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nacken

mhd. bis spez. · 19 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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26 in 19 Wb.
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

nacken m.

Bd. 13, Sp. 238
nack, nacke, nacken, m. cervix. das wort, welches auszer dem gothischen in allen germanischen dialekten vorkommt, hat ursprünglich gutturalen anlaut, der aber schon im ahd. abzufallen beginnt: ahd. (nur in glossen) hnach und nach, plur. nachâ Graff 4, 1126. Steinmeyer-Sievers 1, 32, 35, mhd. nac und schwach nacke; altn. hnakki und hnakkr; alts. nacco, nd. nacke, nakke; ags. hnecca, engl. neck Leo 295, 11; altfries. hnekka, nekke, neufries. necke Richthofen 820a; nhd. nack und nacke bis ins 16. jahrh., in welchem aber bereits der nun herschende nominativ nacken erscheint (gemma 1508 r vb, neben nack e ic. Maaler 301b); Stieler 1346 setzt noch nack, nacke und nacken an, Aler 1441b und Steinbach 2, 99 nack (doch nur für schabernack) und nacken, Frisch 2, 5a nacke und nacken, Hederich blosz nacken. die bairisch-österreichischen mundarten (in schwäbisch-alemannischen idiotiken fehlt das wort) gebrauchen dafür das collective genäcke: das gnáck Schm. 2, 1720 Fromm. Höfer 1, 303. Schöpf 457; das nágge ginágge, negge ginegge Lexer kärnt. wb. 195. 197; das nacke Hintner Deferegger dialekt 174. — Die etymologie des wortes ist noch unsicher. Diefenbach 2, 572 und Leo ags. glossar 295 stellen es zu goth. hneivan, ahd. hnîgan, hnikjan, ags. hnîgan, hnægjan, hnäccan, altn. hnîga, hneigja, hnekkja; nack est a nicken et neigen sagt schon Stieler, vgl. auch Frisch 2, 5b. zu beachten ist bair. der nacken (neben knacken und knuecken Schm. 2, 1720. 1347 f. Fromm.) der knochen, dessen collectiv genäcke (gnáck) also die knochigen theile des halses, die halswirbelbeine bedeuten würde; aber auch bair.-österr. der nock, kleiner hügel (Schm. 1, 1723 Fromm. Lexer 178. Hintner 173) könnte in betracht kommen, da ahd. hnach auch durch cacumen glossirt wird (vgl.nack II, 1). Bedeutung. II. Im eigentlichen sinne, der hintere theil des halses, das hinterhaupt, cervix, occiput Dief. gl. 115c. 392a; apostela, nack voc. 1482 x 1b; knoch hinden am nack, nucha q 8b; der nacken, das hinderteil desz haupts. Maaler 301b. I@11) nacken des menschlichen körpers: mhd. durchʒ ouge in sneit daʒ gabylôt und durch den nac. Parz. 155, 10; und hienc an sînem nacke ein grâwer mantel. Konrad troj. krieg 1654; dâ wirt iu ein ûf den nac. wachtelmäre (Wackernagels leseb. 1153, 25); dâ hât geluste gezogen den nacken vür diu ougen. Tristan 17797; nhd. ich schlüeg im mit der kunkel mein auf seinen nack. fastn. sp. 485, 31; wie rast die windsbraut durch die luft! mit welchen schlägen trifft sie meinen nacken! Göthe 12, 206; bluten lasz den nacken! lasz ihn, vater! 40, 399; (sie nimmt) das hifthorn von dem nacken. Schiller 3, 171; ihr haar im nacken reizet mich zu hundert kleinen thorenspielen. Bürger (1778) 115; nicht sorgend, dasz .. des feuers glut ein haar dir seng am nacken. Rückert (1847) 146; an seinem (Amors) nacken hing ein kleiner köcher. Gerstenberg verm. schriften 2, 14; ein klein aber streitsüchtig bürschchen, den hut hinten im nacken. Gotthelf schulmeister (1859) 1, 16. I@22) nacken des thierischen körpers: mhd. sînes rosses nac. Karlmeinet 83, 42; nhd. brüllend vor schmerz und wuth ... schüttelte der stier den blutigen, von der pike weit aufgerissenen nacken. Brehm thierl. 2, 681; ein tritt des mannes seitwärts und dicht neben ihm ist der nacken des stieres und begraben bis an das heft im nacken des thieres der degen. W. Wackernagel Sevilla 144; ich will hörner auf deine (des schafes) stirne pflanzen und stärke deinem nacken geben. Lessing 1, 149; also schüttelten sie (die rosse) bis zum abend das joch an den nacken. Voss Od. (1781) 15, 183; mit gebrüll auf ihren (der giraffe) nacken springt der löwe. Freiligrath (1870) 1, 151; sie (herde von elennthieren) schüttelte den nacken wie zum hohne und stürmte fort, verdoppelnd ihre schnelle. 