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2. Wage

mhd. bis sprichw. · 18 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Adelung
Anchors
44 in 18 Wb.
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Eintrag · Adelung (1793–1801)

2. Wage

Bd. 4, Sp. 1332
2. Die Wage, plur. die -n, ein altes Wort, in welchem der Begriff der Bewegung der herrschende ist, der doch sehr frühe auf besondere Arten und Fälle eingeschränket worden. Es bedeutet, 1. * im weitesten Verstande, Bewegung überhaupt, eine längst veraltete Bedeutung, wovon sich nur noch eine Spur im Notker findet, wo es Ps. 65, V. 9. heißt: Vnde in uuaga ne liez er mine fuozze, wo es die Lateinische Übersetzung giebt: et non dedit in commotionem pedes meos; wenn nicht Notker hier vielmehr das vorige Wort Wage, Gefahr, im Sinne gehabt hat. 2. In engerer Bedeutung, so daß der Begriff der gleichförmigen Bewegung und des Gleichgewichtes der herrschende ist. (1) Das Gleichgewicht; ohne Plural. So sagt man noch, einander[] die Wage halten, das Gleichgewicht, d. i. von gleicher Stärke, Güte, Werthe u. s. f. seyn. Ehedem war es in dieser Bedeutung häufiger. Herr so trett auf diesen plock do Unnd mest hinaus in freyen tag Anderhalb schuch, in der wag Müst ihr euch aber halten vest; d. i. im Gleichgewichte, heißt es im Theuerdanke Kap. 28. Tewrdank sich bald aus seiner Kraft Schwang mit den Füssen in den tag Durch dasselb er gewann die wag Und begreif den felsen wider Mit den eisen, Theuerd. Kap. 56. In einer gleichfalls ungewöhnlichen Bedeutung gebraucht es Kanitz, wenn es bey ihm heißt: Mein Mittag ist dahin, der ohngefähr die Wage Des kurzen Lebens hielt, d. i. welcher ungefär die Mitte meines kurzen Lebens war; wo er die obige R. A. jemanden die Wage halten, mißverstanden zu haben scheint. (2) Ein gewisses Werkzeug, in welchem der Begriff des Gleichgewichtes der herrschende ist, wo es besonders in drey Fällen gebraucht wird. (a) An einem Wagen ist es ein um einen Mittelpunct beweglicher Hebel auf der Deichsel, an welchem die Pferde vermittelst der Ortscheite oder Schwängel, ziehen; weil sie dazu dienet, die gleichförmige Kraft des Zugviehes sowohl daran zu erkennen, als auch vermittelst derselben zu befördern. So hat man einspännige und zweyspännige Wagen; ferner eine Vorderwage und Hinterwage, von welchen die erstere auch die Riemenwage, ingleichen die Vorlegewage genannt wird. In dieser Bedeutung lautet das Wort im Niederdeutschen die Wacht, und in einigen Oberdeutschen Gegenden die Woge, im Slavonischen Waha. In manchen Gegenden wird sie auch der Ebener genannt, gleichfalls um des Gleichgewichtes willen. (b) In den Wasserkünsten im Bergbaue ist die Wage derjenige um einen Mittelpunct bewegliche Hebel, welcher den Wasserkasten trägt, und zwischen vier Standsäulen auf- und absteiget. (c) Ein Werkzeug, einen Körper zu wiegen, d. i. die unbekannte Schwere eines Körpers vermittelst der bekannten eines andern zu erforschen; in welchem Falle die Wage gleichfalls ein Hebel ist, an dessen einen Arm die bekannte, und an den andern die unbekannte Schwere angebracht wird. Dahin die Goldwage, Schnellwage, Heuwage, u. s. f. Etwas auf die Wage legen, auf der Wage wiegen. Die Wage des Schicksals. Die Wage am Himmel, eines der zwölf Zeichen des Thierkreises. Figürlich wird auch der Ort, wo eine öffentliche Wage unterhalten wird, die Wage genannt. In einer etwas veränderten Bedeutung heißen auch Werkzeuge, vermittelst deren die horizontale oder senkrechte Stellung, ingleichen das Verhältniß einer Linie gegen die vier Haupttheile der Welt, erforschet wird, Wagen: wohin die Bleywage, die Wasserwage, und die Wage der Markscheider im Bergbaue gehören. (3) Ein gewisses bestimmtes Maß der Schwere, ein bestimmtes Gewicht, welches sich doch nicht an allen Orten gleich ist, und nach welchem auch nur gewisse Körper, besonders das Eisen, bestimmt werden. Eine Wage Eisen ist in Obersachsen zwey Stein, oder 44 Pfund. An andern Orten hält die Wage 120, und wohl gar 165 Pfund. Anm. In der Bedeutung eines Werkzeuges zum Wiegen schon im Isidor und Notker uuagu, uuago; im Niedersächsischen gleichfalls Wage. In der ersten weitesten Bedeutung gehöret das Wort zu wegen in bewegen, in den folgenden engern aber zu wägen und wiegen, S. diese Wörter. In einigen Gegenden bedeutet Wage auch die Unruhe in einer Uhr, in welchem Falle es[] gleichfalls zu der allgemeinsten Bedeutung der Bewegung zu gehören scheinet. Man hat dieses Wort lange mit einem doppelten a Waage geschrieben; aus einem mir zur Zeit noch unbekannten Grunde, man müßte es denn dadurch von Wagen, currus, haben unterscheiden wollen, welcher Unterschied doch sehr unnöthig ist, indem sowohl das Geschlecht, als die Endsylbe, Unterschiedes genug sind. Da Wagen, currus, wagen, audere, und Wage, libra, alle Eines Stammes sind, so müssen sie auch auf einerley Art geschrieben werden.
4574 Zeichen · 57 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    wageswf.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +13 Parallelbelege

