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Wêben

mhd. bis spez. · 17 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Adelung
Anchors
22 in 17 Wb.
Sprachstufen
7 von 16
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251
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71

Eintrag · Adelung (1793–1801)

Wêben

Bd. 4, Sp. 1418
Wêben, verb. regul. welches in doppelter Gestalt gefunden wird. 1. Als ein Neutrum, mit dem Hülfsworte haben, sich bewegen, besonders, sich langsam bewegen; eine längst veraltete Bedeutung, welche noch in der Deutschen Bibel vorkommt. In ihm leben, weben und sind wir. Man gebraucht es nur noch zuweilen im gemeinen Leben, aber immer in Verbindung mit dem Verbo leben: alles lebt und webt an ihm, ist an ihm in Bewegung.[] Einige neuere Schriftsteller haben dieses veraltete Wort wieder in die witzige Schreibart einzuführen gesucht. Es webet, wallt und spielet Das Laub um jeden Strauch, Haged. Der junge Baum webt und schauert, und fühlet die Glieder im Morgenodem der erweckten Schöpfung, Herd. Wo aber die Zweydeutigkeit mit weben, texere, einen komischen Nebenbegriff veranlasset, der wider die Würde der edlen Schreibart ist, und die Täuschung der mahlerischen verdirbt. 2. Als ein Activum. (1) * Langsam hin und her bewegen, schwingen; eine gleichfalls veraltete Bedeutung, welche auch nur noch in der Deutschen Bibel vorkommt, besonders von einer Art Opfer, welche empor gehoben und gegen die vier Gegenden des Himmels beweget wurden. Daher eine Webe weben, Webebrod, Webebrust u. s. f. alle in der Deutschen Bibel. (2) Durch Einschießung eines Fadens in einen ausgespannten Aufzug hervor bringen; die einzige noch gangbare Bedeutung. Leinwand, Tuch, Taffet, Spitzen, Teppicht weben. Auch als ein Neutrum, weben lernen, weben können, sich vom weben nähren. S. auch Wirken. Daher das Weben. Anm. In allen Bedeutungen schon bey den ältesten Oberdeutschen Schriftstellern uueban. Im Schwed. ist vefva, umgeben, bey dem Ulphilas waiban, bey welchem daher auch Waib eine Krone ist; väfva aber weben, texere, Nieders. weven, Angels. wefan, Engl. to weave. In den Monseeischen Glossen bedeutet Weapon, fluctuare. Man siehet leicht, daß der Begriff der Bewegung der Stammbegriff ist, und daß weben, texere, nur eine Anwendung dieses allgemeinen Begriffes auf einen besondern Fall ist. Verwandte dieses Wortes sind Webel, schweben, schweifen, Weife, Wiebel, vielleicht auch Wipfel, besonders aber das Lat. vivere und Griech. βιειν, zumahl da auch leben ursprünglich sich bewegen bedeutet. In den gemeinen Mundarten hat man davon die Iterativa und Intensiva webeln und webern, sich lebhaft, schnell bewegen, von welchen das letztere noch Ps. 65, 9, in der Deutschen Bibel vorkommt. Im Hause herum webeln; mit Händen und Füßen webern. Eben daselbst ist webelig, lebhaft, thätig, ein webelicher Mensch. Ehedem ward dieses Verbum irregulär conjugirt, ich webe, wob, gewoben oder geweben, welche Form im Hochdeutschen aber längst veraltet ist.
2636 Zeichen · 41 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    webenswv.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +6 Parallelbelege

    weben swv. weben. tr. der ouʒ seim gedirm fäden spinnet und netzel webt Mgb. 294,26. sô ist si ie dar ûf gewebt (: hebt)…

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Wêben

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Wêben , verb. regul. welches in doppelter Gestalt gefunden wird. 1. Als ein Neutrum, mit dem Hülfsworte haben, sich bewe…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    weben

    Goethe-Wörterbuch

    weben [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  4. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Weben

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Weben , das regelmäßige Zusammenflechten biegsamer Fäden zu einem zusammenhängenden Körper (Gewebe, Zeug); der Hauptsach…