1, 177; der (fuchs) plötzlich alle seine kraft verrätherisch zusammenrafft, um unsern springer (das eichhorn) bei dem nacken mit scharfen krallen anzupacken. Pfeffel 1, 23; aus seinem gezelte geht lachend das gelbe täubchen, und kratzt mit röthlichen füszen den nacken. E. v. Kleist (1771) 2, 15; sobald die brandung tosen hört der edle sohn des Harun, läszt er los des fisches (delphins) riesigen nacken. Platen (1847) 4, 290. I@33) wie hals sich zum begriffe von nacken verengert, erweitert sich auch nacken zum begriffe von hals (äuszerlich oder innerlich), wie auch engl. neck nacken und hals bezeichnet: mhd. unde beiʒ im abe den nac. wachtelmäre (Wackernagels leseb. 1156, 10); nhd. ach got, soll ich die valschen zungen aus dem nacke (var. nacken) manigen reiszen. H. Vintler 2394; er heiszt in die zung zum nack ausz reiszen. fastn. sp. 181 21; ich denk, wenn man ein funden hat an solcher lästerlichen that, das man in fuort an galgen naus zoh im die zung zuom nack haraus. G. Wickram bilger J 3, bl. 31; wie sie meinen nacken umklammerte. Gerstenberg verm. schriften 2, 56; (sie) fällt entzückt der amme um den nacken. Wieland Oberon 5, 11; er ists, der .. seinen nacken selbst der straf entgegen bieget. 5, 36 (vorher: er dreht seinen langen hals); wenn ich nie mit schlanken armen mich um deinen nacken stricke. Platen (1847) 1, 35. I@44) am menschen wird wie bei hals hervorgehoben I@4@aa) die härte, starrheit des nackens, die ihn tauglich macht eine last zu tragen, widerstand zu leisten, daher auch als zeichen von starrsinn, verstocktheit, trotz, stolz: denn ich weis, das du hart bist, und dein nack ist ein eisern ader. Jes. 48, 4 (vgl. Schuppius 284); werden an meinen namen gedenken, und sich von irem harten nacken und von iren sünden keren. Baruch 2, 33; so gehorchten sie nicht, sondern herteten iren nacken, wie der nacke irer veter. 2n. 17, 14; die Venediger ... welcher hörten (harten) nack ... der keiser nicht lenger geduldende. S. Frank chron. 216a; närrisch hirn, harter nacke dient für manchen klugen man, denn sie machen durch ihr wüten, dasz er was erwerben kan. Logau 3, 2, 48; und beugete gewaltsam der jugend starren nacken. Schiller 14, 41 (braut v. Mess. 1, 7); der starre nacken ist daher auch der trotzige (die trotzigen nacken Freytag ahnen 1, 505), er hebt sich, schlägt zurück, wird zum zeichen des hochmuts, trotzes, der widersetzlichkeit aufrecht getragen: dasz sie den nacken mir lernen beugen, den sie aufrecht tragen. Schiller 14, 396 (Tell 4, 3); er streichelte und koszte den nacken, der gegen ihn störrig zurück schlug. 2, 77 (räuber, schausp. 2, 2); von allen seiten heben sich die nacken der groszen gegen unsern könig. Freytag ahnen 2, 109; viel lieber ist mir der gast, der den kopf hinten im nacken trägt. 1, 100; da warf er in den nacken stolz sein .. haupt zurück. Freiligrath (1870) 1, 74. I@4@bb) gegensatz ist der durch das alter oder eine last gekrümmte oder zum zeichen der andacht, demut, unterwürfigkeit gebeugte nacken (vergl. auch unter 6): sein (des greisen) nacken war krumm und gebückt und seine stimme keuchend. Engel 1, 16; wiewohl der jahre bürde den nacken sanft gekrümmt. Wieland Oberon 8, 14; und von des Niles wogen froh kehrten sie (Josephs brüder) zurück, den nacken krumm gebogen von des Ägypters gelbem korn. Freiligrath (1870) 2, 207; züchtig mit gebeugtem nacken treten fromm wir zum altar. Platen nachlasz 1, 9; ich beuge nun den willgen nacken. (1847) 2, 340; die vätter müssen selbs den nacken bucken (sich unterwerfen). Fischart bienenk. 34b; als unsere gauleute zuerst den nacken beugten vor des königs rother binde. Freytag ahnen 1, 70; heute wandelt der streitsüchtige mann demüthig hinter dem fremden. wahrlich viele nacken weisz dieser mann zu beugen. 1, 396; der zum zeichen der unterwürfigkeit, des gehorsams gebeugte nacken ist daher auch gefügig: jetzt aber möchte ich lieber .. über gefügige nacken blicken. 