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weibchen

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

weibchen n.

Bd. 28, Sp. 375
weibchen, n. das md./nd. deminutiv zu weib, seltener und seinem auftreten nach jünger als obd. weiblein (s. d.), alt als eigenname Wivika. form. 11) weibchen ist eines der frühesten deminutiva auf -chen, das im 15. jahrh. literarisch wird: Gürtler diminutivsuffixe (1909) 6; das selbige kleine bosze wibechen Stolle chronik 181; vetula, wijffchen gemma gemm. (Köln 1507). ostmd. (Gürtler 34) gilt die form weibichen Prätorius glückstopf 34; Olearius verm. reisebeschr. 305; Bohse getr. hofmeister 526. plur. weyberiche(n) Emser vorlegung (1524) E 4b; weibrichen Barth weiberspiegel Q 8a; Schupp schriften 865; weibriger Moscherosch ges. 1, 134. nd. wyffken Rotmann restitution 80 neudr., auszerdem ist wiueken, -kin Diefenbach gloss. 229. 370, nov. gloss. 170 fest bis heute: wiwkn Bauer-Collitz 113; wîfk'n Danneil 247. 22) in die schriftsprache endgültig eingezogen ist das deminutiv in der lautform weibgen (Gürtler 35; Pfennig z. f. d. wortf. 6, 2): Simpl. 402 neudr.; Weise drei kl. leute 8; Ettner pol. maulaffe 340; Neukirch ged. 202 f.; Elis. Charl. v. Orleans briefe 6, 408; Elis. Göthe (1802) schriften der Götheges. 4, 225; Göthe III 1, 208. IV 30, 10 Weim.dazu bis ins 18. jahrh. plur. weibergen Prätorius phil. colus (1662) 207; Weise erznarren 194 neudr.; I. G. Schmidt gestr. rockenphil. (1706) 1, 235. 33) plur. weiberchen zuerst und oft bei Niederdeutschen: Rist n. t. Parnasz 166; Bucholtz Herkuliskus 373; Morhof unterricht 2, 397; Voss ged. 2, 226; Prutz polit. wochenstube3 66. — seit dem 18. jahrh. und durch die classische zeit überall, vor allem auch bei den führenden Mitteldeutschen: Ettner med. maulaffe 881; Leipziger aventurier 1, 120; Lessing 8, 8. 13, 56; Schröder dram. werke 4, 157; Bürger 25b, zuletzt auch bei Oberdeutschen: Zimmermann einsamkeit 3, 15; Bauernfeld 5, 110. 44) seit mitte des 18. jahrh. hat sich weibchen auch als pluralform durchgesetzt: Uz werke 91 neudr.; Göthe I 14, 217. IV 35, 139 Weim.; Hippel 1, 234. 318; Holtei 25, 174; G. Keller 2, 47. 4, 40; Steub drei sommer in Tirol 2, 159. so im 19. jahrh. auch von thieren: Ritter erdkunde 2, 1038; Peschel völkerk. 17. 239; Brehm thierleben 1, 58. bedeutung. 11) vom menschen. weib ist (sp. 330) die erwachsene, das deminutiv darum ursprünglich wenig entwickelt. anstosz zu seinem gebrauch kann danebenstehendes mädchen werden, neben dem dann weibchen stets die verheiratete meint: Scapin: herr! ein mädchen! herr! ein weibchen ... Scapine: ich bin ein mädchen! nennt mich nicht weibchen, ihr macht mich roth Göthe I 12, 137; entspr. 33, 25 Weim.; das lied 'ein mädchen oder weibchen' soll er (Mozart für die zauberflöte) ... aus einer von Schikaneder vorgebrummten melodie eigener erfindung hergestellt haben Jahn Mozart 4, 564. 1@aa) echte deminutivbed. ist nur unter bes. umständen möglich: die frau ist körperlich klein, zierlich, zwerghaft oder alt und eingesunken: dasz ich oft erstaunt bin, wie so ein ding von weibchen eine so unsichtbare gewalt über einen mann haben ... kann Bräker 1, 251; da hast du nun gar noch ein zierlich weibchen im wagen Göthe IV 9, 20 Weim.; jede staffel war aber ein geschliffener bergkrystall und darin lag ein spannelanges weibchen G. Keller 3, 112; das kleine blutlose gesicht des alten weibchens hatte etwas geisterhaftes Ebner-Eschenbach 2, 248. bes. ist deminution am platze, wo die frau jung und, der grundbedeutung zum trotze, gewissermaszen noch nicht ausgewachsen ist: einen freyer ... der blos wünschte, ein junges, hübsches gesundes weibchen zu finden C. F. Weise lustspiele 3, 206; den fremden herrn, der sich seit einigen wochen mit seinem jungen weibchen bey mir aufhält Lessing 2, 269; er fand in seiner schönen schlafkammer auch ein säuberliches junges weibchen Raumer gesch. der Hohenst. 