  5. modern
    Dialekt
    wëben

    Elsässisches Wb. · +5 Parallelbelege

    wëbe n [wápə Steinbr. ; wáwə Dollern Felleri. ; Part. kəwápt Dollern ] 1. sich hin und her bewegen, mit Händen und Füsse…

  6. Sprichwörter
    Weben

    Wander (Sprichwörter)

    Weben 1. Der webt ein gutes Webe, der ein gutes Kind aufzieht. 2. Jung gewebt, alt gelebt. – Sprichwörtergarten, 461. 3.…

  7. Spezial
    weben

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    we|ben (webt, wob, gewoben) vb.tr. tiesce (-sc, tesciü). ▬ die Spinne webt ihr Netz l’aragn tiesc süa tëra.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit weben

49 Bildungen · 5 Erstglied · 39 Zweitglied · 5 Ableitungen

weben‑ als Erstglied (5 von 5)

webenetz

DWB

webe·netz

webenetz , n. spinnwebe. im dim. webnetzel: diu airl gepernt si ( die spinnen ) zwischen den webnetzeln K. v. Megenberg 295, 1 .

Webenheim

PfWB

weben·heim

Weben-heim ON : Dorf im Kr. HB, Wääwenem [ Hussong Kirkel 127], Webenem [VPf]. Neckname für die Bewohner: Wääwemer Graule 'Webenheimer derbe…

Webenheimerwinkel

PfWB

webenheim·er·winkel

 Webenheimer-winkel m. : FlN. a. 1719: Webenheimer Winkel [G. Lipps: Die Flurnamen von Einöd. Saarbrücken 1962, 51].

webenzwist

DWB

weben·zwist

webenzwist , m. doppelfaden im gewebe: soll er ferner das tuch ... besichtigen lassen, worbey er sich dann vor warff- und webenzwisten, desz…

weben als Zweitglied (30 von 39)

hōchsweben

KöblerMhd

*hōchsweben , sw. V. nhd. „hochschweben“ E.: s. hōch (1), sweben W.: nhd. DW-

sweben?

KöblerMhd

*sweben? , st. N. Vw.: s. īn- E.: s. sweben (1) W.: nhd. Schweben, N., Schweben, DW- L.: Benecke/Müller/Zarncke II/2, 778b (sweben)

abweben

DWB

abweben , detexere, nnl. afweven: das tuch abweben; aber wenn zwanzig bis dreiszig ellen am werke werden abgewoben sein. J. Paul Hesp. 1, 99…

anweben

DWB

anweben , attexere, nnl. aanweven: dem tuch einen prächtigen rand. auch wol was anlegen, ordiri telam.

aufweben

DWB

auf·weben

aufweben , retexere: das geweben ( gewobene ) auflösen. Maaler 37 c ; das webt keiner der denker auf, was vor irren sie damals gieng. Klopst…

beswëben

Lexer

bes·weben

be-swëben swv. BMZ befliessen, beströmen Kchr. ( W. 16163 die lufte sich beswebeten).

beweben

DWB

beweben , circumtexere, umweben: die spinne hat die thür bewebet. Stieler 1450 , sie ist eine spinnerin und weberin, altn. köngulvofa; wie b…

durchweben

DWB

durch·weben

durchweben , einweben, dazwischen weben intertexere Beil 158 . 1 1. das zeug war mit blumen durchwebt. ein bunt durchwebtes kleid. mit silbe…

einweben

DWB

ein·weben

einweben , intexere, nnl. inweven, schw. inväfva, dän. indväve: buchstaben, blumen, bilder einweben: nimm dieses tuch! ich habs mit eigner h…

enborsweben

KöblerMhd

enbor·sweben

enborsweben , sw. V. nhd. emporschweben Q.: Wh (um 1210) E.: s. enbore, sweben (1) W.: nhd. emporschweben, sw. V., emporschweben, DW 3, 440,…