    wage swf. wiege. ahd. waga Graff 1,662. cunabulum Brack 1487. in der wagen ligen a. Heinr. 868. Dioklet. 1217.

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    wageF.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +10 Parallelbelege

    wage , F. nhd. Welle, Woge, wogende Wellenbewegung, bewegtes Gewässer Hw.: vgl. mhd. wage (2), mnl. wāge Q.: SSp (1221-1…

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    2. Wage

    Adelung (1793–1801) · +8 Parallelbelege

    2. Die Wage , plur. die -n, ein altes Wort, in welchem der Begriff der Bewegung der herrschende ist, der doch sehr frühe…

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Wage

    Goethe-Wörterbuch

    Wage [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  5. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Wage

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +2 Parallelbelege

    Wage , heißt jede mechanische Vorrichtung zur Bestimmung des Gewichts der Körper, meist hebelartig construirt. Die gewöh…

  6. modern
    Dialekt
    Wagef.

    Pfälzisches Wb. · +4 Parallelbelege

    Wage f. : ' Wiege für Kleinkinder ', Waag (wāg, wg, wg) [mancherorts mittl. VPf vereinzelt SOPf PfId. 149], Waach (wāx…

  7. Sprichwörter
    Wage

    Wander (Sprichwörter)

    Wage 1. Die Wage hält Gericht, ob ist das rechte Gewicht. Lat. : Litem de statera dissoluit lingua staterae. ( Reuterdah…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit wage

1.087 Bildungen · 1.021 Erstglied · 63 Zweitglied · 3 Ableitungen

wage‑ als Erstglied (30 von 1.021)

