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Weben

mhd. bis spez. · 17 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Campe
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22 in 17 Wb.
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Eintrag · Campe (1807–1813)

Weben ntr, rec, intrs, trs, intrs

Bd. 5, Sp. 599b
Weben, v. regelm. u. unregelm. unl. verg. Z. ich wob, geb. F. ich wöbe, Mittelw. d. verg. Z. gewoben. I) ntr. mit haben, wegen, sich bewegen. Es lebt und webt Alles an ihm, Alles ist an ihm in Bewegung. Ad. meinte, einige neuere Schriftsteller hätten dieses veraltete Wort in die witzige Schreibart wieder einzuführen gesucht, es sei aber wider die Würde der edlen Schreibart; allein es ist weder veraltet, noch unedel, und gerade als ein altes und ausdruckvolles Wort fuget es der edlen Schreibart sehr wohl, in welcher man es gebraucht, für, sich bewegen, wie auch, in weiterer Bedeutung, wirken, sich wirksam zeigen, auch bloß, sich befinden, wo es wie das daraus gebildete schweben gebraucht wird. »Es ließ weben den Ostwind unter dem Himmel « Ps. 78, 26. »Der junge Baum webt und schauert, und fühlet die Glieder im Morgenodem der erweckten Schöpfung.« Herder. Es webet, wallt und spielet Das Laub um jeden Strauch. Hagedorn. »Und da oben, wie schön die Bläue hervorgehet, sich immer weiter wölbt und webet.« Herder. »I ihm leben, weben und sind wir.« »Sondern es soll von meinem Angesicht ein Geist weben, und ich will Odem machen.« Jes. 57, 16. Hoch über der Zeit und dem Raume webt Lebendig der höchste Gedanke. Schiller. »I ihrem Lächeln weben alle Charitinnen« (Huldinnen). Buchholz. — als sähen sie — vom reinen Himmelslicht Den Wiederschein um seine Stirne weben. Wieland. »Du wirst diese Paradieszeit, die noch, wo ihr keinster Nachlaß webet, Paradies ist, nie edler, reiner — ausgedruckt finden, als im Lobgesang Adams auf seine Männinn.« Herder. So auch als rec. für, sich bilden, entstehen. — Ein neues zartes Band Webt zwischen ihnen sich — Bürde. II) intrs. u. trs. 1) Hin und herbewegen, schwingen. I dieser allgemeinen Bedeutung kömmt es noch in der Bibel vor, besonders von der Handlung bei Opfern, da man das zu Opfernde emporhob und gegen die vier Gegenden des Himmels bewegte. »Und Mose nahm die Brust, und webete eine Webe vor dem Herrn, von dem Widder des Füllopfers.« 3 Mos. 8. 29. Daher die Ausdrücke Webebrot, Webebrust  »Was sich reget und webet auf dem Lande.« Hes. 38, 20. »Wer da zweifelt, der ist gleich wie die Meereswoge, die vom Winde getrieben und gewebt wird.« Jac. 1, 6. Zuweilen ehemahls auch, auf eine empfindliche, nachtheilige Art bewegen. »Denn siehe, ich will meine Hand über sie weben, daß sie sollen ein Raub werden denen, die ihnen gedient haben.« Sachar. 2, 9. 2) I engerer und jetzt allein gewöhnlicher Bedeutung (1) durch Einfügung oder Einschießung eines Fadens in einen ausgespannten Aufzug hervorbringen. Leinwand, Tuch, Spitzen, Taffet  weben. Ideß werden Musterproben, Von der Wirthinn dargebracht: Schaut die Wunder, frisch gewoben! Kl. Schmidt. Auch als intrs. Weben können, weben lernen. Sich vom Weben nähren. I weiterer Bedeutung, auch von der ähnlichen Arbeit, Strümpfe weben, sie an einem Stuhle, gleich einem Gewebe verfertigen; gewöhnlicher wirken. S. d. Uneigentlich, gleich einem Gewebe hervorbringen, bilden, genau mit einander verbinden. Ir, alte Künstler, wobt das Reich des Schönen. Haug. Denk dir ein Weib im schönsten Jugendlicht Nach einem Urbild von dort oben Aus Rosenglut und Lilienschnee gewoben. Wieland. Ehret die Frauen! Sie flechten und weben Himmlische Rosen ins irdische Leben. Schiller. So auch, von der Liebe. I das Gemeine und Traurigwahre Webt sie die Bilder des goldenen Traums. Ders. (R.). (2) I der Schifffahrt, die Webeleinen an die Wanten oder Wände schlagen oder scheren. — Von diesem Worte hat man auch die Veroftungs= und Verstärkungswörter webeln (wiebeln oder wibbeln) und webern, im N. D. bewern, sich lebhaft, schnell bewegen, d. i. zittern. »Du machest fröhlich, was da webert.« Ps. 65, 9. »Weil wir beyde im Licht der Vernunft und der Gnaden webern.« Luther. D. Weben. D. — ung.
3812 Zeichen · 98 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    webenswv.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +6 Parallelbelege

