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Riechen

mhd. bis spez. · 20 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Adelung
Anchors
24 in 20 Wb.
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Eintrag · Adelung (1793–1801)

Riechen

Bd. 3, Sp. 1107
Riechen, verb. irreg. ich rieche, du riechst, (Oberd. reuchst,) er riecht, (Oberd. reucht;) Imperf. ich róch; Mittelw. geróchen; Imperat. rieche, (Oberd. reuch.) Es ist in doppelter Bedeutung üblich. 1. Als ein Neutrum, mit dem Hülfsworte haben, feine Ausdünstungen von sich gehen lassen, welche eine Veränderung in den Nerven der Nase verursachen, oder vermittelst des Geruches empfunden werden. Gut oder wohl riechen, übel, schlecht riechen. Es riecht wie Rosen, oder nach Rosen. Nach Ambra, nach Zwiebeln u. s. f. riechen. Etwas riechend machen. In engerer Bedeutung faul, verdorben riechen, den Anfang der Fäulniß, oder des Verderbens durch den Geruch an den Tag legen, für das niedrigere stinken. Der Todte riecht schon. Das Fleisch fängt an zu riechen. Riechendes Fleisch.[] 2. Als ein Activum, diese feinen Ausdünstungen in und mit der Nase empfinden, diejenigen Ausflüsse empfinden, welche eine Veränderung in der Nase hervor bringen. 1) Eigentlich. Etwas riechen. Ich rieche nichts. Die Thiere riechen den Menschen von weitem. Jemanden etwas zu riechen geben. Den Braten riechen, ingleichen Lunte riechen, im gemeinen Leben, etwas merken, von weitem entdecken, vermuthen. Kein Pulver riechen können, zaghaft, feige seyn. Ingleichen mit dem Vorworte an. An etwas riechen, die Nase einem Dinge nähern, um den Geruch zu empfinden. An den Blumenstrauß riechen. 2) Figürlich. (a) Das konnte ich nicht riechen, in der niedrigen Sprechart, nicht merken, nicht wissen. (b) An etwas riechen, auch nur im gemeinen Leben, demselben nahe kommen. Wie eine flächsene Schnur zerreißt, wenn sie ans Feuer reucht, Richt. 16, 9. Er darf nicht in mein Haus riechen. Ich mag nicht riechen in eure Versammlungen, Amos 5, 21. Daher das Riechen. S. auch Geruch, ingleichen Verriechen und Beriechen. Anm. Im Nieders. ruken und rüken, im Angels. reac, und selbst im Hebr. ריח und הריח, wo auch ריח, so wie im Arab. Rahha, der Geruch ist. Es ist von Rauch und rauchen nur in der Mundart verschieden. Notker gebraucht riechen für rauchen, und noch in Schwaben sagt man der Ofen riecht für raucht; auch im Nieders. ist ruken einen Geruch machen, wofür wir räuchern sagen. Der Grund der Benennung liegt ursprünglich in einer langsamen leisen Bewegung, welche durch riech, reich, reg, ausgedruckt wird, und welche mehrern Dingen gemein ist. S. Kriechen, Reichen, Regen u. s. f. Die Form du reuchst, er reucht, ist nur einigen rauhen Oberdeutschen Mundarten eigen, ist aber, weil sie den Mund mehr füllet, von einigen auch in die höhere Schreibart aufgenommen worden, ungeachtet der Mißklang merklich genug ist. Einige Oberdeutsche Gegenden, z. B. Baiern, kennen dieses Zeitwort fast gar nicht, wenigstens in den gemeinen Sprecharten nicht, sondern gebrauchen dafür schmecken; die Rose schmecket schön, ich schmecke nichts. Ob sie nun gleich die Natur der Sache für sich haben, weil beyde Sinne nahe genug verwandt sind, daß man sie für Einen halten könnte, so werden sie doch von andern Provinzen dafür verspottet, und müssen sich Schuld geben lassen, daß sie nur vier Sinne haben.
3085 Zeichen · 64 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    riechenstn.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +8 Parallelbelege

    riechen stn. der geruch. edeler wurzen riechen, vogelsanc, mayen luft Suchenw. 15,84.

