlarvten (maskirten) Kronen (barba, labellum). Ferner werden die Menge kurzer Haare oder weicher krautartiger Borsten, die an der Öffnung des Kelches, der Krone, auf den Blumenblättern oder im Grunde der Blume befindlich sind, Bart genannt; in der Hauswirthschaft und im Bergbaue, ein Stückchen Fichtenholz zum Feueranmachen, welches man an dem einen Ende in dünne Späne spaltet und diese umknickt; im Berg= baue ferner, ein Holz oder Büschel, welches die Stürzer an die Tonne stecken, um den Anschlägern in der Grube ein Zeichen zu geben, daß die Zahl des Treibens voll und diese die letzte Tonne sei; bei den Wollkämmern, die klar gekämmte und zum Spinnen geschickt gemachte Wolle, und bei den Spinnern, der aus dem Rocken etwas herausgezogene Flachs, wenn der Faden davon abreißt und an einer andern Stelle ein neuer Faden ausgezogen wird. I einer weitern uneigentlichen Bedeutung versteht man unter Bart den Strahlenschein um manche Sterne, die man Bart = oder Schweifsterne (Cometen) nennt; bei den Schlossern, den Ansatz am Ende des Schlüssels, der eigentlich das Schloß öffnet; auch der Kamm; bei den Orgelbauern, die zwei Stückchen Zinnblech an den zinnernen Orgelpfeifen, womit sie gestimmt werden; bei den Jägern, den Rüssel eines wilden Schweines, auch das Gebreche; in den Schmelzhütten, dasjenige, was von dem gepochten Erze in dem Wasch= oder Seihertroge sitzen bleibt; in den Kupferwerken, die bei der zweiten oder rauhen Gare entstehenden zarten Zäckchen am Kupfer. Noch sagt man im Bergbaue, der Gang setzt einen Bart, wenn er in der Sicherung Erz und Steine führet.
3339 Zeichen · 29 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 8.–11. Jh.
    Althochdeutsch
    bart

    Althochdeutsches Wörterbuch · +5 Parallelbelege

    bart Gl 4,358,10 s. harn st. m.

  2. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    BARTstm.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +6 Parallelbelege

    BART stm. ( plur. berte. Frl. 106,19 ) bart ( Gr. 1,671. 227 ). als er zweinzic jar alt wart, und im kûme erspranc der b…

  3. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    bārtm.

    Mittelniederdeutsches Wb.

    bārt (-d-) , m. , Bart, auch = Mund. b. zur Rüstung gehörig, visierartiger Schutz des Gesichtes am Bruststück des Panzer…

  4. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Bārt

    Adelung (1793–1801) · +5 Parallelbelege

    Der Bārt , des -es, plur. die Bǟrte, Diminutivum das Bǟrtchen, im Oberdeutschen das Bǟrtlein. 1. Die Haare am Kinne und …

  5. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Bart

    Goethe-Wörterbuch

    Bart 1 der Haarwuchs im Gesicht des Mannes (in ReinF auch mBez auf personifizierte Tiergestalten) a in der Personen- u F…

  6. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Bart

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09) · +3 Parallelbelege

    Bart , in der Technik soviel wie Grat, Gußnaht, auch ein Teil des Schlüssels; in der Kupferstecherkunst soviel wie Barbe…

  7. modern
    Dialekt
    Bart

    Bayerisches Wörterbuch · +5 Parallelbelege

    Bart Band 1, Spalte 1,1190–1194

  8. Sprichwörter
    Bart

    Wander (Sprichwörter)

    Bart 1. Am Barte des Narren lernt man scheren. Frz. : A barbe de fol, on apprend à rire. ( Recueil, 28. ) 2. Barbati pra…

  9. Spezial
    Bart

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Bart m. (-[e]s, Bärte) 1 berba (-bes) f. 2 (Schlüsselbart) berba (dla tle) f. ▬ großer Bart barbun m. ; sich den Bart st…

Verweisungsnetz

216 Knoten, 224 Kanten

Tap auf Knoten öffnet Detail · Drag zum Umpositionieren · Scroll zum Zoomen

1-Hop 2-Hop
Filter:
Anchor 14 Hub 3 Wurzel 3 Kompositum 180 Sackgasse 16

Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit bart

634 Bildungen · 410 Erstglied · 219 Zweitglied · 5 Ableitungen

bart‑ als Erstglied (30 von 410)

Bart I

Idiotikon

Bart I Band 4, Spalte 1539 Bart I 4,1539

Bart II

Idiotikon

Bart II Band 4, Spalte 1612 Bart II 4,1612

Bart(ab)wischeⁿ

Idiotikon

Bart(ab)wischeⁿ Band 16, Spalte 2146 Bart(ab)wischeⁿ 16,2146

Bart(el) N

Idiotikon

Bart(el) N. Band 4, Spalte 1625 Bart(el) N. 4,1625

Bartlappen

SHW

Bart-lappen Band 1, Spalte 593-594

Bartmann

SHW

Bart-mann Band 1, Spalte 593-594

Bartmeise

SHW

Bart-meise Band 1, Spalte 593-594

Bartmeß

SHW

Bart-meß Band 1, Spalte 593-594

Bartnelke

SHW

Bart-nelke Band 1, Spalte 593-594

Bartputzer

SHW

Bart-putzer Band 1, Spalte 593-594

Bartseife

SHW

Bart-seife Band 1, Spalte 593-594

Bartwichse

SHW

Bart-wichse Band 1, Spalte 593-594

Bartabmacher

RhWBN

Bart-abmacher -afmEkər Barm m.: Barbier.

