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Quêlle

mhd. bis spez. · 20 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Adelung
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28 in 20 Wb.
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Eintrag · Adelung (1793–1801)

Quêlle

Bd. 3, Sp. 889
Die Quêlle, plur. die -n, Dimin. das Quellchen. 1. Eigentlich, das aus der Erde sichtbar hervor springende Wasser, und der Ort, wo Wasser aus der Erde hervor springt. Nach einer Quelle graben. Eine Quelle finden. Eine lebendige Quelle, wo das Wasser auf eine sehr merkliche Art aus der Erde hervor springet. Ach, es stehet nicht bey mir, die Quelle des Stromes zu verstopfen, der sich über mich ergossen hat. 2. Figürlich. 1) Das aus der Quelle herfließende Wasser, der aus einer Quelle entspringende Bach, doch nur nahe um seine Quelle betrachtet; wo es viele im männlichen Geschlechte gebrauchen. Wo der murmelnde Quell durchs Gras und Blumen sich windet, Zach. — Er schöpft den sichern Quell und trinket zufrieden, Zach. — Sie schminkt der spiegelnde Quell, Zach. 2) In der höhern Schreibart werden die Augen oft die Quellen der Thränen genannt. Jerem. 9, 1. 3) Alles, was den Grund des Daseyns oder der Erkenntniß eines andern Dinges enthält, Principium existendi et cognoscendi. Gott ist die Quelle des Guten, die Quelle alles Lebens, aller Weisheit, die Quelle des Heils. Indien ist die Quelle alles Reichthums von den ältesten Zeiten her. Aller Geschmack und alles Vergnügen können sehr wohl aus einer gemeinschaftlichen und sehr einfachen Quelle herfließen, Sulz. Alle glaubwürdige Nachrichten merkwürdiger Begebenheiten sind Quellen der Geschichte. Aus trüben Quellen schöpfen, sich verdächtiger Nachrichten bedienen. Anm. 1. In einigen Niederdeutschen Gegenden nur Welle, im Angels. Weal, Wael, im Engl. Well, im Dän. Quäl und Kielde, im Schwed. Källa, in einigen gemeinen Deutschen Mundarten Kiel, in welcher Gestalt es noch bey dem Matthesius vorkommt, S. das folgende. Kero gebraucht dafür K cprunno, Queck- oder Quickbrunn, Notker Chehprunno, und im Nieders. ist noch Quickborn in eben dieser Bedeutung üblich, S. Quick. Sonst kommen bey dem Notker noch die Ausdrücke Cruntlacha und Urspringa für Quelle vor, so wie man im gemeinen Leben noch Spring und Born in diesem Verstande gebraucht. Opitz nennt eine Quelle Springader. In einigen alten Bibel-Übersetzungen aus dem 15ten Jahrhunderte findet sich auch Goltscheym und Goldschim der Bäch, für Quelle, welches zu Gölle, in den gemeinen Sprecharten Göltsche, und mit demselben gleichfalls zu Quelle gehöret. Anm. 2. Viele, selbst Hochdeutsche Schriftsteller, besonders Niedersächsischer Herkunft, gebrauchen dieses Wort im männlichen Geschlechte, der Quell, in welchem es unter andern auch bey den Dichtern vorkommt. Einige haben daraus den Unterschied hergeleitet, daß dieses Wort in der ersten eigentlichen Bedeutung weiblichen, in der figürlichen des Quellwassers oder Baches aber männlichen Geschlechtes sey. Allein, daß dergleichen Unterschiede eines und eben desselben Wortes sehr unschicklich und willkührlich sind, ist schon bey mehrern Gelegeheiten gezeiget worden. Diejenigen Mundarten, welche der Quell sagen, gebrauchen es ohne allen Unterschied als ein männliches Wort.
2948 Zeichen · 44 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    quelle

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +3 Parallelbelege

    quelle s. quël.