1, 83. I@4@cc) der nacken des weibes ist voll, gewölbt, gerundet: ich lobe mir .. den vollen busen und nacken. Wieland 4, 4; die augen schlieszend .. sinn ich nur nach, wie glänzend deine haare, und wie vollendet sich dein nacken ründet. Dahn ged. 1, 307. I@4@dd) die farbe des nackens ist weisz und besonders wird dieselbe am nacken des weibes gepriesen: mhd. sînen wîʒen nacken mûste er dâ lâʒen strîchen. pass. 62, 22 Hahn; diu kel und ir nac als ein volwîʒer swan. Flore 6902; und was ir neckel (var. nac) .. sleht unde wîʒ alsam ein snê. Konrad troj. kr. 7507; nhd. ein mund, der küssen winkt, ein lilie nhals und nacken. Wieland 10, 127; schultern und nacken muszten nicht minder weisz glänzen und glatt und wolgebildet sich herabsenken. Weinhold die deutschen frauen 1, 227. vgl.alabaster-, lilien-, marmornacken. I@4@ee) der blosze nacken, vgl. Weinhold d. d. frauen 2, 322: mhd. blôʒer nac und gelbe kitel locken mangen valschen pitel. Renner 12536; diu ir swarzen nack vil hôhe blecken lât (kahl trägt). Walther 111, 20; nhd. brannte nicht in dem kusse, den er auf meinen entblöszten nacken drückte, die ganze fackel der liebe? Gerstenberg verm. schriften 1, 128. I@4@ff) mit haar bewachsen: haariger nacken. Fischart Garg. 19a. I@55) das brechen (intransitiv und transitiv) des nackens wird wie das brechen des halses als tödtliche verletzung hervorgehoben: er stürzte sich grade vom dache hinunter, der nacken brach aus seinem gelenk, und die seele fuhr in die tiefe. Voss Od. (1781) 10, 559. 11, 64 der irrt, der einen tag dem nachsieht, dem er bald den nacken brechen mag. Gryphius 1, 14; und der soll mir zuvor den nacken brechen (mich tödten), der mehr verlangt! Wieland Oberon 5, 62; du falscher bösewicht, der lachend mir den nacken bricht. Pfeffel 1, 23; der gefährlichen brut den nacken brechen. Heinse Ardinghello 1, 114. I@66) am nacken wird durch enthauptung die todesstrafe vollzogen (den kopf von dem nacken trennen. Steinbach 2, 99), weshalb er auch zum symbole des lebens wird (vgl.hals I, 5, g): schon zuckt nach jedem nacken die schärfe, die nach meinem zückt. Göthe 12, 246; Mortimer. weg über meinen nacken schreitet er, mein fall musz ihm die rettungsbrücke bauen. Schiller 12, 521 (M. Stuart 4, 4). I@77) nacken wie hals dienen zum tragen von lasten oder eines joches, das ihm aufgelegt, unter das oder in das er gebeugt wird (vgl. 4, b). I@7@aa) auf den nacken legen, nehmen, packen; auf dem nacken tragen: Abraham legt dem Isaac das holtz zu tragen auf sein nack. H. Sachs 1, 186, 17 K.; name darauf seinen bottenspiesz auf den nacken und wurde ein bott. Schuppius 786; die frau packte ihr kind auf den nacken und lief was sie laufen konnte. Stillings jugend (1780) 48; durch den wald herab sprachen die kohlenbrenner, die quersäcke auf den nacken (tragend), und freuten sich der wahren ruhe. jünglingsjahre 32. I@7@bb) das auf dem nacken lastende joch des zugthieres wird angewendet auf den menschen als zeichen der willenlosen unterwürfigkeit, der fremden herschaft (vgl.hals I, 7): wie die feige welt ins joch den nacken strecket. Haller 38; der nie in fremdem joch den steifen nacken schmieget. 89; die protestantischen einwohner Regensburgs .. hatten ihren nacken mit widerwillen unter das bayrische joch gebeugt. Schiller 8, 321; es herrschte noch im lande des vaters macht, und beugete gewaltsam der jugend starren nacken in das joch. 14, 41 (braut v. Mess. 1, 7). I@88) daraus leiten sich ab verschiedene redensarten, die etwas beschwerendes (sache oder person) ausdrücken, das der mensch auf sich nimmt oder das wider seinen willen auf ihm ruht, ihn unterdrückt, bedrängt, belästigt. I@8@aa) auf den nacken nehmen: nun so will ich fasten hernach, mich demüthigen in dem sack und die busz nehmen auf den nack. H. Sachs 10, 415, 5 K. I@8@bb) auf dem nacken haben: schon jahre auf dem nacken haben, schon bei jahren sein u. dgl.; beispiele, die ein paar jahrtausende auf dem nacken haben, sind nicht immer die schicklichsten. Siegfr. v. Lindenberg 2, 84; da er nun doch einmal den beschwerlichen menschen auf dem nacken haben musz (ihn nicht los werden kann). Wieland Hor. sat. 1, 276. I@8@cc) auf dem nacken sein: es ist eine rechte noth, seitdem die groszen herren auf das incognito gefallen sind .. sonst wurden sie monate lang voraus angekündigt .. jetzo, ehe man sichs versieht, sind sie einem auf dem nacken (erscheinen plötzlich zu ungelegener zeit). Göthe 14, 4. I@8@dd) auf dem nacken lasten, liegen: eine besatzung .., die dem bürger auf dem nacken lastet. Göthe 8, 227; wo aber rettung für