6, 590. auch seelische jugend ist inbegriffen, mit eigenschaften, die das weib als kind oder dem kinde nah erscheinen lassen: einem delikaten weibchen ... welche bey ihrem schwangerseyn sich sonderlich am glockenklang belustigte Tentzel monatl. unterredungen (1691) 333; ein munteres, gesprächiges weibchen Bauernfeld 3, 146; deine sattsam bekannte geschwätzigkeit, mein gutes weibchen, befürchtend Gaudy 13, 17; meine schwägerin ist ein naseweises weibchen Laube 8, 126; seine frau ist ein sehr einfaches, naives weibchen Hebbel briefe 5, 114. 1@bb) viel öfter ist das deminutiv zum kosewort geworden: Adelung 5, 122; leicht bringt es die stimmung der idylle mit sich: um mitternacht schieden sie küssend vom schmaus, und kehrten im frieden zum weibchen nach haus I. M. Miller ged. 44; sein weibchen musz wohl manchesmal die warme stirn ihm reiben Overbeck verm. ged. 75; ich begleitete den förster und sein weibchen bis zu der tür des hauptmanns Raabe kinder von Finkenrode 106. das geht so weit, dasz unser sprachgefühl verwendungsarten ablehnt, in denen dieser sinn nicht deutlich wird: darob sein weibchen trefflich schmählt Hölty ged. 20 Halm. als koseform gilt das deminutiv zumal in der anrede: der ehemann kann seine gattin so (weib), oder noch lieber weibchen nennen Hupel liefl. id. 68; sei mein liebchen, sei mein weibchen Arndt 4, 25 Rösch. so am liebsten im vocativ: grosz und kleine sorgen, weibchen, theilen wir Schubart sämmtl. ged. 2, 143; komm, küsse mich, weibchen Voss sämmtl. ged. 3, 143. gern mit kosendem beiwort: guten morgen, liebes weibchen, ich wünsche dasz du gut geschlafen habest Mozart an s. frau bei Jahn Mozart 3, 171; bis jetzt geht alles gut, mein liebes weibchen Moltke 6, 124; mein zuckersüszes weibchen, weine nicht Bauernfeld 1, 267. dasselbe dann auch ohne vocativ und auszerhalb der anrede: er, der sie ganz vor seine frau ansah, sie nicht anders als sein liebes weibchen nannte Göthe Meisters theatr. sendung 1, 29; ich musz mir nur ein liebes weibchen nehmen Neukirch ged. (1744) 204; wir lassen alle blumen stehn, das liebe weibchen anzusehn Hölty 97 Halm (nach: und kapfen an daʒ werde wîp Walther 46, 20); das gute weibchen, oder was sie ist! sie bleibt den ganzen tag in ihrer stube eingeschlossen und weint Lessing 2, 269; dort bilden wir uns ein empfindliches weibchen ein 9, 334; Chariklea war in der that ein ganz hübsches weibchen Wieland Lucian 4, 18; da er ... ein hübsches, gesundes und gutmütiges weibchen besasz G. Keller 5, 97; ich habe mein armes weibchen als waise überkommen Holtei erz. schriften 3, 183. oft hat das wort unverkennbar sinnlichen klang: weil wir an die häufige verwendung bei thieren denken, drängt sich die animalische seite hervor: sind es nicht fünf jahre, seit ich solchen sohn schuf und aufbewahre? nein, ein weibchen werde diesz, das mit ihm sich künftig paare Ramler lyr. ged. (1772) 140; (dem monarchen wird als gegengift verordnet:) ein teufel friszt den andern! — kurz! ein weibchen — oder — niesewurz Schiller 1, 257; mein hirn soll meines geistes weibchen seyn, mein geist der vater: diese zwey erzeugen dann ein geschlecht stets brütender gedanken Shakespeare 5, 282 Schlegel. 