Eintrag · Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke)
SCHILT stm.
I. clipeus sumerl. 25,60. 52,40.
1. eigentlich.
a. schilt unde sper Er. 610. eʒ muoʒ in ir dienst erkrachen beide schilt unde sper MS. 2,54. a. er bôt im schilt unde sper Parz. 597,15. waʒ touc mir schilt unde swert das. 42,22. er kunde swert beide unde schilt troj. s. 39. b. nu heten die zwêne grôʒen man (die riesen) weder schilt noch sper noch swert alsô er Er. 5381. tiurre danner ze swerte, ze schilte unt ze sper Iw. 79.
b. der schilt was under buckeln drîer spannen dicke: von stâle und ouch von golde rîch er was genuoc Nib. 416,1. von alrôtem golde einen schildes rant mit stâlherten spangen das. 414,2. vgl. 940, 2. satel unde schilt mit golde betragen glaube 2435. der schilt, namentlich seine spangen, mit edelsteinen besetzt Nib. 37,3. 926,2. 1640,3. — auf dem schilde ist das wappen, gemalt oder ausgeschnitten, befestigt: wie er im entwurfe unde snite den eber an dem schilte Trist. 4940. hete ûf eime schilte erkant gemâlet eine krône Nib. 214,1. der hêrre pflac mit gernden siten ûf sîne kovertiure gesniten anker lieht hermîn: dâ nâch muos ouch daʒ ander sîn, ûfme schilt und an der wât Parz. 14,19. schilde wol gemâle das. 66,30. daʒ herzeichen an dem schilte Walth. 12, 26. kostbare schilde werden, wenn sie ausser gebrauch sind, mit decken überzogen Wigal. 9595. Nib. 1640,1. — des schildes bret krone 81. a. vgl. schiltbret das. 184. a. des schildes rant, schildes rant (häufig für schilt) Nib. 407,4. 414,2. 925,2. Parz. 478,24. 704,3. die vier nagele des schildes s. nagel; vergl. Mel. 8275. schildes spangen Nib. 37,4. diu buckel des schildes s. buckel.
c. unz er den schilt vor im treit Iw. 261. den schilt truoc er an sîner hande Nib. 430,3. vaʒʒen den schilt an der hant das. 427,2. den schilt an die hant nemen das. 1770,2. 2261,2. zucte den schilt vür sîne hant Bit. 10044. die schilte wurden genomen ze ahsel g. Gerh. 3630. dem stât der schilt ze halse wol Winsbeke 16. den schilt ze halse nemen das. 17. Gregor. 1423. Parz. 71,29. krone 225. b. daʒ er schilt enpfienge ze halse das. 224. a. die schilde wurden ze halse gehangen das. 164. a. er bürte schilt unde swert (um zu kämpfen) Iw. 200. den scilt den truoc er in bore Ath. C, 66 u. anm. s. 62. dô huoben si die schilde, alsô si wolden dan strîten zuo den gesten Nib. 2129,2. 2143,1. Bit. 11018. mit erhaben schilden hôch genuoc, die man vor handen truoc das. 12174. den schilt geructe Wolfhart Nib. 2210,2. den schilt er ructe hôher, den veʒʒel nider baʒ das. 1875, 3. den schilt er baʒ dô ructe über diu helmbant das. 2000,2. vür sich ructe er den schilt Ludw. kreuzf. 5154. zucte den schilt Nib. 2286,2. zucte über sich den schilt Parz. 567,30. die schilte sie stalten nâch gewarsamkeit vür die brust krone 249. a. den schilt vallen lâʒen (um kräftiger mit dem schwerte zu kämpfen oder zu ringen) Nib. 2234,2. 2289,1. den schilt über rucke, ze rucke werfen (um kräftiger zu kämpfen oder sich auf der flucht zu schützen) das. 1917, 2. 2244,3. Alph. 295,1. leget die schilde für den fuoʒ Nib. 1796,1. sînen schilt satzt er für den fuoʒ, zetal das. 2111,3. 2191,4. 2265,4. dürkel vil der schilte wît si leiten von den handen das. 217,2. den ankommenden gästen wird der schild abgenommen, um ihn aufzubewahren das. 76,4. 389,4. wird an eine wand gehängt Winsbeke 19. ich hân beschouwet manege want, dâ ich den schilt baʒ hangen vant danner iu ze halse tæte Parz. 173,16. — den schilt vür bieten Iw. 262. dâ biute ich gegen mînen schilt Parz. 24,27. speren brechen unde di scilde houwen L. Alex. 4153. die schilte hiuwen si dan Iw. 261. dem soldâne den schilt er von der ahsel sluoc Ludw. kreuzf. 7402. sîn hant vil vester schilde kloup Parz. 384,21. der manegen schilt vil dürkel stach das. 101,19. sîn schilt beleip vil selten ganz das. 56,10. 386,24. — daʒ sper durch den schilt stechen Iw. 46. wirt immer tjost ûʒ sîner hant durch schilde brâht W. Tit. 85,2. die sich in die schilde vielten krone 332. b. 201. a. einer vür den andern sich gein im in den schilt vielt das. 202. a. si neigeten über schilte ze stichen diu sper Nib. 1548,1. dacten sich ritterlîche mit den schilden die si fûrden En. 205,21. vgl. gr. Rud. 6,9 und anm. schirmen mit den schilden Nib. 307,3. mit schilte rîten Iw. 62. mit dem schilte und mit dem sper behendeclîche rîten Trist. 2102. si riten under schilten Nib. 1540,3. under schilde ervehten Suchenw. 38,67. vergl. 34,7. den helm sazter ze schilte pf. K. 210,30 u. anm. vgl. Bartsch zu Karl 6954. — über des schildes rant er sprach Er. 802. dô rief er über schiltes rant pf. K. 154,16. vgl. 16819. Eggenl. 74. diu guote neic mir vil lützel über schildes rant Nith. H. 74,11 u. anm. — swelhes ritters schilt geruort wart, der muos die êrste juste nemen Lanz. 5464.
