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necken

ahd. bis spez. · 17 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
Anchors
22 in 17 Wb.
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8 von 16
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93
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

necken verb.

Bd. 13, Sp. 515
necken, verb. , md. necken, dem das in md. nac-haft (neckisch, boshaft), nac-heit, nackeit (bosheit) erhaltene nac zu grunde liegt, dessen identität mit nac (nacken) kaum wird zu bezweifeln sein, so dasz nachaft ursprünglich bedeuten würde 'im nacken haftend, es im nacken habend' (vergl.nacken 11). der altclevische Theutonista vom j. 1475 hat naggen (tribulare); eine ältere schreibung ist näcken 'weil es einige von nacken, cervix, herleiten' bemerkt Frisch (2, 10c), wol mit bezug auf Steinbach 2, 115: genecket, quasi genäcket, a nack. Bedeutung und gebrauch. wenn wir an der ableitung von nacken festhalten, so würde necken ursprünglich bedeutet haben 'einem im nacken sein, auf dem nacken sitzen, liegen, auf den nacken treten', woraus sich der allgemeinere begriff von 'vexare tribulare' leicht entwickeln konnte; für die mehr schalkhafte bedeutung von necken und neckisch könnte auch die redensart den schelm im nacken haben (sp. 242) von einflusz gewesen sein. 11) durch allerlei plagen reizen und beunruhigen, peinigen und quälen, am frühesten md. aus dem 14. jahrh.: sîn alde bôsheit .. er darumme nicht inlî. er nekte alle stunde dî brûdere, swâ er kunde, in bedaktir valscheit. Jeroschin 7583; sîn gemûte sêre irglam in zorne ûf Sareckin, daʒ er in wolde neckin mit sô bôsir trugene. 16302; oberdeutsch zuerst in dem fastnachtspiel von den drei brüdern (15. jahrh.): secht, lieber herr, das er uns also neckt und so voller posheit steckt. fastn. sp. 80, 33; der ärgste feind, der je sich aus der hölle schlich, die sterblichen zu necken und zu quälen, fuhr in den mann, und plagt' ihn jämmerlich. Oberon 6, 50; auch von handelnd gedachten abstracten: schwer geneckt vom eisernen geschicke. Schiller 1, 106; ich bin geneckt von zweifeln und gezerrt. Lenau Faust 16. 22) überhaupt durch mutwillige handlungen oder worte in böswilliger, tückischer und schadenfroher oder in schelmischer und scherzhafter absicht einen beunruhigen und reizen, ihn ärgern, zum besten haben, hänseln, närren, foppen u. dgl. (synonym mit gecken Wieland bei Merck 1, 103, mit foppen Musäus volksm. 4, 41). 2@aa) absolut, mit persönlichem oder sachlichem subjecte: du, mädchen, muszt nicht necken. Voss ged. 4, 243; willst du trösten, willst du necken. Göthe 3, 96 H.; necken an einem: es ist nicht fein .., an uns zu necken. Göthe 33, 268; doch der eckel necket an dem stundenlauf. Tiedge 7, 89. particip neckend, neckisch: wär ich affe sogleich, voll neckender streich. Göthe 1, 35; so endete solches nur mit neckendem scherz. 22, 99; er zeigte sich .. neckisch und neckend. 31, 101; sie waren jetzt durch ein hohes gebüsch, das neckend die umherschweifenden landschaften auf- und zudeckte ... gelangt. J. Paul Titan 2, 233; er widerstand der neckenden versuchung. Freytag ahnen 3, 46. 2@bb) transitiv. 2@b@aα) subject und object persönlich: wie ein kind das andre neckt. Frisch 2, 10c; wer andere necken will, musz selbst scherz verstehn. Simrock sprichw. 402; wer andre necken kann, musz wieder scherz verstehn. Gellert sämmtl. schriften (1763) 2, 66; denn weiszt du, wie er mich den letzten herbst geneckt, und mir drei tage lang den schönen staar versteckt? 2, 61; als noch .. der kobold hübsche mädchens neckte. Lichtwer fabeln 149 (4, 7); liebe sollte lust erwecken, jeder gern die mädchen necken. F. Schlegel ged. 67; wenn dich die menschen necken (ärgern), denen du nicht ausweichen kannst. Klinger Otto 57, 3 neudruck; wo du so oft den fanger (vogelfänger) belauschtest und necktest. Schiller 2, 129 (räuber, schausp. 