entswëben

Lexer

ent·sweben

ent-swëben stv. I, 1. BMZ einschlafen, vermutet zu Reinh. s. 112 ;

entweben

DWB

ent·weben

entweben , detexere, nnl. ontweven. 1 1) ein gewebe entfalten. 2 2) wieder auflösen, los weben: mhd. mit liebe alsô geflohten ist zeinander …

erweben

DWB

erweben , texere, retexere, ahd. arwëban, mhd. erwëben: blîvar mit golde erwëben. krone 7725 . nhd. nur schwachformig: was ich mit arbeit ha…

gesweben

KöblerMhd

ges·weben

gesweben , sw. V. nhd. „schweben“ Vw.: s. obe- Q.: SHort, HvNst (FB gesweben), Parz (1200-1210) E.: s. ge, sweben W.: nhd. DW- L.: LexerN 3,…

geweben

DWB

gewe·ben

geweben , participiales adjectiv, die ursprüngliche participialform zu weben, die später unter dem einflusz schwacher flexionsformen durch g…

minnesweben

KöblerMhd

minne·sweben

minnesweben , sw. V. nhd. minneschweben, minnefließen Q.: Mechth (1343-1345) E.: s. minne (1), sweben (1) W.: nhd. DW- L.: MWB (minnesweben)…

mitschweben

RDWB1

mit·schweben

mitschweben незримо присутствовать, ощущаться, угадываться, быть чуть заметным, быть едва заметным, сквозить eine ~de Erotik - незримо прису…

obegesweben

KöblerMhd

obe·gesweben

obegesweben , sw. V. nhd. oben schweben Q.: EvSPaul (1300-1350) (FB obe gesweben) E.: s. obe, gesweben W.: nhd. DW-

obesweben

KöblerMhd

obe·sweben

obesweben , sw. V. nhd. „obschweben“, übertreffen, schweben, sich spannen über Q.: RWh, ErzIII, Ot, KvHelmsd, Seuse (FB obe sweben), Gen (10…

obschweben

DWB

obschweben , verb. 1 1) oben, über etwas schweben, obenauf sein: ein blum der felder, die heut .. obschwebet, morgen verdorret, abgestorben …

Schmalweben

DRW

schmal·weben

Schmalweben, n. Herstellen von schmalen Leinentextilien wie zB. Bändern, Borten, iU. zur Tuch- und Teppichweberei ain weber ... sol ... enha…

schweben

DWB

sch·weben

schweben . ein anderes schweben in der bedeutung ' schlafen ( machen )' ist mit dem vorigen unverwandt. es ist sowol im idg. wie in den altg…

überweben

DWB

ueber·weben

überweben , v. , untrennb. verbindung. zu dem nebeneinander von starken und schwachen formen vgl. d. simplex ( th. 13, sp. 2622). trans. etw…

underwëben

Lexer

under·weben

under-wëben stv. BMZ tr. abwechselnd durchweben. eig. u. bildl. Erlœs. 5607. underw. mit Ath. Trist. Konr. ( lied. 24,7. Silv. 598. Troj. 15…

Ableitungen von weben (5 von 5)

beweben

DWB

beweben , circumtexere, umweben: die spinne hat die thür bewebet. Stieler 1450 , sie ist eine spinnerin und weberin, altn. köngulvofa; wie b…

entweben

DWB

entweben , detexere, nnl. ontweven. 1 1) ein gewebe entfalten. 2 2) wieder auflösen, los weben: mhd. mit liebe alsô geflohten ist zeinander …

erweben

DWB

erweben , texere, retexere, ahd. arwëban, mhd. erwëben: blîvar mit golde erwëben. krone 7725 . nhd. nur schwachformig: was ich mit arbeit ha…

geweben

DWB

geweben , participiales adjectiv, die ursprüngliche participialform zu weben, die später unter dem einflusz schwacher flexionsformen durch g…

verweben

DWB

verweben , v. , zu weben wehen ( s. th. 13, sp. 2636), nur in frühnhd. zeit; vereinzelt intrans.: abr nicht alsosoln werden fro, die gots wo…