    weben swv. weben. tr. der ouʒ seim gedirm fäden spinnet und netzel webt Mgb. 294,26. sô ist si ie dar ûf gewebt (: hebt)…

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Wêben

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Wêben , verb. regul. welches in doppelter Gestalt gefunden wird. 1. Als ein Neutrum, mit dem Hülfsworte haben, sich bewe…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    weben

    Goethe-Wörterbuch

    weben [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  4. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Weben

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Weben , das regelmäßige Zusammenflechten biegsamer Fäden zu einem zusammenhängenden Körper (Gewebe, Zeug); der Hauptsach…

  5. modern
    Dialekt
    wëben

    Elsässisches Wb. · +5 Parallelbelege

    wëbe n [wápə Steinbr. ; wáwə Dollern Felleri. ; Part. kəwápt Dollern ] 1. sich hin und her bewegen, mit Händen und Füsse…

  6. Sprichwörter
    Weben

    Wander (Sprichwörter)

    Weben 1. Der webt ein gutes Webe, der ein gutes Kind aufzieht. 2. Jung gewebt, alt gelebt. – Sprichwörtergarten, 461. 3.…

  7. Spezial
    weben

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    we|ben (webt, wob, gewoben) vb.tr. tiesce (-sc, tesciü). ▬ die Spinne webt ihr Netz l’aragn tiesc süa tëra.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit weben

49 Bildungen · 5 Erstglied · 39 Zweitglied · 5 Ableitungen

weben‑ als Erstglied (5 von 5)

webenetz

DWB

webe·netz

webenetz , n. spinnwebe. im dim. webnetzel: diu airl gepernt si ( die spinnen ) zwischen den webnetzeln K. v. Megenberg 295, 1 .

Webenheim

PfWB

weben·heim

Weben-heim ON : Dorf im Kr. HB, Wääwenem [ Hussong Kirkel 127], Webenem [VPf]. Neckname für die Bewohner: Wääwemer Graule 'Webenheimer derbe…

Webenheimerwinkel

PfWB

webenheim·er·winkel

 Webenheimer-winkel m. : FlN. a. 1719: Webenheimer Winkel [G. Lipps: Die Flurnamen von Einöd. Saarbrücken 1962, 51].

webenzwist

DWB

weben·zwist

webenzwist , m. doppelfaden im gewebe: soll er ferner das tuch ... besichtigen lassen, worbey er sich dann vor warff- und webenzwisten, desz…

weben als Zweitglied (30 von 39)

hōchsweben

KöblerMhd

*hōchsweben , sw. V. nhd. „hochschweben“ E.: s. hōch (1), sweben W.: nhd. DW-

sweben?

KöblerMhd

*sweben? , st. N. Vw.: s. īn- E.: s. sweben (1) W.: nhd. Schweben, N., Schweben, DW- L.: Benecke/Müller/Zarncke II/2, 778b (sweben)

abweben

DWB

abweben , detexere, nnl. afweven: das tuch abweben; aber wenn zwanzig bis dreiszig ellen am werke werden abgewoben sein. J. Paul Hesp. 1, 99…

anweben

DWB

anweben , attexere, nnl. aanweven: dem tuch einen prächtigen rand. auch wol was anlegen, ordiri telam.

aufweben

DWB

auf·weben

aufweben , retexere: das geweben ( gewobene ) auflösen. Maaler 37 c ; das webt keiner der denker auf, was vor irren sie damals gieng. Klopst…

beswëben

Lexer

bes·weben

be-swëben swv. BMZ befliessen, beströmen Kchr. ( W. 16163 die lufte sich beswebeten).