4, 1); sehnsucht ihn (Fiesko) ewig zu fesseln, gibt mir (Julia) die list ein, ihn ewig zu necken. 3, 308 (Fiesko, bühnenbearb. 4, 10); einen necken und zecken, s. zecken. einen mit oder durch etwas necken: wos hot a mich mit meeme hunde ze näcken (zu ärgern). Gryphius lustsp. 265 Palm; ein mädchen necken mit einem, es scherzhaft ärgern durch nennung des namens seines heimlichen geliebten (Sachsen); bald mit lobe neckt' er mich, bald mit tadel. Voss ged. 4, 5; und wenn .. der liebste .. mit falschheit euch necket, von wankelmuth spricht. d. j. Göthe 1, 139; wie verstündest du sonst .. das zuckende herz mit dem streich der erbarmung zu necken. Schiller 3, 441 (kabale 3, 6); künftig wird Thalia nicht, ihr gecken, mehr durch schlauen spott euch necken. Gotter 1, 344. 2@b@bβ) das object kann auch ein thier oder ein lebend gedachtes abstractum sein: in Cuba war ein papagei, den näckt' ein jeder um die wette. Hagedorn 2, 47; das war nun ein seelengaudium, den (an der kette liegenden) hund überall zu necken (zu reizen und in wut zu bringen), wo ich nur konnte. Schiller 2, 34 (räuber, schausp. 1, 2); Verrina zu Fiesko. du hast den himmel geneckt, und den prozesz wird das weltgericht führen. 3, 159 (Fiesko 5, 16). 2@b@gγ) das subject ein thier, ein handelnd gedachtes ding oder abstractum: der kuckuck, der der grasemück so gern ins nestchen heckt, und lacht darob mit arger tück, und manchen ehmann neckt. Schlegel sommernachtstraum 3, 1; (weil) dich in freud und leid ein hämscher zufall necket. Lessing 1, 170; dieser enge raum (des schauspielhauses), der bis zur ungeduld des bühnchens architecten neckte. Gotter 1, 274; ein afterbild vom sterne, das nachts den wanderer von sumpf zu sumpfe treibt, den fuhrmann neckt. 1, 376; denn fruchtlos ist doch alles, kommt der irrthum ans licht nicht, der uns neckt. H. v. Kleist 1, 63; hier seh ich, wie die natur .. durch täuschung leben erweckt, und die versunkensten kräfte so lange zupft und neckt .. bis sie den streitenden theil mit dem bestrittenen vergleicht. Thümmel (1839) 5, 196; auf jedem spaziergange neckte mich dieser unselige kehrreim. Bürger 360b; necken mit: wer gerne treu eigen sein liebchen hat, den necken stadt und hof mit gar mancherlei sorgen. 80b; wenn mich etwas neckt und verdrieszlich machen will, spring ich auf, und sing. Göthe 16, 45; was mich am meisten neckt, sind die fatalen bürgerlichen verhältnisse. 96. das subject kann auch durch einen ganzen satz ausgedrückt sein oder durch ein pronomen sich darauf beziehen: ich dachte: du hast gewisz das schönste kleid, und wie ich andre sah, die mir gleich waren, das neckte (ärgerte) mich. d. j. Göthe 1, 103; necken am: dasz ich hier bleiben soll .. nekt mich immer mehr am herzen! Klinger Otto 42, 24 neudruck. 2@b@dδ) subject und object sachlich: prahlt ihr fichten, die ihr hochveraltet stürmen stehet und den donner neckt? Schiller 1, 178. 2@b@eε) mit angabe der wirkung durch eine präpositionale fügung: da umschwirrt dich kein insect, so das lächeln von der wange, aus der brust den frieden neckt. Bürger 122b (1789), in der ausgabe von 1796 heiszt es: keins, das deiner brust und wange ruh und heiterkeit entneckt. 2@cc) reflexiv: was sich neckt, das liebt sich. Wander sprichw. 3, 980; was sich liebt das neckt sich gern. Gellert 2, 268; sich mit einem necken. Klinger 1, 279; drei gegenüber wohnende brüder .. beschäftigten und neckten sich mit mir auf mancherlei weise. Göthe 24, 13; dieses bärtigen mannes, der seinen ernst ablegt und sich mit seinem sohne neckt (mit ihm scherzt). 20, 199; dasz sich die liebste keifen musz und necken mit mir, und ich mit ihr. Rückert ges. ged. 2, 320.
7261 Zeichen · 131 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 8.–11. Jh.
    Althochdeutsch
    necken