d. si hânt ir schildes breite nâch jâmers geleite zer erden gekêret (zum zeichen der trauer) Parz. 92, 1. vgl. 91,11. kêrt ûf den schilt nâch sîner art (zeichen, dass die trauer vorbei ist) das. 99,1. — swenne du niht enmach daʒ du wilt, sô kêre umbe den schilt Herb. 15547 u. anm. — todte oder verwundete krieger werden in den schild gelegt: dô die hêrren sâhen, daʒ der helt was tôt, si leiten in ûf einen schilt Nib. 940,2. dô er den marcgrâven rîch in sîme schilde ligen vant kl. 2103 Ho. ir herren sie dâ vunden siechen unde wunden ûfem gras in sînem schilde ligen kr. 141. a. daʒ er in sînem schilde entslief das. 46. a. — manegen schilt vollen man dar schatzes truoc Nib. 316,1. vgl. der von Trouje Hagen slüege dem fult ich rôtes goldes den Etzelen rant das. 1962,3. si hieʒ golt daʒ rôte dar zuo mit schilden tragen das. 2067,2. s. J. Grimm über schenken und geben 144.
2. der schild als symbol des ritterthums. swes schilt ie was zer werlte bereit ûf hôhen prîs, ob er den gote nu verseit, der ist niht wîs MS. 1,180. a. du solt wiʒʒen daʒ der schilt hât werdekeit und êren vil Winsbeke 17 fg. ob der schilt sîn reht sol hân Parz. 612,5. sît ich den schilt von êrst gewan unt rîters fuore mich versan das. 258,21. vgl. 814,7. swer volget dem schilde wer ritter ist der sol eʒ enblanden dem lîbe frauend. 404, 4. rîters adel und lûter triuwe die erbent zuo dem schilde H. Trist. 1373. ir tragent die vesten schilte Walth. 125,3. der aller besten ritter drî die dô der schilde pflâgen Parz. 815,19. schildes ambet, des schildes ambet ritterdienst, ritterthum das. 97,27. 269,9. 612,7. frauend. 457,15. vgl. ambet. schildes ambet ist mîn art Parz. 115,11. den schœnsten man der schildes ambet ie gewan das. 209,12. W. Wh. 50,6. schildes ambet üeben Parz. 333,27. 499,9. einen an schildes ambet kêren zum ritter machen das. 126,14. des schildes orden das. 787,21. sîns schildes boum Frl. 319,7.
3. bildl. er was ein schilt schirm, schutz sîner mâge a. Heinr. 65. unz unser schilt der touf wart fürʒ hellefiur Parz. 453, 29. vgl. 424,28. 687,20. Pass. K. 142,3. die boume wâren sîn schilt und werten der sunnen schîn Albr. 10, 145. — der irrære lange manegen schilt für stieʒ suchte manche entschuldigung Servat. 1003 u. anm. den schilt er für sich bôt aneg. 18,32. — der Êren schilt roseng. D. 800. des vrides schilt Ottok. 191. b. swer Minnen schilt wil vüeren ein liebender sein Frl. 319,1. des sanges schilt vüeren das. 108,8. vgl. W. lit. 252, 7. schreiben an wâge schilt Wolk. 78,2,9. des Meien schilt das. 30, 1,27.
4. metonym. der den schild führt, ritter. durch daʒ solte ein schilt gesellen kiesen W. Tit. 80,3. der willerîche schilt gêt für den marketveilen MS. 2,132. a.
II. schildthaler? vergl. ital. scudo, franz. écu. in der stat der hunger spilt, ein ratt di galt ein alden schilt Suchenw. 18,126.
III. schilt der schalthiere. conchilium sumerl. 5,49. vergl. schiltkrote.