euch, denen der feind auf dem nacken liegt? Schiller 8, 188. I@8@ee) an dem nacken hangen: die (erinnerung) wie eine bürde zuweilen noch an ihrem nacken hing. Wieland Oberon 6, 30. I@8@ff) auf dem nacken sitzen: kein grämlicher sultan sasz ihnen (unsern auf den gebirgen in unschuld lebenden vätern) auf den nacken. Klinger 6, 96. I@8@gg) auf den nacken sitzen, setzen: so ist die fast der fasnacht auf den nack gesessen, damit sie die fasnacht hat zu schaden pracht. fastn. sp. 629, 22; warum diesen blutsaugenden teufel mir auf den nacken sezen? Schiller 3, 445 (kabale u. liebe 3, 6). I@8@hh) auf den nacken schicken: warum ihr diesz gewitter mir auf den nacken schickt. Wieland Klelia 5, 334. I@8@ii) auf den nacken wünschen: ain pös jar auf iren nack! fastn. sp. 502, 1. I@99) auf den nacken treten, den fusz auf den nacken setzen, auf dem nacken stehn als sieger zum zeichen der unterdrückung: so muoste sich der keiser (Valerianus) nider biegen uf hende und füesze, so drat ime denne der künig (Sapor) uf sînen rücken und nag also uf einen schemel, daʒ er deste bas uf daʒ pfert keme. Königshofen 356, 4; do stund er'm uf dem nacken (setzte ihm als sieger den fusz auf den nacken). Liliencron volksl. 94, 9 u. anm.; er lebt im arm des glücks, das bis der tag vergeht, vielleicht verrätherisch ihm auf dem nacken steht. Uz 2, 37; der schenke setzte leichten fusz auf unsre nacken siegreich. Platen (1847) 2, 37. I@1010) einem oder einen in den nacken schlagen, sich ihm bemerkbar machen, bei ihm wieder zum vorschein kommen: der alte Lutheraner würde mich noch zu oft in den nacken schlagen. Lessing 10, 201. I@1111) er hat es hinder dem nacken, versutissimus est Stieler 1346. besonders den schelm (schalk) im nacken haben, tragen, versteckt listig zu einem schlimmen oder neckischen streiche sein: er hat den schelm im nacken, ist hinterlistig, handelt betrüglich. Hennig preusz. wb. 167; es ruht und wächst der theure sohn, seht nur die rothen vollen backen; doch glaubet mir, er hatte schon den schelmen faustendick im nacken. Göthe 3, 324 H.; (der knabe) hat blaue augen, gelbes haar, und schelm im nacken immerdar. Claudius 3, 16; wer den schelm trug im nacken. Freiligrath (1870) 2, 200. I@1212) den nacken, im nacken kratzen, zum zeichen der verlegenheit, des betrogenseins: der ein kratzt uf dem kopf, der ander kratzt den nacken. Eulensp. 87 s. 127; nur der vater bekam das kratzen (jucken) im nacken. Freytag bilder (1860) 1, 245. I@1313) im nacken, hinter einem, zurück: den Dänen trieb des ritters sporn, die peitsche den Polacken; und Hochburg blieb im nacken. Bürger 53b. I@1414) den nacken weisen, den rücken kehren, sich abwenden von: der Griechen heer, obschon bedrängt von Mars ... wies der schlacht in rückflucht nach den schiffen dennoch nicht den nacken. Bürger 166b. mhd. den nac, nacken kêren: sælde keret mir den nac. minnesinger 2, 223a; den armen kêrt er sînen nac. Helbling 1, 52; so kêrt er triuwen und êren den nac. Renner 7173; dem kêrent die heiligen den nac. 23282. IIII. In übertragenem sinne. II@11) ahd. wird hnach auch durch testa capitis und durch cacumen glossirt. die erste bedeutung hat es noch in der nd. redensart van hakken bet tom nakken, von der fuszsohle bis zum scheitel, von unten bis oben. brem. wb. 3, 215; die zweite in den unterrhein. felsennamen Hinternack, Rabennack, Wolfsnack u. s. w. (Kehrein volksspr. in Nassau 1, 289). vgl. nock. II@22) bergmännisch versteht man unter nacken den obersten theil verschiedener werkzeuge und geräthe. Richter berg- und hüttenlexicon 2, 72. II@33) nach Adelung bedeutet nacken auch das hinaufgeschlagene nackenhaar, franz. chignon. II@44) in poetisch belebender rede wird vom nacken der eiche, des berges u. dgl. gesprochen: die eiche, wann im wald gesträuch und espe zittern, vor keinem ungestüm den stolzen nacken beugt. Uz 2, 52; (Merkur) wirft dann von des berges nacken mit ganzem leib sich in den ocean. Schiller 6, 397; mit riesgem nacken an den himmel stemmen die berge sich. Freiligrath (1870) 1, 175.
16481 Zeichen · 331 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    nackenadv.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +5 Parallelbelege

