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Lippen

nhd. bis Dial. · 8 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Meyers
Anchors
12 in 8 Wb.
Sprachstufen
4 von 16
Verweise rein
13
Verweise raus
18

Eintrag · Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

Lippen

Bd. 12, Sp. 594
Lippen (Labia), die beiden wulstigen Ränder der Mundöffnung, Hautfalten, die einander bis zum Verschluß des Mundes genähert werden können. Bei den Wirbeltieren geschieht dies durch einen den Mund kreisförmig umgebenden Muskel; die L. selbst sind außen mit der allgemeinen (beim Menschen hier äußerst dünnen) Körperhaut, innen von der Mundschleimhaut überzogen und gewöhnlich mit Drüsen versehen (s. Tafel »Mundhöhle«). Häufig dienen sie als Tastorgane und sind dann mit Nerven reichlich ausgestattet. Beim Menschen sind sie in ihrer Mittellinie durch eine kleine Schleimhautfalte, das Lippenbändchen, mit dem Zahnfleisch verbunden. Die Abbildung auf S. 595 zeigt einen schematisierten Querschnitt durch die Haut der Lippe in etwa 75maliger Vergrößerung. Die Oberhaut nimmt nach rechts in der Hornschicht an Dicke ab, die Papillen werden größer; ihre durchschimmernden Gefäße bedingen das Lippenrot. In der äußersten Papille ist ein Tastkörperchen dargestellt. Das Wollhaar links ist marklos, die Barthaare enthalten Rinde und Mark. Jedes Haar hat seine Talgdrüse, eine mehrkammerige, beerenartige (acinöse) Einstülpung der Oberhaut, deren aus Fettkörnchen bestehendes Sekret Hauttalg genannt wird. Die Wand besteht aus polygonalen Zellen. Zur Entleerung des Sekrets dient außer dem Druck der nachfolgenden Massen auch der glatte Muskel m, der die Drüse fächerartig umgibt und vermöge seines Ansatzes an dem untern Teil des Haares dasselbe emporzieht. Die Schweißdrüsen haben einen langgestreckten Ausführungsgang, die knäuelförmige (tubulöse) Drüse liegt in der Tiefe der Haut und ist ein blind endender, vielfach gewundener Schlauch. Das rechte Haar ist in der ganzen Länge getroffen, unten daneben eins im Querschnitt gezeichnet. Die Schichten sind: der bindegewebige Haarbalg, die Glashaut, als Grenzschicht gegen den epithelialen Teil; die äußere und innere Wurzelscheide, dann eine nicht bezeichnete, dem hellen Strich entsprechende Schicht, in der das stets schräg gestellte Haar spiralig emporwächst, dann Rinde und Mark des Haarschaftes. Der Zusammenhang mit den Schichten der Oberhaut ist aus der Zeichnung leicht ersichtlich. Die Ernährung des Haares geht von den Gefäßen der bindegewebigen Haarpapille aus. Links ist eine starkwandige Arterie, rechts die Muskelprimitivbündel des Schließmuskels des Mundes quer getroffen. Bei Säuglingen hat die innere Zone der Schleimhaut zottenähnliche Hervorragungen, die beim Saugen durch den (bei den Erwachsenen relativ schwächern) sogen. Saugmuskel an die Brustwarze der Mutter fest angedrückt werden. Beim Mann sind sie mit starken Haaren (s. Bart) umgeben. Die L. gesunder Personen sind infolge des Reichtums an Blutgefäßen hochrot, bei blutarmen und bleichsüchtigen blaß, bei Herz- und Lungenkranken bläulich. – Im übertragenen Sinne sind L. die eine Öffnung umgebenden Falten. Bei der äußern Schädlichkeiten sehr ausgesetzten Lage der L. und bei ihrem Gefäßreichtum sind Erkrankungen der L. keine Seltenheit. Angeboren ist die Lippenspalte oder Hasenscharte (s. d.). Die Doppellippe findet sich am häufigsten an der Oberlippe und ist dadurch charakterisiert, daß sich unter dem Lippenrot ein mehr oder weniger dicker, wurstartiger Wulst bildet, der durch eine Furche von der eigentlichen Lippe abgesetzt ist und daher den Anschein einer doppelten Lippe bewirkt. Häufig, besonders an der Unterlippe und bei ältern Männern, bildet sich an den L. eine Krebsgeschwulst (Lippenkrebs), indem sich zunächst ein kleines Knötchen in der Haut der Lippe zeigt, das langsam wächst, bis die über ihm liegende Haut geschwürig zerfällt und eine höckerige Geschwürsfläche erscheint. Unter Weiterwucherung der Geschwulst zerfallen die krebsig infiltrierten Teile. Dabei werden die benachbarten Lymphdrüsen ergriffen und ebenfalls in Krebsgeschwülste umgewandelt. Die Krankheit heilt nie von selbst, durch frühzeitige Ausschneidung des Krebsknotens wird aber oft vollständige Heilung herbeigeführt. Erfolgt die Operation zu spät, so entwickeln sich im Operationsgebiet ähnliche Geschwulstmassen, bis endlich der Kranke an Erschöpfung zugrunde geht.
4092 Zeichen · 41 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    lippenm.