22) in alter sprache (s. o. sp. 347) heiszt das weibliche thier gern weib, jetzt durchaus weibchen: wībchen Hertel Salzunger wb. 50; wiefken brem. wb. 5, 250; wîweken Schambach gött. 302; wíftjən Siebs helgol. 303; in den meisten thierarten ist das männchen schöner, als das weibchen Vischer ästhetik 2, 169. ausgegangen ist das deminutiv hier von den vögeln, bei ihnen am häufigsten: der sperling hüpft munter die zweige hinan; das weibchen ist lustig, und locket den mann Schwabe belust. 8, 423; flügelschläge von dem weibchen trägt des taubers frommer sinn Bürger 6a; ich will eifersüchtiger auf dich seyn, als ein turteltauber auf sein weibchen Shakespeare 4, 268 Schlegel; seht mich hier zu euren füszen tief erniedrigt, wie das weibchen des fasanen, wenn ihr liebling kommt A. v. Arnim 14, 354; schau, sagte ein kolibri zu seinem weibchen Ebner - Eschenbach 1, 131. schon bei den vögeln wird das deminutiv bisweilen sinnwidrig: das weibchen (des geiers) ist gewöhnlich etwas gröszer ... als das männchen Naumann nat.-gesch. der vögel 1, 158; vollends ist das der fall bei säugethieren, von deren weibchen erst in späterer übertragung, aber jetzt regelmäszig gesprochen wird: blosz für ihre kinder wagen sich fuchs und füchsin ... (sie) erweisen sich auf das zärtlichste gegen weibchen und kinder J. Grimm Reinh. Fuchs XXII; ahmest das grunzen des keulers nach und lockest sein weibchen Mörike 1, 80 Göschen. Adelung 5, 121 und Heinsius 4, 1556 wundern sich über den gebrauch des deminutivs auch bei den gröszten thieren. 33) auch bei pflanzen wird mit junger übertragung von weibchen gesprochen: das weibchen vom hanf ein name des weiblichen hanfes Campe 5, 631; die scheibenblümchen sind fruchtbare zwitter, die strahlenblümchen fruchtbare weibchen (von erigeron acer) Schlechtendal flora 29, 94. die früchte von crataegus oxycantha heiszen in Ostfriesland meelwiefken, wibelken(-beeren), wimiken, hâgewiefkes, nâkede wiefkes Focke abh. des nat. vereins Bremen 2, 256 f. nâkend wiefke, witte wiefkes ist dort auch der ländliche name des schneeglöckchens das. 259; Pritzel-Jessen 157. — armes weibchen als name der wasserschnecke voluta paupercula L. bei Campe 5, 631. —
9207 Zeichen · 177 Sätze

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    weibchenn.

    Grimm (DWB, 1854–1961)

    weibchen , n. das md./nd. deminutiv zu weib, seltener und seinem auftreten nach jünger als obd. weiblein ( s. d. ), alt …

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Weibchen

    Goethe-Wörterbuch

    Weibchen [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Weibchen

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Weibchen (bei Tieren; Zeichen ♀), s. Fortpflanzung , S. 795.

  4. modern
    Dialekt
    Weibchen

    Pfälzisches Wb.

    Weibchen , Weibel 1 s. Weib ;

  5. Spezial
    Weibchen

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Weib|chen n. (-s,-) 1 picia ëra f. 2 (weibliches Tier) mandla (-les) f.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit weibchen

1 Bildungen · 1 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

Ableitung von weibchen

weib + -chen

weibchen leitet sich vom Lemma weib ab mit Suffix -chen.

weibchen‑ als Erstglied (1 von 1)

weibchenkraut

DWB

weibchen·kraut

weibchenkraut , n. , nd. wîfkenkrût, in Pommern name von ononis arvensis Sm. Pritzel-Jessen 252 .