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stinken

mhd. bis spez. · 22 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

PfWB
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25 in 22 Wb.
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Eintrag · Pfälzisches Wb.

stinken st.

Bd. 6, Sp. 595
stinken st.: 1. 'nach etwas riechen', meist aber: 'übel, unangenehm, penetrant riechen', stinke (šdiŋgə) [allg., Christmann Kaulb 69 Henn Mda.-Int. 100 Karch Gimmdg/Muttstdt 239 Schneckenburger 54 Lambert Penns 143 Beam Penns 89 Wood Penns Schärf. 234 Krämer Gal 207], stenke [Kraus Pädcher 17]; Part. Perf. gestunk (gəˈšduŋg) [WPf, Henn Mda.-Int. 100 Krämer Gal 207], g(e)stunke (gəšduŋgə, gšduŋgə) [VPf, Lambert Penns 143]; Zs.: herausstinken. Er stenkt [RO-Lohnsf]. 's stankt [BZ-Dimb]. Dem sei Fieß stinken [FR-Bockh]. E orndlich Peif muß st. [KU-Schmittw/O]. Alles stimmt. Bloß Puddel 'Jauche' stinkt [Kraus Arwed 40]. Zum Schuschter hawwich mich verdingt, / Flick Absätz un die Sohle; / Doch wenn en Schuh mol wennich stinkt, / Dann soll's der Deiwel hole! [Birmelin Penns Gezw. 72]. For der (den) dun Blimcher bloß noh Kärchhof stenke [Kraus Pädcher 17]. Dehämm derfer schtinke, soviel wie er will [Damm Nachtdischlamp 39]. De ganze Dag stinkt er no Schnaps [Westricher Kalender 1957 S. 103]. Sackerdiß, was raachscht dann du? / Naⁿ, das stinkt jo wie de Deiwel [Kühn Schnitze II 67]. 's Hai stinkt 'Das Heu riecht verdorben, ist faul' [ZW-L'wied, vereinzelt]. RA. und Ver- gleiche: gestunk(e) un geloo(che) 'gestunken und gelogen, erfunden' [mancherorts]; von allerlei üblen Gerüchen: st. wie e(n) Bock (Gääßbock) 'penetrant stinken' [verbr., Heeger Tiere II 19, auch Don Gal], wie de Bock am Michelsdaag 'zur Zeit der Ziegenbrunst' [RO-Rehborn], wie e Elldes (Iltis) [RO-Als, ZW-Battw Gal Rußl-Katht], wie en Hund [LU-Ruchh], wie e Marder [Gal-Dornf], wie e Otter [KU-Kaulb Kreimb SP-Heiligst], wie e Sau [BZ-Dernb], wie Katzedreck [KU-Hinzw], wie e faules Ai (faule Aajer) [KU-Schmittw/O ZW-Bechhf NW-Frankeck], wie e Dulfloch 'Flachsbrechkaute, Abfallgrube' [Bergz (Kamm 82)], wie ingemachte Schwääßfieß [KU-Kaulb], wie de Deiwel [vereinzelt, Krieger 22], wie die Pescht [mancherorts, auch Don], wie imme Bockstall [KU-Kaulb LU-Limbghf], wie imme Affestall [RO-Dielkch], wie emme Affekaschde [WD-Niedkch KB-Biedh LA-Maik], noo Knowloch st. wie 'n Judd [NW-Kallstdt], no Branndewoi (Schnaps) st. 'Alkoholfahne' [KU-Kaulb Schmittw/O LU-Opp], meileweit geje de Wind st. 'sehr st.; zweifelhafte Geschäfte abwickeln' [Thielen So rerre mer 124]. Geld stinkt nit [Bergz (Kamm 88)]. Der stinkt no Geld 'ist sehr reich' [KB-Kriegsf NW-Haßl]; is so reich, daß er stinkt [KU-Trahw]. Er stinkt noh Geld wie e Sau noh Hooröl 'ist arm', ironisch [Hebel 17, NPfGV 1926 S. 18 NSZ-Südpfalz vom 4. 7. 1939]. Die Sord do iwwe, die esch sou neirisch (neidisch), dänne schdinggen noch niddemool die Ferz! [Braun Lääsebuuch II 177]. Hau ab, deiⁿ Schadde stinkt! 'Verschwinde!' [ZW-Ixh LU-Neuhf]. Er es so faul, daß er stinkt 'Faulenzer' [KU-Kaulb Trahw KL-Erfb NW-Hardbg]. Wenn sei Dummheit st. det, kennt mer's net aushalte [LU-Muttstdt]. Häitche, was stinkschte, Geldche, was klingschte 'Auch ein übelriechendes Geschäft bringt Geld ein', Abdeckerlied [NW-Kallstdt, Krieger 48]. Von Menschen mit starkem Mundgeruch: aus em Hals (aus'm Maul) st. [mancherorts], ... wie'n Schandarm (wie e Kuh) aus'm Arsch [LA-Mörzh, KU-A'glan Diedk W'mohr ZW-Bechhf], ... wie e Zicheijner uss da Buckslatz! [Glass II 35]. Eine weitere RA. s. Sau 1 a. SprW.: De Fisch stinkt vum Kopp on 'Die führenden Köpfe einer Regierung, Verwaltung sind nicht in Ordnung' [Gal-Dornf]. Fisch un Gäscht stinken noh drei Daa [Gal-Bagbg]. Mit volle Hosse is leicht st. [Gal-Bagbg]. Aaichelob stinkt [KL-Kindsb, verbr.]; dass. umgedeutet: Äächelaab (Eichenlaub) stinkt [Wilde 47]. Wann mer im Dreck rehrt, no stinkt's [Steinmetz]. Wann die Luddel 'Tabakspfeife' nit stinkt, schmackt de Duwwack nit [Wilde 239]. BR.: Wann die Schmitt stinkt, gibt's Reje [LU-Opp], ... die Hunde ... [KU-Bedb Wahnwg]. D' Fawrik stinkt, do gebt's gut Wetter [GH-Max'au]. AR.: Ene, dene Dortz / de Deiwel loßt 'n Forz, / den loßt er in die Hose / des stinkt wie Abrigose [LA-Nußd]. Eins, zwei, drei, vier / Uf dem Klavier / Steht ein Glas Bier, / Wer draus trinkt / Der stinkt! [Donnersberg Jahrbuch 1981 167, Hombg]. KR.: Vom Furz: Stink, stank, unner de Bank, wer's eerscht riecht, aus dem kriecht's [KB-O'wies Gal-Obl]. Schwarze Hellbeere, rode Dinde, / die Märe richen, die Buwe stinken [NW-Speybn]. VR.: Ich geh als um's Eckelche / un stinke wie e Beckelche [Gal-Dornf]; einen weiteren VR. s. Kommunist 1, Schloße. — 2. 'jemandem zuwider sein'; 's stinkt eem 'ist einem zuwider' [vereinzelt]. Das (Der) hat mer gestunk! 'Das (Der) hat mir absolut nicht gefallen!', von Dingen und Menschen [Kaislt, FR-A'lein SP-Dudhf Otterstetter 260]. Der hattmer schun geschtunk, wie ich ne's erschtemol gesieh hann! [Damm Nawwel 49]. — Rhein. VIII 698 ff.; Lothr. 499; Els. II 606.
4800 Zeichen · 96 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    stinkenstv. I, 3.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +5 Parallelbelege