Wage(n)bettstatt

Idiotikon

Wage(n)bettstatt Band 11, Spalte 1763 Wage(n)bettstatt 11,1763

Wage(n)blaheⁿ

Idiotikon

Wage(n)blaheⁿ Band 5, Spalte 49 Wage(n)blaheⁿ 5,49

Wage(n)britt

Idiotikon

Wage(n)britt Band 5, Spalte 910 Wage(n)britt 5,910

Wage(n)bruech

Idiotikon

Wage(n)bruech Band 5, Spalte 386 Wage(n)bruech 5,386

Wage(n)brugg

Idiotikon

Wage(n)brugg Band 5, Spalte 547 Wage(n)brugg 5,547

Wage(n)brëcheⁿ

Idiotikon

Wage(n)brëcheⁿ Band 5, Spalte 315 Wage(n)brëcheⁿ 5,315

Wage(n)brëchi

Idiotikon

Wage(n)brëchi Band 5, Spalte 341 Wage(n)brëchi 5,341

Wage(n)brüechi

Idiotikon

Wage(n)brüechi Band 5, Spalte 386 Wage(n)brüechi 5,386

Wage(n)brügi

Idiotikon

Wage(n)brügi Band 5, Spalte 529 Wage(n)brügi 5,529

Wage(n)buchs

Idiotikon

Wage(n)buchs Band 4, Spalte 1000 Wage(n)buchs 4,1000

Wage(n)bënneⁿ

Idiotikon

Wage(n)bënneⁿ Band 4, Spalte 1289 Wage(n)bënneⁿ 4,1289

Wage(n)bëreⁿ

Idiotikon

Wage(n)bëreⁿ Band 4, Spalte 1480 Wage(n)bëreⁿ 4,1480

Wage(n)chnëcht

Idiotikon

Wage(n)chnëcht Band 3, Spalte 722 Wage(n)chnëcht 3,722 o.

Wage(n)chratteⁿ

Idiotikon

Wage(n)chratteⁿ Band 3, Spalte 871 Wage(n)chratteⁿ 3,871

Wage(n)fert

Idiotikon

Wage(n)fert Band 1, Spalte 1040 Wage(n)fert 1,1040

Wage(n)g(e)leis

Idiotikon

Wage(n)g(e)leis Band 3, Spalte 1421 Wage(n)g(e)leis 3,1421

Wage(n)g(e)richt

Idiotikon

Wage(n)g(e)richt Band 6, Spalte 372 Wage(n)g(e)richt 6,372

Wage(n)g(e)schir(r)

Idiotikon

Wage(n)g(e)schir(r) Band 8, Spalte 1175 Wage(n)g(e)schir(r) 8,1175

Wage(n)g(e)stell

Idiotikon

Wage(n)g(e)stell Band 11, Spalte 75 Wage(n)g(e)stell 11,75

Wage(n)gëlt

Idiotikon

Wage(n)gëlt Band 2, Spalte 273 Wage(n)gëlt 2,273

Wage(n)hauptmann

Idiotikon

Wage(n)hauptmann Band 4, Spalte 262 Wage(n)hauptmann 4,262

Wage(n)henk

Idiotikon

Wage(n)henk Band 2, Spalte 1455 Wage(n)henk 2,1455

Wage(n)hund

Idiotikon

Wage(n)hund Band 2, Spalte 1433 Wage(n)hund 2,1433

Wage(n)hūs

Idiotikon

Wage(n)hūs Band 2, Spalte 1735 Wage(n)hūs 2,1735

Wage(n)hūsieriⁿg

Idiotikon

Wage(n)hūsieriⁿg Band 2, Spalte 1745 Wage(n)hūsieriⁿg 2,1745 M.

Wage(n)joch

Idiotikon

Wage(n)joch Band 3, Spalte 7 Wage(n)joch 3,7

Wage(n)last

Idiotikon

Wage(n)last Band 3, Spalte 1464 Wage(n)last 3,1464

Wage(n)leiseⁿ

Idiotikon

Wage(n)leiseⁿ Band 3, Spalte 1421 Wage(n)leiseⁿ 3,1421

Wage(n)leit

Idiotikon

Wage(n)leit Band 3, Spalte 1491 Wage(n)leit 3,1491

Wage(n)leiti

Idiotikon

Wage(n)leiti Band 3, Spalte 1496 Wage(n)leiti 3,1496

wage als Zweitglied (30 von 63)

Abwage

Adelung

Die Abwage , plur. inusit. ein neu gemachtes Wort einiger neuen Meßkünstler. 1) Der Unterschied, welchen eine Tiefe gegen eine Höhe, und die…

bierwage

DWB

bier·wage

bierwage , f. ein werkzeug bei der bierprobe zur erforschung des malzgehalts.