    nacken adv. verstümmelte form. dô lieʒ der valsche rihter si nacken zien durch die stat pass. K. 344,30.

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    nackensw. V.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    nacken , sw. V. nhd. niederdrücken Hw.: vgl. mhd. nicken E.: vgl. mhd. nicken, sw. V., beugen, niederdrücken, nicken, Ko…

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Nacken

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Der Nacken , des -s, plur. ut nom. sing. der hintere Theil des Halses, besonders an dem menschlichen Körper, von welchem…

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Nacken

    Goethe-Wörterbuch

    Nacken ‘Naken’ B4,143,8 hinterer Teil des Halses, Genick; auch als Sitz männlicher Kraft u Kampflust a vom Menschen bzw …

  5. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Nacken

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Nacken , Genick (cervix, nucha) , der hintere Theil des Halses vom Hinterhaupte an bis herab zu Rücken und Schultern. In…

  6. modern
    Dialekt
    Nackenm.

    Lothringisches Wb. · +7 Parallelbelege

    Nacke n [nàgə Ri. Rom. Hom. ] m. Nacken: ebber uff um N. sitze beständig belästigen; ebber uff um N. han belästigt werde…

  7. Sprichwörter
    Nacken

    Wander (Sprichwörter)

    Nacken 1. Ein Nacken, der braun, lässt sich nicht gern beschaun. Braune Nacken sind tugendhaft, sie gehen nicht gern unb…

  8. Spezial
    Nacken

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Na|cken m. (-s,-) ‹anat› os dl col m. , copa dl col f.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit nacken