bartanflug

DWB2

bart·anflug

bartanflug m. erster, beginnender dünner bartwuchs; zu bart 1 a : ⟨1872/86⟩ ein blasser bursch mit schütterem bartanflug Rosegger ges. w. 3(…

Bartauß

Campe

Die Bartauß , Mz. die — nüsse, eine Benennung der langen Haselnüsse mit röthlichen Schalen, deren hervorragende grüne Schale mit einem Barte…

bart als Zweitglied (30 von 219)

Dreitagebart

RDWB1

Dreitagebart m трёхдневная небритость (а не "трёхдневная борода")

Rauschebart

RDWB1

Rauschebart m бородач, человек с окладистой бородой

Vollbart

RDWB1

Vollbart m борода, окладистая борода (а не "полная борода")

Advocatenbart

Wander

advocat·en·bart

Advocatenbart Advocatenbart – böse Art. Frz. : Barbe d'avocat, qui croît par articles. ( Leroux, I, 156. )

Ambart

DRW

Ambart mit Gras bewachsener Rain zwischen den Feldern (Herkunft dunkel) RhWB. I 157

Bagge(n)bart

Idiotikon

Bagge(n)bart Band 4, Spalte 1615 Bagge(n)bart 4,1615

baumbart

DWB

baum·bart

baumbart , m. moos, das die fichte in feuchten, schattigen lagen überzieht.

Bedisteⁿbart

Idiotikon

Bedisteⁿbart Band 4, Spalte 1615 Bedisteⁿbart 4,1615

Bock(s)bart

Idiotikon

Bock(s)bart Band 4, Spalte 1615 Bock(s)bart 4,1615

bockesbart

AWB

bockes·bart

bockesbart st. m. , nhd. bocksbart. — Graff III, 211. Nur Glossenbelege, sämtl. im Nom. Sing. pokes-part: Gl 4,98,37 ( Sal. a 1 ); pochs-:- …

bokkesbart

KöblerAhd

bokkesbart , st. M. (a)? nhd. Bocksbart, Ziegenbart, Erdrauch, Wiesenbocksbart ne. fumaria ÜG.: lat. fumus terrae Gl, hypoquistidius Gl, ste…

Brûsbart

Wander

brus·bart

Brûsbart Er ist ein Brûsbart. – Frischbier, I, 483. Ein unfreundlicher Mensch. Brûsbart war nach Frischbier früher ein unter dem Volke sehr …

Böhmbart

BWB

Böhmbart Band 1, Spalte 1,1196

Chnebelbart

Idiotikon

Chnebelbart Band 4, Spalte 1615 Chnebelbart 4,1615

Chūderbart

Idiotikon

Chūderbart Band 4, Spalte 1615 Chūderbart 4,1615

donaresbart

KöblerAhd

donar·es·bart

donaresbart , st. M. (a) nhd. Donnerbart, Hauswurz, Hauslauch ne. house-leek, Donar’s beard (botan.) ÜG.: lat. barba Iovis Gl Q.: Gl (12. Jh…

dōnerbārt

MNWB

doner·bart

dōnerbārt , donner- , donder- usw., m. , sempervivum tectorum, barba Jovis, Donnerbart , Hauslauch.

donnerbart

DWB

donner·bart

donnerbart , m. donderbart, hauswurz, hauslauch, sempervivum tectorum, barba Jovis, franz. joubarbe. vergl. donnerkraut , donnerblatt , donn…

Drosselbart

Pfeifer_etym

drossel·bart

2Drossel f. ‘Kehle des Wildes’ (Jägersprache), ‘Vorrichtung zur Verringerung der Dampf-, Gas-, Treibstoffzufuhr’ (Technik). Neben ahd. throz…

Ableitungen von bart (5 von 5)

barte

DWB

barte , f. bipennis, ascia, ahd. partâ, mhd. barte, den übrigen deutschen sprachen mangelnd, aber altsl. erscheint neben brada barba ein bra…

bebarten

DWB

bebarten , barba instruere, bebartet barbatus: plunderweisheit hat ihr angesicht nicht also beruszt und lang bebartet. Bürger 88 a ; bis ung…

erbart

DWB

erbart , f. modus adeundae hereditatis.

gebart

KöblerMhd

gebart , Adj. nhd. bärtig, behaart Hw.: s. gebartet E.: ahd. gibart* 1, Adj., bärtig; s. gi, bartēn W.: nhd. DW- L.: Lexer 54b (gebartet), H…

unbart

DWB

unbart , m. , fehlen des bartes und unbärtige person. für den ersten fall in anknüpfung an den streit um des kaisers bart ( Borchardt-Wustma…