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    quelleM.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    quelle , M. nhd. Quelle, Ursprung Hw.: vgl. mhd. quelle, mnl. quelle E.: s. as. kwella* 1, quella*, sw. F. (n)?, Quelle;…

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Quêlle

    Adelung (1793–1801) · +9 Parallelbelege

    Die Quêlle , plur. die -n, Dimin. das Quellchen. 1. Eigentlich, das aus der Erde sichtbar hervor springende Wasser, und …

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Quelle

    Goethe-Wörterbuch

    Quelle fem; zehnmal so häufig wie ‘Quell’, Belegschwerpunkt in 1c; ‘Controversien Q.’ ( B2,155,26 ) evtl auch als Kompos…

  5. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Quelle

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Quelle (hierzu Tafel »Quellen I u. II«), eine Ausströmung vom flüssigem oder gasförmigem Material aus der Erde. Dasselbe…

  6. modern
    Dialekt
    Quëll(e)

    Elsässisches Wb. · +3 Parallelbelege

    Quëll(e) [Kwalə Hi. ; Kwál Felleri. ; Kwal Ensish. Dü. Co. Bf. Lobs. W.; Pl. –ə] f. 1. Quelle. s. auch Zwëll. 2. Ursprun…

  7. Sprichwörter
    Quelle

    Wander (Sprichwörter)

    Quelle 1. An der Quelle ist (schmeckt) das Wasser am reinsten (besten). Die Russen: Aus dem Quell schöpft man das reinst…

  8. Spezial
    Quelle, literarischef

    Dt.-Russ. phil. Termini · +4 Parallelbelege

    Quelle , f , literarische источник , м , литературный

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit quelle

114 Bildungen · 98 Erstglied · 14 Zweitglied · 2 Ableitungen

quelle‑ als Erstglied (30 von 98)

quellegemurmel

DWB

quelle·gemurmel

quellegemurmel , n. , vgl. quellengemurmel: und dem schlummer entzittert, wer am quellegemurmel schlief. Clodius ged. 20 .

Quelleis

RhWB

quel·leis

Quell-eis (s. S.) Sieg-Altenr , Gummb-Berghsn Driesch n.: E. auf abschüssiger Wiese, s. Quall-.

quellen I

SHW

quellen I Band 4, Spalte 1149-1150

quellen II

SHW

quellen II Band 4, Spalte 1149-1150

quellen1

PfWB

quellen 1 st. : 1. '(aus dem Boden) hervorfließen, hervorquellen, hervorsprudeln', quelle [KU-Bedb Hundh RO-Dielkch Obd KB-Bubh Kriegsf NW-F…

quellen2

PfWB

quellen 2 schw. : ' in kochendem Wasser sieden ', bes. von ungeschälten Kartoffeln, quelle [verbr., Schandein Ged. 246 Wilde 116 Don-Tscherw…

quellenartig

GWB

quellen·artig

quellenartig hinsichtlich langfristiger Unerschöpflichkeit, iUz den (von der Konstanz bestimmter Gegebenheiten abhängigen) ‘stagnierenden Su…

quellenbach

DWB

quellen·bach

quellenbach , m. aus quellen entstehender bach ( der quellenbach in Würzburg hat sich ursprünglich aus den nun für die städtische wasserleit…

quellenbad

DWB

quellen·bad

quellenbad , n. , vgl. quellbad : dann stürzte sie sich in ihr quellenbad, dasz die wellen in goldnem feuer herumsprudelten. Heinse Hildegar…

quellenband

DWB

quellen·band

quellenband , n. einem bande gleich herabflieszende quelle: an der ( felsen- )wand ein niederflatternd quellenband wogt nun wie schleifen, b…

quellenbezirk

DWB

quellen·bezirk

quellenbezirk , m. : derjenige landstrich, aus welchen die gewässer zu einem flusse zusammen flieszen, und wo deren quellen liegen, heiszt q…

quellenboden

DWB

quellen·boden

quellenboden , m. quelliger boden, vgl. quellengrund : ein quellenboden ist in deines leibes gründen, wo sich fluszäderchen dreihundert sech…

quellenbraucher

DWB

quellen·braucher

quellenbraucher , m. , nach quelle 3, d: was sagen sie zu einem solchen quellenbraucher, der aus der ersten der besten pfütze schöpft, ohne …

quellenfassung

DWB

quellen·fassung

quellenfassung , f. : weil sie geld bewilligt haben zur neuen quellenfassung ( des bades ). Auerbach ges. schriften 14, 218 .

quellenflut

DWB

quellen·flut

quellenflut , f. , vgl. quellflut : heftiger im innern bewegt, ging er wieder zu der wasservertiefung. o, wie die quellenfluth ihm so liebli…

quellenforscher

DWB

quellen·forscher

quellenforscher , m. einer der nach oder in quellen (3, d ) forscht Schiller 11, 123 überschrift. O. Müller Göttinger gel. anz. 1840 s. 1063…

quellengebiet

DWB

quellen·gebiet

quellengebiet , n. was quellenbezirk: land im Nilquellengebiet. Dümichen Aeg. 1, 7 . vgl. quellgebiet.