beweben

DWB

beweben , circumtexere, umweben: die spinne hat die thür bewebet. Stieler 1450 , sie ist eine spinnerin und weberin, altn. köngulvofa; wie b…

durchweben

DWB

durch·weben

durchweben , einweben, dazwischen weben intertexere Beil 158 . 1 1. das zeug war mit blumen durchwebt. ein bunt durchwebtes kleid. mit silbe…

einweben

DWB

ein·weben

einweben , intexere, nnl. inweven, schw. inväfva, dän. indväve: buchstaben, blumen, bilder einweben: nimm dieses tuch! ich habs mit eigner h…

enborsweben

KöblerMhd

enbor·sweben

enborsweben , sw. V. nhd. emporschweben Q.: Wh (um 1210) E.: s. enbore, sweben (1) W.: nhd. emporschweben, sw. V., emporschweben, DW 3, 440,…

entswëben

Lexer

ent·sweben

ent-swëben stv. I, 1. BMZ einschlafen, vermutet zu Reinh. s. 112 ;

entweben

DWB

ent·weben

entweben , detexere, nnl. ontweven. 1 1) ein gewebe entfalten. 2 2) wieder auflösen, los weben: mhd. mit liebe alsô geflohten ist zeinander …

erweben

DWB

erweben , texere, retexere, ahd. arwëban, mhd. erwëben: blîvar mit golde erwëben. krone 7725 . nhd. nur schwachformig: was ich mit arbeit ha…

gesweben

KöblerMhd

ges·weben

gesweben , sw. V. nhd. „schweben“ Vw.: s. obe- Q.: SHort, HvNst (FB gesweben), Parz (1200-1210) E.: s. ge, sweben W.: nhd. DW- L.: LexerN 3,…

geweben

DWB

gewe·ben

geweben , participiales adjectiv, die ursprüngliche participialform zu weben, die später unter dem einflusz schwacher flexionsformen durch g…

minnesweben

KöblerMhd

minne·sweben

minnesweben , sw. V. nhd. minneschweben, minnefließen Q.: Mechth (1343-1345) E.: s. minne (1), sweben (1) W.: nhd. DW- L.: MWB (minnesweben)…

mitschweben

RDWB1

mit·schweben

mitschweben незримо присутствовать, ощущаться, угадываться, быть чуть заметным, быть едва заметным, сквозить eine ~de Erotik - незримо прису…

obegesweben

KöblerMhd

obe·gesweben

obegesweben , sw. V. nhd. oben schweben Q.: EvSPaul (1300-1350) (FB obe gesweben) E.: s. obe, gesweben W.: nhd. DW-

obesweben

KöblerMhd

obe·sweben

obesweben , sw. V. nhd. „obschweben“, übertreffen, schweben, sich spannen über Q.: RWh, ErzIII, Ot, KvHelmsd, Seuse (FB obe sweben), Gen (10…

obschweben

DWB

obschweben , verb. 1 1) oben, über etwas schweben, obenauf sein: ein blum der felder, die heut .. obschwebet, morgen verdorret, abgestorben …

Schmalweben

DRW

schmal·weben

Schmalweben, n. Herstellen von schmalen Leinentextilien wie zB. Bändern, Borten, iU. zur Tuch- und Teppichweberei ain weber ... sol ... enha…

schweben

DWB

sch·weben

schweben . ein anderes schweben in der bedeutung ' schlafen ( machen )' ist mit dem vorigen unverwandt. es ist sowol im idg. wie in den altg…

überweben

DWB

ueber·weben

überweben , v. , untrennb. verbindung. zu dem nebeneinander von starken und schwachen formen vgl. d. simplex ( th. 13, sp. 2622). trans. etw…

underwëben

Lexer

under·weben

under-wëben stv. BMZ tr. abwechselnd durchweben. eig. u. bildl. Erlœs. 5607. underw. mit Ath. Trist. Konr. ( lied. 24,7. Silv. 598. Troj. 15…

Ableitungen von weben (5 von 5)

beweben

DWB

beweben , circumtexere, umweben: die spinne hat die thür bewebet. Stieler 1450 , sie ist eine spinnerin und weberin, altn. köngulvofa; wie b…

entweben

DWB

entweben , detexere, nnl. ontweven. 1 1) ein gewebe entfalten. 2 2) wieder auflösen, los weben: mhd. mit liebe alsô geflohten ist zeinander …

erweben

DWB

erweben , texere, retexere, ahd. arwëban, mhd. erwëben: blîvar mit golde erwëben. krone 7725 . nhd. nur schwachformig: was ich mit arbeit ha…

geweben

DWB

geweben , participiales adjectiv, die ursprüngliche participialform zu weben, die später unter dem einflusz schwacher flexionsformen durch g…

verweben

DWB

verweben , v. , zu weben wehen ( s. th. 13, sp. 2636), nur in frühnhd. zeit; vereinzelt intrans.: abr nicht alsosoln werden fro, die gots wo…