Bleywage

Adelung

bley·wage

Die Bleywage , plur. die -n. 1) Eine Wage, vermittelst eines an einem Faden befindlichen Stückes Bley, die horizontale oder waagerrechte Bes…

Dukatenwage

Wander

dukat·enwage

Dukatenwage Em mess net ales af de Tukatewôch liejen. – Schuster, 914 b .

dungelwage

KöblerMnd

dungelwage , M. Vw.: s. dungelwāgen

enwage

Lexer

en-wage adv. BMZ = in wage in bewegung Diem. Kl. Serv. die herren mite rotte wurden alle enwage Loh. 1952. mîn gedenke alle die varn iemer e…

fischwage

DWB

fisch·wage

fischwage , f. libra piscaria: dasz ein karpfe von vier pfund mehr wiege auf der fischwage der zufriedenheit, als die goldnen fischgräten im…

Gewage

Campe

Х Das Gewage ,

Goldwage

Adelung

gold·wage

Die Goldwage , plur. die -n, eine Wage, Gold, und besonders Goldmünzen darauf zu wägen. Nun, nun, wer wird denn alle Worte auf die Goldwage …

Gradir-Wage

Adelung

Die Gradir-Wage , plur. die -n, ein Werkzeug, durch dessen Einsenkung in einen flüssigen Körper dessen eigenthümliche Schwere zu bestimmen; …

heuwage

DWB

heu·wage

heuwage , f. wage, worauf man heu centnerweise in groszen haufen, auch wol in ganzen fudern wiegt. Jacobsson 2, 257 a . auch das für das wie…

hinterwage

DWB

hinter·wage

hinterwage , f. die hintere wage an einem wagen, woran die beiden hintersten pferde gespannt werden. Jacobsson 2, 262 b .

klofwâge

MNWB

klof·wage

° klofwâge , f. , Spaltwaage, Waage, an der k. hangen am seidenen Faden hängen (SL).

kornwage

DWB

korn·wage

kornwage , f. 1) getreidewage. 2) probierwage, auf der das abgetriebne silberkorn gewogen wird. Frisch 1, 539 a , Adelung.

kramerwage

DWB

kramer·wage

kramerwage , f. libra mercalis. Stieler 2521 , wage wie sie krämer haben, mit gleich langen armen, zum unterschied von der schnellwage. Adel…

manswāge

MNWB

mans·wage

° manswāge , Plur. gemê(i)ne m.n gewöhnliche Arbeitswagen? (Rüg. LandR. 111).

meswāge

MNWB

mes·wage

meswāge , m. , Mistwagen, Wagen mit Stalldünger . —

mühlenwage

DWB

muehlen·wage

mühlenwage , f. obrigkeitliche wage, auf welcher das in die mühle gelieferte getreide und das daraus gewonnene mehl gewogen wird. Adelung.

pflugwage

DWB

pflug·wage

pflugwage , f. die wage des pflugs, woran die pflugthiere gespannt werden. Colerus 2, 144 b .

Ableitungen von wage (3 von 3)

erwage

BMZ

erwage swv. gerathe in bewegung oder erschütterung, fange an zu schwanken. dô der himel zuo der erden von des sunes tôde erwagte aneg. 9,73.…

Gewage

Campe

Х Das Gewage ,

verwage

BMZ

verwage swv. höre auf zu schwanken. do verwageten ouch die unde Gudr. 1134,2 V. verwagen hs.