90 Bildungen · 68 Erstglied · 19 Zweitglied · 3 Ableitungen

Zerlegung von nacken 2 Komponenten

nac+ken

nacken setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

nacken‑ als Erstglied (30 von 68)

Nackenheim

SHW

Nacken-heim Band 4, Spalte 895-896

Nackenholz

SHW

Nacken-holz Band 4, Spalte 895-896

Nackenjoch

SHW

Nacken-joch Band 4, Spalte 895-896

nackenband

DWB

nacken·band

nackenband , n. 1 1) die nackenmuskelbinde, ligamentum nuchae. Nemnich 3, 404 . 2 2) band, womit etwas im nacken festgebunden ist: doch eh i…

nackenbart

DWB

nacken·bart

nackenbart , m. : verfechter der zöpfe, weil er sie .. für die den spitz- und backenbärten ziemlich entsprechenden längern nackenbärte hielt…

nackenblôme

MNWB

nacken·blome

° nackenblôme (naken-) Rose aus vergoldetem Silber, zur Haartracht des Dithmarscher Mädchens gehörend (Neocorurs 1, 153). —

nackenblōme

KöblerMnd

nacken·blōme

nackenblōme , F. nhd. „Nackenblume“, Rose aus vergoldetem Silber die zur Haartracht des Dithmarscher Mädchens gehört E.: s. nacke (1), blōme…

nackenblōz

KöblerMhd

nackenblōz , Adj. nhd. nackt, bloß Hw.: s. nacketblōz Q.: Mag (um 1450) E.: s. nacket, blōz W.: nhd. DW- L.: Lexer 148a (nackenblōz), LexerH…

Nackender

Wander

nack·ender

Nackender 1. Wer einen Nackenden beherbergt, der hat einen gewissen Fewerborn. (S. Nackter 13.) 2. Dem nackenden die kleyder aussziehen. – F…

nackenfrosch

DWB

nacken·frosch

nackenfrosch , m. für nacktfrosch, spott- und scheltname für ein nacktes kind. Spiesz henneberg. idiot. 169 . in Leipzig nackfrosch, nacktes…

Nackengehenk

Campe

nacken·gehenk

○ Х Das Nackengehenk , — es, Mz. — e , ein Scherzwort, womit I P. Richter einen Zopf, welcher hinten am Nacken herabhängt, bezeichnet: »— di…

Nackengetüns

RhWB

Nacken-getüns -jəd:nts Elbf n.: -geschwür; ech han do en fies N. en de Gäng.

nackengrube

DWB

nacken·grube

nackengrube , f. fovea nuchae. Nemnich 3, 404 ; in der obern nackengegend treten die muskelwülste stärker hervor, so dasz zwischen ihnen ein…

nackenhaar

DWB

nacken·haar

nackenhaar , n. das haar im nacken, über dem nacken: ich fuhr dem einen ( knaben ), der sichs am wenigsten versah, mit der hand in die nacke…

nackenheit

KöblerMhd

nacken·heit

nackenheit , st. F. nhd. „Nackenheit“, Nacktheit Hw.: s. nacketheit E.: s. nacken (1), heit W.: s. nhd. Nacktheit, F., Nacktheit, DW 13, 249…

Nackenholz

RhWB

nacken·holz

Nacken-holz nakhǫlt Mörs-Neuk n.: waagerechter Balken über dem Kuhtrog.

nackenhorn

DWB

nacken·horn

nackenhorn , n. copris nuchicornis, der pillenkäfer. encycl. der naturgeschichte 3, 115 a .

nackenjoch

DWB

nacken·joch

nackenjoch , n. an den nacken der zugthiere angelegtes joch. Weber öconom. lexic. 384 b .

Nackenkil

MeckWB

nack·enkil

Nackenkil m. Keil am Sensenbaum zum Halten und Stellen des Sensenblattes; der Haken (Hamm, Angel) des Sensenblattes wird durch einen Eisenri…

Nackenmäntel(e)

ElsWB

Nack en mäntel(e) n. weisse Halskrause der Frauen und erwachsenen Mädchen, bestehend aus einem leinenen Tuch mit rings umlaufenden breiten S…

nacken als Zweitglied (19 von 19)

aufknacken

DWB

auf·knacken

aufknacken , nuces frangere: Philine, auf ihrem koffer sitzend, knackte nüsse auf. Göthe 19, 54 . davon überhaupt, etwas hartes öfnen: gut g…

besnacken

MNWB

bes·nacken

besnacken , swv. , schwatzen, jem. bereden, „ achterkosen ”.