    stinken stv. I, 3. BMZ einen geruch von sich geben, riechen, olere Dfg. 394 b . süeʒe st., gut riechen Gen. 27,41. Germ.…

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    stinkenst. V.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +2 Parallelbelege

    stinken , st. V. nhd. stinken, üblen Geruch verbreiten, verwerflich sein (V.), widerwärtig sein (V.), unrein sein (V.), …

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Stinken

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Stinken , verb. irregul. Imperf. ich stank, im gemeinen Leben stunk, Conj. stänke, im gem. Leb. stünke. Mittelw. gestunk…

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    stinken

    Goethe-Wörterbuch

    stinken [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  5. modern
    Dialekt
    stinken

    Elsässisches Wb. · +6 Parallelbelege

    stinke n [tìkə, tekə allg.; Part. ktùkə allg. ] 1. stinken. S. no ch Knowli ch Bf. , zuem Hëmderkrau g e n h erus …

  6. Sprichwörter
    Stinken

    Wander (Sprichwörter)

    Stinken 1. Hier stinkt's ja, dass man ohnmächtig wird, sagte der Bauer, als er in die Apotheke kam; aber er kam zu sich,…

  7. Spezial
    stinken

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    stin|ken (stank, gestunken) I vb.intr. tofé (tofa) , avëi n tof, puzé (püza) II vb.imper. tofé (tofa), ester tof da valc…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit stinken

29 Bildungen · 13 Erstglied · 12 Zweitglied · 4 Ableitungen

stinken‑ als Erstglied (13 von 13)

Stinkenbrunner

Wander

stinken·brunner

Stinkenbrunner Er muss Stinkenbrunner trinken. Ein österreichischer Wein; sehr oft aber ironisch für Wasser, z.B.: I' muass mit'n Stink'nbru…

stinkende

MNWB

stink·ende

stinkende, 1. pps. adj. , stinkend, übelriechend; rituell unrein (Lüb. Bibel Lev. 22, 5); (Personen:) aussätzig (Lüb. Bibel Lev. 22, 5), syp…

stinkendic

Lexer

stinken·dic

stinkendic , stinkendëht adj. fedus, fetidus, rancidus Dfg. 229 a . 232 b . 483 c . owê stinkeninge sunde! Germ. 10. 335,601.