    Grimm (DWB, 1854–1961) · +2 Parallelbelege

    lippen , m. der fittig eines rockes, der von der taille abwärts gehende, wehende theil desselben, rockflügel ( vergl. la…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Lippen

    Goethe-Wörterbuch

    Lippen mask unterer Teil eines Rockes, Rockschoß; mehrfach ‘jdn beim L. kriegen, haben’ iSv ihn zu fassen kriegen, seine…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Lippen

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Lippen ( Labia ), die beiden wulstigen Ränder der Mundöffnung, Hautfalten, die einander bis zum Verschluß des Mundes gen…

  4. modern
    Dialekt
    lippen

    Elsässisches Wb. · +6 Parallelbelege

    lippe n [lipə Bf. Str. Betschd. ] in der Verbindung Alles l. un d lappe n lo sse n alles schlaff herunterhängen lassen, …

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit lippen

85 Bildungen · 77 Erstglied · 7 Zweitglied · 1 Ableitungen

Zerlegung von lippen 2 Komponenten

lip+pen

lippen setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

lippen‑ als Erstglied (30 von 77)

lippenbändchen

DWB

lippen·baendchen

lippenbändchen , n. zur verbindung der lippen mit dem zahnfleisch: fraenula labiorum, die lippenbändchen Nemnich 2, 1648 .

Lippenbeweger

Campe

lippen·beweger

○ Der Lippenbeweger , — s, Mz . gl. der die Lippen beweget. »Sprache wird vom Gehör. Zwischen beiden Sinnen ist ein Band, wie alle Taub= und…

Lippenbewegungen

FiloSlov

Lippenbewegungen , fpl движения , мн губ

Lippenbildung

Meyers

lippen·bildung

Lippenbildung ( Cheiloplastik ), chirurgische Operation, wird nach Exstirpation der Lippen ausgeführt, indem man das Fehlende aus der Haut d…

Lippenbill

RhWB

lippen·bill

Lippen-bill -bil (-sibilla) Köln , MGladb n.: verächtl. Weib mit dicker Lippe . RA.: De hat L. gebütz (geküßt) er hat dicke Lippen MGladb .

Lippenblüte

Meyers

lippen·bluete

Lippenblüte , eine Form der dorsiventralen Blüten, s. Artikel »Blüte«, S. 87, und Tafel »Blütenformen I«, Fig. 14.

lippenblüthe

DWB

lippen·bluethe

lippenblüthe , f. : diese schöne lippenblüte unseres gesichts ( der kusz ). J. Paul uns. loge 1, 147 .