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Riechen

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Riechen , verb. irreg. ich rieche, du riechst, (Oberd. reuchst,) er riecht, (Oberd. reucht;) Imperf. ich róch; Mittelw. …

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    riechen

    Goethe-Wörterbuch

    riechen mehrf ‘ich röch(')’ (zB 33,101,17 u DjG 3 1,351 Vs 577 ); ‘das R.’ 5 1 ,261 Vs 771 1 einen (bestimmten) Geruch v…

  4. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Riechen

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Riechen , s. Geruch und Riechwerkzeuge .

  5. modern
    Dialekt
    riechen

    Elsässisches Wb. · +4 Parallelbelege

    rieche n [rìaχə Bf. ; rîχə Str. Betschd. ; riχə nur unpers. Hf. ; rìèχə (sehr selten) Hf. ] riechen, Dunst, Geruch von s…

  6. Sprichwörter
    Riechen

    Wander (Sprichwörter)

    Riechen 1. All wat gôd rükt, kümmt von mî, säd de Aptheker, dôr harr he in de Büx schäten. – Hagen, 99, 25; Hoefer, 21; …

  7. Spezial
    riechen

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    rie|chen (roch, gerochen) I vb.tr. 1 tofé (tofa) 2 sintí le tof 3 ‹pop› (ahnen) sinti (sënt), tofé (tofa) 4 ‹pop› (vorau…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit riechen

46 Bildungen · 0 Erstglied · 42 Zweitglied · 4 Ableitungen

Ableitung von riechen 2 Analysen

rie + -chen

riechen leitet sich vom Lemma rie ab mit Suffix -chen.

Alternativen: ri+-e+-chen

riechen als Zweitglied (30 von 42)

umbekriechen?

KöblerMhd

*umbekriechen? , st. V. nhd. „umkriechen“, herumhumpeln E.: s. umbe, kriechen W.: nhd. (ält.) umkriechen, st. V., umherkriechen, DW 23, 991

wolriechen

KöblerMhd

*wolriechen , st. V. nhd. „wohl riechen“ Hw.: s. wolriechende; vgl. mnd. wolrūken* E.: s. wol, riechen W.: nhd. wohlriechen, st. V., wohlrie…

abekriechen

KöblerMhd

abe·kriechen

abekriechen , st. V. nhd. sich verkriechen E.: s. abe, kriechen W.: nhd. (ält.) abkriechen, st. V., hinunterkriechen, wegkriechen, DW2 1, 45…

abriechen

DWB

abriechen , abolere, odorem amittere, verriechen, verdünsten: lasz das salz auf einer aschen abriechen. Thurneisser magna alchymia p. 55 ; n…

ane riechen

MWB

ane riechen stV. ‘Atem, Geruch gegen jmdn. ausströmen’, übertr. ‘jmdn. anstecken’ (mit Akk.d.P.): glich den maselsiechen / lazet sie uch nih…

aneriechen

KöblerMhd

ane·riechen

aneriechen , st. V. nhd. „anriechen“, anatmen, anhauchen, anstecken Hw.: vgl. mnd. anrūken* Q.: Apk (FB ane riechen), HeslNic, RvEBarl (1225…

ankriechen

DWB

ank·riechen

ankriechen , arrepere, nnl. aankruipen: die raupe kriecht das blatt an, kriecht an das blatt: von Mopsen wird er kaum erkannt, so dürftig ko…

anriechen

DWB

anriechen , ex odore agnoscere, tentare, dann auch, odore inficere, movere: der hund riecht alles an, schnüffelt an; man riechts ihm an, das…

auskriechen

DWB

aus·kriechen

auskriechen , prorepere, 1 1) excludi, ex ovis prodire: die küchlein sind ausgekrochen; die seidenwürmer kriechen erst in zwei tagen aus. 2 …

bekriechen

DWB

bek·riechen

bekriechen , irrepere, circumrepere, gilt von insecten: so wird die gelbe frucht von kefern schon bekrochen. Lohenst. Hyac. 66 ; steh auf, u…

beriechen

DWB

beri·e·chen

beriechen , in doppeltem sinn, 1 1) fumo, odore implere: stube ganz berochen, von rauch erfüllt; und nach dem empfangnen nachtmal miteinande…