entnacken

KöblerMhd

ent·nacken

entnacken , sw. V. nhd. entblößen, entkleiden Q.: Albert (1190-1200), Athis, DvA, Martina, TürlWh, Wig E.: s. ent, nacken W.: nhd. DW2- L.: …

ernacken

Lexer

ern·acken

er-nacken swv. entkleiden. Jêsus wart irnacket Mone 4. 328,84.

hônacken

MNWB

hon·acken

* hônacken , swv. , verhöhnen, verspotten (Nic. Gryse).

hōnacken

KöblerMnd

hōn·acken

hōnacken , sw. V. nhd. verhöhnen, verspotten E.: s. hōn (2)? L.: MndHwb 2, 348 (hônacken) Son.: jünger

Mitschnacken

Wander

mit·schnacken

Mitschnacken Du snackst mit as Jan Bremer, de harr 'n Ohrfîge krägen. ( Oldenburg. )

mitsnacken

MeckWBN

mit·snacken

Wossidia mitsnacken mitsprechen: dee kann all mitsnacken hat Erfahrung Wi.

Rauderknacken

MeckWBN

raud·erknacken

Wossidia Rauderknacken m. Riemenlager am Boot aus einem Kantholzstück: Rooderknaggen ( Schö Schönberg@Boltenhagen Bolt ) Rud. Handb. Boote 7…

rutsnacken

MeckWBN

rut·snacken

Wossidia MeckWB rutsnacken 2. lautbar machen: wur sick dat hett rutsnacken laten Ha Hagenow@Lübtheen Lübth . 3. refl. lautbar werden, aufkom…

schabernacken

DWB

schaber·nacken

schabernacken , verb. verhöhnen, schänden, quälen, beschimpfen, parasitari Kilian ( vgl. necken theil 7, 515): violare bustum, ein grab scha…

schavernacken

Lexer

schavernac·ken

schavernacken swv. höhnen, verspotten. das si nicht geschabernagket adder gehœnt wörde von imanden Apoll. S. 48,23. 74,9.

schnacken

DWB

sch·nacken

schnacken , schnaken , verb. 1 1) schnaacken, repere, serpere, auff dem boden kriechen. Maaler 358 d ; daneben: schnackende, repens; ein sch…

vörsnacken

KöblerMnd

vörsnacken , sw. V. nhd. „verschnacken“, verplaudern E.: s. vör, snacken (1) R.: de tīt vörsnacken: nhd. die Zeit verplaudern L.: MndHwb 1, …

weddersnacken

KöblerMnd

wedder·snacken

weddersnacken , sw. V. nhd. widersprechen E.: s. wedder (2), snacken L.: Lü 564a (weddersnacken)

Weißnacken

Adelung

weiss·nacken

Der Weißnacken , des -s, plur. ut nom. sing. eine Art Sperlinge mit weißem Nacken, Passer nivalis cervice alba Klein.

zerknacken

DWB

zer·knacken

zerknacken , verb. , in stücke knacken, mit einem knackenden geräusche zerbrechen, zerbeiszen, 1) trans.: eine nusz z. Adelung 2 4, 1688; si…

Ableitungen von nacken (3 von 3)

entnacken

KöblerMhd

entnacken , sw. V. nhd. entblößen, entkleiden Q.: Albert (1190-1200), Athis, DvA, Martina, TürlWh, Wig E.: s. ent, nacken W.: nhd. DW2- L.: …

ernacken

Lexer

er-nacken swv. entkleiden. Jêsus wart irnacket Mone 4. 328,84.

urnacken

DWB

urnacken , m. , gewaltiger, starker nacken (ur- C 4 a) D. v. Liliencron 5, 31 . —

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „nacken". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 13. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/nacken/dwb?formid=N01986
MLA
Cotta, Marcel. „nacken". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/nacken/dwb?formid=N01986. Abgerufen 13. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „nacken". lautwandel.de. Zugegriffen 13. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/nacken/dwb?formid=N01986.
BibTeX
@misc{lautwandel_nacken_2026,
  author       = {Cotta, Marcel},
  title        = {„nacken"},
  year         = {2026},
  howpublished = {lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern},
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  urldate      = {2026-05-13},
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