quellengebirg

DWB

quellen·gebirg

quellengebirg , n. quelliges gebirg, vgl. quellgebirge : wie vom quellengebirg rinnt segen von da und dort in die keimende seele dem volke. …

quellengebraus

DWB

quellen·gebraus

quellengebraus , n. : seht dort den mächt'gen felsberg, der 'mönch' heiszt er im land ... der spricht im lavinendonner, im rauschenden quell…

quellengemurmel

DWB

quellen·gemurmel

quellengemurmel , n. , vergl. quell-, quellegemurmel : liebliche kühle und träumerisches quellengemurmel. H. Heine 1, 73 .

quelle als Zweitglied (14 von 14)

Alaunquêlle

Adelung

alaun·quelle

Die Alaunquêlle , plur. die -n, eine Quelle, deren Wasser aufgelöseten Alaun bey sich führet.

brunnenquelle

DWB

brunnen·quelle

brunnenquelle , f. fons, gewöhnlicher brunquelle: wo es dürre gewesen ist, sollen brunnequellen sein. Es. 35, 7 .

Brunnquêlle

Adelung

brunn·quelle

Die Brunnquêlle , plur. die -n, die Quelle eines Brunnens, und in weiterer Bedeutung eine jede Quelle; ein im gemeinen Leben ungebräuchliche…

gequelle

KöblerMhd

gequelle , st. N. nhd. Quelle E.: s. ge, quelle W.: nhd. DW- L.: Hennig (gequelle)

Hülfsquêlle

Adelung

hulf·s·quelle

Die Hülfsquêlle , plur. die -n, ein figürlicher Ausdruck, eine Quelle der Hülfe, d. i. ein wirksames Hülfsmittel zu bezeichnen; Franz. Resso…

hungerquelle

DWB

hunger·quelle

hungerquelle , f. was hungerbrunnen: ( ein thurm in Halle ) hat einen quellbrunnen, .. welcher vor eine hungerquelle ausgegeben und aus dess…

salzquelle

DWB

salz·quelle

salzquelle , f. quelle mit salzigem wasser, solquelle, foris salsus, scaturigo aquae salsae. Frisch 2, 145 c . Jacobsson 3, 496 a . über ihr…

santquelle

MNWB

sant·quelle

*° santquelle, f. : Sandbank?, up êne blinde wāterklippe rēf edder s. lôpen (Nic. Gryse Laienbibel 2, R 2 ∨ ).

Sequelle

DRW

Sequelle, f., Sequel, f., n.? I Folge, Konsequenz daß sie [praesident und assessores des reichs-cammer-gerichts] an allem dem unheil und boͤ…

springquelle

DWB

spring·quelle

springquelle , f. , dasselbe wie das vorhergehende, doch seltener als dieses und neben ihm heute kaum noch gebräuchlich: springquelle, vena,…

thränenquelle

DWB

thraenen·quelle

thränenquelle , f. , dasselbe, s. quelle 2: ach das ich wasser gnug hette in meinem heubte und meine augen threnenquelle weren. Jer. 9, 1 ; …

trostquelle

DWB

trost·quelle

trostquelle , f. , besonders im barock sehr beliebtes compositum. 1 1) geistlich, mehr oder minder bildhaft, öfter in direkter personifikati…

Wasserquêlle

Adelung

wasser·quelle

Die Wasserquêlle , plur. die -n, eine Quelle, welche Wasser giebt, und welche am häufigsten Quelle schlechthin genannt wird.

Ableitungen von quelle (2 von 2)

gequelle

KöblerMhd

gequelle , st. N. nhd. Quelle E.: s. ge, quelle W.: nhd. DW- L.: Hennig (gequelle)

urquelle

DWB

urquelle , f. , ist später als urquell, m. ( s. d. ) entwickelt, seit Kramer (1702) 2, 1221 c verzeichnet und erst gegen ende des 18. jhs. h…

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APA
Cotta, M. (2026). „quelle". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 18. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/quelle/adelung
MLA
Cotta, Marcel. „quelle". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/quelle/adelung. Abgerufen 18. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „quelle". lautwandel.de. Zugegriffen 18. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/quelle/adelung.
BibTeX
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