Lippenblume

GWB

lippen·blume

Lippenblume dikotyle Pflanzenfamilie aus der Ordnung der Labiatifloren (Lippenblütler) Pflanzen Kenntniß Benennung [ nach Linné ] .. Legumin…

Lippenbuchstab

Adelung

lippen·buchstab

Der Lippenbuchstab , des -ens, plur. die -en, ein Buchstab, welcher vornehmlich mit den Lippen ausgesprochen wird, dergleichen das h, m, p, …

lippenbummeln

RhWB

lippen·bummeln

lippen-bummeln -o- Köln-Bachem , Jül-Broich Gevelsd Spiel , Aach-Eschw , Erk-Körrenz ; -ø- Rheinb-Meckenh , Köln-Stdt schw.: in der Wend.: D…

lippendrüse

DWB

lippen·druese

lippendrüse , f. : labiales glandulae die lippendrüsen Nemnich 3, 282 , zur absonderung der feuchtigkeit für die lippen.

Lippendures

RhWB

Lippen-dures -dū:rəs (-theodor) Sieg-Bergh m.: dass.

lippenein

DWB

lippe·nein

lippenein , adv. : sich hervor verlangen wagte, weigerung entflohe lippenein, verlangen jagte nach mit süszer drohe. Rückert ges. ged. 1, 29…

Lippenfarbig

Campe

lippen·farbig

○ Lippenfarbig , adj . u. adv . die Farbe der Lippen habend, d. h. roth. »Jede lippenfarbige Rothbeere.« I P. Richter.

Lippenfiller

RhWB

lippen·filler

Lippen-filler -feldər Klev-Warbeyen m.: Schreckgestalt für Kinder, die ihnen, bes. wenn sie an die Baumnüsse gehen, das Fell von den Lippen …

Lippenfüsse

RhWB

Lippen-füsse -f:s Bo-Endenich Pl. t.: verächtl. wulstige Lippen.

lippen II

RhWB

lippen II = kastrieren s. bei Lipp V u. lüppen VI;

lippen III

RhWB

lippen III = weinen s. bei Lippe III;

lippen als Zweitglied (7 von 7)

ausflippen

Pfeifer_etym

aus·flippen

flippen Vb. ‘mit einem Flipper (einem Spielautomaten) spielen’ (wobei eine Kugel von Kontaktstellen ruckartig fortgeschnellt wird; 20. Jh.),…

halippen

MNWB

hal·ippen

+* halippen , swv. , hohlhippeln, (schnoddrig) schelten (wie die Hohlhippenbuben), ûthalippen.

schlippen

DWB

sch·lippen

schlippen , verb. , die nd. entsprechung von schlipfen, auch in dieser form ins hd. gedrungen. 1 1) nd. slippen, gleiten, rutschen, schlüpfe…

sîtglippen

MNWB

sit·glippen

° sîtglippen , -glēpe , pl. , „ 500 sidtglypen ” „ sidt glepe ” (Lüb. Zs. 9, 32) schräge Seitensteine ? Vgl. glipstê(i)n.

sītglippen

KöblerMnd

sīt·glippen

sītglippen , Pl. nhd. schräge Seitensteine?, eine Art Ziegelsteine Hw.: s. glipstēn E.: s. sīt (1), glippen? L.: MndHwb 3, 246 (sîtglippen),…

verlippen

DWB

ver·lippen

verlippen , verlüppen , verb. vergiften, mhd. verlüppen. zusammensetzung mit dem alten worte lüppe, luppe ( s. th. 6, 1312); altn. lyf, arzn…

ūthalippen

KöblerMnd

ūthalippen , sw. V. nhd. schmähen, schelten, schimpfen E.: s. ūt..., halippen L.: Lü 458b (ûthalippen)

Ableitungen von lippen (1 von 1)

verlippen

DWB

verlippen , verlüppen , verb. vergiften, mhd. verlüppen. zusammensetzung mit dem alten worte lüppe, luppe ( s. th. 6, 1312); altn. lyf, arzn…