stinkendichhēt

KöblerMnd

stink·endichhēt

stinkendichhēt , F. nhd. Grässlichkeit, Scheußlichkeit, Abscheulichkeit, Widerwärtigkeit ÜG.: lat. foeditas I.: Lüt. lat. foeditas E.: s. st…

stinkendig

DWB

stink·endig

stinkendig , adj. , ' übelriechend ', von stinkend, part. zu stinken: stinckendig fedus md. voc. v. 1414 bei Diefenbach 229 a ; die weiber .…

stinkendigheit

DWB

stinkendig·heit

stinkendigheit , f. , abstractum zu stinkend: stinckendicheit fetiditas desgl., a. a. o.; stinckendigkait squalor ebda 549 c . ebenso: stinc…

Stinkendüürt

MeckWB

Stinkendüürt f. Scherzname für die Tabakspfeife Ro Bentw . Das Bestimmungswort ist Part. Präs. zum Vor.

Stinkeniᵉwel

WWB

Stinke-niᵉwel m. [MSauerl] Höhenrauch; beim Abbrennen der Heide entstehende Rauchschwaden.

Stinkental

PfWB

stinken·tal

Stinken-tal n. : FlN, mda. Stinkedaal, amtl. Im Stinkental [ KL-Enkb ]. a. 1745: im stinkenthal [GGA 363a Bl. 6].

stinken als Zweitglied (12 von 12)

bruochstinken

KöblerMhd

*bruochstinken , st. V. nhd. nach Schlamm stinken E.: s. bruoch, stinken W.: nhd. DW-

swēvelstinken

KöblerMnd

*swēvelstinken , st. V. nhd. nach Schwefel stinken Hw.: s. swēvelstinkent E.: s. swēvel, stinken

ane stinken

MWB

ane stinken stV. ‘gegen jmdn. (guten wie schlechten) Duft verströmen’ (mit Akk.d.P.): die súnden stinkent mich an us von dem abgrúnde des er…

ane stinken

Lexer

anes·tinken

ane stinken BMZ BMZ trans. anduften ( mit gutem od. übeln geruch ) Berth. Kl. 58. Dal. 161,36 ;

anstinken

DWB

anst·inken

anstinken , früher, als stinken noch die bedeutung von duften und riechen hatte, gleichviel mit anduften, odore bono malove replere: die blu…

erstinken

DWB

erst·inken

erstinken , foetere, perolere: ein erstunkene gefaulete hef ( faex ). Thurneisser prob. der harnen 103 ; erstunkenes leder; das kind müste v…

gestinken

Lexer

gest·inken

ge-stinken stv. I, 3. BMZ tr. durch den geruchssinn wahrnehmen, wittern Diem.

Vorstinken

Campe

vorst·inken

Vorstinken , v. ntr . unregelm. ( s. Stinken ), mit haben , vor allen andern Dingen stinken, stärker stinken als Anderes. D. Vorstinken .

vörstinken

KöblerMnd

vörstinken , st. V. nhd. mit Gestank erfüllen, durch Gestank belästigen, riechen (Bedeutung örtlich beschränkt), wittern (Bedeutung örtlich …

zuostinken

KöblerMhd

zuo·stinken

zuostinken , st. V. nhd. üblen Geruch zuwehen Q.: Mechth (1343-1345) E.: s. zuo, stinken W.: nhd. DW- L.: Hennig (zuostinken), MWB (zuo stin…

Ableitungen von stinken (4 von 4)

bestinken

Lexer

be-stinken stv. I, 3. BMZ beriechen En.

erstinken

DWB

erstinken , foetere, perolere: ein erstunkene gefaulete hef ( faex ). Thurneisser prob. der harnen 103 ; erstunkenes leder; das kind müste v…

gestinken

Lexer

ge-stinken stv. I, 3. BMZ tr. durch den geruchssinn wahrnehmen, wittern Diem.

verstinken

DWB

verstinken , verb. literarisch nicht gebräuchlich. 1 1) intrans. in resultativ-perfectivem sinne: bis zur erschöpfung der stinkenden theile …

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „stinken". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 12. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/stinken/pfwb
MLA
Cotta, Marcel. „stinken". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/stinken/pfwb. Abgerufen 12. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „stinken". lautwandel.de. Zugegriffen 12. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/stinken/pfwb.
BibTeX
@misc{lautwandel_stinken_2026,
  author       = {Cotta, Marcel},
  title        = {„stinken"},
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