Beykriechen

Adelung

bey·kriechen

† Beykriechen , verb. irreg. neutr. welches nur im gemeinen Leben, und auch hier nur im Infinitive gebraucht wird. Beykriechen müssen, in da…

durchkriechen

DWB

durch·kriechen

durchkriechen , durch einen ort kriechen, perrepere Maaler 94 b , Rädlein 207 , niederd. dôrkrûpen Schambach 45 b niederl. doorkruipen. durc…

einkriechen

DWB

ein·kriechen

einkriechen , irrepere, nnl. inkruipen, voc. theut. 1482 f 8 a . 1 1) hinein schlüpfen: der dachs kriecht in seinen bau ein; wir sind auf di…

enkriechen

MWB

enk·riechen

enkriechen stV. vgl. auch md. krûfen → kriechen . ‘davonkriechen’ hie intkrouff up henden ind up voissen HagenChr (G) 3520 MWB 1 1650,54; Be…

erkriechen

DWB

erk·riechen

erkriechen , rependo assequi: die raupe erkriecht den stengel des krauts; man hält ihn des glücks für unwürdig, weil er es erkriechen will; …

fortkriechen

DWB

fort·kriechen

fortkriechen , proserpere: da ein ros einen faulen und fortkriechenden schaden im maul hat. Zechendorfer 66 ; doch von dem ohr des argwohns …

hinkriechen

DWB

hin·kriechen

hinkriechen , verb. nach einem abliegenden orte kriechen: da sie ( die schlange ) zwischen kräutern und gesträuchen hinkroch. Göthe 15, 213 …

Kandelchriechen

Idiotikon

Kandelchriechen Band 3, Spalte 785 Kandelchriechen 3,785

Mariechen

Wander

marie·chen

Mariechen Mariechen (s. Mirl). 1. Komm, Mariechen, der Teufel hat die Schweden geholt. 2. Mariekchen (25. März) pustet das Licht aus, Michel…

underkriechen

AWB

under·kriechen

under- kriechen mhd. st. v. , nhd. unterkriechen. — Graff IV,591 s. v. untarkriuchan. Praes.: under-criechent: 3. pl. Gl 3,419,69 [HD 1,80] …

unterkriechen

DWB

unter·kriechen

unterkriechen , v.; subrepo ich kriech under, schleich heimlich hinein Alberus (1540) n 4 b ; vgl. ags. undercréopan, engl. undercreep; mnl.…

verkriechen

DWB

verk·riechen

verkriechen , n. substantiv. infin. des vorigen: dann desz .. besorgenden übersteigens, des waldverkriechens, des nächtlichen auszreissens, …

verriechen

DWB

ver·riechen

verriechen , verb. 1 1) aufhören einen geruch zu verbreiten: wir gewunnen .. diu vier waʒʒer ûʒem pardîs, sô nâhn hin zuo ir sueʒer smac den…

vurriechen

KöblerMhd

vurriechen , st. V. Vw.: s. verriechen

Ableitungen von riechen (4 von 4)

beriechen

DWB

beriechen , in doppeltem sinn, 1 1) fumo, odore implere: stube ganz berochen, von rauch erfüllt; und nach dem empfangnen nachtmal miteinande…

geriechen

Lexer

ge-riechen stv. III. BMZ riechen Pass.

verriechen

DWB

verriechen , verb. 1 1) aufhören einen geruch zu verbreiten: wir gewunnen .. diu vier waʒʒer ûʒem pardîs, sô nâhn hin zuo ir sueʒer smac den…

Zerriechen

Campe

Zerriechen , v. trs . unregelm. ( s. Riechen ), durch vieles daran Riechen von einander trennen in Unordnung bringen, verderben. Einen Blume…