    Etymologisches Wb. des Ahd. (EWA)

    bineckenAWB sw.v. I, Gl. 2,710,52 (10./ 11. Jh. oder Mitte des 11. Jh.s, mfrk.): ‚heraus- fordern; lacessere‘ (mhd., frü…

  2. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    nëckenswv.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +5 Parallelbelege

    nëcken swv. in ernëcken.

  3. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    neckensw. V.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    necken , sw. V. Vw.: s. nāken (2) L.: MndHwb 2, 1059 (nâken/necken), MndHwb 2, 1084 (necken) Son.: örtlich beschränkt

  4. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Nêcken

    Adelung (1793–1801) · +5 Parallelbelege

    Nêcken , verb. reg. act. durch kleine Beleidigungen, durch kleine Possen bloß zu seinem Vergnügen, zum Unwillen, zum Zor…

  5. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    necken

    Goethe-Wörterbuch

    necken beim jungen Goethe auch -k- u mundartlich (frankf 1) ) ‘necksen’ B2,291,10 ; das Wort bezeichnet in Bed (a) nicht…

  6. modern
    Dialekt
    necken

    Elsässisches Wb. · +3 Parallelbelege

    necke n [nèkə Geberschw. ] necken: We nn m e r d Katz neckt, kratzt si e . — Vgl. Schweiz. 4, 713.

  7. Sprichwörter
    Necken

    Wander (Sprichwörter)

    Necken 1. Besser geneckt hinter dem Ofen als verlacht in der Stadt. Dän. : Bedre at blive hiemme med een spot, end gaae …

  8. Spezial
    necken

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    ne|cken I vb.tr. sceché (sceca), trazé (-za), cané (cana), zibiché (-chëia), pizacré (-rëia), mincioné (-nëia) II vb.ref…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit necken

10 Bildungen · 1 Erstglied · 6 Zweitglied · 3 Ableitungen

necken‑ als Erstglied (1 von 1)

neckenlilie

DWB

necken·lilie

neckenlilie , f. lilie des neck ( sp. 514): mein schöner junker, auf eurem hut schwankt eine neckenlilje .. ihr seid der wassermann. H. Hein…

necken als Zweitglied (6 von 6)

ernëcken

Lexer

ern·ecken

er-nëcken swv. ausbrüten? die aier ernecchin Gen. 49,29 ( bei D. 68,6 ouʒ nichen).

hohnecken

DWB

hohn·ecken

hohnecken , verb. höhnen, verspotten, zuerst von Stieler aufgeführt: honecken, irridere, naso suspendere, subsannare, jederman honeckt darüb…

schnecken

DWB

sch·necken

schnecken , verb. langsam wie eine schnecke kriechen; dann überhaupt sich langsam fortbewegen. Schm. 2, 567 . reflexiv: in einem solchen zus…

Ableitungen von necken (3 von 3)

benecken

Lexer

be-necken swv. BMZ herausfordern, reizen Jer.

entnecken

DWB

entnecken , petulanter auferre: da umschwirrt dich kein insect, keins das deiner brust und wange ruh und heiterkeit entneckt. Bürger 74 b .

ernëcken

Lexer

er-nëcken swv. ausbrüten? die aier ernecchin Gen. 49,29 ( bei D. 68,6 ouʒ nichen).

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „necken". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 12. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/necken/dwb?formid=N04009
MLA
Cotta, Marcel. „necken". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/necken/dwb?formid=N04009. Abgerufen 12. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „necken". lautwandel.de. Zugegriffen 12. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/necken/dwb?formid=N04009.
BibTeX
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