Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
Weib n.
Weib n.
Weib n. ‘erwachsene weibliche Person, Ehefrau’, ahd. wīb (8. Jh.), mhd. wīp, asächs. mnd. wīf, mnl. nl. wijf, aengl. wīf, engl. wife (vgl. engl. woman, aus aengl. wīfmann, eigentlich ‘Weibsmensch’), anord. vīf, schwed. (nur noch dichterisch) viv. Die Herkunft ist ungeklärt. Zweifelhaft ist der Versuch, das Wort an got. biwaibjan ‘umwinden, umkleiden’, aengl. wǣfan ‘bekleiden, umwickeln’, anord. (vereinzelt poetisch) vīfa ‘umhüllen’ anzuschließen und Weib als die ‘mit einem Kopftuch umhüllte verheiratete Frau’ zu erklären. Unsicher ist auch eine Deutung der germ. Wortgruppe als ‘die in geschäftiger Bewegung Befindliche’, also eine Verbindung mit ahd. weibōn (10. Jh.), mhd. weiben ‘sich hin und her bewegen, drehen, schwanken, schweben’, anord. veifa ‘schwingen, werfen’, den unter Wimpel, Wipfel und wippen (s. d.) genannten Formen und außergerm. mit aind. vḗpatē ‘zittert, ist erregt’, kymr. gwisgi ‘unruhig, reif (von Nüssen)’, lat. vibrāre ‘in zitternde Bewegung setzen, sich zitternd bewegen’, lit. viẽpti ‘das Gesicht verziehen’, lett. viept ‘verhüllen’, zu ie. *u̯eip-, *u̯eib- ‘drehen, sich drehend, schwingend bewegen’. – weibisch Adj. ‘unmännlich’ (abwertend von Männern, 16. Jh.), ‘weiblich’ (in neutraler Verwendung bis ins 18. Jh.), spätmhd. wībisch. weiblich Adj. ‘einer Frau entsprechend, zu einer Frau gehörend’ (Gegensatz zu männlich), ahd. wīblīh (8. Jh.), mhd. wīplich; in der grammatischen Terminologie ‘feminines Genus aufweisend’ (15. Jh.).